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zum 12. Sonntag nach Trinitatis,
Costa del Sol

(Friedhelm Peters)

12. So nach Trinitatis, 7. September 2003

Thema: Das Sakrament vom Kelch des Heils -
Abendmahl mit Wein.

Der Psalm vom "Guten Hirten":
1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Psalm 23


Liebe Gemeinde,


1. Heute geht es um das Sakrament des Abendmahls, das wir in diesem Gottesdienst feiern. Es begleitet uns evangelische Christen seit der Konfirmation, mit der wir zum Abendmahl nach unserer Taufe zugelassen sind. Im Unterschied zu katholischen Christen trinken alle Gemeindeglieder, nicht nur der Priester, regelmäßig aus dem Kelch, der uns mit den Worten gereicht wird: Christi Blut für Dich vergossen. Was ist mit diesem Kelch? Warum empfangen wir einen Schluck Wein, an vielen Stellen der Kirche auch seit einigen Jahren einen Schluck Saft? Was bedeutet der Kelch? Diesen Fragen wollen wir anhand eines uns allen bekannten Bibelwortes nachgehen. Es ist das Wort aus Psalm 23, dem Psalm des Guten Hirten.
(5) DU bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. DU salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

2. Der Becher mit Wein ist ein himmlisches Zeichen. Wenn wir das Zeichen verstehen begreifen wir auch, was mit dem Kelch des Heils beim Abendmahl gemeint ist. Wir schauen dafür zunächst in den 23. Psalm.

2.1 Als der Hirtenjunge David auf den Fluren von Bethlehem die Schafe weidete und über sich und seinen Weg nachdachte, wird ihm plötzlich die unsichtbare Welt in einer Vision aufgegangen sein. Er sah vor seinem inneren Auge einen Hirten und er wusste: Das ist ER. Und in seinem Herzen formte sich das Wort: Der Herr ist mein Hirte. Und er wusste: Mir wird nichts mangeln. Wo ER ist, da ist genug.

2.2 Das wäre schon genug, um es für heute festzuhalten. Denn das Besondere am prophetischen Wort gegenüber aller Phantasie ist die Langzeitwirkung in der Wirklichkeit. Es passiert.
2.2.1 So galt es für David. Kaum ein Leid blieb ihm erspart. Und doch hat ihn der Herr durch alles hindurch getragen. Am Ende war es wahr: Nichts hat gemangelt.
2.2.2 Das Wort gilt für den, der 1000 Jahre später dort geboren wurde auf den Feldern von Bethlehem: Jesus, der später sagte: ICH bin der gute Hirte.
2.2.3 Es gilt auch heute noch. Wieviele Menschen, vielleicht auch Sie, haben mit diesem Gotteswort gelebt: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Die Kirche lebt von diesem guten Hirten.

2.3 Doch David erfährt noch mehr. Acht Themen werden ihm gezeigt. Denn ER, der Herr ist nicht nur meine Versorgung: ER ist mein Hirte.
ER ist meine Erquickung: ER erquicket meine Seele.
ER ist mein Weg: ER führet mich auf rechter Straße.
ER ist mein Schutz: Darum fürchte ich kein Unglück.
ER ist mein Trost: Sein Stecken und Stab trösten mich.
ER ist mein gedeckter Tisch: Du bereitest vor mir einen Tisch.
ER ist mein Kelch des Heils: Du schenkest mir voll ein.
ER ist mein Zuhause: Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Wen wundert es vor diesem Hintergrund, dass David die Schatzkammer Gottes gezeigt bekommt, die in Jesus Christus geoffenbart wurde.
Wir können jetzt nicht alle Schätze der wunderbaren Himmelsgüter betrachten. Doch wir sehen: Der Kelch des Heils gehört zu diesen Schätzen. Ihn wollen wir heute näher ansehen.

Der Kelch des Heils taucht wie auch in Psalm 23 immer dort auf, wo Gott ewige Freude schenkt, Freude vom Himmel.

3.1 Die bekanntest Stelle dafür ist das Passafest. Israel hatte den Tränenbecher der Sklaverei getrunken. Jetzt wollte der Herr sie aus Ägypten befreien.
Der Preis: Die Erstgeburt, das Erbe, musste ausgelöst werden. Für Israel wurde es das Passahlamm.
Und beim Mahl des Auszugs aus dem alten Leben sollten die Israeliten nicht mehr den betäubenden Schnaps Ägyptens trinken, sondern den Becher des Heils mit Wein als Zeichen himmlischer Freude. Keine irdische Frucht von Können oder Macht, sondern durch Gottes Geist bewirkt. Deswegen Wein. Denn auch der Wein entsteht aus Verwandlung der irdischen Frucht des Weinstocks, dem Saft, durch die Gärung zu Alkohol.
Und das alles konnten die Israeliten mit ihren Augen nicht sehen. Deswegen war der Kelch des Heils ein Becher der Hoffnung auf das, was noch kommt.
Im Passafest ist dies bei den Juden bis zum heutigen Tag festgehalten.

