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zum Sonntag Jubilate
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 17. April 2005,
Jubilate

Unbekümmerte Freude

16 Noch kurze Zeit, dann seht ihr mich nicht mehr, und wieder eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen.
17 Da sagten einige von seinen Jüngern zueinander: Was meint er damit, wenn er zu uns sagt: Noch kurze Zeit, dann seht ihr mich nicht mehr, und wieder eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen? Und was bedeutet: Ich gehe zum Vater? 18 Sie sagten: Was heißt das: eine kurze Zeit? Wir wissen nicht, wovon er redet. 19 Jesus erkannte, dass sie ihn fragen wollten, und sagte zu ihnen: Ihr macht euch Gedanken darüber, dass ich euch gesagt habe: Noch kurze Zeit, dann seht ihr mich nicht mehr, und wieder eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen.
20 Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln. 21 Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. 22 So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wieder sehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude. 23 An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.

Johannes 16, 16-23a

Liebe Gemeinde!

1.1 Wir gehen mit diesem Wort noch einmal zurück in die Zeit vor Ostern. Jesus erklärt Seinen Abschied. Als Seelsorger und Begleiter Seiner Jünger teilt ER ihnen mit, dass sie Ihn verlieren werden. Jesus weg? Die angesagte Herrschaft Gottes, das neue Leben aus Gott, ohne Jesu Gegenwart? Wie sollte das gehen? Doch Entsetzen und Trauer will auch nicht recht aufkommen.
Denn völlig verwirrend klingen die Worte des Trostes, die Jesus sagt. Und wieder eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen (17). Was sollte das bedeuten? Wie kann einer seinen Abschied bekannt geben und gleichzeitig sagen, der Trost bestehe darin, dass ER da sei.
Und um die Verwirrung der Jünger noch auf die Spitze zu treiben sagt Jesus, dass sie sich darüber freuen könnten.

1.2 Ich denke, viele glaubende Menschen tragen in ihrem Herzen eine ähnliche Verwirrung. Der Glaube an Gott und Jesus ist da. Doch die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie in dem Bewusstsein, dass Gott weg ist. Doch Gott soll ja da sein. Wie ist ER da?
Ist ER da oder ist ER weg? Und jetzt soll ich mich darüber auch noch freuen? Verwirrend.

1.3 Und mit Jesus ist das nicht viel anders. Als historische Person mit überzeugendem Charisma ist Jesus da gewesen. Doch ist ER heute da, wo ER doch historisch weg ist? Kann ich dem trauen, dass ER als Auferstandener da ist auch wenn ich nichts von Ihm sehe? Und soll ich mich darüber freuen?


2.1 Es gibt ja so unglaublich viel, worüber wir uns in der Kirche freuen können.
Die große Gemeinschaft aller Christen: Wo immer wir hin kommen, meist treffen wir Geschwister im Glauben. Wie gut ist es, eine solche Familie der Gesinnung zu haben über alle Familienerfahrung und oft auch fehlende Familienerfahrung hinaus. Ein wahrer Grund zur Freude.
Die große Weite des Glaubens der Christen: Wer sich einmal auf den Weg des Glaubens eingelassen hat beginnt eine Wanderung, deren Ziel ein Leben übersteigt. Welche Weisheiten berührt der Glaube nicht? Welche Themen dieser Welt werden nicht angepackt? Welche Aufgaben bleiben draußen vor? Wer den Weg des Glaubens beginnt stirbt nie an Langeweile.
Der tiefe Sinn des Glaubens der Christen: Ich weiß woran ich glaube, ich weiß was fest besteht. Aus diesen Quellen schöpfen Christen für ihr Leben. Sie wissen nicht nur, dass die Sonne aufgeht. Sie wissen auch wofür. Heute ist wieder ein Tag Seiner Gnade. Und der gilt auch mir.
Ich könnte weiter machen. Zählen Sie für sich doch einmal später weiter auf, was Sie an der Kirche freut.

2.2 Es ist erstaunlich, dass Jesus davon in unserem Text nichts anklingen lässt. Mit großer Deutlichkeit legt ER Seinen Finger darauf, dass ER weg sein wird, weil ER Sein Leben opfert. Und wenig später wird ER wieder da sein, weil ER als Auferstandener bei uns ist.
Und dieses Weg- und Dasein sei der Grund wahrer Freude für alle Seine Jünger. Freude, wo eher Zweifel und Bedenken überwiegen? Wie ist das zu verstehen? Macht Jesu Tod und Jesu Auferstehung Freude?


