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zum Dritten Sonntag im Advent
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 12. Dezember 2004,
Dritter Sonntag im Advent


Zeit der Umkehr, Johannes der Täufer

1 Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; 2 Hohepriester waren Hannas und Kajaphas.
Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. 3 Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. 4 (So erfüllte sich,) was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! 5 Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. 6 Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt. 7 Das Volk zog in Scharen zu ihm hinaus, um sich von ihm taufen zu lassen.
Er sagte zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? 8 Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an zu sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. 9 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
10 Da fragten ihn die Leute: Was sollen wir also tun? 11 Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso. 12 Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? 13 Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. 14 Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!

Lukas 3, 1-14

Liebe Gemeinde!

1.1 Es gibt Wegweiser der Adventszeit. Wir kennen sie alle. Und es ist gut, sich an ihrer Schönheit zu freuen und ihren Sinn zu verstehen.
Der erste Advent: Der Palmzweig. - Jesus kommt. - Wir halten das fest im Adventskranz.
Der zweite Advent: Die Endzeit. - Jesus kommt wieder. - Wir freuen uns am Adventskalender.
Der dritte Advent: Johannes der Täufer. - Umkehr zu Jesus. - Wir tun Gutes. Äußeres Zeichen: Süßigkeiten.
Der vierte Advent: Maria. - Aufnahme von Jesus ins Herz. - Andacht und Anbetung.

1.2 Hier in Spanien ist es jedem Autofahrer vertraut, dass ein Hinweisschild nicht unbedingt dort steht, wo man es braucht. Und manchmal fehlt es gänzlich. Das Ergebnis ist bekannt. Ohne Schild keine Ankunft. Spätestens hier lernt man korrekte Schilder zu lieben.
Doch stellen Sie sich vor, jemand stünde am Straßenrand und umarmte ein Hinweisschild. Dabei würde er laut jubelnd ausrufen: Jetzt habe ich dich, jetzt habe ich dich! Wir fremd wäre das.
Wir sollen nicht an die Wegweiser glauben, sondern ihnen folgen. Das ist ihr Sinn.

1.3 So auch in unserem Wort: Johannes ist Wegweiser. Wohin weist er uns? Was ist seine Botschaft, um anzukommen?

1.4 Es ist nützlich, sich selbst diese Frage zwischendurch immer wieder zu stellen. Stehe ich noch für etwas? Weise ich auf etwas hin? Bin ich mit meinem Leben ein Hinweisschild? Und wenn, wofür? Wer sich das fragt, bei dem bleibt so viel wach im Leben.
Wir werden sehen, wie dies für Johannes damals aussah.


2. Was war die Stellung des Wegweisers Johannes? Das ist stets die Frage nach der Glaubwürdigkeit.

2.1 Er war ein Mann in der Wüste. Doch der Ort seines Wirkens war nicht zufällig. Er ist dort wovon er spricht. Es ging für ihn nicht darum, das eigene Gehalt zu erhöhen und andere zum Sparen aufzufordern. Er ist in der Wüste und spricht von der Wüste des Lebens und des Volkes Gottes. Er bleibt auf dem Boden, den er anspricht. Ein klares Ambiente, glaubwürdig.

2.2 Er war ein Mann des Wortes Gottes. Er las nicht nur das Wort, es wohnte in ihm. Er hatte in ihm seine Heimat. Deswegen konnte er auch so viel Wüste aushalten. Deswegen konnte er so viel Klarheit über die Schrift spenden. Und Gott konnte durch Sein Wort in ihm durch ihn reden. Sein Leben erfüllte damit Verheißungen: Es ist eine Stimme in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg. - So etwas ist bis heute so.

2.3 Er war ein Mann der Berufung und des Opfers. Von Geburt an war er bestimmt, für den Herrn da zu sein. Zacharias und Elisabeth hatten ihn so empfangen. Wie schön! Wirklich?
Vor dem Herrn ja, auf Erden oft nicht. Welches Ende fand er? Geköpft von Herodes. Welcher Lebensstil blieb ihm? Felle als Kleid und wilder Honig als Mahlzeit. Berufungen sind Hinweisschilder in Sturm und Wetter und weisen dort einen Weg. Doch zu beneiden sind sie nicht. Sie stehen auch in Sturm und Wetter. Berufung ist nicht ohne Opfer zu haben.

2.4 Er war ein Mann der Demut. Nie hat er sich mit dem Ziel verwechselt. Nie hat er zu sich gerufen. Seine Größe bestand darin, dass er sagte: ER muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Keine Vermischung und Bereicherung.
Er war glaubwürdig in seiner Stellung.
Was für ein Beispiel für uns.


