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zum 3. letzten Sonntag im Kirchenjahr
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 6. November 2005

Vom Reich Gottes

14 Jesus trieb einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. 15 Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. 16 Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17 Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein. 18 Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. 19 Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.
20 Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
21 Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; 22 wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. 23 Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Lukas 11, 14-23

Liebe Gemeinde!

1.1 Was ist eigentlich das Reich Gottes oder die Herrschaft Gottes wie es bei anderen Evangelisten heißt?

1.2 Erlauben Sie, dass ich mich mit einem Beispiel wiederhole. Da finde ich einen fantastischen Knoblauchschneider, effektiv, billig, spülmaschinenfest und überhaupt gut. Und da denke ich: Das ist das Beste, was wir in unserer Küche brauchen: Einen neuen Knoblauchschneider. Sicherlich wird das unsere Küche revolutionieren.
Und ich komme nach Hause und zeige voll Stolz die neue Errungenschaft. Und mir begegnet gar keine Gegenliebe. Weder die Küche noch sie, meine Frau, brauche einen Knoblauchschneider, heißt es schneidend. Denn sie schneide ihn so wie sie ihn schneide. Und die Küche sei ihr Reich.
1.3 Daran können wir sehen, was das Reich Gottes ist. Es ist wie bei der Hausfrau mit der Küche. Sie sagt und es geschieht. So beim Reich Gottes: ER sagt und es geschieht.


2.1 Und wo ist dann das Reich Gottes?
Gibt es einen Flecken auf der Landkarte für das Reich Gottes? - Nein.
Sicher, man hat den Gottesstaat behauptet. Doch gewesen ist er es wohl nie.
Gibt es eine Gruppe von Menschen oder eine Kirche, die sagen könnte: Hier bei uns. - Nein.
Sicher, es mangelt nicht an Sektenführern, die das sagen.
Gibt es einen Lebensstil, eine Frisur, Kleidung für das Reich Gottes? - Nein.
Aber die religiöse Welt ist voll von klerikaler Kleidung, die das nahe legt.

2.2 Wir sehen, dass es da nicht ist. Mancher Wegweiser zum Reich Gottes hält sich selbst für das Ziel. Wie töricht. Doch selbst wenn wir dem Irrtum nicht mehr unterliegen: Wo weist uns Gottes Finger hin?
Wir sehen drei Epochen der Geschichte des Gottesreiches. Sie wollen wir betrachten.


3.1 Epoche 1 des Reiches Gottes: ER spricht und es geschieht.
Wir kennen diese Worte aus der Bibel. Sie sind Teil der Schöpfungsgeschichte. Durch sie rief ER alles ins Leben. Das Reich Gottes zeigt sich in der Schöpfung als erste Epoche.

Michelangelo, Der Finger Gottes bei Der Schöpfung 3.2 Wir selbst sind davon Teil. Jeder Augenblick meines Lebens ist durch Sein Reich. Wir selbst sind durch diesen Finger Gottes gemacht. Unsere Lebenszeit ist ein Geschenk des Reiches Gottes. "All Morgen ist ganz frisch und neu", singen deshalb Christen und loben den Herrn dieses Reiches.

3.3 Und wenn wir feststellen, dass wir uns danach gar nicht fühlen, wir viel zu arm und krank sind, um Gottes Finger zu erkennen, dann sagt die Bibel: Ja, es hat sich viel dazwischen geschoben an Krankheit, Not, Gottesferne, Sünde. Es wurde Unkraut in den guten Samen gemischt. Die Sünde sorgt dafür, dass vieles nicht geschieht, was leben sollte.
Es bleibt oft nur die Ahnung, dass es anders sein könnte. Nur eine Ahnung? Nicht mehr?


4.1 Epoche 2: Doch dann kam ER, Jesus. Auch ER sprach und es geschah.
ER sprach erneut von Gottes Finger. Gottes Wort, es wirkt. Und bei Jesus auch. In Seinen Worten steckt die Vollmacht.

4.2 ER sprach: Mächte der unsichtbaren Welt gehorchten. Wind, Krankheit, Streit, Besessenheit wie hier in unserem Text - sie standen nicht nur stramm. Sie beugten sich vor dem Schöpfer. Ein neuer Schöpfermorgen war angebrochen. Das Reich Gottes ist da. So etwas haben wir noch nie gesehen, sagten die Leute.

4.3 Doch ganz zum Ziel kam Gottes Finger bei Jesus erst unter dem Kreuz.
Als Jesus starb, da starb die Sünde: Vergib! - Und es geschah.
Als Jesus auferstand, da war der Tod besiegt: ICH lebe! - Und es geschah.

4.4 Da zeigte sich das Reich Gottes neu, mehr als am 1. Schöpfungstag. Deshalb nennen Christen Ostern auch den 8. Schöpfungstag, etwas ganz Neues.
Denn damals war ja etwas offen geblieben. Der Baum mit den Früchten der Erkenntnis und der mit den Früchten des Lebens. Diese Früchte waren jetzt reif. Sie stehen in Jesus zur Verfügung.


4.5 Erkenntnis: Ja, es gibt vor Gott Vergebung. Sie ist real. Die Frucht ist da. Für jeden.
Neues Leben: Ja, der Herr ist auferstanden. Es gibt ewige Leben aus dem Glauben an IHN.

4.6 Wo Jesus hinweist mit Seinem Finger, da wird es wirklich neu. Haben wir dies Bild als innere Sehnsucht in uns? Kennen wir diese Liebe zum Reich Gottes?


5.1 Epoche 3: Das Reich Gottes ist noch nicht fertig. Es folgt noch etwas. Zwei Epochen kennen wir, sie liegen hinter uns. Und was jetzt?

5.2 Der Geist von Jesus ist in Seinen Kindern, Seiner Kirche.
Doch ER ist da als Diener, nicht als Chef. Wie wir das kennen. ER: Vergebung ist da. - Doch nicht für mich. ER. Du kannst aufblicken - ich doch nicht. ER: Komm, komm mit! - Da kannst Du lange warten.
Unsere Seele bockt und unser Körper erst recht. Wir sind zerrissen. Ein Stärkerer kommt oft mit Lügen über uns. Das ist der Glaubenskampf. "Ach", sagen wir und sehnen uns nach mehr.

5.3. Und dieses Mehr wird kommen. Denn einmal wird der Finger Gottes in uns nicht nur so verborgen wirken wie das jetzt oft ist. Einmal, sagt Gottes Wort, werden die Kinder Gottes offenbar werden. Dann, wenn ER selbst in Herrlichkeit erscheint und Gottes Reich für alle sichtbar wird. ER wird kommen wie die Sonne an dem letzten großen Tag.

5.4 Der Finger Gottes dringt dann durch. Nicht nur das Herz, auch unsere Seele, unser Körper wird dann von diesem Licht durchdrungen sein, dass Jesus als der Auferstandene hatte.
Das zu erwarten ist eine große Freude. Und das zu erleben ist unser Ziel. Schon jetzt erleben wir das Reich des Herrn. Einmal aber werden wir es sehen von Angesicht zu Angesicht. Wie schön.



Amen.





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Zuletzt geändert am 30.09.2007 von: (fp)