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zum Ostersonntag,
Costa del Sol

(Friedhelm Peters)

Ostersonntag, 20. April 2003

Thema: Jesu Auferstehung.

Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? (3).

Markus 16, 1-8

Liebe Gemeinde!

der Tag der Auferstehung ist eine totale Überraschung. Das ist von Anfang an so gewesen. Man könnte auch sagen: Eigentlich ist Ostern eine umfunktionierte Beerdigung. Der Akteur ist Gott.
Es waren die Frauen, die sich als erste nach dem Passafest gefasst hatten. Oft begreifen die Frauen schneller, weil sie besser mit dem Herzen denken als Männer. Und sie sagten sich: Das kann doch mit der Beerdigung von Jesus - das war Karfreitag - nicht alles gewesen sein. Runter vom Kreuz, rein in die Grabkammer, weg. Das geht doch nicht. Sie merkten, hier war etwas noch nicht abgeschlossen, obwohl es äußerlich verschlossen war.

Vielleicht kennen Sie dies. Fertig und doch nicht fertig. Abgeschlossen und doch noch offen. Das Herz sagt es gegen den Kopf. Und auf dem Kopfkissen in der Nacht ist es zu merken. Der Friede fehlt.
Wie gehen Sie damit um? Fassen Sie einen Entschluss oder drehen sie sich nur auf die andere Seite. Vorsicht. Auf Dauer braucht man dann Schlaftabletten oder Alkohol zum Einschlafen. Packen Sie die Sache im Herzen noch einmal aus, wo der Schmerz sitzt oder decken Sie ihn zu?
Es gibt Zeiten, da kann man nur zudecken, wie eine offene Stelle ein Pflaster braucht. Aber irgendwann muss das Pflaster ab, sonst stinkt es und fault.
Was wartet noch auf den Abschluss in unserem Leben? Keiner ist mit dieser Frage fertig. Es gibt nur Menschen, die haben damit noch nicht angefangen.
Ostern beginnt damit, dass zwei Menschen nicht kneifen, sondern anpacken, was für sie unerledigt ist. Und Gott gebraucht das. - Herr, mich lässt dieser Mensch nicht los. Immer muss ich an ihn denken. Ich greife jetzt zum Hörer und rufe ihn an. Ein Anlass wird mir einfallen. Hilf Du mir.
- Herr, ich komme nicht davon los, dass ich damals das und das gemacht habe. Es war richtig und falsch zugleich. Aber im Herzen ist es wie ein spitzer Stein. Ich bekenne Dir den verborgenen Fehler darin. Ich korrigiere mich. Ich suche jetzt Deine Vergebung.

Was Ostern geschehen ist entzieht sich unserer Kenntnis. Keiner hatte einen Fotoapparat. Und ob die Abbildung auf dem Turiner Leichentuch vom Haupt Jesu das Ergebnis intensiver Strahleneinwirkung ist, besagt auch nicht viel. Wir wissen nur, dass es große Kräfte gewesen sind, die unsere Welt erschufen. Und es sind nicht weniger große Kräfte gewesen, die Auferstehungsleben erschufen. Ein Wort unseres Gottes reicht.
Die alte Kirche hat die nicht lange gezögert, das Unfassbare des Geschehens zu akzeptieren. Auf einem der ersten Osterdarstellungen ist dies festgehalten. Es sind nicht nur Wächter, die am Boden liegen und Engel, die von oben schauen. Die eigentliche Mitte, Jesu Auferstehung, ist festgehalten durch - was? Durch eine brennende Kerze. ER, Jesus, das Osterlicht.
Wie Gott damals sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht. So hat ER jetzt wieder gesprochen. Das Auferstehungslicht wird durch den Tod nicht mehr ausgepustet wie unser Lebenslicht. Einen Hauch bläst der Tod, dann sind wir weg. Mit dem Auferstehungsleben ist das anders. Der Tod bläst und bläst und bläst. Es flackert nicht einmal. Es entsteht in Jesus. Es wandert durch Mauern, über Kontinente, durch Jahrhunderte. Es geht durch Herzen, durch Erfahrungen, durch Worte. Was für ein Geschehen. Der Heilige Geist trägt dieses Licht als Feuer weiter.
Haben Sie davon schon mitbekommen? Hat ER, der Auferstandene Sie schon berühren können mit Seinem Auferstehungslicht? Brennt ER in uns?
Das ist ja der Grund, warum in Kirchen Kerzen brennen, selbst heute hier im hellen Tageslicht. Es ist ja nicht die Absicht, Strom zu sparen, wenn Christen Kerzen auf dem Altar haben. Es ist immer Zeichen Seines neuen Auferstehungslebens. ER lebt.
Ist dieses neue Leben auch in Mir?

Für die Frauen nahm das damals eine unerwartete Wende. Aus ihren Überlegungen zur Beerdigung wurde durch das Erschrecken hindurch eine tiefe Freude. Der Abschluss war nicht die Salbung eines Toten, sie wurden gesalbt durch eine Erfahrung mit dem Auferstandenen. Sie wollten etwas zum Abschluss bringen. Gott hat das gebraucht. ER hat etwas abgeschlossen, was seit Anbeginn der Schöpfung durch die Sünde unerledigt war: Leben in der Kraft ohne Todesmacht.

Eines ist damals bei den Frauen nicht anders geworden. Sie standen mit beiden Beinen auf der Erde. Sie haben weiter gekocht und vielleicht auch Kaffee getrunken. Sie hatten keine Flügel und mussten ihren Mund gebrauchen, wenn sie etwas sagen wollten.
Und doch ist etwas anders geworden. In ihnen leuchtete das Auferstehungslicht. Das hatte sich an IHM, Jesus, entzündet. Und das steckte andere an. Es ließ die Jünger staunen, die davon hörten, und ließ sie laufen, bis sie es selbst in sich klar hatten.
Immer über den Boden aber mit dem Licht von oben.
Merken Sie? Immer über den Boden, aber mit dem Licht von oben. Das ist bis heute so. Und das ist Ostern. ER lebt.

Amen.



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Zuletzt geändert am 24.04.2007 von: (fp)