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zum Sonntag Jubilate von
Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 2. Mai 2004, Jubilate

Unser Glaube ist der Sieg

1 Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, stammt von Gott, und jeder, der den Vater liebt, liebt auch den, der von ihm stammt. 2 Wir erkennen, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen. 3 Denn die Liebe zu Gott besteht darin, dass wir seine Gebote halten. Seine Gebote sind nicht schwer. 4 Denn alles, was von Gott stammt, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube.

1. Johannes 5, 1-4


Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (4)

Liebe Gemeinde!

1. Ein inneres Geheimnis im Leben kann schön und schwer sein. Denken Sie, sie wissen um einen schönen Gewinn oder eine erfreuliche Schwangerschaft oder ein anderes Glück. Kein anderer neben Ihnen weiß das. Es ist nicht einfach, dann den Mund zu halten.

Aber es kann auch schwer sein, etwas zu tragen was keiner weiß. Sie wird sterben. Diese Ehe ist kaputt. Mein Kind ist krank. Keiner weiß das neben Ihnen, und Sie dürfen es auch nicht sagen.
Tragen wir nicht alle solche Lasten? Manche opfern innerlich Ihr Leben, um das verborgene Wissen ihrer Familien zu tragen.

2. Als Christen tragen wir ein inneres Geheimnis in unserem Leben. Manchmal ist es zum Heulen, dass ich es mit den mir nächsten Menschen nicht teilen kann. Und oft ist es die Quelle der reinsten Freude, die mich singen lässt.
Worin besteht das innere Geheimnis der Christen?

3. Ich erinnere mich an eine Vorstellung auf einer Jugendfreizeit. Einer der Mitarbeitenden, etwa 18 Jahre alt, sagte: Ich bin jetzt 4 Jahre alt. - Alles lacht. Er sagte: Geboren wurde ich vor 4 Jahren, als ich neu mein Leben von Jesus her annahm.

Wer glaubt, dass Jesus Christus, der Retter, ist, der ist von Gott geboren wie es auch der Johannesbrief formuliert. Ich bin nicht nur Kind meiner Eltern, als Christ bin ich auch aus Gott.
Im Bild gesprochen ist die Entbindungsstation meines Glaubenslebens das Taufbecken.
Meine Mutter ist Gott, mein Vater im Glauben ist der Heilige Geist, wie es bei Jesus war.
Die Geburtshelfer und Hebammen sind Jesus und Seine Mitarbeitenden.

Dieses Glaubensleben habe ich zusammen mit meinem natürlichen Leben: "unvermischt und ungetrennt" wie es im Glaubensbekenntnis Nicänum heißt. Auch bei Jesus konnte man Göttliches und Menschliches nicht trennen. Ebenso besteht in Seinem Wort eine sakramentale Einheit von Wort Gottes und Menschenwort. Zwei Lichter mischen sich so, dass ich nie weiß, wo das eine anfängt und das andere aufhört.
Wie es wohl aussieht, wenn man einmal alles von uns sieht und nicht nur Anteile unseres natürlichen äußeren Lebens.

4. Dreierlei spricht Johannes in unserem Textwort an, was für Christen typisch ist. Was in uns verborgen ruht wird später offenbar. Sehen wir uns diese drei Dinge an.

5. Die Geschwisterliebe - als Jesusliebe.
"Wer Den liebt, Der ihn geboren hat - Gott - , der liebt auch den, der von Ihm geboren ist - Christen - ." (1)
5.1 Da gibt es die wunderbare Erfahrung. Ein Christ - der andere auch ein Christ. Ein gegenseitiges Erkennen ist da. Wie schön! Dabei weiß man nichts voneinander, kennt nicht die Geschichte des anderen, weiß auch nicht von Einzelheiten und Lebenssituationen. IHM gehören vereint. Jesus ist auch im anderen lebendig. Es gibt eine geistliche Verwandtschaft.

5.2 Doch es gibt auch das andere: Ein Christ - ein Christ. Ach du Schreck! Christen haben eben nicht die gleiche Frisur und Denkstruktur.

5.3 Johannes weiß offensichtlich um beides. Er spricht deshalb auch nicht von Sympathie, sondern von Liebe: Ich achte in dir Jesus, der auch mein Herr ist. Ich diene bei dir Jesus, dem ich auch gehöre. Es tröstet zu wissen: Geschwister sucht man sich nicht aus. Man hat sie.

6. Die Gottesliebe - als Gehorsam.
"... wenn wir Gott lieben ..." (2)
6.1 Die Weise, Gott zu lieben, ist unermesslich. Sie reicht von der Verehrung der Natur bis zum Kampf um gerechtes Leben. Wie lieben Sie Gott? Hat ER in Ihrer täglichen Dankbarkeit einen Platz?

6.2 Johannes greift einen Punkt heraus, den wir als erstes bestimmt nicht sehen würden: Den Gehorsam. Es heißt: "... wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen" (2). Gott lieben durch Gehorsam IHM gegenüber. Was ist Gehorsam für eine Liebe?
Gehorsam ist Liebe mit dem Willen. Ich sage: Herr, Dein Wille geschehe. Ich füge mich IHM. Ich beuge mich IHM. Wer das freiwillig tut, der ist Gott sehr nah.

6.3 Gott gehorsame Menschen sind aufrecht, denn sie sind demütig vor ihrem Herrn. Für Menschen mit schwachem Willen ist das eine unglaubliche Hilfe zur Stärkung. Und für Menschen mit starkem Willen ist das eine unglaubliche Veredelung ihres Herzens. Es formt den Geist. Gehorsam ist besser als Opfer, sagt die Bibel. Gehorsam ist Opfer des Willens.

7. Die Glaubensliebe - als Sieg über die Welt
"... unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat." (4)
7.1 Was lieben wir eigentlich an unserem Glauben? Den Katechismus, wie wir früher konfirmiert wurden, was wir für vertraute alte oder moderne neue Lieder singen? Die evangelische Atmosphäre, was immer das ist? Es ist gut, wenn wir uns darüber klar Rechenschaft geben.

7.2 Doch wir müssen klar sehen: Das Natürliche vergeht. Nur das Geistliche bleibt.
Der Sieg unseres Glaubens liegt nicht in unserer Konfession, unserem Glaubensstil, nicht in unserer Prägung. Er liegt ganz allein darin, dass Jesus Sieger ist. ER steht am Ausgang unseres Lebenskampfes, um uns aufzurichten. ER steht am Ausgang dieser Weltzeit, um uns zu sich zu ziehen. Nicht unser Können, Sein Können macht es.
Der Glaube ist der Sieg, weil ER der Sieger ist. Und der Widersacher weiß das schon heute.

7.3 Wenn wir das an unserem Glauben lieben würden: Jesus ist der Herr - auch darüber und darüber und darüber. Wenn uns das ermutigen würde in unserer Perspektive. Unser Glaube würde Siegeskräfte entfalten und wir würden ihn nicht als Heimatverein, sondern als Weg zum Überwinden lieben.

8. Dieses Geheimnis lebt in jedem Christen. Tragen wir es - als Last und als Freude.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)