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zum Ostersonntag von
Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 11. April 2004, Ostersonntag

Auferstehung - ER lebt

1 Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. 2 Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? 3 Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, 4 und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, 5 und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. 6 Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. 7 Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. 8 Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der «Missgeburt». 9 Denn ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. 10 Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. 11 Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

1. Korinther 15, 1-11


ER ist am dritten Tag auferweckt worden ...(4).

Liebe Gemeinde!

1.1 Es ist merkwürdig wie unterschiedlich wir die Anteilnahme von Menschen erleben.
Da ist ein Missgeschick. Wir haben die ganze Nacht nicht geschlafen vor Zahnschmerzen. "Das ist aber schlimm", sagt jemand. Und wir erleben das als Trost. Und bei jemand anderem, der die gleichen Worte sagt, spüren wir: Der hat in seinem Leben noch nie Zahnschmerzen gehabt. Und es folgt auch prompt der bestätigende Satz: "Ich kann immer gut schlafen." Was bleibt ist Ärger.
Was ist der Unterschied? Der eine weiß, wovon wir reden, der andere nicht.
Manches muss man eben selbst erlebt haben. So ist das wohl mit durchwachten Nächten, Ehekrächen, Tod, Kindersorgen, Hunger, Krankheit, seelischen Nöten.

1.2 So ist das auch mit dem Auferstandenen. IHN muss man auch erlebt haben, sonst weiß man nicht wovon geredet wird.
Der Paulus scheint das bei den Christen in Korinth gemeint zu haben, wenn er die Auferstehung ansprach. Natürlich glaubten sie an die Auferstehung. Natürlich wussten sie von dem Leben der Verstorbenen. Natürlich gaben sie Zeugnis von dem Auferstehungsleben. Alles stimmte. Und doch fehlte da etwas. Paulus roch das mit seiner geistlichen Nase.
Die Worte sind da, doch es fehlt der Nachklang und Tiefgang. Es ist richtig, doch ohne Kraft und Glanz. Es ist wie ein Rezepttext, doch es fehlt der Bratenduft des wirklichen Essens.
Was würde Paulus wohl bei uns spüren? Merken wir was er meint?

2.1 Dann deckt Paulus auf, was fehlt: Euch fehlt Jesus selbst, der Auferstandene. ER ist nicht lebendig da. Ihr habt zwischen IHN und euch eine Idee von IHM gehängt. Es gibt 1000 Arten, dem Auferstandenen aus dem Weg zu gehen. Jeder hat in seinem Leben eine andere Begründung.

2.2 Die Begründung der Korinther war sehr prägnant und fromm.
Die damalige Zeit war von esoterischem Erleben so durchdrungen, dass Jenseitsglaube zum Alltag gehörte. Ich will es mal so sagen: Der Weißmacher der Kochwäsche ließ sich ohne Probleme mit lichten Weiß von Engeln erläutern, das man so in seine T-Shirts einfängt. Das fand jeder normal.
Bei der Auferstehung Jesu hielt man nun das Göttliche des neuen Lebens an Jesus für so alltäglich und stark, dass Jesus bestimmt den Tod gar nicht echt erfahren hat. Die Passion hat ER im himmlischen Gummianzug durchlebt, die Auferstehung war nur, dass ER den dann ausgezogen hat und Sein wahres Gesicht gezeigt hat. Eigentlich war ER nicht richtig tot und eigentlich ist ER auch nicht richtig zum neuen Leben gekommen. ER war immer schon lichter Geist.
Das Reden von der Auferstehung war die Idee, dass es mit Jesus irgendwie weiterging. Richtig Neues war es nicht. Und richtig Neues geht auch nicht davon aus.

3.1 Hier stinkt es nach Paulus. Und er greift ein.
Wer Jesus so in seine Idee einspannt, der erfährt auch nur die Bestätigung seiner Idee. Jesus bleibt tot. Dabei meint die Auferstehung viel Größeres. Jesus, der Auferstandene ist wirklich da.
ER ist der lebendige Begleiter unseres Lebens geworden. ER sagt uns täglich neu: ICH bin bei euch alle Tage bis an der Ende dieser Welt.
ER ist der Tröster, wenn es durch finstere Zeiten geht.
ER ist der Heiland, der gelitten hat für unsere Sünde und alles, was uns von Gott trennt.
ER ist der Sieger, der durch das Totenreich gegangen ist, um uns der Macht des Todes zu entreißen. Auf uns wartet ein Leben vor dem Angesicht Gottes.
ER ist der Erste der neuen Schöpfung, die Gott für uns alle bereitet, wo kein Leid und kein Geschrei mehr sein wird und alle Tränen abgewischt werden.
ER ist der, der uns mit allem diesem segnet in der Kraft Seines Heiligen Geistes.
ER selbst ist da, nicht nur ein Schema neben vielen anderen, die wir in unserem Leben kennen.

3.2 Weil Jesus wirklich lebt können wir heute zu IHM beten und heute mit einer echten Antwort rechnen.
Weil Jesus auferstanden ist, ist ER hier und kann heute unseren Glauben erfrischen und erfüllen und stärken.
Weil Jesus Frieden mit Gott gemacht hat spüren wir Seine lebendige Gegenwart als Frieden, der unser Herz erfüllt.
Weil Jesus für unsere Sünde gestorben ist am Kreuz, können wir unsere Kreuze an Sein Kreuz bringen. Und das Gebet: Herr, nimm es auf Dich! - es ist kein leeres Reden.
Ein Schema tröstet nicht. Jesus tröstet. Ein Schema besingt man nicht. Jesus singen wir Lieder.

4.1 Paulus erläutert dies alles, indem er auf Beweise verzichtet. Er nennt vielmehr schlicht die Namen der Leute, denen Jesus begegnet ist. Wohlgemerkt, er zitiert nicht ihre Gedanken darüber. Und sich selbst reiht er auch in den Kreis der Leute ein.
Das ist sehr tröstlich. Schließlich war Paulus noch lange kein Christ als Jesus zu Ostern auferstand. Viel später ist er IHM begegnet.
Der Auferstandene hat Sein Ostern nicht auf ein Datum in der Vergangenheit beschränkt. Bis zum heutigen Tag merken Menschen: ER lebt. ER geht mit mir. Und sie antworten mit ihrem Glauben: Dann will auch ich IHM folgen.

4.2 Das ist Ostern. Im eigenen Leben mache ich neu fest: Du Herr lebst. Du lebst mit mir. Und ich will auch mit Dir den Weg meines Lebens gehen.
Der Herr und mit IHM der ganze Himmel freuen sich, wenn wir uns darüber freuen.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)