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zum Sonntag Laetare von
Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 21. März 2004, Laetare

Trost

3 Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes. 4 Er tröstet uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir von Gott getröstet werden. 5 Wie uns nämlich die Leiden Christi überreich zuteil geworden sind, so wird uns durch Christus auch überreicher Trost zuteil. 6 Sind wir aber in Not, so ist es zu eurem Trost und Heil, und werden wir getröstet, so geschieht auch das zu eurem Trost; er wird wirksam, wenn ihr geduldig die gleichen Leiden ertragt, die auch wir ertragen. 7 Unsere Hoffnung für euch ist unerschütterlich; wir sind sicher, dass ihr mit uns nicht nur an den Leiden teilhabt, sondern auch am Trost.

2. Korinther 1, 3-7


... Er tröstet uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind ... (4)

Liebe Gemeinde!

01. Wir lieben programmatische Worte. Wenn schlimme Dinge passieren wie in unseren Tagen, dann sind die Münder voll davon. Politiker und Kommentatoren fordern: Taten wollen wir sehen.
Unser heutiges Wort stimmt nicht in diesen Chor ein. Es ist ein stiller Beitrag. Man könnte sagen, es stammt aus der Hausapotheke des Glaubens. Man zeigt es nicht sofort, aber jeder sollte es haben.
Es ist schon merkwürdig, dass Paulus damit den 2. Korintherbrief beginnt. Kein programmatischer Anfang. Wer zeigt schon beim Vorstellen seiner Wohnung als erstes den Verbandskasten? Paulus tut es. Warum?

02. In unserem Leben haben wir genug Blessuren bekommen. Wir wissen, was Verletzungen sind - innere und äußere. Deswegen ist klar, wer alt genug ist weiß, warum die Menschen noch froh in den Tag leben können, die wissen was Trost ist. Ungetröstete Menschen sind bitter. Man sieht es an den Augen und spürt es an der Ausstrahlung. Nur der Getröstete bleibt im Herzen warm, denn es ist kalt genug um uns herum trotz warmer Sonne.

03. Das ist auch in der Kirche nicht anders. Außenstehende meinen, in den Kirchen sei heile Welt. Sie wollen es glauben, damit nicht alles vergeblich erscheint. Doch Insider wissen: Man kann innerhalb der Kirche schneller vom Glauben abfallen als ihn finden. Und wer in der Kirche arbeitet muss in der Regel einen doppelt festen Glauben haben, um nicht zu verzweifeln. Ohne Trost läuft nichts.

04. So entpuppt sich Paulus mal wieder als ein echter Kenner der Szene. Bevor er überhaupt irgendetwas als alter Hase anspricht redet er vom Trost. Gottes Trost ist das erste. Den soll ich mit mir tragen und aus ihm soll ich leben.
Schauen wir also mit Paulus auf das, was Gottes Trost für uns ist.

1.0 Könnten Sie beschreiben wie sich Trost anfühlt?
Trost ist weich wie ein Kissen,
warm wie eine Decke,
wir sind geborgen wie in Armen, die uns halten,
wir entspannen, weil Frieden uns umgibt.
Wie fühlt sich bei Ihnen Trost an?

1.1 Lebendiger Glaube an Jesus hat vieles damit gemein. Er beginnt damit. Jesus lebt und ist jetzt für mich da. Und Seine Gegenwart tut mir gut.
ER ist mit Seiner Anerkennung weich wie ein Kissen.
Seine Gegenwart ist über mir wie eine Decke.
Seine Arme bergen mich. Ich bin gehalten.
Über mir spannt sich ein Zelt Seines Friedens.
Wie fühlt es sich an bei Ihnen, wenn lebendiger Glaube durch Sie strömt? Wie empfinden Sie, wenn Sie sich bewusst machen: Ich gehöre Gott ganz. Ich bin Sein Kind?
Lebendiger Glaube ist im Kern eine Erfahrung des Trostes. Es ist eine wunderbare Erfahrung für den Keller unseres Herzens. Wenn der eine Schimmelkammer ist, mag das Wohnzimmer gut sein. Doch es bleibt immer feucht und kalt. Doch wenn es unten stimmt - wie schön ist es dann im ganzen Haus des Lebens.

