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zum Letzten Sonntag nach Epiphanias
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 5. Februar 2006

Wie Chrisus in Seiner Kiche sein will

9 Ich, euer Bruder Johannes, der wie ihr bedrängt ist, der mit euch an der Königsherrschaft teilhat und mit euch in Jesus standhaft ausharrt, ich war auf der Insel Patmos um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus. 10 Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune. 11 Sie sprach: Schreib das, was du siehst, in ein Buch, und schick es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea. 12 Da wandte ich mich um, weil ich sehen wollte, wer zu mir sprach. Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter 13 und mitten unter den Leuchtern einen, der wie ein Mensch aussah; er war bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße reichte, und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold. 14 Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen; 15 seine Beine glänzten wie Golderz, das im Schmelzofen glüht, und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen. 16 In seiner Rechten hielt er sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne. 17 Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.

Offenbarung 1, 9-18

Liebe Gemeinde!

1.1 Welches Bild von Jesus haben wir eigentlich in der Kirche? Um diese Frage geht es in unserem heutigen Text.

1.2 Bilder von Jesus gibt es ja sehr viele. Hier in Spanien ist das besonders zu beobachten. Er wird uns oft als romantische Figur präsentiert, noch viel häufiger freilich als Baby auf dem Schoß der Maria. Welche äußere Vorstellung wir auch von IHM haben, wichtig ist die Frage, welche geistliche Bedeutung Jesus für uns hat. Welche hat ER?

1.3 Im Hochmittelalter gab es den bekannten irischen Erzbischof Malachias. Ihm wurden prophetische Kräfte nachgesagt, denn er hat eine Liste der Päpste von ganz besonderer Art aufgestellt. Ihre Abfolge reicht bis in unsere Zeit. Und zu jedem zurückliegenden - bis Clemens VIII 1592-1605 - aber auch zukünftigen Papst hat er drei lateinische Worte als Halbsatz geweissagt. Seine Liste reicht bis in unsere Zeit von Johannes Paul II und Benedict XVI. Und wissen Sie, welche Worte er für unsere Zeit fand?
Es sind die lateinischen Worte "De labore solis", was soviel heißt wie "Von der Bedrängnis der Sonne" oder schlicht "Sonnenfinsternis".

1.4 Sie - die Sonne, ist nicht mehr zu sehen, weissagte Malachias. Und sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne (16). So heißt es in unserem Text. Jesus Christus - die Sonne. Sein erstes Wesensmerkmal: ICH bin das Licht der Welt - die Sonne. Kein Bild von IHM ohne lichte Ausstrahlung.
Es kommt eine Zeit in der Kirche, da ist das Bild von Jesus Christus verdunkelt. Genau gesagt heißt das: In der Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond - das Bild für die Kirche - vor das Licht der Sonne. Die Kirche steht Jesus im Weg. Wir.

1.5 Wir brauchen da nicht auf die katholische Kirche zu schielen. Was haben wir aus Jesus gemacht.
Fast jede Gruppe in der Kirche, fast jeder überzeugte Christ, kennt dies. "ICH bin das Licht der Welt" wird beliebig für die eigenen Belange verwendet, an- oder abgeschaltet, je nachdem es für das Leuchten der eigenen Glühbirne nützlich und brauchbar ist.

1.6 Was haben wir mit Jesus gemacht?
- Ich suche Gemeinschaft in der Kirche. Die fehlt mir und die hilft mir. - Jesus, ja auch. Aber als Hauptsache?
- Ich suche ein ethisches Vorbild. Die Kirche ist dafür nützlich und hilfreich. - Jesus, ja auch. Aber was sonst ist alles noch wichtig?
- Ich suche innere Erfüllung für mich, Anregung, Erbauung. Die Kirche ist dafür der richtige Ort. - Jesus, ja auch. Aber doch bitte, das ist doch nicht alles.
Was haben wir mit Jesus gemacht?

1.7 Wer Antwort sucht, der findet sie an verborgener Stelle, hier in der Offenbarung des Johannes.


2.1 Das Erste: Jesus, der Auferstandene, ER zeigt sich dem Bedürftigen.

2.2 Die Situation unseres Textes: Der Apostel Johannes hatte das erste Aufblühen der jungen Kirche nach Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu mitbekommen. Doch dann kamen die Verfolgung und der Abfall vieler. Alle Apostel waren tot. Allein Johannes lebte noch. Nach der Legende sollte er als Märtyrer sterben. Man steckte ihn in siedendes Öl. Und er starb nicht. Seine Haut war nicht verbrannt. Daraufhin wurde er verbannt. Man brachte ihn als Rechtlosen auf die Gefangeneninsel Pathmos.
Herr, und jetzt? So wird Johannes gefragt haben.

