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von PrädikantIn Margret Stiftel
und Jürgen Neusinger,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Prädikant Jürgen Neusinger)

Gottesdienst am 3. September 2006 in Almunecar
David und Abigail
1. Samuel 25, 1-42


Vorgeschichte: Samuel war 1000 Jahre vor der Geburt Christi der Richter und Prophet Gottes in Israel. Er war alt geworden und wollte nun seine Söhne als seine Nachfolger einsetzen. Diese Söhne waren aber nicht gerecht wie Samuel, sondern nahmen Bestechungsgelder und beugten das Recht.
Das gefiel dem Volk natürlich nicht. Die Ältesten versammelten sich und gingen zu Samuel, der in Rama wohnte. Sie sagten ihm: "Samuel, sieh mal, du bist alt geworden. Deine Söhne sind nicht wie du. Sie beugen das Recht und sehen auf ihren eigenen Vorteil, denn sie nehmen Bestechungsgelder. Gib du uns doch einen König, der über uns richte, wie ihn alle anderen Völker in unserer Umgebung auch haben." Samuel betete zum Herrn, damit er in dieser Frage entscheiden solle. Der Herr erwiderte ihm: "Höre du nur auf die Stimmen des Volkes. Sie haben nicht dich, sondern mich gedemütigt. Ich soll nicht mehr König sein über sie. Das entspricht genau ihren Taten, seit ich sie aus Ägypten führte. Sie haben mich immer wieder verlassen und andere Götter angebetet. Nun gib ihnen ihren König. Sage ihnen aber genau, welche Rechte dieser über sie hat und dass er über sie herrschen wird." Samuel erklärte dem Volk: "Der König wird über euch herrschen. Er wird eure Söhne für den Krieg nehmen. Sie müssen seine Felder bestellen. Er wird euch von allen euren Weinbergen, Ölbäumen und Feldern den Zehnten nehmen. Die besten Weinberge und Felder wird er für sich beanspruchen und dann seinen Vertrauten schenken. Eure Töchter müssen für ihn im Haus arbeiten. Wenn das alles passiert, wird es euch nicht gefallen und ihr wollte euren König wieder loswerden. Aber Gott wird euch nicht erhören." Das Volk wollte nicht auf Samuel hören. Es verlangte seinen König. Da trug Samuel die Wünsche des Volkes noch einmal dem Herrn vor. Der sprach: "Verschaffe ihnen ihren König!" Samuel schickte das Volk nach Hause.
Zu dieser Zeit lebte ein Mann mit Namen Kisch in Israel. Der hatte einen Sohn mit Namen Saul. Saul war größer als alle anderen Männer in Israel. Er war auch schöner als die anderen Männer. Eines Tages waren dem Kisch einige Eselinnen verloren gegangen. Er sandte Saul mit einem Knecht aus, sie zu suchen. Sie fanden und fanden die Tiere nicht. Da sagte der Knecht zu Saul: "Hier in der Nähe wohnt ein Gottesmann. Er kann uns vielleicht helfen, die Tiere zu finden." Als sie in das Stadttor eintraten, kam ihnen bereits Samuel entgegen, weil Gott ihm vorausgesagt hatte, dass ein Mann kommen würde aus dem Land des Stammes Benjamin, den er zum König salben sollte. Samuel lud Saul und den Knecht zu einem Essen ein mit geladenen Gästen. Anschließend legten Saul und sein Knecht sich schlafen. Am anderen Morgen ging der Knecht zu den gefundenen Eselinnen. Saul und Samuel waren allein. Samuel nahm eine Flasche mit Öl und goss es über das Haupt Sauls. Er setzte ihn damit zum Fürsten Israels ein. Das Volk wusste es noch nicht.
Wieder einmal kamen die Ammoniter um gegen Israel zu kämpfen und Beute zu machen. Da sandte Saul zu allen Stämmen und ließ ausrichten: "Kämpft mit mir und Samuel gegen die Ammoniter. Wir werden sie besiegen." So geschah es auch. Das Volk schrie laut und forderte von Samuel: "Mache Saul zum König über uns." Und der Wunsch des Volkes wurde erfüllt.
Saul musste während seines Königtums immer wieder gegen feindliche Völker kämpfen. Eines Tages kam es wiederum zum Kampf gegen die Amalakiter. Samuel sprach mit der Stimme des Herrn zu Saul: "Der Herr wird Amalek in deine Hände geben. Du sollst das ganze Volk mit allem Vieh töten." Saul siegte und gegen den Willen Gottes schonte er den König der Amalakiter und auch das beste Vieh wurde nicht von ihm und seinen Leuten getötet. Gott sah dieses. Er sprach zu Samuel: "Es reut mich, dass ich Saul zum König machte. Er hat meinen Auftrag nicht ausgeführt." Samuel betete die ganze Nacht zum Herrn. Der aber änderte seine Meinung nicht. Deshalb sagte Samuel zum Saul, obwohl der die besten Beutetiere dem Herrn zum Opfer brachte: "Sieh, Gehorsam ist mehr als bestes Opfer, Hinhören mehr als Widderfett. Weil du das Wort Gottes verworfen hast, hat er dich verworfen als König." Dann ging Samuel zurück nach Rama. Er sah Saul nicht wieder bis zum Tage seines Todes.
Gott sandte Samuel mit einem Horn voller Öl zu Isai, dem Bethlehemiten, weil er einen seiner Söhne zum neuen König machen wollte. Unter allen Söhnen Isais wurde der jüngste mit Namen David von Gott zum neuen König über Israel erwählt.
Nun erzählen die Hauptpersonen dieser Geschichte selbst weiter:

