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zum Karfreitag von
Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 9. April 2004, Karfreitag

Stellvertretung - ER für uns

14 Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben. 15 Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde. 16 Also schätzen wir von jetzt an niemand mehr nur nach menschlichen Maßstäben ein; auch wenn wir früher Christus nach menschlichen Maßstäben eingeschätzt haben, jetzt schätzen wir ihn nicht mehr so ein. 17 Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. 18 Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat. 19 Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung (zur Verkündigung) anvertraute. 20 Wir sind also Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! 21 Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

2. Korinther 5, 14b-21


... ist jemand in Christus, dann ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden (17).

Liebe Gemeinde!

1.1 Keine Szene der abendländischen Kultur ist so häufig dargestellt worden wie die Kreuzigung Jesu. Tausendfach ist das Kreuz eingegangen in Kunst, Literatur, Architektur. Es ist zusammen mit dem moslemischen Kopftuch der Frauen Streitsymbol als öffentliches Zeichen vor Gericht. Als der Funkturm in Ostberlin, der lange Alex, fertig gestellt war, geriet das funkelnde Kreuz des sich brechenden Sonnenlichtes auf der runden Kugel für den atheistischen Staat zu einem echten Ärgernis, weil es als Wahrzeichen über Ost Berlin überall zu sehen war. Unzählige Male hängt das Kreuz als Schmuck an Silber- oder Goldkettchen, wie oft allein bei uns hier.

1.2 Doch wie viele Menschen kennen die Botschaft des Kreuzes und verstehen sie?
Das Kreuz ist die Wende der Welt und des eigenen Lebens. Doch, was hat sich eigentlich gewendet? Oder etwas persönlicher formuliert: Wissen Sie, was es bedeutet, wenn Christen sagen: mein Bekehrung fand unter dem Kreuz statt?

1.3 Wir sollten als Christen das Geheimnis unseres Namensträgers Christus kennen. Und Sein Kreuz gehört zweifellos zentral dazu.
Wäre Weihnachten nicht - gäbe es IHN nicht hier auf Erden. ER wäre nicht geboren.
Wäre Ostern nicht - gäbe es IHN auch nicht mehr hier. ER wäre nicht auferstanden. Wie viele "osternlose" Christen gibt es auf Erden.
Wäre Karfreitag nicht - gäbe es, ja was nicht? Man könnte sagen: Jesus hätte Glück gehabt. Vielleicht wäre ER eines natürlichen Todes gestorben, eine für IHN sympathische Perspektive. Aber was wäre anders? Was würde fehlen?

2.1 Unser Bibeltext gibt eine klare Antwort.
Weihnachten ist Christus geboren. Karfreitag sind die Christen geboren. Sein Tod ist unser Leben.
Ohne Sein Kreuz keine Erlösung von unserem Kreuz.
Ohne Sein Ende kein Anfang für uns, wenn wir am Ende sind.
Ohne Sein Sterben für uns kein Leben im Glauben.
Zu Beginn hat das von den Jüngern keiner verstanden, obwohl Jesus es offen zuvor gesagt hatte: Der Menschensohn ... gibt Sein Leben zu einer Bezahlung für viele (Markus 10, 45).
Verstanden haben sie es erst als ER wieder auferstanden war und es selbst in ihren Herzen warm machte, was sie im Kopf noch wussten. So ist das bis heute geblieben. ER selbst macht Sein Kreuz groß.

2.2 Was aber ist die große Botschaft Seines Kreuzes?
Sie ist nicht: Du musst erstens auch möglichst viel leiden. Dann sollst Du zweitens dabei ein guter Mensch sein. Und Du sollst drittens dabei Gott vertrauen. Du sollst also sein wie Jesus. Wenn Du das hinkriegst wirst Du auch auferweckt. - Wer bekommt das hin?
Nein. Die Botschaft vom Kreuz ist anders.
Nimm, was ICH tat, auch für Dich an. Lege Dein Leiden in Mein Leiden. Nimm Meine Güte für alles, wo Güte mangelt. Nimm Mein Gottvertrauen für alle Gottverlassenheit in Dir und anderen. Nimm was ICH tat für Dich. Dann wirst Du leben.
Mein Kreuz ist dann Deine Qualifikation vor Gott und für Dich.
ICH tat es für Dich. Das ist Jesu Stellvertretung.

2.3 Jesu Kreuz ist einmalig. Aber es ist allgemeingültig. Für jeden ist es der Zugang vor Gott zu sein wie Jesus. Durch das Kreuz bin ich Sein Kind, obwohl ich es von mir aus bestimmt nicht wäre.
Wer die Botschaft von Jesu Kreuz für sich annimmt hat sein Leben unter dem Kreuz bekehrt, umgedreht, verwandelt, ist in den Augen Gottes neu.
Deswegen ist Sein Kreuz mein Leben aus Gott.


3.1 Jetzt könne wir auch die Details der Passionsgeschichte verstehen. Es sind Spiegelbilder unserer Verlorenheit, die ER auf sich nahm.
Es ist keine Leidensverherrlichung, kein verzweifelter Realismus: Auch so schrecklich was es schon immer.
Es sind Beispiele für das, was noch von der Liebe Gottes verwandelt, getragen, aufgehoben, vergeben, erlöst werden soll. Beispiele für uns, was in der Erlösung alles Platz haben kann, Hoffnungszeichen.
Deswegen lieben Christen das Kreuz. Sie lieben nicht das Folterinstrument, was es darstellt. Sie lieben die Liebe Gottes, die selbst diese Grausamkeit überwindet. Sie lieben, dass der Teufel am Kreuz besiegt ist.

3.2 Paulus war tief im jüdischen Gesetz verankert. Die drei typischen Dimensionen des Lebens - die Soziale, die Göttliche, die Kosmische - welche Maßstäbe zählten dort? Seine Antwort fällt klar aus. Das Kreuz hat alles verwandelt.
Im Miteinander gilt: "Also schätzen wir von jetzt an niemand mehr nur nach menschlichen Maßstäben ein ..." (16) "Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung" (17). So können wir mit uns und anderen umgehen.
Beim Gottesbild gilt: "Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung (zur Verkündigung) anvertraute" (19). Das ist das Bild von Gott gegen alle möglichen anderen dunklen Seiten, an das wir uns halten können.
Grundsätzlich gilt für diesen Kosmos: "Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden (17). Was für eine Hoffnung!


4. Sie tragen auch als Christ das Kreuz Jesu? Dann tragen Sie ein Siegel, ein Siegel ihrer Geburtsurkunde zum Gotteskind.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)