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zum 4. Sonntag nach Epiphanias
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 29. Januar 2006

Geistliche Scheckkarte

14 Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit. 15/16 Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. 17 Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. 18 Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt 19 und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke. 20 Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat.

Epheser 1, 15-20a

Liebe Gemeinde!

1.1 Ich kann nie vergessen, wie ich die beste Pizza meines Lebens gegessen habe, die mir am wenigsten geschmeckt hat. Das kam so.
Als Student wollte ich unbedingt Ski fahren, ein für mich unbezahlbares Unternehmen. Ich habe es hinbekommen. Ich habe mir alles zusammengeliehen, was man brauchte. Und ich habe vor allem alles überlebt, freilich nicht ohne blaue Flecken. Am Schluss war ich völlig leer gebrannt. Es gab noch das Geld für die Rückfahrt, ein paar Münzen und den Wunsch nach einer guten Pizza.
Und dann fand und aß ich sie. Lecker. Doch bei jedem Biss dachte ich: Und wenn das Geld nicht reicht, was du noch hast. Ich hatte nicht rauskriegen können, wie teuer meine Mahlzeit würde. Reserven gab es nicht. Und bei jedem Happen wurde der Druck größer: Würde es reichen? Am Ende hätte ich die leckerste Pizza am liebsten nicht gegessen und zurückgegeben, so Leid war sie mir geworden. Mit alten Socken kann man nun mal nicht bezahlen. Nie hat mir später jemals etwas schlechter geschmeckt als diese gute Pizza.
Um nichts offen zu lassen. Das Geld reichte, Gott sei Dank. Es blieben ein paar Lire übrig, aber nur ein paar.

1.2 Mir ist das immer in Erinnerung geblieben als ein Beispiel dafür, wie viele Christen ihren Glauben erleben. Manches ist ja bei Gott wie ein fantastisches Stück Pizza. Lecker, schmackhaft, saftig. Und bei vielen gibt es auch den echten Glaubenshunger. Das möchte ich noch haben, das tut mir jetzt gut, das würde mir helfen.
Und manchmal gelingt es auch, ein Glaubensmenu zu finden. Ich habe ein Bibelwort, einen Hinweis, eine Auslegung mitbekommen, die passt, die anspricht, die mich erreicht. Und dann denke ich bei jedem Glaubensbissen: O, kann ich das auch bezahlen? Ist das nicht zu vermessen, es für mich zu nehmen? Soll das für mich gelten? Innere Zweifel an der Glaubens-Bonität.
Wie viele Christen haben - wie ich damals - das nicht schon erlebt. Doch dann haben sie einfach aufgehört zu essen. Der Zweifel war zu stark. Ich weiß nicht, ob ich dessen würdig bin. Ich kann das vielleicht mit meinem Leben nicht decken und bezahlen. Und das will ich nicht.
Und so vergeht der Appetit am Schönsten.

1.3 Auf der Heimfahrt vom Skifahren habe ich damals einen Entschluss gefasst, den ich bis heute halte. Von meinem ersten Geld besorge ich mir - und wenn ich später Kinder habe, die alleine verreisen, auch meinen Kindern - eine Kreditkarte, damit mir nie der Appetit vergehen muss bei einer schönen Pizza. Für ein Essen solle es immer reichen. Immer.

1.4 Und jetzt sind wir beim Thema unserer Predigt.


2.1 Unser Wort spricht nämlich auch von einer Kreditkarte. Von einer geistlichen Kreditkarte, mit der wir Zugriff haben auf ein gedecktes geistliches Konto, sogar auf das ganze himmlisches Erbe. "Der Heilige Geist ist der erste Anteil des himmlischen Erbes, das wir erhalten sollen" (14), so heißt es in dem Bibelwort. Der Heilige Geist ist die geistliche Kreditkarte. Durch IHN sind wir nicht pleite, wenn es um die Frage geht: Reicht das für mich? Bin ich gut genug? Kann ich das bezahlen? Gilt das auch mir?

2.2 Das Erbe, über das ER verfügt und mit IHM auch wir, ist riesengroß. Es ist "die Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden" (14). Jesus hat die Erlösung für uns bewirkt. Die Kosten sind bezahlt, die unsere Sünden machen. ER hat es am Kreuz in Ordnung gebracht.

2.3 Ob das auch gültig ist? Ob das auch reicht, reicht es für mich?
Unser Bibelwort führt aus, dass nichts auf Erden das ungültig machen kann. Denn der Garant, Jesus Christus, ist auferstanden von den Toten. Das ist das Zeichen der Gültigkeit. ER wurde erhoben zum Himmel, auf den Platz zur Rechten Gottes (20), dem sichersten Ort der Welt. Vom Himmel her ist dieses Wort gedeckt: Bezahlt ist Deine Sünde. Die geistlichen Gaben gehören auch Dir. Das Erbe liegt im Himmel für Dich bereit. Es ist groß genug. Es reicht. Es ist für Dich. Du kannst da dran.

