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zum Sonntag Estomihi
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 13. Februar 2005,
Sonntag Invocavit

Der Sündenfall

1 Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? 2 Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; 3 nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben. 4 Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. 5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse. 6 Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. 7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz. 8 Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einher schreiten hörten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn, unter den Bäumen des Gartens. 9 Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du? 10 Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. 11 Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? 12 Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen. 13 Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen. 14 Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. 15 Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse. 16 Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. Unter Schmerzen gebierst du Kinder. Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen. 17 Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühsal wirst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. 18 Dornen und Disteln lässt er dir wachsen, und die Pflanzen des Feldes musst du essen. 19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück. (20 Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen. 21 Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit. 22 Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir; er erkennt Gut und Böse. Dass er jetzt nicht die Hand ausstreckt, auch vom Baum des Lebens nimmt, davon isst und ewig lebt! 23 Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war. 24 Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Cherubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.)

1. Mose 3, 1-19.20-24

Liebe Gemeinde!

1.1 Mit dem Beginn der Passions- oder Fastenzeit 40 Tage vor Ostern wird uns im Text vor Augen gemalt, was nach den Aussagen der Bibel Ursache für die Passion Jesus, aber auch für Leid und Tod dieser Welt ist. Wir sind nicht mehr im Paradies, das ist die schlichte Auskunft. Und der Grund dafür: Die Sünde kam dazwischen. Sie brachte alles aus dem Lot.

1.2 Die Sünde wirbelte den Plan Gottes durcheinander. Und die Sünde veränderte die Zukunft der Menschen.
- Die Sünde führte zur Verbannung aus dem Paradies. Es wurde durch das Flammenschwert des Cherubim verschlossen. Die Sünde machte den Weg zum Baum des Lebens unerreichbar. Das Paradies war weg.
- Die Sünde änderte die Stellung des Menschen vor Gott. Aus Freund wurde Feind. Vor Gott muss Adam sich verstecken. Kein Spiel, vielmehr bitterer Ernst. Aus Mitarbeitern Gottes wurden Fremde, fremd vor sich selbst und fremd vor Gott.
- Und Gott? ER konnte Adam nicht mehr sehen. Die Sünde machte Adam für Gott unsichtbar. Adam, wo bist du?, muss ER rufen. Kann Gott denn nicht mehr gucken? Doch. Aber Sünde macht von Gott los, trennt von IHM, versteckt vor Gottes Angesicht. Sie macht Gottlosigkeit. Sie führt aus Gottes Augen, aus Seinem Sinn.
- Und auf Erden? Die Sünde führt dazu, dass Fruchtbarkeit auf Erden immer Schmerz bedeutet. Fortpflanzung ist nie einfach, Geburt nie ohne Gefahr. Denn wo wir teilhaben an Gottes Schöpfungskraft, da macht die Sünde, dass es weh tut. Und nicht nur dort.
Wo Arbeit ist, da ist auch Mühe oder Qual. Mitwirken und Erhalten von Gottes Schöpfung ist nicht mehr nur Privileg. Es kostet, es fließt Schweiß.
Was Gott uns von sich lässt an Fruchtbarkeit und Schaffen, das packt die Sünde ein in Schmerz und Qual.

1.3 Was für eine mächtige Kraft kam da ins Spiel. Sie änderte den Heilsplan Gottes. Der Lebensweg der Menschen wandelte sich. Die Erde ist kein Paradies. Auf alles, was uns blieb, fiel dann ihr Schatten. Die schönsten Dinge dieser Welt, sie sind nicht ohne sie zu haben. Die schönsten Ziele hält sie verschlossen. Der Baum des Lebens - unerreichbar. Was für ein Erbe.
Kein Wunder, dass man in der Dogmatik von Erbsünde spricht: Bei so viel Schicksalswende.

1.4 Was ist die Sünde?


2.1 Auf diese Frage will unser Text antworten. Er kleidet alles in die uralte Erzählung. Und wie das beim Erzählen ist, der Faden zählt, die Einzelheiten helfen. Was ist der Faden?

