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zum Heiligen Abend
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 24. Dezember 2004,
Heiliger Abend


Zufrieden - Frieden in IHM

(14) Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen Seines Wohlgefallens.

Lukas 2, 1-14

Liebe Gemeinde!

1.1 "Ich verstehe das nicht", sagte der Hirte zu seinem Mit-Hirten und schaute dabei auf die Ecke im Stall, in der drei unglaublich prächtig gekleidete Weisen aus fernen Ländern standen und auf die Krippe blickten. Was wollen die denn hier bei unserem Jesus!
"Ich verstehe das nicht", dachte der Weise, der den weiten Weg aus dem Morgenland anhand des Sternzeichens gemacht hatte. Er dachte es nur, aber dafür um so deutlicher: Was für ein Parfüm die haben. Wie dreckig das hier ist. In der Regel ist es so in einen Stall und nicht in der Nähe der Geburt eines Weltherrschers. Dass er sich in einem Stall befand war angesichts des himmlischen Ambiente noch nicht tief in sein Bewusstsein gedrungen. Also: Was wollen die denn hier bei unserem Jesus!
"Ich verstehe das nicht", dachte der Esel, wenn man seine Empfindungen hier mit Denken bezeichnen darf. So ein Aufwand an meiner Futterkrippe. Wo bleibe ich eigentlich mit meinem Fressen, wenn das Stroh jetzt Matratze geworden ist. Für diesen Jesus bin ich ja dazu bereit. Doch wenn es nur dies wäre. Jetzt steht der ganze Stall mit Wesen voll, die mir vielleicht komisch aussehen. Was wollen die denn hier bei unserem Herrn!

1.2 Weihnachten hatte immer seine Mauern und Grenzen. Es soll doch vertraulich und besinnlich sein. Und dann sind immer welche da, die stören.

1.3 So sind wir, dass uns vieles nicht passt. Wir fühlen uns gestört, weil es da noch welche gibt, von denen wir finden, sie sind zu alt - zu jung, zu fremd - zu nah, zu kirchlich - zu unkirchlich. Doch das ganze Fest ist entweder für uns verbunden mit zu viel Trubel - zu viel Stille und Einsamkeit, zu viel Arbeit mit den Kindern - zu viel Einsamkeit ohne die Kinder, zu viel Geschenken - zu wenig Aufmerksamkeiten.
Jeder hat etwas, was er sucht und dann auch stets etwas, was ihn dabei stört. So sind wir alle. Wer aber ist zufrieden?


2.1 Der Herr war es. In IHM war Friede. Er war deswegen Meister im Frieden, ein Friedefürst, weil ER an der Quelle des Friedens von Geburt an angeschlossen war. Das war nicht das Herz von Maria und Josef. Das war das Herz Gottes. Dort ist die Quelle des Friedens. IHM hat ER gehört, sich IHM unterstellt. Deswegen hat ER auch Anschluss an den Frieden Gottes in sich gehabt. Der Friede Gottes war in IHM.
Er hat gehalten in Not und Verfolgung, in Streit und Missachtung, in Kampf und Kreuzigung. Weil Friede in IHM war konnte ER sogar sagen: Kommet her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. ICH will euch erquicken.

2.2 Nun wäre ja denkbar, dass jeder der beteiligten der Weihnachtsgeschichte in Zukunft seine eigene Kirche gegründet hätte. Dann hätten wir für die arbeitende Bevölkerung der Hirten ein Christfest zum 1. Mai. Am lichten Johannestag im Juni hätten wir vielleicht ein Christfest für die Weisen dieser Welt.
Warum kam es eigentlich nicht dazu? Warum fanden die unterschiedlichsten Menschen zusammen? Wie wurde die Botschaft des Friedefürst Teil ihres Lebens?

2.3 War es plötzlich im Stall besonders besinnlich? - Nein bestimmt nicht.
Haben die Hirten vom Feld ihre Kleider gewechselt? - Davon wird auch nicht erzählt.
Haben die Weisen einen Umzug ins noble Gasthaus für alle Beteiligten bezahlt? - So war es nicht.
Hat plötzlich jeder den anderen verstanden? - Wir wissen davon nichts.


3.1 Wir werden Zeuge einer anderen Handlung. Die Weisen knieten vor der Krippe. Und auch die Hirten beugten ihre Knie. Ein jeder beugte sich vor dem Friedefürst.
Wer kniet ist nicht mehr über dem anderen. Wer kniet empfängt. Er ist bereit, Eigenes nieder zu legen und Neues zu erhalten. Segen fließt wie Wasser von oben herab und nicht den Berg hinauf. Wer kniet auf den kann Frieden fließen.

3.2 Wer vor dem Friedefürst kniet ist im Frieden von IHM. Er kann zufrieden sein.

3.3 Vielleicht ist das die wichtigste Geste, die wir uns zu Weihnachten schenken können: Klein zu sein vor dem großen Friedefürst, vor IHM uns zu beugen. Dann brauchen wir nicht mehr über dem anderen zu stehen. Wir sind schon zufrieden, zufrieden durch IHN. Ich wünsche Ihnen diesen Anschluss an den Friedefürst Jesus.
Was wäre das für ein Weihnachtsgeschenk, für uns, für alle Lieben, mit denen wir es teilen!


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)