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Trinitatis 2006
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 11. Juni 2006
Trinitatis - Das Heilige den Heiligen


3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. 4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; 5 er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, 6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; 7 durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. 8 Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt 9 und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat: 10 Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.
11 Durch ihn sind wir auch als Erben vorherbestimmt
und eingesetzt nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt; 12 wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben. 13 Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt. 14 Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.


Epheser 1, 3-14

Liebe Gemeinde!

1.1 Trinitatis bedeutet tri unitas, drei Einigkeit. Drei Dinge, die eins sind. Dreierlei fällt zusammen. Was ist das?
Christen kennen Gott als Schöpfer, der zu seiner Schöpfung steht. Weihnachten sendet ER Seinen Sohn in diese Welt, um sich ihrer anzunehmen.
Christen kennen Gott als Erlöser. Ostern lässt ER Seinen Sohn für die Sünde sterben und erweckt Ihn als Sieger zum neuen Leben.
Christen kennen Gott als Erhalter und Vollender neuen Lebens. ER sendet zu Pfingsten Seinen Geist in Seine Kirche.
Schöpfer, Erlöser und Vollender - Weihnachten, Ostern, Pfingsten - wenn das auf einen Tag fällt, dann ist Trinitatis. Das ist heute. Wir feiern Gott in Seiner Dreieinigkeit. So groß ist unser Gott.

1.2 Diese drei Seiten von Gott sind längst nicht mehr allen Menschen im christlichen Abendland vertraut. Meist fehlen ein oder sogar zwei Aspekte.

1.3 Wenn nur noch der Schöpfergott übrig bleibt, dann führt das in der Frömmigkeit wohl zum Staunen über Gottes Größe und Seine Allmacht. Ich finde meinen Gott in der Natur, so heißt es dann.
Doch es bleibt die quälende Frage: Hat das alles Sinn für mich, was ich erlebe? Ist nicht doch alles nur Schicksal? Wo gibt es Gerechtigkeit und Liebe? - Der Schöpfergott ist anders. ER hat einen Plan.

1.4 Und wenn der Erlösergott fehlt, dann bleibt am Ende nur der eigene Kampf ums beste Überleben. Tu dir selbst Gutes, ein anderer tut es nicht, so ist dann die Devise. Oft steht im Hintergrund die Haltung von unerlöster Rache: Ich zeige es schon! - Der Erlösergott ist anders. ER schenkt Frieden.

1.5 Und wenn der Heilige Geist fehlt, dann ist der Glaube oft kalt. Denn Wissen ist wie Stein. Es trägt gut. Doch esse man kann es nicht. Es ruht sich auch nicht gut darauf. Der Glaube bleibt ohne Heiligen Geist im normalen Leben wie ein Fremdkörper. Wir haben ihn. Aber er lebt nicht wirklich in uns. - Der Heilige Geist schenkt das Feuer der göttlichen Liebe in uns.

1.6 Trinitatis hält für Christen diese drei Seiten Gottes zusammen.
Unser Herr lebt in uns als heiliger Geist. Und das ist derselbe, der uns am Kreuz erlöst hat und den Tod in der Auferstehung besiegte. Und der ist wiederum derselbe, der uns geschaffen hat und alle Dinge dieser Welt. Alles drei kommt aus dem gleichen Herzen. Es ist das Herz von Gottes Liebe.

1.7 So haben wir als Christen nicht drei Götter, die wir anbeten. Wie oft ist die Trinität bewusst oder unwissend zu einem solchen Vorwurf verdreht worden. Nicht drei Götter, sondern drei wunderbare Eigenarten Gottes, in denen ER sich uns zeigt: Als Schöpfer, als Erlöser, als Heiliger Geist. In jedem beten wir nur den Einen, wahren und alleinigen Gott an. Sein liebendes Herz hat tausend Seiten. Doch schon diese drei sind wunderbar.


2.1 Die Texte des Trinitatisfestes haben deshalb ein großes Thema: Heilig. Heilig ist Gott.
Heiligkeit ist Gottes Art, an einem Ort zu sein. Wir können sie nicht fassen. Und doch ist sie da. So auch die Trinität, sie lässt sich nicht begreifen. Wir können sie nur beschreiben und auch würdigen.

2.2 Wie gut tut das im Leben, etwas Größeres als sich selbst zu haben, für das zu leben es sich lohnt. Wer Heiliges kennt, wer anbeten kann, der hat noch nie einen langweiligen Tag in seinem Leben erlebt.

2.3 Denken Sie noch einmal kurz vor diesem Hintergrund an den Streit um die Karikaturen. Was schlug der für große Wellen.
Es ist doch erstaunlich, dass nach vielen hundert Jahren Christentum eine andere Religion der Moslems neu den Respekt vor Heiligem einfordert. Warum haben wir als Christen dies nicht getan? Warum haben wir unsere Geschichte der Verehrung alles Heiligen vergessen? Bei allem Wohlwollen für Kritik und Karikatur, warum fehlt uns die Freiheit, die Würdigung des Heiligen zu respektieren?


