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zum 3. Sonntag nach Epiphanias
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 22. Januar 2006

Die Erde des Naaman

1 Naaman, der Feldherr des Königs von Aram, galt viel bei seinem Herrn und war angesehen; denn durch ihn hatte der Herr den Aramäern den Sieg verliehen. Der Mann war tapfer, aber an Aussatz erkrankt. 2 Nun hatten die Aramäer bei einem Streifzug ein junges Mädchen aus dem Land Israel verschleppt. Es war in den Dienst der Frau Naamans gekommen. 3 Es sagte zu seiner Herrin: Wäre mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria! Er würde seinen Aussatz heilen. 4 Naaman ging zu seinem Herrn und meldete ihm: Das und das hat das Mädchen aus Israel gesagt. 5 Der König von Aram antwortete: So geh doch hin; ich werde dir ein Schreiben an den König von Israel mitgeben. Naaman machte sich auf den Weg. Er nahm zehn Talente Silber, sechstausend Schekel Gold und zehn Festkleider mit 6 und überbrachte dem König von Israel das Schreiben. Es hatte folgenden Inhalt: Wenn jetzt dieser Brief zu dir gelangt, so wisse: Ich habe meinen Knecht Naaman zu dir geschickt, damit du seinen Aussatz heilst. 7 Als der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und rief: Bin ich denn ein Gott, der töten und zum Leben erwecken kann? Er schickt einen Mann zu mir, damit ich ihn von seinem Aussatz heile. Merkt doch und seht, dass er nur Streit mit mir sucht. 8 Als der Gottesmann Elischa hörte, der König von Israel habe seine Kleider zerrissen, ließ er ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Naaman soll zu mir kommen; dann wird er erfahren, dass es in Israel einen Propheten gibt.

9 So kam Naaman mit seinen Pferden und Wagen und hielt vor dem Haus Elischas. 10 Dieser schickte einen Boten zu ihm hinaus und ließ ihm sagen: Geh und wasch dich siebenmal im Jordan! Dann wird dein Leib wieder gesund, und du wirst rein. 11 Doch Naaman wurde zornig. Er ging weg und sagte: Ich dachte, er würde herauskommen, vor mich hintreten, den Namen Jahwes, seines Gottes, anrufen, seine Hand über die kranke Stelle bewegen und so den Aussatz heilen. 12 Sind nicht der Abana und der Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Gewässer Israels? Kann ich nicht dort mich waschen, um rein zu werden? Voll Zorn wandte er sich ab und ging weg. 13 Doch seine Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu: Wenn der Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es tun; wie viel mehr jetzt, da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich, und du wirst rein. 14 So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes, und er war rein. 15 Nun kehrte er mit seinem ganzen Gefolge zum Gottesmann zurück, trat vor ihn hin und sagte: Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt außer in Israel. So nimm jetzt von deinem Knecht ein Dankgeschenk an!

16 Elischa antwortete: So wahr der Herr lebt, in dessen Dienst ich stehe: Ich nehme nichts an. Auch als Naaman ihn dringend bat, es zu nehmen, lehnte er ab. 17 Darauf sagte Naaman: Wenn es also nicht sein kann, dann gebe man deinem Knecht so viel Erde, wie zwei Maultiere tragen können; denn dein Knecht wird keinem andern Gott mehr Brand- und Schlachtopfer darbringen als Jahwe allein. 18 Nur dies möge Jahwe deinem Knecht verzeihen: Wenn mein Herr zur Anbetung in den Tempel Rimmons geht, stützt er sich dort auf meinen Arm. Ich muss mich dann im Tempel Rimmons niederwerfen, wenn er sich dort niederwirft. Dann möge das Jahwe deinem Knecht verzeihen.
19 Elischa antwortete: Geh in Frieden!


2. Könige 5, (1-8).9-15.(16-18).19a

Liebe Gemeinde!

1.1 In Spanien werden die heiligen drei Könige mit großen Umzügen gefeiert. Sie, die das Heil der Welt suchten, kamen mit ihrem Anliegen zum König Herodes von Israel. Dort gingen sie leer aus. Doch abseits der großen Welt fanden sie in einem armen Stall doch noch ihr Ziel, Jesus, das Heil. Sie mussten sehen, dass das Heil nicht Macht und Reichtum ist, sondern ein Geschenk. Seit dieser Zeit schenken sich Menschen zu Weihnachten und hier in Spanien auch zu Epiphanias Gaben, die Freude machen.

1.2 Ist Ihnen aufgefallen, dass unsere heutige Geschichte dramatisch viele Parallelen zu den Los Reyes besitzt?

1.3 Manchmal sind ja die Menschen in der Küche wie ein Stern. Diese Frau bei dem Naaman war es jedenfalls. Sie gab den Hinweis: Es gibt Heilung. Und wie die drei Weisen später dem Stern nachzogen, so zog auch Naaman los ins Land der Verheißung, nach Israel. Auch er fragt nach beim König wie die Weisen bei Herodes. Natürlich kann der nicht helfen. Doch der Weg geht weiter zur armen Hütte des Propheten Elischa. Wie die Weisen zum Kind Gottes kamen, so kommt Naaman zum Mann Gottes.

1.4 Und dann wird Demut gefragt. Die Weisen knien, der mächtige Mann Naaman muss in die Knie. Er soll im Jordan untertauchen. Vom Kampf um den inneren Stolz hören wir nichts bei den Weisen. Doch wir wissen nichts von den Gesprächen vor der Stalltür. Naamans Kampf wird ungeschminkt beschrieben: Da geh ich nicht rein in diese Drecksbrühe. Unsere Heilquellen sind besser. Mit mir nicht.
Fast ist das schönste in der Geschichte, wie beschrieben wird, dass Einsicht sogar Stolz besiegt. Wie schön ist es, dass es so etwas gibt. Es waren kluge Mitarbeiter, die ihm deutlich machten, dass Demut mehr wiegt als groß dastehen. Eine schöne Umkehr, die der Naaman vollzieht.