2.4 Der Heilige Geist macht das konkret, verfügbar, zur baren Münze. ER ist die geistliche Scheckkarte, mit der ich die Erlösung für mich einlöse. Herr, das gilt für mich. Ja. Herr, das ist wahr für mich. Ja. Herr, ich glaube das jetzt. Ja.
Dass das Ja als Echo Gottes in meinem Herzen klingt, das ist der Heilige Geist. Dass die Gewissheit in mir, vor Gott und vor Menschen da ist, das gilt für mich! - das macht der Heilige Geist. Dass Sie die Verheißungen für sich ohne Zweifel annehmen, das ist der Heilige Geist. Mit IHM gilt: Ich bin wertvoll vor Gott.


2.5 Mit dem Heiligen Geist schmeckt jedes geistliche Menü. Es ist bezahlt. Das ist die Aussage unseres Wortes. Es ist die Botschaft für unser Leben.
Lassen Sie uns noch anschauen, was in unserem Wort als Menu genannt wird. Ich entdecke Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch.

3.1 Die Vorspeise.
"Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch IHN berufen seid" (18).
Das ist schon etwas Großes. Beim Herrn steht die Hoffnung als Vorspeise auf dem Plan.
Wer keine Hoffnung hat, ein Spiel zu gewinnen, der wird bestimmt verlieren. Wer keine Hoffnung hat, durch den Tag zu kommen, wie will der sein Leben packen? Die Hoffnung öffnet die Tür zu unserem Leben.

3.2 Versteht - sagt das Bibelwort. Hoffnung ist nicht Schicksal, sie kommt nicht mal so und mal so. Versteht die Hoffnung, ergreift sie im Glauben: Gott beruft uns, Seine Kinder, zu einem Leben vor IHM. Und diese Berufung hat ihr Ziel darin, einmal vor Seinem Thron zu stehen. Und dann geht es weiter.

3.3 Viele Christen begreifen ihr Leben nur von hinten, was war, was geworden ist, welchen Weg sie gingen. Wichtig für die Hoffnung ist, es von vorne zu begreifen, von dem her, was auf uns wartet. Wo sollen wir ankommen? Vor dem Angesicht Gottes.
Das ist unser Hoffnungsweg, der durch nichts zu unterbrechen ist. DU bist meine Hoffnung.

3.4 Vorspeise Hoffnung, damit beginnt jeder Glaubensweg. Der Heilige Geist macht in mir dazu ein Ja.


4.1 Hauptspeise Reichtum.
Ein himmlischer Reichtum steht uns zur Verfügung, sagt unser Wort. Was ist das denn? Was ist die Herrlichkeit des himmlischen Erbes? Was schenkt Gott Seinen Heiligen, Seinen Kindern? Was ist der Hauptgang im Glaubensmenu?

4.2 Es ist nicht nur das Leben hier auf Erden, mit dem wir zu Recht kommen und das uns gelingt. Es ist darüber hinaus die Teilhabe an Jesu Auferstehungsleben, sagt unser Wort. Wo ICH bin, da sollt auch ihr sein, sagt Jesus an anderer Stelle. Der Herr setzt uns in Seinen Dienst ein. Was wir hier im Glauben üben geht in der ewigen Welt in Herrlichkeit weiter. Im Glauben werden wie nie Rentner.

4.3 Wie im Himmel, so auf Erden - das ist unsere Erlösung. Aber wie auf Erden, so im Himmel - das ist unser Erbe. Dieses Erbe wird sichtbar, wenn ER in Herrlichkeit erscheint oder wir vor IHM sind nach unserem Tod. Da kehren sich noch manche Rollen um. Und viele Letzten werden dann die Ersten sein.

5.1 Der Nachtisch Macht.

5.2 Erstaunlich wie manche Menschen nach Macht suchen. Dabei wissen weise Menschen, dass wer sie sucht oder süchtig nach ihr ist, sie nie haben wird, weil die Lebenszeit damit vertan wird, sie zu bekommen. Wahre Macht ist stets geschenkt. Ich lebe sie. Oder ich habe sie gar nicht.

5.3 Die Macht des Glaubens, die Vollmacht, ist da gar nicht anders. In unserem Wort heißt es dazu: "… wie überragend groß sich Gottes Macht an uns, den Glaubenden, erweist durch das Wirken Seiner Kraft und Stärke" (19).
Ach, Herr, fülle mich neu mit Deiner Gnade. Das ist ein Gebet, bei dem die Vollmacht wächst. Ach, Herr, lass mich deutlicher Deine Stärke bei mir sehen. Das ist der Weg zu einem stärkeren Glauben.

5.4 Christen mit Vollmacht sind demütig. Sie stehen nicht an als die Großen. Bei ihnen und in ihrer Nähe wird der Herr groß. Sie zu erleben ist wie ein süßer Nachtisch voller Köstlichkeiten.
Der Heilige Geist macht in uns, dass wir das wollen.


6.1 Das war unser Glaubensmenu.
Das Leckerste, was es auf Erden gibt, wird auch unser Genuss, wenn unser Herz dazu Ja sagt.
Ja, es ist bezahlt für mich. Ich kann das nehmen. Der Heilige Geist als geistliche Scheckkarte liegt dafür bereit.

Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)