2.3 Prophetie ist der Blick "hindurch" auf die himmlische Seite irdischer Wirklichkeit.

2.4 Und Johannes sieht. Was? Ein gewaltiges Bild. Doch bevor er es sieht muss etwas geschehen.
Er hört eine Stimme. Doch die ist hinter ihm. Er muss sich wenden. Auch Johannes steht mit dem Rücken zu Gott. Auch er. Auch er muss sich bekehren, sonst sieht er nicht. Selbst Johannes. Jeder, jede.

2.5 Es ist ein großes Geschenk, wenn man sich zu Gott wendet und bekehrt. Wer das tut erkennt die eigene Bedürftigkeit. Und dem wendet sich Gott zu.
Wer es unterlässt, der sieht Gott nicht, selbst wenn er Apostel Johannes heißt. Herr, ich bin arm vor Dir. Ich wende mich Dir zu.


3.1 Das Zweite: Jesus, der Auferstandene, zeigt was ER mit uns ist.

3.2 Er wandelte nicht im Paradies - so Gott in der Schöpfungsgeschichte -, sondern mitten unter den goldenen Leuchtern (13). Die goldenen Leuchter sind hier ein Bild für die Gemeinde Jesu Christi. Goldene Leuchter - sein Ort ist das Heiligtum. Sein Zweck ist die Gegenwart Gottes darzustellen. Seine Herstellung umfasst 1500 Schekel zu je einem Halben gespendet, also von 3000 Menschen wie die erste christliche Gemeinde zu Pfingsten.
Jesus, der Pilger durch Seine Kirche, durch alle Kirchen. Das sieht Johannes.

3.3 Jetzt sind wir beim Thema. Was ist nun die himmlische Wirklichkeit daran? Das wird genau genannt.
Die 10 Merkmale sind Hinweis auf das Reich Gottes, die Zahl zehn.

1. Wie ein Mensch - der Auferstandene ist wie wir Mensch und auferstanden wie wir sein werden.
2. Langes weißes Gewand - alles ist bedeckt von der reinigenden Wirklichkeit Gottes.
3. Goldener Gürtel an der Brust - Sein Herz schlägt den Herzschlag der Wahrheit und hält sie.
4. Weißes Haar - Seine Kraft ist rein.
5. Augen wie Feuer - Sein Geist, sein Herz, brennt für Gott.
6. Füße wie Golderz, das glüht - ER steht fest auf der Erde, in Wahrheit (Gold), in Liebe (glühen).
7. Stimme wie rauschendes Wasser - ER spricht in Vollmacht.
8. Sterne in der rechten Hand - ER trägt die wahrhaft Berufenen (Sterne) in Seiner Hand.
9. Zweischneidiges Schwert aus dem Mund - Sein Wort wirkt nach allen Seiten, innen, außen, oben und unten.
10. Angesicht strahlt wie die Sonne - durch IHN kommt Gottes Licht auf die Erde. Das ist ER mit Seiner Kirche.


4.1 Da fällt Johannes wie tot um. Das kann man wohl verstehen.

4.2 Wir sind alle mausetot vor IHM, wenn wir einen Fitzel Seiner Gegenwart mitbekommen wie ER ist.
Doch das eigentliche Wunder ist nicht, dass Johannes umfällt, sondern dass man so sterben kann, so mit sich Schluss machen kann vor so einem Bild. Johannes tat das. ER erkannte die Gegenwart des Herrn und erkannte sie an.

4.3 Gott sei Dank ist das noch nicht das Ende, sondern wieder ein Anfang.
ER legte Seine Hand auf Johannes. Fürchte dich nicht. Das klingt wie Weihnachten. Und warum soll ich mich nicht fürchten? Das ist doch alles so furchtbar weit von dem entfernt, was hier vor Augen ist.
Ich war tot, doch nun lebe ich (18), sagt Jesus. Und durch die Handauflegung sagt ER: Und du auch. Das ist Jesus. ER gibt uns Sein neues Leben in unser altes. Dadurch sind wir neu.

4.4 Johannes war danach ein Berufener des Herrn. ER hatte Seinen Ruf vernommen und IHN gesehen. ER hatte gesehen wie der Herr in Seiner Kirche sein will. Er würde sich durch nichts mehr irritieren lassen. So schrieb er die Worte Seines Herrn, die wir bis heute kennen. Was für ein Segen.


5.1 Welches Bild von Jesus haben wir eigentlich?
Können wir nach diesen Worten ahnen, was uns zur Verfügung steht an Größe und an Weite bei IHM? Es wäre gut, wenn wir nicht darin stecken bleiben würden, was uns Malachias verhieß: De labore solis, in der Sonnenfinsternis. Für Christen ist es so wichtig: Und Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne (16).


Amen.





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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)