1.2 Ich sollte noch eine Voraussetzung nennen, die für eine solche Wahrnehmung wichtig ist. Trost und lebendigen Glauben muss ich suchen. Erst dann fallen sie vom Himmel und werden mir zuteil.
Wer skeptisch abwartet: ob ich wohl noch einmal getröstet werde? bleibt wohl immer ungetröstet. Wer sich der Sonne nicht aussetzt wird nicht braun.
Nur wer sich nach Trost sehnt und zugreift wird getröstet. Nur wer Vergebung will und annimmt wird den Trost der Entlastung erfahren. Nur wer Leid nicht verdrängt und Gott hinhält wird den Trost erfahren, so dass die Qual die Dominanz verliert.
Nichts habe ich bei solchen Erfahrungen im Griff. Ich bleibe Bittsteller. Was ich gestern hatte muss ich heute neu erbeten. Trost bleibt Geschenk.

1.3 Wie wichtig dieses Thema ist sehen wir daran, dass wir eine Menge an Alternativen geschaffen haben. Wenn Trost fehlt sind wir Weltmeister im Erfinden von vielen kleinen Trösterchen. Die Annehmlichkeiten und der Luxus unseres Lebens erfüllen oft diese Funktion. Wir trösten uns mit ihnen. Wir brauchen sie, sonst sind wir fertig. Und wir brauchen sie immer wieder, sonst sind wir nicht zufrieden. Sie machen unser Leben nicht schöner, sondern machen, dass es überhaupt noch schön ist. Doch tiefer Trost entsteht so nicht.

1.4 Es klingt schlicht ist aber wahr: ER, Jesus, ist immer für Sie da. Wenn Sie IHN brauchen umgibt Sie Seine Gegenwart. Sein Trost reicht tief in unser Leben hinein.
Probieren Sie doch mal vor einer Stressattacke, die Sie mit einer Tablette und einem Drink abfangen, zu IHM zu beten: Herr, Du bist groß. Hilf mir und steh mir bei.
Testen Sie doch mal vor einem wunderbaren Essen, das Sie nötig haben, das Tischgebet mit dem Dank an IHN und der Bitte um Entlastung.
Versuchen Sie doch mal vor der Erwiderung im Streit, vor IHM für sich und den anderen zu bitten: Herr gib mir das rechte Wort, um mir und ihm zu helfen. Die Sekunde vor dem Absturz, vor dem Crash, vor dem Streit ist immer noch der Augenblick für den Trost vom Himmel. Was dann kommt, wenn Sie mit IHM rechnen, wird anders sein.

1.5 Getröstete Menschen sind offensichtlich Mangelware auf dieser Erde. Paulus weiß darum. Und er weiß um die Signalwirkung getrösteter Menschen. Es ist ein großer Unterschied ob bei uns das Feuer der Trostlosigkeit zehrt, oder das Licht des Trostes leuchtet.
Getröstete Menschen sind für andere ein Trost ohne dass sie ein Wort gesprochen haben. Ihre Gegenwart unterbricht innerlich das Einerlei. Am Ende ist mehr Mut da. Sie rutschen nicht mit in das schwarze Loch innerer Armut. Trost ist eine Säule, die das eigene Leben und das der anderen trägt, so dass Größe, Weite und Höhe entstehen können wie in einer Kathedrale.
Bevor Paulus also über anstehende Fragen, Aufgaben, Schwierigkeiten redet klärt er das Wichtigste zu Beginn: Bist du ein getrösteter Mensch? Kannst Du Trostlosigkeit vor den Herrn tragen und Seinen Trost erbitten? Hast Du Deine Tränen geweint und hast Du für Dein Herz Trost vom Herrn gefunden?

1.6 Ob Gott uns dafür gebraucht, solche Menschen zu sein?
Christen wissen, dass ein solcher Lebensstil nur in der inneren Nähe zum Herrn zu leben ist. Jeder Herzschlag mit IHM, jeder Gedanke in IHM geprüft, jede Regung vor IHM ausgebreitet. Nie ohne IHN. Denn ER ist die Quelle des Trostes.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)