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zum zweiten Sonntag nach Weihnachten
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 2. Januar 2005,
2. Sonntag nach Weihnachten

Jahreslosung 2005

Felger, Jahreslosung 2005

Jesus Christus spricht:
ICH habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.

Lukas 22, 32

Liebe Gemeinde!

1.1 Wenn ich das Bild betrachte stehen zwei widersprüchliche Eindrücke vor meinen Augen.
Zwei Felsen, links und rechts, zerreiben eine Gestalt in der Mitte, die im Licht von oben steht. So der eine Eindruck. Doch wenn ich genau hinschaue sehe ich noch ein ganz anderes Bild. Ein Engel breitet seine Flügel aus, die riesig links und rechts den Raum ausfüllen. Kann uns das Wort das Bild erklären?

1.2 Wir haben es mit einem bemerkenswerten Wort zu tun, das uns im Jahr 2005 begleiten wird. Es führt uns Dinge vor Augen, die in der Regel unsichtbar sind. Es gewährt uns Einblicke in Vorgänge zwischen Himmel und Erde, die uns erschrecken und Mut machen. Und es zeigt uns vor allem die Macht der Fürbitte. Schauen wir uns an, was uns das Wort sagt.


2.1 Jesus spricht diese Worte zu einem Zeitpunkt, wo etwas Neues begann. IHM war klar, dass der Weg der Verkündigung von Gottes Herrschaft eine neue Wende nimmt. Wenn ER das Heil für die Sünder ankündigte, wenn ER die Hoffnung einer neuen Schöpfung durch Heilung von Krankheit demonstrierte, dann blieb die Frage offen: Wenn Sünde weicht, wohin weicht sie? Wenn Krankheit geht, wohin geht sie? Wer trägt die Kosten für die neue Freiheit, wer zahlt den Preis für Vergebung und Heil?

2.2 An dieser Stelle müssen wir einen Augenblick inne halten. Wir denken vielleicht, was das denn für eine Frage sei: Wer bezahlt für die Vergebung der Sünde? Wenn Gott gnädig ist wischt ER in Seiner Gnade aus, was an Minuspunkten vor unserem Leben steht. Fertig. Wir tun das schließlich auch, wenn wir ein Fenster von Schmutz und Staub reinigen. Reiniger, Wegwischen, klare Sicht - so sagt es uns die Werbung. Doch auch bei uns wird stets ein Lappen dreckig oder ein Klinextuch verbraucht. Nichts reinigt sich ohne den Schmutz irgendwo zu lassen. Das ist in der Unsichtbaren Welt nicht anders.
Für Sünde und was uns von Gott trennt hat der Widersacher ein waches Auge und dunkles Interesse. Jede Gottlosigkeit zählt für die Machtverhältnisse der unsichtbaren Welt. Je mehr Sündenberge, desto weniger an göttlicher Leichtigkeit, je mehr Finsternis desto weniger an göttlichem Licht.

2.3 Für Jesus war klar. Wer die Herrschaft Gottes so ansagt wie ER das tat, der musste auch die Lösung dafür bringen, wo Sünde bleibt, wo Schuld bezahlt wird, wer den Tun Ergehen Zusammenhang wieder herstellt. Ohne Sühne kein Verschwinden der Sünde. Darüber wacht die Finsternis.
Sein Weg als Messias des Heils war deshalb notwendig ein Weg des Opfers für die Sünde. Eines ging nicht ohne das andere.

2.4 Jetzt war der Augenblick gekommen, wo Jesu Ansage des Heils sich wandelte zum Weg der Passion. ER hatte Sündern Vergebung gebracht, jetzt musste die Rechnung dafür vor der ewigen Welt bezahlt werden. Jesus hatte in erster Linie keine Menschen zum Feind in Seiner Passion, die hatte ER auch noch. ER stand dem Feind Gottes selbst gegenüber. Würde der IHN mit in die Finsternis reißen oder würde Sein Glaube an Gott reichen. Würde Jesus im Strudel des Leidens untergehen und in Gottverlassenheit enden. Oder würde umgekehrt Sein Festhalten an Gott Gottverlassenheit und Sünde besiegen. Sein Leiden war, bei Gott zu bleiben und dabei in den Händen des Satans zu stecken.
Zu diesem Weg hatte ER im Gebet vor Gott ja gesagt. In diesem Glauben ging in den neuen Abschnitt Seines Lebens, die Passion.


3.1 Und Seine Jünger? Die waren noch erfüllt von allem Großen, was die Herrschaft Gottes brachte. Gleichnisreden über eine neue Weltsicht, Heilung von Kranken, Erwartung der Herrlichkeit Gottes, das alles erfüllte ihr Herz. Und sie waren Boten dieser Botschaft, gemeinsam mit Jesus. Wen wundert es, dass sie sich am Ende darüber stritten, wer wohl in Gottes Reich von ihnen einst der Größte sein wird. Keine Ahnung hatten sie von dem, was jetzt geschah.
Und dann erklärt Jesus ihnen die Wende. Wie immer ruft ER seine Jünger zurück auf Seinen Weg und beendet das Weiterplanen und Hochrechnen eigener Glaubensideen. Der neue Weg ist anders als sie denken.