3.1 Ein anderes Beispiel: Achte die Würde dieses Hauses, so las ich auf einem Schild am Eingang einer Kirche. Hier ist der Ort mit Gott zu reden.

3.2 Was freue ich mich, wenn Menschen in die Kirche kommen und sich dabei herzlich begrüßen. Und manchmal wird das dabei auch ganz schön laut bei unserem Temperament.

3.3 Doch ist das nur die eine Seite. Schön ist es auch, die Kirche für den inneren Kontakt mit Gott zu reservieren, das Heilige in ihr zu würdigen. Dann lasse ich die lauten Worte für die Zeit danach. Ich grüße Gott und stimme mich im Inneren auf Seine Gegenwart hier ein.
Mit meinem Schritt über die Kirchtürschwelle bin ich vor Ihm. Ich schweige, ich nicke stumm. Ich bin in Seiner Heiligkeit. Ich würdige sie. Ich suche das Gespräch mit Ihm und bete.
Heilig ist Gott. Das fände so einen Ausdruck. Achte die Würde dieses Hauses mit deinem Schweigen.


4.1 Das Schönste an der Heiligkeit Gottes, der Fülle Seiner Größe als Schöpfer, Erlöser und Vollender, wird in unserem Bibeltext zum Schluss genannt.

4.2 Der gewaltige Text preist die Größe Gottes. In die Schöpfung schon hat Gott den Plan der Vollendung eingewoben. In Seinem Sohn Jesus schenkte ER Vergebung unserer Sünden. Mit dem Heiligen Geist gab ER uns Weisheit und Erkenntnis über Seine Erlösung und Seinen Plan.
Und dann zum Schluss heißt es: In Ihm sind wir auch Erben (11). Und um das ganz sicher zu machen wird betont: Dazu sind wir vorherbestimmt nach einem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rate Seines Willens wirkt (11). Kein Irrtum. Es ist lange geplant und Absicht. Wir sind Erben des Heiligen.

4.3 In der Regel steht das Heilige dem Menschen immer gegenüber. Es ist überlegen, eben göttlich, unerreichbar und auch fremd. Wer als Mensch das Heilige antastet, der stirbt. So wird es in der Geschichte Israels am Beispiel der Bundeslade gelehrt.
Und jetzt wird hier vom Erbe der Heiligen gesprochen. Sie erben das Heilige. Das Heilige den Heiligen.

4.4 Ein Erbe ist die freiwillige Gabe einer Generation an die nächste. Auf sie gibt es keinen moralischen Anspruch. Das Erbe ist immer ein Geschenk, mag es auch heute darüber gesetzliche Bestimmungen geben.

4.5 Und nun heißt die Botschaft: Teilhabe an Gottes Heiligkeit wird uns geschenkt. Gelungene Schöpfung mit erlebter Erlösung und herrlicher Vollendung warten auf uns. Das hat Gott als Ziel für Seine Kinder geplant.
Diese ganze Trinität Gottes, in die nimmt ER uns mit hinein. Was wir hier nur preisen können, das wird einmal auch unser Lebensraum, das werden wir sein. Wir, die Kinder Gottes.

4.6 Wie ein großes Fanal steht das am Anfang aller Ausführungen im Epheserbrief. So als sollte gesagt werden: Was immer kommt, was wir auch noch klären müssen, was auch offen bleiben mag - das große Ziel steht fest. Wir bekommen Gottes Erbe, werden Teil Seiner Heiligkeit. Das Heilige den Heiligen.


5.1 Von dieser Basis lasst uns ausgehen.
Jede hier erlebte Gemeinschaft mit Christus ist dafür schon der Vorgeschmack.
Jede hier erfahrene Vergebung ist dafür schon das Angeld.
Jedes hier gesungene Lob Gottes trägt schon den Klang in sich, dass wir selbst einmal im Lob Gottes sein werden.
Seine Heiligkeit wird unser Zuhause. Jeder Glaubensschritt, den wir mit Jesus machen, führt dahin.
Das ist das Erbe der Heiligen.

5.2 Das ist das Schönste an Trinitatis. Es preist Gottes Größe und zeigt auf, wo es für uns langgeht.

5.3 Lassen Sie uns also gewiss sein. Der Durcheinanderbringer will immer wieder die Seiten Gottes isolieren. Die Schöpfung soll ohne Erlösung sein. Und die Erlösung ohne die Freude der Erfüllung.

5.4 Doch unser Gott ist Einer. Als solcher ist ER heilig. Und wir, Seine Kinder, ehren Ihn darin. Und: wir freuen uns auf die Teilhabe in Vollendung, unser Erbe. Das Heilige den Heiligen.



Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)