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zum 17. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 18. September 2005,
17. Sonntag nach Trinitatis

Engelskraft Glaube

17 Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; 18 immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. 19 Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! 20 Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. 21 Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; 22 oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns!
23 Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. 24 Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
25 Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurück! 26 Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. 27 Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich.

Markus 9, 17-27

Liebe Gemeinde!

1.1 Zunächst eine Erklärung zum Krankheitsbild. Was war Besessenheit?
Menschen, von denen ein böser Geist, ein Dämon, Besitz ergriffen hat. Die Existenz dämonisch Besessener, wie sie das Neue Testament bezeugt, zeigt an, in welcher Lage sich die Menschheit befindet, heißt es im Lexikon: Sie ist oft nicht ihr eigener Herr, sondern zerstörerischen Mächten ausgeliefert. Auch viele Krankheiten, vor allem psychisch krankhaftes Verhalten, wurden im Altertum auf den Einfluss böser Geister zurückgeführt. Wenn Jesus in der Kraft des heiligen Geistes die bösen Geister austreibt, so ist dies das Zeichen dafür, dass Gott seine Herrschaft schon aufrichtet (Matthäus 12,28; Lukas 11,20) und das Widergöttliche besiegt (Lukas 10,18).

1.2 Nicht jede psychische Verwirrung oder Krankheit ist in der Bibel ist auf dämonische Besessenheit zurückzuführen. Auch wenn im damaligen Weltbild darüber kein Zweifel bestand: An jeder Stelle konnten gute und schlechte Mächte zwischen Himmel und Erde in das Alltagsgeschehen eingreifen. Doch brauchte es mehr, um bei jedem Schnupfen davon zu reden. Die Medizin des Altertums kannte wie wir heute Heilkräuter, Heilbäder, therapierende Heilstätten von besonderer Ruhe und Pflege. Die Weisheit vieler dieser Wirkungen ergänzt bis heute unser medizinisches Wissen.

1.3 Eines freilich war anders. Die Kluft zwischen Medizinern und Priestern gab es in der Regel nicht. Im Gegenteil. Oft waren beide Funktionen in einer Person vereinigt. Und so gab es auch keine nahezu unüberbrückbare Kluft zwischen medizinischer Versorgung und geistlicher Behandlung.
Besessenheit von Mächten der Finsternis als Ursache von Krankheit war nicht ausgeschlossen. Immer konnte sie im Hintergrund Grund allen Übels sein. Geistliche Befreiung war bei jeder Krankheit auch eine mögliche Variante der Heilung. Der Priester war dabei gefragt. Kannte er die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist? Hatte er die Vollmacht, heilsam einzugreifen? Das war damals die Fragestellung. Oder schlichter: Gibt es jemand, der mich oder meine Lieben gesund macht? Und wenn es eben Besessenheit ist, kann jemand die Besessenheit heilen? Gibt es das?

1.4 Wie gut wir dies verstehen können. Ist das nicht die tiefste Frage jeder Krankheit: Gibt es für mich Heilung? Wie finde ich sie? Wo finde ich sie? Was muss ich dafür tun? Ich möchte gesund sein.


2.1 In unserem Text hat der Vater eines kranken Jungen diese Last auf seinem Herzen: Wer macht ihn gesund? Wir hören, er kämpft um ihn, schiebt ihn nicht einfach ab, sucht Heilung für ihn. Schrecklich müssen die Anfälle diesen Jungen zugerichtet haben. Dann neue Hoffnung. Die Jünger eines Jesus können heilen. Und wieder eine Enttäuschung. Die Hundertste? Sie können es nicht.
Wie viel Mut braucht eigentlich ein Kranker, um überhaupt mit Heilung zu rechnen. Wahrscheinlich viel mehr als der Arzt, um dessen Hilfe er fragt.

2.2 Es ist erstaunlich, wie Jesus diese Hoffnung unseres Vaters aufnimmt und weiter führt. Hab Erbarmen, hatte er zu Jesus gesagt, und damit gezeigt wie sehr er seinen Jungen liebt. Die Liebe ist die letzte Kraft im Menschen. Aus ihr heraus schöpfte er die Hoffnung auf Genesung für sein Kind.
Und Jesus sieht die Liebe und die Hoffnung dieses Vaters.
Doch ER fragt nach mehr. ER fragt nach Glauben. Verzweifelt ruft der Vater, ER möge ihm den geben. Hilf meinem Unglauben.


3.1 Was macht denn Glauben hier zur Medizin? Warum kann alles, wer da glaubt, wie Jesus sagt. Was ist denn das für Glaube?

3.2 Der Glaube ist eine Engelskraft im Menschen. Engel sind Boten Gottes. Sie bringen Gottes Nachricht zu uns Menschen. Der Glaube ist eine Engelskraft. Er bringt die Botschaft nicht, er nimmt sie.
Kommt Kraft von Gott, der Glaube nimmt sie auf. Kommt Weisung von Gott, der Glaube nimmt sie auf und lässt sich lenken. Kommt Heilung von Gott, der Glaube nimmt sie. Geist, Seele, Leib, das Leben werden durchtränkt und heil wenn Gott es will. Der Glaube ist die Brücke zwischen uns und IHM. Kommt etwas von Gott, der Glaube ist bereit. Engel bringen, Glaube nimmt.

3.3 Klar, dass das Reich von Gott Kontakt braucht hier in unsrer Welt. Glaube macht den Kontakt.


4.1 In unserer Geschichte überstürzen sich jetzt beinahe die Ereignisse. Die Leute kommen, Aufsehen, Tumult. Nicht dass Jesus von Gott her nicht die Vollmacht hätte zu heilen. Das schon. Doch ER wollte diese Vollmacht weitergeben. Deswegen nutzt ER selbst diese turbulente Situation, um klar zu machen, wie und worum es geht. Entdecke deine Engelskraft in dir. Entdecke Glaube. Sei im Kontakt zum Reich des Herrn. Empfange ihn. Ein eindringlicher Ruf.

4.2 Dann heilt ER. Natürlich. Es sieht aus wie der Tod, wenn Besessenheit weichen muss. Es konnte sich ja eigenes Leben nicht entfalten. Erdrückt und platt lag es am Boden, wo andere Mächte dominierten.
Und Jesus zeigt sich hier als guter Hirte. ER nimmt den Jungen an die Hand und richtet ihn neu auf.

4.3 Wo Glaube durchdringt, da geschieht, was in dem Psalmwort steht:
Mir wird nichts mangeln. ER weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zu frischen Wasser. ER erquicket meine Seele. ER führet mich auf rechter Straße um Seines Namens willen.


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)