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zu Septuagesimae

Gebetswoche für die Einheit der Christenheit
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 22. Januar 2005,
Septuagesimae
1. Korinther 3, 5-11

Christus das Fundament

Cristo fundamento unico
de la iglesia - Christus, das eine Fundament der Kirche

5 Was ist denn Apollos? Und was ist Paulus? Ihr seid durch sie zum Glauben gekommen. Sie sind also Diener, jeder, wie der Herr es ihm gegeben hat: 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen. 7 So ist weder der etwas, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern nur Gott, der wachsen lässt.
8 Wer pflanzt und wer begießt: beide arbeiten am gleichen Werk, jeder aber erhält seinen besonderen Lohn, je nach der Mühe, die er aufgewendet hat. 9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau. 10 Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiter baut.
11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.

1. Korinther 3, 5-11

Liebe Gemeinde!

1.1 Auf unserem Bild sehen wir eine Mauer. Sie ist zusammengefügt aus vielen, vielen Steinen, größere, kleinere, hier eine Kante, dort ein Stück weniger. Jeder hat eine andere Form. Zusammen bilden sie das Bauwerk.

1.2 Dieses Bild ist im Jahr 2005 für die Gebetswoche für die Einheit der Christenheit ausgewählt worden. Es zeigt in wunderbarer Weise, wer wir als Christen sind.

1.3 Jeder von uns gleicht in seinem Leben als Christ einem solchen Stein. Lebendige Steine sind wir nach den Aussagen der Bibel. Und die sollen nicht auf einer Palette liegen, auch nicht auf einem Trümmerhaufen, sondern zusammengefügt werden zu einem lebendigen Bauwerk.

1.4 Es ist eine wunderbare Erfahrung, wenn das gelingt.
Wenn Christen miteinander etwas aufbauen. Wenn man zusammensteht und einer den anderen stützt. Wenn es gelingt, dass eine Wand entsteht, bei der anderer Schutz und Halt finden. Wenn dadurch Teil eines Bauwerkes werden, dass mit ihnen entsteht: Die eine heilige apostolische Kirche.
Viele Steine tragen eine Wand. Viele Wände tragen eine Kirche. Wo immer das passiert geschieht etwas Großes.

1.5 Und sind wir daran beteiligt merken wir den Segen Gottes. Ein tiefes Glück fließt in unser Leben zurück. Wir wissen in unserem Inneren: Wir stehen fest zusammen in einer großen Gemeinschaft, die den Erdball und die ewige unsichtbare Welt umschließt. Kinder Gottes haben eine große Familie.


2.1 Hier in Spanien kennen wir etwas von Mauern. Kaum steht ein Haus im Rohbau wird als nächstes eine Mauer gebaut. Und was für eine. Hoch, edel und natürlich mit den besten Steinen. Brillant sieht das aus.
Doch allzu häufig zeigen sich schon bald die Risse. Hier und dort ist das Fundament nicht gut gegründet. Es wackelt. Und und und. Wir sehen das jeden Tag.

2.2 Wir haben da ein ebenso treffendes Bild für unsere Kirchen. Wie viele Risse ziehen sich durch unsere Gemeinschaften. Was ist nur pompös aufgebaut, aber hält nicht. Wo fehlt überall ein tragfähiges Fundament. Spanische Bauweise - davon können wir in unseren Kirchen ein Lied singen.
Schon damals sprach Jesus einmal bei den Frommen Seiner Zeit von der getünchten Wand und meinte damit: Es hält nicht was es verspricht.

3.1 Aber nicht nur das lässt sich an unserer Mauer sehen. Es steckt auch noch die ganz persönliche Frage darin: Warum ich? Ich trage hier die ganze Last der Leute über mir. Und die da oben eingebaut sind, wie leicht haben die es. Ich schleppe alles, die fast nichts. Dabei werde ich hier unten kaum gesehen und die stehen oben allen vor Augen.
Und weiter: Warum muss bei mir so eine große Lücke sein, während die anderen dicht an dicht stehen. Ich habe nichts zum Verteilen, bei den anderen ist kaum eine Lücke.

