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zum 1. Sonntag nach Epiphanias
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 8. Januar 2006

Die Jahreslosung 2006 (2)

5 Gott spricht: ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.

Josua 1, 5

1 Nachdem Mose, der Knecht des Herrn, gestorben war, sagte der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, dem Diener des Mose: 2 Mein Knecht Mose ist gestorben. Mach dich also auf den Weg, und zieh über den Jordan hier mit diesem ganzen Volk in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, geben werde. 3 Jeden Ort, den euer Fuß betreten wird, gebe ich euch, wie ich es Mose versprochen habe. 4 Euer Gebiet soll von der Steppe und vom Libanon an bis zum großen Strom, zum Eufrat, reichen - das ist das ganze Land der Hethiter - und bis hin zum großen Meer, wo die Sonne untergeht. 5 Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange du lebst. Wie ich mit Mose war, will ich auch mit dir sein. Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. 6 Sei mutig und stark! Denn du sollst diesem Volk das Land zum Besitz geben, von dem du weißt: Ich habe ihren Vätern geschworen, es ihnen zu geben. 7 Sei nur mutig und stark, und achte genau darauf, dass du ganz nach der Weisung handelst, die mein Knecht Mose dir gegeben hat. Weich nicht nach rechts und nicht nach links davon ab, damit du Erfolg hast in allem, was du unternimmst. 8 Über dieses Gesetzbuch sollst du immer reden und Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, genau so zu handeln, wie darin geschrieben steht. Dann wirst du auf deinem Weg Glück und Erfolg haben. 9 Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht, und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst.

Josua 1, 1-9

Liebe Gemeinde!

1.1 Bei der ersten Betrachtung unserer Jahreslosung 2006 hatten wir uns klar gemacht, welche Besonderheit das Reden Gottes in sich birgt.

1.2 Die Jahreslosung ist ein Wort des Herrn, kein Wort über Ihn. Spricht ER, dann ist uns geholfen. Spricht ER zu uns, dann erhält unser Leben Anschluss an die tiefste Dimension des Lebens, an die Quelle des Lebens. Bei Dir ist die Quelle des Lebens, so heißt es an anderer Stelle in einem Psalmwort. Das Reden des Herrn ist Vorraussetzung für einen lebendigen Glauben. Ohne das Reden des Herrn bleibt kein Glaube frisch. Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Diese Wahrheit ist so wichtig, dass sie in die Abendmahlsliturgie der Kirche eingegangen ist.


2.1 Josua hatte dieses Wunder erlebt, dass Gott zu ihm spricht. Er hatte es so dringend gebraucht.
Würde er der Aufgabe als Nachfolger des Moses gewachsen sein? Würde er die schwierige Aufgabe bewältigen, das Volk Israel beieinander zu halten? Würde es ihm gelingen, die Aufgabe zu erfüllen, die ihm blieb: Das Volk über den Jordan führen und das verheißene Land Israel einzunehmen?
Mose hatte mit Gott gesprochen und ER mit ihm. Würde Josua auch diese Führung Gottes durch Sein Reden erleben? Wie sollte es gelingen ohne dieses Wort des Herrn?

2.2 Und Gott sprach: ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Da war diese Stimme des Herrn. ER spricht. ER spricht auch zu mir, Josua. Das Wort des Herrn ist da. Ich weiß nun, wer ich bin: Auch ich bin in der Führung dieses Gottes. Wo Sein Wort ist, da ist ER selbst nicht fern. ER war mit Mose, ER ist auch mit mir. Auf Dein Wort hin will ich es wagen.

2.3 So mag Josua gedacht haben. So haben seitdem viele Menschen gedacht.
Auf dieses Wort des Herrn hin wurde Samuel Prophet: Samuel, Samuel - Herr, hier bin ich. Rede, Dein Knecht hört.
Auf dieses Wort hin wurde David König: Dieser ist es. Den sollst du salben.
Auf dieses Wort des Herrn hin wurde Jesaja ein Prophet: Wen soll ICH senden? Wer wird für uns gehen. Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich.
Auf dieses Wort hin wurde die Berufung unseres Herrn bei der Taufe im Jordan öffentlich: Dies ist Mein lieber Sohn. Den sollt ihr hören.
Auf dieses Wort hin verließen die Jünger ihre Netze am See Genezareth und folgten Jesus nach: Fürchte dich nicht. Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
Auf dieses Wort hin fiel ein Saulus vom hohen Ross und wurde ein Paulus: ICH bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf.
Die Bibel ist voll der Worte unseres Gottes an Menschen. Sie hörten und sie folgten.

2.4 Weil lebendiger Glaube damit beginnt ist dieses Reden unseres Herrn so wichtig. Erwarten wir es? Rechnen wir damit auch heute? Möchten wir das überhaupt? Sind wir voll Sehnsucht danach? Sind die Ohren unseres Herzens geöffnet?
Mit dieser Frage entlässt uns unser Wort ins neue Jahr 2006. Es wird ein spannender Weg.


