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zur Konfirmation
am Pfingstsonntag von
Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 30. Mai 2004, Pfingsten

Konfirmation von 9 Jugendlichen

(1) Als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. (2) Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

Apsotelgeschichte 2, 1-2


Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
liebe Eltern, Paten, Angehörige und Freunde, liebe Gemeinde!

1.1 Jetzt brennen also Eure Kerzen. Ihr habt sie heute entzündet und beim Einzug in die Kirche gebracht. Jetzt stehen sie hier auf dem Altar. Sie sind ein Zeichen für Euch.

1.2 Diese Kerzen habt Ihr selbst gestaltet. Als wir das taten, hat jeder das auf seine Art getan. Und weil keiner von uns dem anderen gleicht sind sie auch recht unterschiedlich geworden. So unterschiedlich, wie ihr alle nun mal sind. Wir haben das in der Zeit unserer Jugendnachmittage gemerkt. Und doch: Es sind alle Kerzen. Und alle brennen.

1.3 Es ist ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich wir in der Kirche sind. Und doch lebt in uns der eine Gott, dem wir gehören. Es zeigt: Dein Glaube mag groß, klein, dick, dünn sein. Es gibt nur ein Licht, das leuchtet. Und dies ist bei jedem, bei mir, bei Dir, bei Ihnen gleich. Es gibt nicht zwei Heilige Geister. Wie unterschiedlich Petrus, Johannes oder Paulus auch waren. Es gibt nur einen Jesus, der auferstanden lebt. Bei uns ist das nicht anders. In Gott sind wir eins.

1.4 Ich spreche das an, weil es zur Überwindung eines Vorurteils wichtig ist. Es heißt im Volksmund, dass man oft nicht in die Kirche hinein, sondern aus der Kirche heraus konfirmiert wird. Im Klartext: Nach der Konfirmation sind viele Menschen Jahre und Jahrzehnte nicht mehr hingegangen. Dass man dazu das Recht hat, ist klar. Doch oftmals sind es andere Gründe: Der Pastor hat mir nicht gefallen. Oder wenn doch, dann hätte er das und das aber nicht zu mir sagen dürfen. Erfindet einen Grund. Es gibt immer einen.

1.5 Wenn es uns so geht, haben wir den ersten Punkt nicht klar. Es ist nicht mein Licht, was bei Euch entzündet wird. Es ist auch nicht Euer Licht. Es ist zwar Eure Kerze. Doch das Licht ist von Gott.
Sucht Menschen, in denen Ihr Gottes Licht seht, und haltet Euch nicht daran auf, ob ihre Kerze dick, dünn, groß, klein oder sonst wie ist. Sonst geht ihr wirklich nur noch zu seltenen Anlässen in die Kirche und werdet dann bestimmt etwas finden, um wieder weg zu bleiben. Sucht das Licht. Sucht nach Christen, in denen es brennt. Und die lassen sich auch in der Kirche finden.


2.1 Wer das Licht ist, haben wir eben schon gesagt: Keiner von uns Menschen. Es ist nicht unser Lebenslicht, das haben wir auch noch. Dieses Licht hier geht mit dem Tod nicht aus. Es ist das Glaubenslicht. Was ich jetzt sage wissen die Konfirmanden, ich hoffe es jedenfalls.

2.2 Warum brennen eigentlich in der Kirche Lichter, obwohl es hell ist? Die könnte man sich doch sparen.
Man könnte es im Hinblick auf die Helligkeit. So geht es auch vielen Menschen. Sie sparen sich die Erfahrung der Gegenwart Gottes, weil sie alles haben, was für sie zum Leben gehört.
Doch eine Kirche ohne Kerzen ist wie ein Leben ohne Gott. ER rückt alle Dinge noch einmal in ein anderes Licht. ER gibt unserem Leben eine andere Atmosphäre mit. ER sagt uns, wer wir sind. Und das ist oft der Schlüssel für alles, was wir sonst haben.

2.3 Die frühchristlichen Maler wollten die Auferstehung Jesu malen. Doch wie sollten Sie das machen, wie kann man den Auferstandenen darstellen? Sie malten Jesus - als eine Kerze. Hatte ER nicht selbst gesagt: ICH bin das Licht der Welt. Und stimmt es nicht, dass auf dieser Welt Gottes Licht immer in einer irdischen Form wie die der Kerze brennt. Jede brennende Kerze in der Kirche weist auf Jesus den Auferstandenen. Jede Kerze, die wir entzünden, auf den Glauben in mir, der wieder neu aufleuchtet.