3. Und jetzt zu seiner Botschaft: Was ist sein Hinweis für uns heute?

3.1 Er hatte nur ein Thema: Die Umkehr. Umkehr von den Sünden des eigenen Lebens durch Buße. Und Umkehr von den Sünden der Kirche durch stellvertretende Buße und Fürbitte.


3.2 Warum ist Umkehr notwendig? Was ist die Ursache für die Aufforderung des Wortes Gottes, wir sollten Buße tun?
- Jesus zieht nicht nur in einen Stall ein, sondern auch in unser Herz. Und wenn das nicht leer und rein ist, dann kommt er nicht rein. ER legt sich zwar in den Schmutz, doch ER bleibt nicht im Schmutz. Immer räumt ER auf. Denn Sein Licht lässt sich nicht verdunkeln. Gott und die Sünde vertragen sich nicht.
- Johannes sagt das so: 9 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Dem Baum unserer Selbstgerechtigkeit hat Gott schon längst die Axt an die Wurzel gelegt. Er wartet nur, dass wir ihn freiwillig stürzen, weil das unseren Glauben stärkt und Sein Gericht zum Segen werden lässt.
- Johannes deckt noch einmal unsere Herkunft auf. Vor Gott sind wir Schlangenbrut. Kein sympathisches Wort. Es meint irdisch, von der Erde. Stets braucht das die Umkehr, dass wir von Gott her beginnen.


3.3 Und dann die Umsetzung der Umkehr. Buße konkret.
- Es geht darum, Barmherzigkeit zu üben. Gott ist barmherzig. Sei du es auch.
Wer zwei Hemden hat soll teilen. Eines hilft dir und eines hilft dem anderen.
- Es geht darum, Gerechtigkeit zu üben. Gott ist gerecht. Sei du es auch.
Wer Steuern einnimmt wie die Zöllner soll die Preise nicht überhöhen und mit Zinsen nicht wuchern.
- Es geht darum, Gewalt zu lassen. Gott ist Friede. Sei du nicht gewalttätig.
Wer Gewalt ausüben muss als Soldat, der soll nicht plündern und Missbrauch treiben.


4. Konkrete Buße im Alltag, wie sieht sie bei uns aus?

4.1 Es geht stets um das große Thema: Herr, Du sollst Raum haben in mir. Herr, komm in mir wohnen. Und was steht Dir dafür im Weg?

4.2 Manchmal haben wir Dinge klar im Herzen. Es kann sein, dass wir sie sogar seit Jahren mit uns tragen. Jedes mal wenn der Herr deutlich in uns spricht spüren wir in uns einen Stich oder einen Widerstand. Dann ist es Zeit zu reagieren. Herr, was ist es? Was muss ich ändern? Ich tue es jetzt. Ich bekenne Dir und ändere mich. Vergib Du mir meine Sünde. Dies kann ich allein oder mit jemand anderem tun. Egal wie, doch immer vor dem Herrn, vor Seinem Kreuz. ER spricht mir Seine Vergebung zu.

4.3 Die Buße ist Zeichen dafür, dass wir vor uns selbst und vor Gott noch lebendig sind. Nur Tote stehen still. Buße zieht das Jüngste Gericht im eigenen Leben vor. Buße stellt sich freiwillig vor Gott. Sie wartet nicht bis ER mich stellt. Deswegen ist sie auch nicht angenehm. Aber Christen kommen deshalb auch nicht mehr ins Gericht wie Jesus sagt.

4.4 Und manchmal ist uns gar nichts an Umkehr bewusst. Dann ist es auch gut. Dann sollen wir nichts erfinden. Der Weg in den Beichtstuhl mit ausgedachten Sünden ist auch eine Sünde. Unser Herz soll bereitet werden, nicht eine Form.

5. Und was ist konkrete Buße für die Kirche, wie sieht die aus?

5.1 Sie zeigt sich in dem Gebet: Herr, wir haben Deine Barmherzigkeit versteckt, Deine Gerechtigkeit verkehrt und Deine Herrschaft durch unsere ersetzt. Ein jeder sieht auf seinen Weg. Dein Heiligtum ist verwüstet. Komme bald.

5.2 Wer so betet, der tritt stellvertretend vor Gott für die Sünde der Kirche und Kirchen ein.

6. Lohnt sich diese Vorbereitung? Ist das ein Wegweiser für ein Ziel, das wir benötigen? Irgendwann sind wir beim Herrn. Dann ist das das Erste, was zählt, wenn ER kommt: Bist du umgekehrt zu Mir?


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)