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zum Sonntag Exaudi von
Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 22. Mai 2004, Exaudi

Fülle in Gott

13 Deshalb bitte ich euch, nicht wegen der Leiden zu verzagen, die ich für euch ertrage, denn sie sind euer Ruhm. 14 Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15 nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird, 16 und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt (1). 17 Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen (2). In der Liebe verwurzelt (3) und auf sie gegründet, 18 sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen 19 und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. 20 Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können, 21 er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.

Epheser 3, 13-21


Liebe Gemeinde!

1. Was ist ein Baby, was satt ist? Ein Wonneproppen! Der friedliche Mittelpunkt einer Welt.
Eltern wissen wohl: Gleich kann der Sturm der Blähung losbrechen. Es beginnt dann die Eroberung des Wohnzimmers oder bei der Taufe die der Kirche. Doch bis dahin ist füllt Sattsein nicht nur den Bauch, sondern auch die Seele.

2. Wir wissen: Wer nicht satt war kann nicht satt machen. Unseren Hunger nehmen wir mit und teilen ihn bedauerlicherweise auch immer wieder aus. Unsere Biografien spiegeln das wieder.

3. Unser Text spricht auch vom Sattsein, Sattsein in Gott, von der Fülle Gottes erfüllt. So etwas gibt es: Satten Glauben.
Und unser Text nennt das sogar als typisch für die Kirche, die Gott verherrlicht (Vers 24).
Das ist dem Leben abgeschaut. Wann strahlen die Eltern? Wenn die Kinder zufrieden sind.
Wann strahlt eine Kirche? Wenn die Glaubenden satt sind in Gott.

4. Darum geht es heute: Von der Fülle Gottes erfüllt werden?
4.1 Wer die Wüstenstrecken des Glaubens kennt, vielleicht mitten drin ist, weiß um die innere Leere. Fülle Gottes ist das Ziel, nicht Dürre.
4.2 Wer kirchlichen Knatsch kennt, der weiß wie nötig Trost. Doch wo ihn finden? Nur aus der Fülle Gottes kommt er.
4.3 Wer in Leitungsaufgaben steht und selbst verantwortlich mitarbeitet kennt die Frage: Woher auf Dauer nehmen, was man gibt? Wie viele sind leergebrannt in Führungsaufgaben.
Meine Beobachtung: Idealismus hält bei einer Aufgabe 7 Jahre. Weitere 7 Jahre werden durch gute Gewohnheiten bewältigt. Und in den dritten 7 Jahren bricht häufig vieles zusammen, Ehen, Engagements, Lebensziele. Und dann? Wie weiter machen ohne zynisch oder nur als Kopie der eigenen Lebendigkeit leben?
4.4 Aus der Fülle Gottes schöpfen macht reich, selbst und andere. Wie kommt sie und wodurch entsteht sie? Drei Dinge greife ich aus unserem Text heraus.

5. (16) ER möge euch ... Schenken, dass ihr in eurem Inneren durch Seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt.
5.1 Das ist wirklich ein Unterschied. Da ist ein Krach und was ist die Lösung? Ich weiß es auch nicht. Kräche mit Lösung sind ja eigentlich keine. Aber jetzt gibt es im Glauben zwei Möglichkeiten. Die eine: Es hilft nichts. Und die andere: DU, Herr, wirst helfen. Es ist auch Dein Problem, was ich hier habe, denn DU bist in mir. Ich gehöre Dir. Aus dieser Hoffnung entsteht die neue Null Situation zu einer neuen Entscheidung. Den Herrn da mit hineinnehmen. Mit IHM von Innen her es machen.
... Im Inneren durch Seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmen ... (16).
5.2 Himmelfahrt liegt als Fest der Kirche hinter uns. Wir erinnern uns als Christen daran, dass Jesus als Herr zur Rechten Seines himmlischen Vaters ist. Das heißt nicht, dass Jesus weg ist, sondern vielmehr, dass was bei Gott ist auch für uns gilt. Mit ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Damit bin ich bei euch. Mit dieser Verheißung werdet mutig und stark.

Die Kraft und Stärke Jesu heranlassen an unsere Ohnmacht und Schwäche, das ist das Geheimnis der Fülle Gottes.

6. (17) Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen.
Das beschreibt die Lebensübergabe an Jesus Christus.
ER, der Auferstandene lebt. Ich kenne IHN. Das verwandelt oft ein Leben. Doch dann: Wie viel bestimmst Du von mir?
Wir können uns das am Bild vom Haus unseres Lebens deutlich machen. Gott ist wie der Gast vor unserer Haustür. Darf ER eintreten? Bei vielen ist Gott draußen vor der Tür.
Doch wenn ich IHN in mein Leben hineinlasse und mich echt auf IHN und Seine Maßstäbe einlasse: Heute Abend gehst DU wieder, bitte. Ein Gast bleibt ein Gast. Die Bibel spricht davon, dass ER bei mir wohnt: Herr, komm in mir wohnen. ER ist Herr in meinem Haus.
Dieser Schritt führt in die Gewissheit des Glaubens. Jesus ist dann nicht nur in uns, sondern wir sind bei IHM zu Hause. Der lebendige Umgang mit IHM folgt daraus. Sündenerkenntnis und Vergebung, Ruhe und Frieden mit IHM, Freude und Aufregung über Seine Gegenwart: ER ist da.

Die Gegenwart Jesu in das eigene Leben hineinlassen, das ist ein weiteres Stück des Geheimnisses der Fülle Gottes.

7. (17) In der Liebe verwurzelt ...
Glaubenskraft und Jesusgewissheit sind oft so erdrückend bei Christen zu erleben. Warum eigentlich? Sie sind verwurzelt in Rechthaberei und eigener Macht.
Seid verwurzelt in Liebe, sagt uns das Bibelwort. Ich kann es auch anders sagen: Gott gibt uns Seine Fülle gerne, freiwillig. Es macht Freude, in Seinem Beet zu wachsen. Der Boden ist Seine Liebe zu uns, nicht eine Erpressung.
Wie viel Frömmigkeit wächst auf dem Boden der Angst - und sie verdirbt. Wie viele Menschen haben mit Gott angefangen und aufgehört, weil sie an Menschen scheiterten, wo nicht zu spüren war, dass sie in Liebe eingepflanzt sind.

In Jesus seine Glaubenswurzeln haben heißt in Liebe verwurzelt sein. Das ist ein weiteres Geheimnis der Fülle Gottes.

8. Unsere Worte sind an die Christen der Gemeinde in Ephesus geschrieben, dieser wunderschönen und interessanten Stadt der alten Welt. Es ist interessant darauf zu achten, wie unserer Text anfängt. Es heißt: (14) Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, ... (16) und bitte ... .

Wissen Sie, was diese Worte in Ephesus bedeuteten? Sie stammen aus der Sexsprache. 'Ich beuge meine Knie' war die Einleitung für die Huldigung der Schönheitsgöttin: Groß ist die Diana von Ephesus! Wie die Huldigung dann auch aussah, es ging um die tiefere Erfüllung durch sie.

Diese Geste greift das Bibelwort auf. Es gibt eine weit tiefere Erfüllung als die von Ephesus. Es gibt die Fülle in Christus. Vor ihr beuge ich mich. In Seinem Namen bitte ich, sagt unser Text, damit die Fülle Gottes satt macht.
Was für eine Perspektive.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)