1.5 Geheilt und voller Glück will er bezahlen, was ihm geschenkt wurde. Doch anders als die Weisen bekommt er seine Gaben nicht los. Gottes Güte lässt sich nicht verrechnen. Der Segen seiner Heilung ist umsonst. Damit dies Zeichen "Allein aus Gnade" klar ist, muss er seinen Reichtum wieder mitnehmen.

1.6 Und hier verlieren sich nun die Parallelen der Geschichte.
Legenden erzählen von den Weisen, dass einer in Israel geblieben ist und später sogar die Passion Jesu miterlebte. Er wurde Zeuge seines Todes und seiner Auferstehung.
Eine ebenso merkwürdige Kleinigkeit wird auch von Naaman am Ende erzählt. Er will Erde mitnehmen, Erde, die zwei Maultiere tragen können.

1.7 Hier sind wir nun an einer Stelle für das tiefere Verstehen unserer Geschichte. Denn in dieser Merkwürdigkeit der mitgenommenen Erde liegt ein Schlüssel für das geistliche Verstehen unseres Textes, wie Christen ihn erkennen.


2.1 Alles Natürliche ist ein Bild für das Geistliche. Und alles Geistliche ist ein Bild für das Himmlische. So lässt sich Gottes Wirken in Seinem Wort verstehen.

2.2 Was wir an dem Weg von Naaman oder von den drei Königen natürlicherweise erkennen ist auch ein Bild für den geistlichen Weg im Glauben. Was ihm als äußere Geschichte widerfuhr ist auch ein Gleichnis für den inneren Weg der Geschichte unseres Glaubens.

2.3 Ich greife nur drei Dinge heraus. Wir können bei der Betrachtung noch weit mehr entdecken.


3.1 Auf der Suche nach unserem Heil sind wir alle unterwegs. Keiner ist fertig. Jeder läuft. Ob arm oder reich. Nie sind wir fertig. Und manchmal gibt ein Küchenmädchen einen Tipp. Und dann brechen wir wieder auf.
Unser Herz ist unruhig. Denn im Tiefsten sind wir geistlich aussätzig, ausgesetzt aus dem Paradies, entfernt von der Quelle unseres Heils.
Wohl dem, der seine Sehnsucht kennt und ihr auch folgt. Ich will heil werden! Das ist die Botschaft, die in uns lebt.
Leben wir sie solange, bis unser Herz Ruhe findet. Sie kann ein Ruf unseres Herrn sein.


3.2 Als Christen wissen wir: Es geht nicht ohne das Untertauchen im Jordan, das Ablegen des alten Menschen. Dem Demütigen gibt Gott Gnade. Denn im Stolz ziehen wir nur nach Hause in unser altes Leben zurück. Naaman musste in den Jordan. Das Untertauchen in den Jordan ist die Taufe. Sie bedeutet: Herr, ich lasse mich los. Ich gebe alles in Deinen Tod, meinen Stolz, mein Ich, mein Leben. DU bist für mich gestorben, hast alles weggenommen, was mich kränkt. Siebenmal ist die Zahl des Geistes. Dein Geist reinigt mich. Wie gut, dass ER es tut. ER weiß, wer ich bin. Ich bin gereinigt in Dir.
Aus dem aussätzigen Naaman wurde ein geheilter Mensch. Aus uns sündigen Menschen werden heilige Kinder Gottes. Wasser des Jordan, lebendiges Wasser Jesu im Sakrament der Taufe.


3.3 Und nun zum letzten Bild der mitgenommen Erde. Warum will Naaman Erde mitnehmen?
Diese Erde ist das Land, wo er heil wurde. Auf dieser Erde erfuhr er, wie Gott ihn berührte. Über diese Erde floss der Jordan, in dem er gesund wurde. Auf dieser Erde wuchsen die Pflanzen, die er ganz neu erlebt. Und dort leben die Menschen, die ihm das Heil vermittelten. Es ist der Ort seines neuen Herrn und Gottes. Diesen Ort nimmt er mit in dieser Erde. Sie ist Zeichen des Heils, Geheimnis des Glaubens.

Ein Geheimnis des Glaubens nehmen auch Christen auf ihrem Weg des Glaubens mit. Auch sie kennen die Zeichen des Heils im Sakrament. Brot und Wein begleiten sie. In diesen Gaben hat der Herr geredet. Mein Leib für euch gegeben. Mein Blut für euch vergossen.
Seine Erlösung hat ER geschenkt. Sein neues Leben hat ER für unser altes gegeben. Nichts fehlt. Vergesst es nicht. Stärkt euch. Erinnert euch. Nehmt das neue Leben mit. Tut dies zu Meinem Gedächtnis.
Naaman packte Erde ein. Wir nehmen das Sakrament auf unserem Glaubensweg mit. Es ist unser Zeichen, dass der Herr uns heil gemacht hat. Es birgt unser Geheimnis des Glaubens.
Und wenn wir uns in einer gottfernen Umwelt bewegen müssen wie Naaman in der Begleitung seines Königs in fremden Tempeln dienen musste, dann bleibt doch dieses Geheimnis des Glaubens unser Schutz und Halt.


4.1 So wird uns diese alte Geschichte des Naaman zu einem Glaubensbeispiel und Bild für die Wege unseres Herrn, durch die ER zu uns redet.


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)