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zum Neujahr
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 1. Januar 2006

Die Jahreslosung 2006 (1)

5 Gott spricht: ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.

Josua 1, 5

1 Nachdem Mose, der Knecht des Herrn, gestorben war, sagte der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, dem Diener des Mose: 2 Mein Knecht Mose ist gestorben. Mach dich also auf den Weg, und zieh über den Jordan hier mit diesem ganzen Volk in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, geben werde. 3 Jeden Ort, den euer Fuß betreten wird, gebe ich euch, wie ich es Mose versprochen habe. 4 Euer Gebiet soll von der Steppe und vom Libanon an bis zum großen Strom, zum Eufrat, reichen - das ist das ganze Land der Hethiter - und bis hin zum großen Meer, wo die Sonne untergeht. 5 Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange du lebst. Wie ich mit Mose war, will ich auch mit dir sein. Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. 6 Sei mutig und stark! Denn du sollst diesem Volk das Land zum Besitz geben, von dem du weißt: Ich habe ihren Vätern geschworen, es ihnen zu geben. 7 Sei nur mutig und stark, und achte genau darauf, dass du ganz nach der Weisung handelst, die mein Knecht Mose dir gegeben hat. Weich nicht nach rechts und nicht nach links davon ab, damit du Erfolg hast in allem, was du unternimmst. 8 Über dieses Gesetzbuch sollst du immer reden und Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, genau so zu handeln, wie darin geschrieben steht. Dann wirst du auf deinem Weg Glück und Erfolg haben. 9 Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht, und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst.

Josua 1, 1-9

Liebe Gemeinde!

1.1 Zum neuen Jahr häufen sich die guten Wünsche und Ratschläge. Nicht nur die Politiker halten ihre Neujahrsansprachen. Auch die Geschäftswelt und Reisebranche meldet sich mit neuen Angeboten zum neuen Jahr.
Auch jeder von uns hat sein Ritual. Wer kann, der feierte mit Freunden oder im vertrauten Kreis. Man macht sich Mut mit gutem Essen und Trinken, den besten Wünschen und oft Feuerwerk, das alles in ein Licht verzaubern soll und Angst vertreibt.
Das Bibelwort zum neuen Jahr bleibt hier nicht draußen vor. Zu jedem Jahr wird uns ein neues Wort gesagt. Es soll für Kommendes das Vorzeichen setzen. Und Christen sehen darin mehr als nur ein Motto. Der Herr benutzt das Wort, um zu uns jetzt zu reden.
So wollen wir es hören als Seinen Hinweis für das neue Jahr. Was sagt ER uns?

1.2 Auffällig ist zunächst an diesem Wort: Gott redet selbst. ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Nicht über IHN wird hier gesprochen. ER selber spricht. Es ist ein Wort von IHM. Es sagt kein Mensch. Wir tun gut daran, diese Beobachtung fest zu halten. Wir kommen später darauf zurück. Betrachten wir jetzt unser Wort.


2.1 Ein Bibelwort ist ja zunächst ein Wort wie jedes andere. Wir hören es, wir lesen es. Wir finden es vom Inhalt interessant. Viele Menschen staunen denn auch, wie viele interessante Worte in der Bibel stehen. Sie hellen auf, sie richten uns, sie weisen einen Weg, sie sprechen eine Wahrheit aus, sie scheinen wie von heute, obwohl oft 3000 Jahre alt.

2.2 So ist es auch mit diesem Wort. Es ist wirklich ein etwas Großes, was hier ausgesprochen wird. ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Wenn das zu jemand gesagt wird, dann zählt es viel. Es gibt Vertrauen. Und wenn der, der es sagt, das auch noch meint, dann ist es Zeichen großer Liebe. Und wenn Gott selbst es sagt wie hier, dann kann sich der wohl glücklich preisen, dem das gilt.

2.3 Der Mann hieß Josua.
Das muss ein interessanter Mensch gewesen sein, dieser Josua, dass Gott sich so für ihn einsetzt. Ein Günstling Gottes. Schön für ihn.

2.4 Wenn ich so einer wäre. Wie sollte ich. Wie käme ich dazu.

2.5 Natürlich hatte Gott auch Seine Interessen. ER wollte, dass Sein Volk Israel ins gelobte Land Israel einzieht. Mose war gestorben. Josua sollte als Nachfolger Moses diese Aufgabe übernehmen.
Konnte er das? Würde es ihm gelingen? Reichten seine Kräfte? War er der Aufgabe gewachsen?
Vor großen Schritten warten große Ängste. Das tröstet, dass auch ein Josua wohl Angst hat.

2.6 Doch Gott schickt keinen einen Weg, für den ER nicht auch die Ausrüstung gäbe. Bei Mose war das so vor Pharao mit den 10 Plagen. Und jetzt bei Josua wieder so eine bombenfeste Zusage: ICH lasse dich nicht fallen.
Man ahnt schon wie viel Stürze es wohl geben könnte, was für Abstürze drohen. ICH lasse dich nicht fallen. Das war die göttliche Vergütung für einen Weg, den Josua mit Gottes Volk zu gehen hatte.
Hoch interessant. Vielleicht hat es Josua Mut gemacht.

2.7 Doch leider heiße ich nicht Josua und gehe auch keinen Weg wie er. Doch es ist durchaus interessant zu sehen, wie Gott anderen Mut macht. Noch nie hat es geschadet, Gottes Wort zu kennen. Hoch interessant. Das war es.

