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zum Osterfest
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 16. April 2006
Einführung der neuen PrädikantInnen

Signale des Glaubens

1 Hanna betete. Sie sagte:
Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, große Kraft gibt mir der Herr. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. 2 Niemand ist heilig, nur der Herr; denn außer dir gibt es keinen (Gott); keiner ist ein Fels wie unser Gott.

3 Redet nicht immer so vermessen, kein freches Wort komme aus eurem Mund; denn der Herr ist ein wissender Gott, und bei ihm werden die Taten geprüft. 4 Der Bogen der Helden wird zerbrochen, die Wankenden aber gürten sich mit Kraft. 5 Die Satten verdingen sich um Brot, doch die Hungrigen können feiern für immer. Die Unfruchtbare bekommt sieben Kinder, doch die Kinderreiche welkt dahin.

6 Der Herr macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf.
7 Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt, und er erhöht.
8 Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu. Ja, dem Herrn gehören die Pfeiler der Erde; auf sie hat er den Erdkreis gegründet.

1. Samuel 2, 1-2.6-8a

Liebe Gemeinde!

1.1 "Mein Horn ist durch Jahwe erhöht", so heißt es wörtlich in unserem Text. Horn, das ist die Schofa, die wie eine Posaune geblasen wurde, wenn Aufbruch angesagt war, wenn ein Kampf oder ein Fest begann. Dann wurde die Schofa geblasen. Ein unvergesslicher Ton.

Erhoben wurde das Horn, weil der Ton zum Himmel geblasen wurde. Nicht nur, damit alle es hören in der Umgebung. Vielmehr ist Gott das Gegenüber. ER gibt die Antwort auf unseren Beginn. ER schenkt Sieg oder Niederlage, ER gibt dauerhafte Freude.

Und dann wird noch gesagt: Jahwe, unser Herr, ist Ursache dieses Posaunenstoßes. Durch Ihn kommt dieser Ton. Denn Er hat gehandelt. ER hat Großes getan. ER schenkte Anlass. Das ist ein Signal des Glaubens.

1.2 Alle diese Dinge können wir heute gut verstehen. Denn auch bei uns wird heute ein Signal gegeben. Drei neue Mitarbeitende sind bereit, Predigtdienst in der Kirche zu tun. Sie werden dafür in ihren Dienst eingeführt als Prädikantinnen und als Prädikant zur öffentlichen Verkündigung. Wir freuen uns darüber. Wir wünschen Gottes Segen. Ein Signal der Freude und zur Weitergabe des Glaubens.

1.3 Nun ist nicht gleich jede Predigt ein Fanfarenstoß und jede Mitarbeit im Gottesdienst ein Posaunenklang. Wie gut. Auf Dauer wäre es auch zu laut.
Dennoch ist erstaunlich, dass unser Wort von einer zarten Frau stammt. Sie wählt es als Bild für das, was sie bewegt. Die Frau heißt Hanna. Sie ist die Mutter des Propheten Samuel. Er wurde ihr von Gott verheißen. Sie empfing ihn und schenkte ihm das Leben. Zu seiner Geburt spricht sie diese Zeilen unseres Wortes: Mein Horn ist durch Jahwe erhöht. Oder: Mein Herz ist voll Freude über den Herrn. Sie setzte dieses Signal des Glaubens.

1.4 Ist das nicht ein schöner Anlass, danach zu gucken, wie sie das machte. Könnte es nicht sein, dass wir in ihren Worten finden, was auch heute gilt und wichtig ist: Bei der Einführung in den neuen Dienst, zu Ostern, zu unserem Weg des Glaubens. Signale des Glaubens - wie hat Hanna sie gesetzt?


2.1 Alles hatte damit angefangen, dass Hanna mit Gott einen Vertrag gemacht hatte. Dabei handelte es sich eigentlich um einen Thema, dass man für gewöhnlich mit einem Mann ausmacht. Nämlich ein Kind zu bekommen. Aber sie sagte noch dazu: Wenn Du, Herr, mir ein Kind schenkst, dann schenke ich es Dir zurück. Das war schon mutig und obendrein gar nicht eigensüchtig.

2.2 Sie bekam ein Kind. Nach ihrem Vertrag hatte es Gott ihr verheißen. Sie erfüllte ihr Versprechen und gab das Kind in den Tempel in die Hände eines alten Priesters. Der Junge wurde der Prophet Samuel.

2.3 Darauf hin sagt Hanna:
Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, große Kraft gibt mir der Herr. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. Niemand ist heilig, nur der Herr; denn außer dir gibt es keinen (Gott); keiner ist ein Fels wie unser Gott.
Wir sehen hier etwas Entscheidendes für jeden Dienst im Glauben, für jedes Glaubenssignal.