2.2 Wo kommt das Böse her? Das möchten wir so gerne wissen. Wenn das klar wäre, dann hätten wir den Schuldigen.
Im Schuldsuchen sind wir ja Profis und das seit Adams Zeiten. Schon Adam sagte: Es war die Frau. Und seine Frau sagte: Es war die Schlange. So geht es noch bis heute. Doch ist es nicht so?

2.3 Ganz klar. Die Schlange. Sie ist des Übels Wurzel. Wirklich?
Wenn das so wäre, wäre Gott doch äußert ungerecht, wenn er die Menschen strafte.
Zudem wäre der Text der Bibel schlecht. Fast nichts sagt er über die Schlange, nichts über die Herkunft, nichts über einen Luzifer oder Ursprünge des Bösen. Nein.
Die Schlange stellt nur eine Frage: Sollte Gott gesagt haben? Die Frage wird beantwortet. Es wird gehandelt. So wird das Böse ein Prozess, der alle einschließt. Jeder tut mit seiner Entscheidung etwas dazu. Alle tun Böses.

2.4 Die Bibel sagt nicht, wo das Böse herkommt. Sie sagt, dass alle Böses tun. Ein jeder ist beteiligt auf eine andere Weise.
Die eine fragt, die andere guckt, der andere greift, die beiden essen. Ist daran irgend etwas schlimm? Sind das nicht alles gute Dinge? Nur gute Dinge.


3.1 Was macht die guten Dinge schlecht? Was ist die Sünde?

3.2 Der Apfel. So heißt es doch. Der war verboten. War es der Apfel? Wie der Apfel in die Geschichte vom Sündenfall kam ist noch ungeklärt. Denn in der Bibel steht nur Frucht. Wichtig bei der Frucht ist, dass uns dadurch die Lösung für unsere Frage gewiesen wird.

3.3 Ist Frucht denn schlimm? Was soll an Früchten böse sein? Will Gott nicht, dass der Mensch auch Früchte erntet? Was ist denn böse daran, Frucht zu nehmen?


3.4 Natürlich will Gott Frucht. Und ebenso will ER, dass Menschen Früchte ernten. Nichts anderes will ER, sonst hätte ER bestimmt nicht trotz der Sünde auf Erden die Fruchtbarkeit geschenkt.
ER wollte bestimmt, dass Adam und Eva die Früchte vom Baum der Erkenntnis ernten und sogar, dass sie die Früchte vom Baum der Lebens erhalten. ER hatte alles für sie vorbereitet und geschaffen. ER wollte alles geben.

3.5 Doch ER verbot es, weil die rechte Zeit nicht da war. Sowohl die Menschen wie die Früchte sollten reifen. Die Sünde war nicht eine Frucht. Die Sünde war, sie selbst zu nehmen ohne Gott zu fragen.
Wäre die Frage der Schlange: Sollte Gott gesagt haben ... durch Gottes Wort gedeckt: Ja, wohl. ER hat gesagt, ich darf sie nehmen, dann wäre alles an den Taten gut.
Doch Gott sagte es nicht. So wurden alle Taten Sünde.


4.1 Das will uns diese alte Erzählung sagen. Die guten Dinge von Gottes Schöpfung werden Sünde, wenn wir sie nehmen ohne IHN.
ER will sie alle geben: Erkenntnis von Gut und Böse. Was für Gaben der Schöpfung. Doch ohne Gott genommen führen sie auch nicht zum Heil, führen aus dem Paradies, nicht dort hinein.
Sogar die Frucht vom Baum des Lebens will Gott uns geben: Ewiges Leben. Doch ohne IHN bleibt dieses Ziel verschlossen. Nur Jesus reicht sie uns: Wer IHN, den Sohn, hat, der hat das (ewige) Leben.

4.2 Mit diesem Faden der Erzählung finden wir den Weg. Die Sünde ist, es ohne Gott zu machen.
Wir können - obwohl nicht mehr im Paradies - der Sünde absagen und leben: Herr, nur mit Dir.


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)