3.1 Ja, das macht es. Das ist die wunderbare Botschaft des Evangeliums.
Es stimmt, es gibt viele Dinge der Kirche, die dem Glauben echte Freude bereiten. Und ich hoffe, sie erleben das auch.
Doch es ist auch wahr. Die größte Freude, das tiefste Glück des Glaubens ist Jesus selbst, Sein Tod, Seine Auferstehung. Dort ist die Quelle der Freude. Ohne Ihn würde alles andere auf Dauer seinen Glanz verlieren. Jesu meine Freude. Schauen wir uns dies Geheimnis an.

4.1 Was hat Jesus durch Seinen Tod bewirkt?
Kommet her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Dieses Wort hat am Kreuz Jesu seine Erfüllung gefunden. Jesu nahm den Tod auf sich als Erlösung für viele.

4.2 Eine Last, die ich am Kreuz Jesu ablege, wird von Jesus vor Gott getragen mit den Worten: Vater vergib. Eine Sünde, die ich ans Kreuz Jesu hänge, wird von Jesus auf sich genommen und mir vergeben. Eine Verzweiflung meines Herzens, die ich vor den gekreuzigten Jesus bringe, nimmt ER auf Sein Herz. ER löst das was tötet heraus und lässt mich leben. ER tut es für mich.

4.3 Die Bibel beschreibt das als das Wunder des Todes Jesu. ER hat die Macht der Sünde besiegt. Das hat Jesus am Kreuz besiegt, dass Gott weg ist und auch weg bleibt, dass wir getrennt von Ihm leben und die Trennung bleibt bis in alle Ewigkeit. Schluss damit.
Wer sein Leben am Kreuz Jesu niederlegt und sich dort bekehrt, für den ist die Trennung von Gott beendet. Wir gehen als Sünder zum Kreuz Jesu und gehen als Söhne und Töchter Gottes wieder weg.

4.4 Jesu meine Freude. Was wäre ich ohne Dich vor Gott? Was wäre ich ohne Dich vor mir?
Du eröffnest mir den Weg tiefsten Bejahung meines Lebens. Du bringst es vor Gott in Ordnung. Ich freue mich.

4.5 Freude lebt davon, dass sie angesteckt wird. Jesu Tod für mich tut das. Sein Tod ist mein Leben.


5.1 Und Jesu Auferstehung. Was bewirkt die?
Jesus ist ja nicht einfach weg. ER ist der erste Mensch, der mit einem Auferstehungsleib den Tod durchschritten hat und gezeigt hat, wo es weiter hin geht. Wo geht es hin? Vor das Angesicht Gottes, vor den Thron ewiger Herrlichkeit, zu Gottes Rechten.

5.2 Das sind Bilder, die beschreiben, dass der Auferstandene nicht ein esoterisches Phänomen ist, sondern eine Geschichte begonnen hat, der auch wir folgen werden. Mit dem Tod bleibt unser Geist nicht heimatlos ohne Körper in der Unendlichkeit. In der Nachfolge Jesu findet Gottes Schöpfung hier eine Weiterführung in unserer Auferstehung. Unser Ziel ist hier nicht Abschied, unser Ziel ist die heitere Ankunft vor unserem himmlischen Vater. Dafür ist Jesus gekommen, dass ER über Tote und Lebende Herr sei. ER war der erste. Wir werden Ihm folgen.

5.3 Jesu meine Freude. Wo würde ich landen ohne Dich? Was könnte ich hoffen ohne Deine Zukunft der Auferstehung.
Wo könnte ich heute mein Herz ausschütten, wenn Du als der Auferstandene nicht da wärest und mich hörst.
Deine Auferstehung macht alle Freude dieser Erde zum echten Glanz. Wo immer wir einen Fuß auf die Erde setzen ist Deine Gegenwart schon da. Du umfängst uns als der Heiland. Du Quelle der Freude.


6.1 Nichts ist ja so unbeständig im Leben wie die Freude. Man muss nur alt genug werden um zu sehen, wie schnell sie wieder verschwindet. Die Familie zerbricht, der Partner wird krank, ein Geschäft platzt, der Nachbar stört, Schmerzen begleiten den Alltag - die Freude gleicht oft dem Sand der Eieruhr. Man muss nur abwarten schon ist sie verschwunden.

6.2 Deshalb ist es wichtig, eine Quelle der Freude zu haben, die durch den Kummer nicht verzehrt wird. Tod und Auferstehung Jesu, das ist beständig auch wenn wir wanken. Niemand nimmt euch eure Freude (22). Verstehen wir jetzt, warum Jesus von diesen Schritten Seines Lebens redet und unbekümmerte Freude bei sich festmacht.

6.3 Bis heute ist dies Wort zutiefst wahr und auch gültig. Wir spüren es, wenn wir am Kreuz das eigene Leben öffnen und Jesus im Gebet als Auferstandenen erfahren: dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude (22).



Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)