3.2 Denn anders als sie dachten griff auch die Finsternis nach ihnen als Gottes Herrlichkeit in ihrem Leben deutlich wurde. Nur hatten sie es noch nicht bemerkt. (31) Simon, Simon, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf. Ans neue Leben kann er nicht ran. Die Weizenkörner sind das Wort des Herrn in uns. Die kann der Widersacher nicht ergreifen.
Doch sieben kann er: Schütteln, rappeln, schlagen. Was dann nicht echt ist, das fällt aus: Steinchen, Dreck, falsche Körner. Was nicht gereinigt ist, das bleibt im Netz des Widersachers hängen.

3.3 Das Reich Gottes muss stets auf der Erde durch die Feuerprobe. Kein Jünger Jesu muss dabei den Widersacher besiegen, das war alleine Jesu Werk. Doch mit ihm gehen heißt auch mit ihm leiden. Das ganze Umfeld greift der Widersacher an, nicht nur Jesus allein. Der Zugriff trifft den Herrn und die, in denen ER selbst lebt. Es trifft IHN, Jesus, und die, die mit IHM sind.
Vielleicht löscht sich so Jesu Licht in Seinen Jüngern wieder aus. Wenn schon nicht Jesus fällt, dann fallen wenigstens die Seinen. So ist es Absicht der Finsternis, die Gottes Werk behindert.

3.4 Wenn wir in unserem Weg des Glaubens so mit Jesus gehen, dass uns Sein Licht erfüllt, Vergebung trägt und Seine Liebe wärmt, dann ahnen wir vielleicht, wovon der Herr hier redet. Wie nah ist dieser Friede des Herrn am Abgrund und wie zerbrechlich ist das Leben in IHM. Wie angefochten ist der Weg des Glaubens. Der Grund ist klar. Der Widersacher sieht den Herrn in jedem Christen. Und wo Sein Licht hell strahlt, da ist die Finsternis präsent.


4.1 Vor diesem Hintergrund ist Jesu Wort zum neuen Jahr jetzt deutlich. ER lässt die Seinen nicht allein.
ER tritt dem Widersacher in den Weg: Stopp, sagt ER. Angreifen kannst Du das Licht. Doch Mir und dir ist es nicht möglich, den Glauben eines Gotteskindes zu bestimmen. Das kann allein Gott selbst. Und ICH habe für mein Kind gebeten, dass Gott den Glauben nicht verlöschen lässt. ICH trete vor Gott für die Meinen ein. Ihr, sein Glaube wird nicht aufhören.

4.2 Das ist es, was Jesus Petrus mitteilt. ICH habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Es ist die wunderbarste Fürbitte, die es gibt. Sie ist Schutzmantel angesichts der Hölle. Sie ist das Wichtigste, was uns durchkommen lässt. Sie ist das Lebenselixier des Glaubens. Der Herr selbst tritt für uns ein, dass die Pforten der Hölle uns nicht überwinden.
Schon früher hat Jesus dieses Thema anklingen lassen, wenn ER im Vater Unser betet: ... Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Jetzt zum Antritt der Passion ist der Zusammenhang klarer und deutlich, warum ER so betet: Wer die Finsternis besiegt, der hat auch Teil am Kampf darum. Doch Jesus selbst tritt hinter uns, damit der Glaube an Seinen Sieg nicht aufhört.


5.1 Es ist interessant, dass gerade Petrus das gesagt wird. Denn Petrus ist doch Bild für Gottes Kirche hier auf Erden. Und das besagt: Der Herr tritt so für Seine Kirche ein, so für die Menschen, die IHM folgen. ICH bete für dich, dass dein Glaube nicht aufhört. Das tat ER, das tut ER, das tut ER auch 2005. Darauf kannst Du im neuen Jahr vertrauen. Bei allem was an Spannung kommt, der Herr ist treu in Seiner Fürbitte.

5.2 Petrus hat viel gelernt. Von seiner Frage, wer wohl der Größte ist, wurde er zu der Erkenntnis gebracht, wer wohl der größte Verräter ist. So hart kann Anfechtung sein. Sie lässt nichts Gutes an uns. Wenn Finsternis uns in die Hände bekommt, dann sieht es dunkel aus.
Doch Jesus hat für seinen Glauben gebetet. Und Glaube hört nicht auf, weil es so dunkel ist, sondern Glaube hört auf, wenn keine Umkehr da ist. Und Petrus kehrte wieder zu Gott um. Gottes Licht blieb.

5.3 So wirft das Bibelwort der Jahreslosung Schatten voraus, die hoffentlich nicht auf uns fallen. Wenn aber doch, dann können wir getrost sein, dass der höchste Herr mit Seiner Macht für uns eintritt.
Und wir verstehen jetzt die Doppeldeutigkeit des Bildes: Wo uns Anfechtungen von links und rechts bedrohen, da ist im Lichte unseres Herrn Sein Engel bei uns, der bewahrt.


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)