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zum 20. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 9. Oktober 2005

Komm unter den Regenbogen!

18 Da kam Noach heraus, er, seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne. 19 Auch alle Tiere kamen, nach Gattungen geordnet, aus der Arche, die Kriechtiere, die Vögel, alles, was sich auf der Erde regt. 20 Dann baute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. 21 Der Herr roch den beruhigenden Duft, und
der Herr sprach bei sich: ICH will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen; denn das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an. ICH will künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten, wie ICH es getan habe.
22 So lange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

1. Mose 8, 18-22

Liebe Gemeinde!

1.1 Am Ende einer langen Geschichte steht dieses Wort der Bibel. Nichts war mehr nach den Weisungen des Herrn gelaufen bei den Menschen. Man folgte nicht mehr IHM. Nichts war mehr bei dem Herrn an Gnade übrig. Es folgte eine Sintflut.
Das einzig Hoffnungsvolle war der Glaube dieses Noah. Der war wie ein Rettungsboot. Aus seinem Glauben wurde eine Arche gebaut. Die rettete. Die alte Schöpfung hatte eine neue Chance. Nach Adam und Eve durften Noah und die Seinen noch einmal neu anfangen. Wie bei der ersten Schöpfung konnten Mensch und Tier noch einmal neu die Erde bevölkern.

1.2 Doch was war wirklich neu? War denn das Böse fort? Ein Mensch, der glaubt, macht keine neue Welt, wie eine Schwalbe keinen Frühling macht. Was war denn wirklich anders nach dem Neuanfang?

1.3 Wir sollten diese Frage sehr genau betrachten. Denn sie berührt auch unser Leben viel mehr als wir ahnen.

1.4 Erinnern Sie sich an den Film im ZDF zur Costa del Sol vor nicht allzu langer Zeit. Ein Ehepaar in Deutschland übergibt die gut laufende Firma in die Hände ihrer Kinder. Noch einmal neu anfangen, so der Traum. Auf an die Costa del Sol! Auf in die Sonne!
Und dann geht alles anders als man träumt. Das Haus in Spanien hat lauter Mängel. Wie lebt es sich mit Menschen nur zum Vergnügen? Die Ehe passt nicht mehr. Und nie gelöste Fragen brechen auf: Was willst du wirklich? Was möchte ich?
Der Neuanfang wird schlimm. Er wird zur Offenbarung nie gelöster Nöte. Nichts Neues bei dem Neuen.

1.5 Was hier wie ein Klischee abläuft ist leider häufig Wirklichkeit - nicht nur bei anderen, auch bei uns selbst. Wir möchten etwas Neues und finden uns am Ende bei alten Fragen wieder. Warum ist das so?

1.6 Wir selber sind nicht anders. Wir nehmen unser Herz auf Erden immer mit. Was nicht im Herzen neu wird, wird auch am Ende nicht zu neuem Leben führen. Urlaub und Sonne, sie machen neue Stimmung aber keine neuen Herzen.
So fragen wir erneut in unserem Text: Was war denn wirklich neu bei diesem Neuanfang des Noah? Gibt es da etwas, was helfen kann für unseren Weg?

1.7 Ja, hören wir. Etwas ist neu.


2.1 Auffällig ist, dass Gott sich ändert. ER macht etwas neu. In unserem Text wird mitgeteilt: ER sprach bei sich. Wir wissen nicht einmal, ob ER es Noah sagte. ER sprach bei sich. Und was?

2.2 Das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an. ICH will künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten (21). Nein, damit rechnet Gott in dieser Welt, dass Sein Wort hintergangen wird. ER rechnet mit dem Bösen. Doch reagiert ER darauf nicht mehr mit Vernichtung. Hier klinkt zum ersten Mal die Feindesliebe Gottes an, die Jesus später aussprach. Das Böse lebt. Die Gnade zehrt sich nicht auf. Sie bleibt auf Erden unbegrenzt. Nicht endlich, unendlich ist Sein Erbarmen. ICH will nicht mehr vernichten, sagt ER.

2.3 Das ist ein Einblick in das Herz des Herrn. Es hat sich hier verwandelt. ER hat zu sich gesagt: Nicht die Vergeltung, die Gnade siegt. Was für ein Augenblick. Wir finden diese frohe Botschaft schon zu Beginn des Alten Testaments.
An vielen Orten und zu vielen Zeiten hat ER Sein Herz voll von Barmherzigkeit gezeigt.
In seinem Sohn, Jesus, ist das dann später gänzlich offenbar geworden. Durch alles Böse sogar am Kreuz hat ER Vergebung und neues Leben aus Gnade geschenkt. Gottes offenes Herz ist voll von Gnade.


3.1 Wenn Gott sich ändert ist das nicht folgenlos für uns.

3.2 Es bietet uns die Möglichkeit, auch etwas Neues zu tun. Wir können stets von Seiner Gnade ausgehen, die uns gilt. Wir können ständig davon ausgehen, dass ER uns will und nicht unsere Vernichtung. Wir können davon leben, dass Seine Güte mich meint und mir gilt.

3.3 Was für ein Ausgangspunkt. Was für ein Lebenssinn. Was für ein Sonnenschein ganz in der Mitte unseres Herzens.
Und nicht einmal das Böse, das uns wehtut oder mit dem wir wehtun, wird das ungültig machen. Seit Noah ist es Gottes Entschluss, den ER bei sich gefasst hat: Die Gnade siegt, nicht die Vergeltung.
Das ist das Neue bei Gottes Neuanfang. Das verändert Herzen. Das kann auch unsere Neuanfänge anders machen.


4.1 Wie das praktisch aussieht lässt sich am Zeichen deutlich machen, dass Gott selber gibt. Die Zusage Seiner unendlichen Gnade unterstreicht ER damals mit dem Zeichen des Regenbogens. Auch Regen wie bei der Sintflut macht Sonne nicht mehr zu Nichte. So entsteht in ihrem Licht als Widerschein der Regenbogen.
Komm unter den Regenbogen! Das ist das Neue.

4.2 Es ist wie wenn ER sagen würde: Was willst du tun, wenn Sorgen kommen und dich überfallen? Du stellst dich unter Meinen Bogen. Er ist ein Unterstand, ein Bunker. Und auf den prasselt alles ein, was kommt. Die Sorgen, Nöte, ungelösten Fragen. Alles fällt erst auf ihn. Ein jeder Teil von Meinem Geist als Farbe Meines Bogens ist ein Schutz.
Und du sitzt drunter und denkst: Wann hört das endlich auf. Und später kriechst du raus. Und links und rechts sind vielleicht viele umgefallen. Doch du stehst da, jung und bewahrt unter dem Schutz von Mir.
Du musst nur weiter unter Meinem Schutz aushalten. Unter der Gnade, das ist das Neue. Bleibe unter dem Regenbogen. Dann werden deine Neuanfänge neu.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)