David: Ich bin David, der achte Sohn Isais, der, den man vom Feld holen ließ, wo ich die Schafe hütete, um mich zum König zu salben. Von mir sagt man, dass ich bräunlich war, mit schönen Augen und von guter Gestalt. Als Schafhirte hatte ich vor allem den Umgang mit der Steinschleuder gelernt, um meine Tiere und mich gegen Bären und Löwen in den Bergen zu verteidigen und zu schützen.
Wie nützlich diese Fertigkeit war, stellte sich heraus, als ich zum Kampf der Israeliten gegen den schwerbewaffneten Riesen Goliath antreten musste und ihn mit der Hilfe Gottes mit einem einzigen Steinwurf aus meiner Schleuder töten und damit die Philister besiegen konnte. Außerdem spielte ich ausreichend gut die Harfe, um bei gegebenem Anlass die Gemüter zu beruhigen, denn nicht immer kann und soll man Konflikte mit Gewalt und durch Kampf lösen.
Nach Sauls Tod wurde ich zunächst König über meinen eigenen Stamm Juda, später über ganz Israel. Ich eroberte Jerusalem und machte es zur Hauptstadt meines Königsreiches.


Abigail: Ich bin Abigail. Mein Name bedeutet "Freude des Vaters". Ich war die Herrin eines großen Gutes in Karmel. Man hatte mich schon früh mit Nabal verheiratet. Sein Name bedeutet Trottel oder auch Narr. Sein Stamm der Kalebiter galt als besonders ungeschlacht und roh. Für die Aufgabe einer Ehefrau hatte man mich von Kindesbeinen an vorbereitet. Ich musste in der Lage sein, Handel zu treiben mit den Erzeugnissen des Gutes meines Mannes (Sprüche 31). Ich musste über die Angestellten verfügen. Ich verwaltete sein Geld. Von uns lebte die ganze Bevölkerung der Umgebung, nicht nur die Knechte und Mägde auf unserem Hof, auch die Hirten, die mit dem Vieh herumzogen und die Tagelöhner, die wir auf den Feldern benötigten. Eine gute Ehe war es eigentlich nicht mit Nabal, meinem Mann. Er ist eine besonders grobe Person, die sich besser dünkte als alle anderen Menschen. Es war die Zeit der Schafschur. 3.000 Schafe besaßen wir. Da hatten die Arbeiter viel zu tun. Zum Schluss der Schur wurde ein großes Fest gefeiert. Das war aber auch gleichzeitig ein Fest für alle anderen Nachbarn, die Kleinvieh wie Ziegen und Schafe besaßen. Meine Mägde und ich hatten also alle Hände voll zu tun, um die hungrigen Mäuler zu stopfen. Das Essen musste vorbereitet sein, Wein und Most und frisches Wasser bereitgestellt werden. Ich war von morgens bis tief in die Nacht voll beschäftigt. Für ein Gespräch mit den Arbeitern oder auch mit Fremden, die auf unseren Hof kamen, blieb mir keine Zeit.