3.1 Das war es? Für viele Ja.
Für sie ist Gottes Wort ein Beispiel unter vielen wie gerade geschildert. Ein gutes oft, zugegeben. Aber es geht unter in den bunten Wünschen zum neuen Jahr. Interessantes ist eben gut für leere Stunden. Aber es lehrt noch lange nicht wie wir den Sinn unseres Lebens packen.

3.2 Ich sagte anfangs, es sei auffällig, dass Gott selber redet. Warum das wichtig ist?
Bekommen Sie mal einen Brief, in dem nette Dinge stehen. Sie lesen ihn und finden Interessantes.
Und dann sind Sie mal verliebt und bekommen einen Brief. Wie unterschiedlich Sie den wohl lesen.
Wenn ich den Absender kenne, dann zählt nicht nur der Inhalt. Dann wird bei allem, was ich höre, für mich wichtig: Du sagst es. Du. Ein Wort von Dir.

3.3 So muss es Josua ergangen sein. Er hatte diese Aufgabe bekommen, weil er der rechte Mann am rechten Fleck zum rechten Zeitpunkt war. So ist das doch bis heute.
Doch konnte er auf Gott vertrauen. Er kannte wohl die Absichten des Moses. Doch war Gott auch mit ihm? Wollte Gott seinen Einsatz? War Gott mit ihm auf seinem Weg? War er autorisiert? Er war zwar wohl geschickt, doch war er auch berufen?

3.4 Mit interessanten Worten lässt sich so was nicht mehr klären. Das braucht eine tiefe Antwort.
Braucht sie nicht jeder neu, nicht nur in einem neuen Jahr?
Ist Gott mit mir? Mache ich eigentlich das Rechte? Geht einer mit, der mich auch führt? Wer stützt mich, wenn ich falle? Wer gibt mir Kraft, mein wahres Selbst zu leben. Nicht nur die äußerlichen Dinge, die mich kompetent und angesehen erscheinen lassen?

3.5 Josua hörte nicht nur interessante Worte, die Mut machen sollen. Er hörte Gottes Stimme. Die drang durch sein Erkennen tief in sein Herz. Die Stimme Gottes verwandelte sein Herz. Sie ließ ihn wissen, was er ist.
Wenn Du, Herr, zu mir redest, dann meinst Du mich. Dann werde ich nicht fallen. Dann bin ich nicht verlassen. Du redest. Du bist da. Das ist der Schlüssel, warum ich meinen Weg jetzt gehen kann. Durch dein Wort zu mir habe ich Dich und mich gefunden.


3.6 Das ist eine zweite Weise, Gottes Wort zu hören. Sie geht tiefer. Ich höre Gottes Wort als Seine Stimme an mich. Ich lese Gottes Wort als Liebesbrief für mich. Ich sehe Seine Worte, doch eigentlich sehe ich Ihn. ER spricht in Seinem Wort zu mir. Gott redet selbst durch dieses Wort.

3.7 Wer das erfährt hat plötzlich eine persönliche Begegnung mit diesem Gott. Und wer dies ernst nimmt und erwidert hat plötzlich eine persönlichen Beziehung zu diesem Gott. Warum denn nicht. ER hat doch zu mir gesprochen. Und ich habe geantwortet. Mit Seinem Reden fängt das an.

3.8 In Worten aus der Bibel suche ich in Zukunft nach diesem Reden Gottes. Das Interessante, aber auch das Normale in Gottes Wort, wird so zur offenen Tür, von der ich hoffe:
Herr, komme da durch. Herr, rede weiter.
Der Josua war einer, zu dem Du sprachst. Herr, tue es auch heute. Wie schön, dass Du es tust, nicht nur zu ihm, ja auch zu mir.

3.9 Für dieses neue Jahr wäre es die größte Bereicherung, das Reden Gottes selbst zu erfahren. Wir würden innerlich geleitet sein. Wir wüssten worauf wir hoffen. Wir hätten eine reale Sehnsucht für unser wahres Selbst. Wir würden immer wieder neu uns finden und den Herrn.


4.1 Und was ist dann mit dem Inhalt dieser Zusage an Josua? ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Gilt die denn jetzt für mich? Der Herr sprach sie zu Josua. Ist sie denn meine Jahreslosung oder nicht?

4.2 Vor dem gesagten Hintergrund ist dies jetzt klar. Natürlich sagte es der Herr zu Josua. Doch wenn der Herr es sagte und ER auch heute redet, dann gilt es nicht nur damals, dann gilt es jetzt.

4.3 Wie ich das merke? Gott spricht im Präsens. Frage ich IHN.
Herr, ICH lasse dich nicht fallen. ICH verlasse dich nicht. Meinst Du das auch zu mir? Du kennst meinen Weg. Du weißt um meine Bitte. Gib mir doch Antwort.

4.4 Und wenn Sie dann durch dieses Wort hindurch noch einmal lauschen: ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht., dann achten sie auf Seine Stimme. Spricht ER Sie an? Gibt es für Sie ein Echo? Meint ER auch Sie?

4.5 Geben Sie nicht auf. Bleiben Sie dran. Warten Sie bis Sie das Echo spüren. Es lohnt sich. ER spricht auch heute, auch für Sie.
Wenn Sie in dieser Haltung bleiben, dann wird das neue Jahr lebendig sein. Denn fallen lässt ER keinen, der auf Sein Wort hört.


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)