3.1 Wir wollen uns heute noch einem zweiten Aspekt dieses Wortes zu wenden. Es ist ein ganz wichtiger Gesichtspunkt für unseren Glauben. Wir können ihn uns an Josua wieder klar machen.

3.2 Stellen Sie sich einmal vor, Josua hat - wie in unserem Wort beschrieben - die Stimme des Herrn gehört. Voll innerem Glück wäre er aus seinem Zelt gehüpft und wäre laut jubelnd umhergetanzt. Seine Frau und die nächsten Bediensteten hätten dieses Schauspiel gesehen und ihn schließlich gefragt, was er da mache. Der Herr hat geredet, der Herr hat geredet! So jubelt Josua. Alle sind ein wenig verblüfft. Schließlich fragt einer: Und was hat ER gesagt?
Da bleibt Josua stehen und guckt ganz verdutzt. Oh. Das habe ich vergessen.

3.3 Vielen Christen geht es so auf ihrem Glaubensweg.
Es gibt sehr wohl Augenblicke, da hat der Herr zu uns gesprochen. Es mag eine wunderbare Erfahrung der Hilfe oder Heilung, des Zuspruchs oder der Verheißung gewesen sein. Vielleicht war es noch ganz anders. Ein jeder weiß es, wenn der Herr zu ihm spricht.
Voll Freude kommen wir aus unseren alten Haltungen heraus. Unser Leben ist in solchen Momenten noch einmal wie neu. Wir sind berührt von Gottes Gnade, dass ER zu uns spricht. Wir tanzen innerlich und manchmal ja auch nach außen.
Und nach einer Zeit der Freude ist alles vorbei. Die Wolken ziehen wieder vor die Sonne. Das eben noch so klare Licht ist wieder trüb. Warum? Was ist passiert? Es war doch alles echt? Warum verfliegt die wunderbare Erfahrung dieses Redens unseres Herrn?
Was hat ER denn gesagt? - Oh. Das habe ich vergessen.

3.4 Das Wort des Herrn ist wunderbar. Doch ist es niemals konserviert. Es lässt sich nicht aufheben. Ich gehorche ihm. Oder es verblasst und irgendwann verschwindet es sogar. Es wird ganz unscheinbar, was mich zutiefst anrührte und erquickte. Das Wort des Herrn lebt selbst im Präsens. Es fordert uns heraus, dasselbe auch zu tun.
Herr, dies ist Dein Wort heute. Danke. Ich höre. Ich gehorche. Und morgen redest Du es neu. Dann höre ich wieder. Dann will ich wieder Dir gehorchen. Dran bleiben, jeden Tag dran bleiben. Ein jeder Tag ein neues Reden unseres Herrn.


4.1 Und was sagte der Herr zu Josua?
Gott sei Dank hat er zugehört, sonst hätten wir die Worte nicht, die Gott selbst sprach. Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Sei mutig und stark!

4.2 Jetzt denken Sie vielleicht, was für ein Wort. Der Rest ist nach so einer Verheißung doch nur ein Kinderspiel. Aber Vorsicht. Bedenken Sie.
Auch Josua musste dieses wunderbare Wort des Herrn in sein Herz lassen. Es musste dort den festen Acker seines Bodens umgraben. Die Wurzeln der Angst musste er mit diesem Wort auch Stück für Stück ausreißen. Und Josua musste dann die Hoffnung in sein Herz einpflanzen: Der Herr verlässt mich nicht.

4.3 Und beim nächsten Konflikt wurde alles sofort auf die Probe gestellt.
Josua denkt im Herzen: Der Herr hat gesagt, ICH lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. - Und Josua antwortet: Nein, liebe Leute, wir brauchen nicht zu denken, wir sind verlassen. Der Herr ist da. - Wo denn? Wir sehen das nicht! - Josua: Der Herr ist da.

4.4 Merken Sie wie das geht? Verheißungsworte des Herrn sind lebendig. Wir nehmen sie in unser Herz. Sie stärken uns. Und dann stehen wir zu ihnen, wenn es eng wird. Und wir halten daran fest. Das ist Glaube. Und dann sind wir stark durch sie.
Wir könnten sie auch vergessen oder wegwerfen oder übergehen. Aber dann sind wir ungehorsam und löschen sie in uns aus.

4.5 Der Josua musste jedes Wort des Herrn in seinem eigenen Leben mühsam lernen, durchleiden kann man fast sagen. Das Wort des Herrn wächst durch uns durch.
Und Gott sei Dank geht die Vergebung immer mit, so dass wir stets auch neu anfangen können.
Herr, heute wieder neu: Sei mutig und stark! Ich habe es von Dir gehört. Ich glaube Dir. Ich bin es. Mein Herz ist noch einmal bereit, mutig und stark zu sein. Auch nach dem letzten Flop. Mutig und stark.


5.1 Dem Wort des Herrn zuhören und ihm gehorchen. Und damit seinen Tag gestalten macht jeden Tag zum Tag des Herrn, den wir auf Erden haben.

5.2 So gibt die Jahreslosung uns feine Aufgaben, die uns im Glaubensleben mit unserem Herrn wachsen lassen.


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)