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zu Jubilate,
Costa del Sol

(Friedhelm Peters)

Rogate, 25. Mai 2003

Thema: Das neue Beten im Namen Jesu.

Jesus sagt: 23 An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. 24 Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. 25 Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde. 26 An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; 27 denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. 28 Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. (29 Da sagten seine Jünger: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen. 30 Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist. 31 Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? 32 Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.) 33 Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Johannes 16, 23b-33


Predigttext: Joh 16, 23 Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.

Liebe Gemeinde,


1. Es gibt ja nichts, worum wir nicht beten könnten.
1.1 Ich weiß nicht, ob Sie das kennen: Beten um einen Parkplatz, Beten vor dem Essen - eine lange Tradition in der christlichen Erziehung - Beten um den verlorenen Schlüssel.
1.2 Mancher fragt, ob das nicht seine Freiheit einschränkt. Wird nicht zu viel Göttliches in Alltägliches gezogen. Oder anders ausgedrückt: Spinne ich, wenn ich so etwas mache?
1.3 Es schränkt meine Freiheit nicht ein, ich werde also nicht naiv, wenn ich meine Selbständigkeit als eine Frucht Gottes verstehe und darin kindlich bin. Es macht aus dem Alltag keinen christlichen Bauchladen, wenn ich ihn auch als einen Teil von Gottes Schöpfung erlebe und behandle. Es ist kindlich, aber für mich auch o.k., wenn ich meine erwachsenen Anteile von Verantwortung, Präsenz und Begabung beibehalte und dabei gleichzeitig kindlich Gott vertraue.
1.4 Um einen Parkplatz oder für die Krankenkassen-Sachbearbeiterin beten kann jeder, der Gott vertraut.

2. Jesus führt seine Jünger im Beten weiter.
2.1 In unserem Text geht es nicht um kindliches Beten, sondern um Beten als Kind Gottes. Was ist damit gemeint?
2.2 Ich gebrauche dafür ein Bild: Stellen Sie sich vor - ein ähnliches Bild brauchte ich vor einiger Zeit - der Gasmann kommt in die Wohnung. Er bringt die neue Flasche. Dann geht er zu Ihrem Eisschrank und isst Ihnen den Pudding weg.
Und jetzt denken Sie bitte mal, Ihre Kinder kommen nach Hause und tun das. Was für ein Unterschied.
Rechte und Pflichten sind eben anders je nach der Verbindung, die wir haben.

3.1 Von uns aus sind wir alle ohne Verbindung zu Gott. Das ist der Kern der Sünde. Wir sind Kinder des Lebens, aber von uns aus keine Kinder Gottes.
So ist unser natürliches Gebet begrenzt durch die Sünde. Jeder kriegt etwas beim Beten. Aber es bleibt durch die Sünde zufällig. Von uns aus treten wir vor Gott wie Fremde, nicht weil ER es will, sondern weil wir es sind.
3.2 Und jetzt kommt Jesus als Sohn Gottes. ICH und der Vater sind eins, sagt ER: Was ICH bitte, wird der Vater tun. Da ist nichts dazwischen. Das wirkte sich aus.
Jesus betete und sprach zum toten Lazarus: Lazarus stehe auf! - Und er stand auf.
Jesus betete und sprach zum tobenden Sturm: Sturm sei still! - Und er schwieg.
Jesus betete und sprach zur Sünde des Gelähmten: Sünde gehe weg! - Und sie wich.
Das erfuhren die Menschen mit Staunen und Entsetzen.

4.1 Und jetzt unser Text. Er ist ein Vermächtnis an die Jünger. Jesus tut etwas, was eigentlich nicht geht. ER sagt zu denen, die IHM folgen: Du, du kannst an Meine Stelle treten. ICH räume sie dir frei. Jetzt kannst du ohne Sünde vor den himmlischen Vater treten. Du kannst in Meinem Namen sprechen.
( Vers 24) Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.
4.2 Es ist wie wenn die Kinder ihre Freunde mit nach Hause bringen. Und dann räubern alle den Eisschrank. Doch bei Jesus ist es mehr. ER räumt sogar Seinen Platz und macht ihn für uns frei. ER sagt: Bitte in Meinem Namen.
4.3 Das ist eine ungeheuerliche Sache. Du trittst vor Gott im Gebet. ER: Wer da? - Ich. ER: Wer? - Jesus. ER: Ach du.
4.4 Das ist keine Blasphemie. Es ist ein Vorgriff auf das Kreuz Jesu. Es ist die Stellvertretung Jesu für meine Sünde, die hier greift. ER für mich. Und das gilt dann auch im Gebet. Stellvertretung im Gebet, Beten im Namen Jesu.

5. Wie komme ich da heran?
5.1 Es kostet - nichts. Es ist umsonst. Es braucht freilich, dass ich meinen Stolz niederlege: Ich bin doch wer. Ich trete selbst vor Gott. Wer dabei stehen bleibt, den kostet es das Beten im Namen Jesu nicht zu kennen.
5.2 Als Jünger Jesu, dem ich mein Leben gebe, komme ich in das Vorrecht, im Namen Jesu zu beten. Ich bete nicht nur kindlich, ich bete als Kind Gottes. Die Lebensübergabe an Jesus, Herr, ich bin Dein, hat dieses im Gepäck.

6. Jesus sagt Seinen Jüngern (Vers 24): ... und es wird euch gegeben.
6.1 Das ist kein verfügbares Wundermittel: Es wird euch gegeben. Schwups. Alles ist da. Simsalabim. Es heißt: Ich werde damit für Gott verfügbar.
6.2 Jesus lebte das vor. Im Garten Gethsemane erbat er keine Hilfe von Gott, obwohl ER sie hätte haben können. ER bat, was Gott wollte, nicht was ER sich wünschen könnte. Das ist beten als Kind Gottes, nicht kindliches beten.
6.3 Was Gott will wird zur gleichen Stunde erfüllt, wenn ER in uns jemanden findet, in dem ER leben und wirken kann. Deshalb: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.

7. In diesem Gebet im Namen Jesu zu wachsen, dazu will uns unser heutiges Wort ermutigen.

Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)