3.2 Und Jesus feiert Passah als ER daraus das Abendmahl macht. Auch IHM geht es um ein Himmelsgut. Nicht irdische Befreiung aus der Sklaverei Ägyptens, sondern ewige Befreiung aus der Sklaverei der Sünde. Der Preis: Jesus, das Opferlamm, löst uns aus: Das ist Mein Leib, für euch gegeben. Das ist Mein Blut, für euch vergossen. Trinket alle daraus. Der neue Bund in Seinem Blut. ER für mich - ich für IHN. Gottes Kind an Jesu Stelle. Ein neues göttliches Erbe ist mein.

3.3 Jetzt sind wir am Kern:
ER ist der neue Bund. ER ist im Kelch: Mein Blut für euch vergossen. ER ist der Kelch: Das ist Mein Blut.
Das ist keine irdische Tat. Das ist Verwandlung durch den lebendigen Gott, was bei der Erlösung mit uns geschieht. Deswegen als Zeichen dafür: Nicht Saft, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit, sondern die verwandelt Form davon: Wein.
Wie Jesus nicht von Josef kam, sondern vom Heiligen Geist gezeugt wurde, so ist auch der Saft vergoren zu Wein als Geist des Alkohols. Der Wein ist das Zeichen für den Heiligen Geist.
Himmelsfreude ist für uns da wie auch der Wein Zeichen der Freude hier auf Erden ist.
Ein Kelch der Hoffnung ist dieser Becher des Weins, weil vor Augen - auch bei Jesus - das Kreuz steht. Doch der Blick geht weiter. Der Herr trägt durch.

4. Tut dies zu meinem Gedächtnis, sagte Jesus. Woran sollen wir denken, wohin sollen unsere Gedanken gehen?

Heute ist der Kelch des Heils vor dem Thron des Vaters, wo Jesus ist, der Auferstandene. Wir werden mit ihm dorthin versetzt. So sagt es die Bibel oft: Euer Wandel ist im Himmel. Es ist die Himmelsspeiese, die ihr empfangt. Die Himmelsleiter ist das Bild für das Abendmahl. Wir werden versetzt an den Ort der Fürbitte vor Gottes Thron. Und Jesus sagt es selbst: ... bis ICH es neu mit euch trinken werde im Reich Meines Vaters. Die Wiederkunft macht es sichtbar, was jetzt verborgen bleibt. Wir werden auch mit dem Kelch des Heils versetzt in das Reich unseres himmlischen Vaters, vor Seinen Thron. Dort feiern wir das Fest mit Jesus neu. Und dann ohne Brot und Wein, die ja nur Zeichen sind.

5. An vielen Stellen ist in der Kirche in den letzten Jahren das Sakrament aus guten sozialen Gründen geändert worden. So nahm man Saft für Wein.

5.1 Man soll die Gründe gut respektieren. Doch man sollte die Elemente nicht wechseln. Sehen wir, welche Schätze uns verloren gehen, wenn wir in das Geheimnis des Glaubens eingreifen? ER ist in Brot und Wein.

5.2 Und wenn ich den Wein nicht trinken kann - andere können aus Allergiegründen Saft nicht vertragen - dann nehme ich den Kelch in die Hand, danke, und reiche ihn weiter. Der Herr wird mich auch damit segnen. ER weiß doch was ich kann und was nicht. Doch wenn ich etwas nicht vermag, dann soll ich nicht den Herrn ändern. ER ist doch in Brot und Wein.

5.3 In der katholischen Kirche hat man fast nur die Kommunion in einerlei Gestalt, nicht weil der Wein nicht zählte. Der Priester nimmt ihn stellvertretend für das ganze Gottesvolk. Hier hat im evangelischen Raum das Wissen um das Priestertum aller Gläubigen einen Riegel vorgeschoben. Ein jeder soll trinken. Doch gültig bleibt es stets, auch wenn ich nur das eine der zwei Elemente nehme.

5.4 Am Tisch des Herrn in der Ewigkeit wird einmal alles licht und hell sein. Auf diesen Tag hin leben wir und empfangen IHN den Herrn schon jetzt. Der Herr erbarme sich über uns.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)