3.1 Hanna setzt hoch an. Ihr Thema ist nicht: Ich hatte da noch ein Problem. Und dann gab es noch viele Schwierigkeiten. Die hatte sie wirklich. Und es gab auch viele Probleme.
Sie sagt: Mein Herz ist voll Freude über den Herrn. Sie fängt bei dem an, was der Herr Großes tut. Das ist Verkündigung. Die großen Taten Gottes weitersagen. Bei dem ansetzen, was der Herr tut. Das wirft neues Licht in alte Fragen. Das bringt Hoffnung für Schwierigkeiten. Das gibt Weisheit für unsere Probleme.
Setzen wir hoch an. Denn außer Dir gibt es keinen Gott, keiner ist ein Fels wie unser Gott. Auf dem ist Halt.
Verkündigung zieht Menschen auf diesen Felsen Gottes. Hanna tut das. Setzt hoch an!

3.2 Wie kann sie das? Warum ist das authentisch, was sie sagt, und nicht nur eine Blase?
Für die Verkündigung, für die Signale des Glaubens gilt, was auch sonst im Leben gilt: Man kann nur verkaufen, was man hat. Sonst sind die Worte richtig und dennoch bleibt es leer.

Hanna hatte etwas. Sie hatte mit Gott den Vertrag: Du gibst mir mein Liebstes, dann gebe ich Dir auch mein Liebstes.
Das ist Glauben, das Liebste tauschen. Herr, ich sorge für Deine Sachen, dann sorgst Du für meine Dinge. Herr, ich vertraue auf Deine Verheißung, dann sorgst Du dafür, dass mein Leben gelingt. Herr, ich traue auf Dein ewiges Leben, dann sorgst Du für mein irdisches Leben.
Verstehen Sie. Einen Lebensvertrag macht man immer. Wenn wir ihn mit dem Herrn machen, dann haben wir ein lebendiges Gegenüber. Unser Schöpfer und Erlöser ist unser Partner.
Aus diesen Kontakten heraus werden Signale des Glaubens authentisch. Macht Verträge des Glaubens!

3.3 Hanna brachte Frucht. Sie bekam ein Kind.
Fruchtbarkeit ist das höchste Geschenk auf dieser Erde. Es zeigt sich in jedem Kind, in jedem neuen Leben. Jeder Mensch, dem geschenkt wird, Eltern zu sein, kann dafür danken. Wir wirken mit an Gottes Schöpfung.

Natürlich gilt dies noch viel mehr in Glaubensdingen. Jedes Signal des Glaubens ist darauf angelegt, Frucht zu bringen.
Finde Du auch Leben aus Gott. Löse Dich von dem, was Du hörst und finde einen eigenen Weg Deines Glaubens mit dem Herrn. Glaube nicht, weil Du es von anderen hörst. Glaube selbst. Entdecke den Herrn als Dein eigenes Gegenüber.
Wo dies gelingt, da haben die Signale des Glaubens Frucht gebracht. Da entsteht neues geistliches Leben. Das ist das Ziel aller Verkündigung, dass Menschen selbst den Herr finden.
Ich gebe meine Worte dem Herrn. Bitte, Herr, lass daraus Frucht entstehen.

3.4 So hat Hanna es gemacht: Hoch ansetzen. Mit dem Herrn unter Vertrag. Lass Frucht entstehen.
So kann es für uns gehen.


4.1 Bei den Worten der Hanna fällt noch eines auf. Es scheint, als ob ihre persönliche Situation plötzlich in den Hintergrund tritt und Worte großer Weite gesprochen werden.

4.2 Der Herr macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf (6).
Das konnte damals gar kein Mensch verstehen. Erst wir als Christen wissen: Das ist ja Prophetie. Da wird gesagt, dass Jesus starb und auferstand. In IHM erfüllt sich, was die Hanna sprach.

4.3 Und ebenso ist es bei dem dann folgenden: Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu (8).
Nichts anderes als die Himmelfahrt des Herrn, ER sitzt zur Rechten Gottes, wird hier beschrieben. Kein Mensch konnte das ahnen. Das Wort hat sich erfüllt nach vielen Hundert Jahren. Hanna wird hier zur Prädikantin von Himmelfahrt und Ostern.
So hat es sie erlebt. So ging es Maria, der Mutter Jesu, im Magnificat. So kann es heute noch passieren.

4.4 Denn so ist unser Herr. Wer Sein Horn hochhält, wer Sein Signal ansagt, in deren Worte webt der Herr Sein eigenes Wort ganz im geheimen ein. Und plötzlich wird es Wirklichkeit. Warum? Weil Gott sich zu dem Wort bekennt. Weil Er die Wirklichkeit noch immer lenkt und schafft.
Das geht weit über das hinaus, was wir hier übersehen. Der Herr ist groß. Und Seine Größe wirkt durch unser Wort. Da bleibt nur Ehrfurcht.
Das ist das Schönste am Dienst der PrädikantInnen und aller, die das Wort des Herrn weitersagen: Wenn unsere schlichten Worte Sein Wort werden. Das möge der Herr schenken.


Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)