3.2 Es stimmt ja wirklich. Jeder hat einen anderen Platz als Stein in einer Mauer. Und keiner trägt die gleiche Last, ein jeder eine andere. Und jeder hat andere Dinge auszubügeln, wenn er mitträgt.
Keiner hat es so schwer wie ich, weil es keinen gibt, der an meiner Stelle steht.


4.1 Doch das unangenehmste an der Einheit ist, dass kein Stein passt. Keiner. Hier eine Spitze, da ein Höcker.
Warum muss der andere denn genau dort auch eine Stelle haben, die vorsteht? Das reibt doch ständig. Was tut das weh, wenn ich jenen Menschen höre. Warum nur kann der nicht dort zurückhaltender sein, wo es bei mir hervorsteht? Und dabei sollen wir noch gemeinsam Lasten tragen? Das sind die Fragen von lebendigen Steinen in der Wand.
Wir sind nun eben keine Quadratblöcke, viereckig, einer wie der andere, sondern lebendige Steine, gewachsen und geformt durch das Leben und den Glauben. Da steht hier was über und da fehlt dort etwas. Nichts ist glatt.
Aber wie soll bei so einem Haufen Stabilität entstehen, wenn sie aufgebaut werden? Wie soll es ohne Risse gehen? Wie kann daraus ein Bauwerk, eine Wand entstehen?

4.2 Sie wissen, der Mörtel ist die Liebe. Die Liebe schafft den Puffer, der Zorn schafft ihn ab. Zwei lebendige Steine können nur mit dem Schutz der Liebe beieinander bleiben. Und sollen sie nicht nur sich, sondern auch noch Lasten tragen, dann muss der Mörtel besonders gut verteilt sein. Die Liebe deckt zu. Sie vergibt. Sonst geht es nicht.

4.3 Doch woher sie nehmen?


5.1 Auf unserem Mauerbild zeichnet sich hell ein Lichtschein ab. Er trägt das Bild des Herrn, der segnend Seine Hände ausbreitet. Und doch ist es auch das Bild vom Kreuz, an dem ER hing, was wir hier sehen. ER selbst ist abgebildet auf der Mauer. Dies Bild fällt auf die Steine. Oben, unten, links und rechts. Auf jeden fällt ein Stück von IHM. Und wo ER selbst nicht ist, da fällt doch noch Sein Licht hin.

5.2 Das ist der Schlüssel für die Liebe und den Mörtel. Der Herr selbst ist in den Steinen. ER ist ein Teil von ihnen. In jedem Christen begegnet mir ein Stück des Herrn. So darf ich ihm begegnen, mit dem Respekt, mit der Neugierde, mit der Achtung. Auch im anderen wohnt der Herr. Sein Bild ist auch in ihm. ER hat es so verheißen. ER ist in Seinen Steinen. Wir sind Sein Leib.

5.3 Und dann ist deutlich, dass wir auch Sein Kreuz in unseren Gemeinschaften tragen. Wir sind mit unseren Rissen ein Teil Seiner Kreuzigung. Sein Leib stirbt auch durch uns. Wo Liebe mangelt, wo wir Ihn festnageln: nur bei uns. Wo wir sagen, wie Christus ist, ohne zu sehen, wie ER auch in anderen ist. Wir sehen es im Bild: Bis heute wird der Herr durch Sein Volk weiter gekreuzigt.

5.4 Doch ebenso wird deutlich, dass der Herr ja lebt. ER ist als Sieger durch den Tod gegangen. Und diesen Sieg Seiner Vergebung teilt ER aus, für uns, für jeden, der ihn nehmen will.
Wo ist Vergebung? Herr, bei Dir. Auch für die Kirchen? Auch für sie.
Herr, auch für uns, Deine Kinder? Auch für euch. Ihr dürft Euch gegenseitig immer neu verzeihen, weil ICH es tue und Mein Segen auf euch fällt.
Weil Jesu Licht auf uns fällt, hat diese Mauer eine Chance zu bestehen. Das eint, das macht beständig, das schenkt Vergebung, das gibt den Grund.
Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.


6.1 Und wo das stattfindet, wo wir als lebendige Steine einander in Jesu Namen erkennen, vergeben und auch lieben, da hat der Herr einen Ort, wo ER sich aufhalten kann. Und Seine Nähe lebt.
Wir können daran beteiligt sein.


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)