3.1 Viele bleibt eine eigene Glaubenserfahrung ein Geheimnis, sie kommen nicht an sie dran.

3.2 Wir haben vor dem Gottesdienst diese Kerzen an der einen Auferstehungskerze entzündet. Das ist der Weg. Licht entzündet sich an Licht.
Wenn unsere Glaubenskerze nicht brennt macht es keinen Sinn, ihr biblische Geschichten zu erzählen. Dadurch leuchtet sie nicht. Es hat auch keinen Zweck, auf sie einzureden: Leuchte, liebe Kerze, leuchte! Dadurch fängt sie nicht an zu brennen. Es macht auch keinen Sinn, sie nur in eine Kirche zu tragen. Sie fängt dort nicht automatisch an zu brennen. Licht kommt nur von Licht.

3.3 Wie das praktisch geht haben wir im Raum der Stille geübt. Der Raum der Stille ist: Ich sehe, wenn ich aufhöre zu sehen. Ich höre, wenn ich aufhöre zu hören. Ich werde bewegt, wenn ich aufhöre, mich zu bewegen. Und dann kann ich dem Licht der Welt begegnen, kann IHN erfahren, kann mit IHM sprechen. Geist zu Geist. Und dann kann ich Ja oder Nein sagen.
Konfirmation ist Ja sagen. Ich mache mich an Dir, Herr, fest. Entzünde Du mich mit Deinem Licht. Ich lasse mich segnen. Ich trage Dein Licht auch in mir.

3.4 Sie merken, dass eine solche Erfahrung nicht auf Jugendliche beschränkt ist. Es ist gut, sie an einem Tag wie dem heutigen einmal fest zu machen. Doch sie gehört in unser aller Leben, egal wie alt wir sind. Getauft sind wir einmal als Zeichen, dass unser Leben vom Herrn ist. Uns an IHM festmachen können wir oft. Ich sage ja auch morgen wieder: Guten Tag! Und nicht: Wieso, das habe ich doch gestern schon gesagt.
Aus diesem Grund frage ich das Konfirmationsversprechen auch gleich nicht nur die Jugendlichen. Ich frage es uns alle, ich frage es auch mich. Und jeder kann mit seinem Ja sich neu festmachen an Jesus als dem Licht des Glaubens. Es ist gut, wenn die Antwort der Jugendlichen eingebetet ist in den Kreis vieler Christen. Wenn Sie es können, sprechen Sie Ihr Ja zu Jesus gleich mit. Sie werden darin gesegnet.


4.1 Noch eines zum Schluss der Predigt. Jeder Glaube hat einen Inhalt. Ihr habe dies dadurch zum Ausdruck gebracht, dass Ihr verschiedene Symbole des Glaubens auf die Kerze dekoriert habt.

4.2 Da gibt es den Fisch als Zeichen, nicht nur für die Costa del Sol, sondern als Geheimzeichen der ersten Christen aus Zeiten der Verfolgung. Sie fassten damit die wichtigsten Inhalte des Glaubens zusammen: ICHTHYS, griechisch Fisch. Jeweils der erste Buchstabe der Worte: Jesus - Christus - Gott - Sohn - Retter. Im Glaubensbekenntnis wird das in Worte gefasst. Auf diesen Glauben werdet Ihr konfirmiert, auf keinen anderen.

4.3 Und es gibt das Zeichen des Kreuzes. Wie wurde aus dem Folterinstrument der Hinrichtung ein Liebessymbol? Das haben wir gefragt. Der Dreh des Kreuzes ist die Antwort. Am Kreuz hing Jesus. Doch an der anderen Seite habe ich Platz. ER tat es für mich. Was weg muss zwischen Gott und mir, das hat an Jesu Kreuz Platz. ER trug es für mich.
ER für mich, das ist das Geheimnis der Erlösung des Glaubens, der Vergebung, des neuen Anfangs.


4.4 Wenn die Kerze leuchtet, dann leuchten die Symbole.
So ist das auch im Glauben. Wenn Jesu Licht in uns leuchtet, dann leuchten auch die Inhalte. Dann ist mir Jesus groß, dann nehme ich Seine Vergebung an, dann strahlt das Herz, wie es auf einigen Kerzen verzeichnet ist.

4.5 Das genau geschah zu Pfingsten mit den ersten Jüngern.
(1) Als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. (2) Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
Brausen - Leuchten - Strahlen. Das alles sind Umschreibungen für die Erfahrung, das der Geist durch Gottes Geist erfüllt wird.
Es hat schon einmal geklappt. Lassen Sie uns damit rechnen, dass er auch heute weiter geschieht.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)