David: Als ich in der Wüste hörte, dass Nabal zur Schafschur nach Karmel gekommen war, schickte ich zehn meiner Leute zu ihm mit dem Auftrag, ihn freundlich in meinem Namen zu grüßen und ihm und seinem Haus mit allem, was er hatte, Frieden und gutes Gedeihen zu wünschen. Gleichzeitig ließ ich ihn aber auch daran erinnern, dass seine Hirten ihre Herden unter den Augen meiner Leute geweidet hatten, ohne dass ihnen irgendetwas zugestoßen und ohne, dass ihnen ein einziges Schaf abhanden gekommen sei. Danach könne er seine Leute zur Bestätigung fragen. Auch sollten sie ihn darum bitten, freundlich und in Gnaden aufgenommen zu werden und um - anlässlich des Festtages - das entgegenzunehmen, was er ihnen und seinem ergebenen Diener David zugedacht hatte und erübrigen konnte.
Nun kamen meine Leute zurück und berichteten mir, dass Nabal sie angeschrieen hätte, wer denn dieser David sei, von dem er noch nie gehört hätte, und dass es jetzt viele Knechte gäbe, die ihren Herren davongelaufen seien und dass sein Brot, sein Trinkwasser und sein Fleisch nur für seine Scherer bestimmt sei und nicht für dahergelaufene Landstreicher.
Angesichts dieses Verhaltens und dieser Beleidigungen hatte ich keine andere Wahl. Ich musste mit vierhundert meiner Männer, die mit Schwertern bewaffnet waren, zu Nabal eilen und ihn zur Rechenschaft ziehen. Zweihundert Männer blieben beim Tross zurück.


Abigail: Bei meinem geschäftigen Hin- und Herlaufen - das Fest stand ja unmittelbar bevor - waren noch viele Dinge zu ordnen, Tische und Bänke mussten aufgestellt werden, es musste geprüft werden, ob die Speisen reichten, ob genügend Getränke da waren. Da plötzlich stand einer der Knechte vor mir und sprach mich an: "Herrin, hast du einen Moment Zeit?" Die hatte ich natürlich nicht. Er aber drängte: "Es ist wichtig, glaube mir." "Nun gut", sagte ich: "Rede, aber schnell." "Herrin, stelle dir vor, der Scheich David hat zehn Boten zu deinem Mann Nabal gesandt, die ihn im Auftrag von David grüßen sollten und um seinen Anteil an der Ernte und am Schafschurfest baten. Nabal aber hat sie angeschrieen und verjagt. Dabei sind David und seine Männer sehr gut zu uns gewesen. Wir waren immer mit ihnen zusammen. Sie haben uns Tag und Nacht beschützt. Bitte, Herrin, unternimm sofort etwas. Sonst wird in allernächster Zeit etwas schlimmes hier passieren. Unser Herr Nabal ist ein so übler Herr, dass wir alle uns nicht trauen, mit ihm zu reden." Diese Situation erschien mir wirklich sehr gefährlich. Außerdem gab ich dem Knecht recht. Man konnte mit Nabal, meinem Mann, nicht reden. Ich ließ alles stehen und liegen, rief eilig meine Mägde zusammen und trug ihnen auf, aus den vorbereiteten Speisen für das Schafschurfest 200 Brote, zwei Krüge Wein, fünf bereits zubereitete Schafe, fünf Maß Röstkorn, hundert Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen zusammen zu packen und auf Esel zu laden. Ich schickte die Knechte mit diesen Lebensmitteln voraus. Ich selbst nahm auch einen Esel, setzte mich darauf und suchte David und seine Leute, ohne meinem Mann etwas von meinem Vorhaben zu sagen.


David: Unterwegs stieg mein Zorn immer weiter in mir hoch. Ich dachte daran, dass ich alles umsonst behütet hatte, was der da in der Wüste hatte, kein Schaf war ihm weggekommen und nun vergalt er Gutes mit Bösem. Ich dachte: "Gott soll mich strafen, wenn von seiner ganzen Bande morgen früh noch ein Mann am Leben ist."


Abigail: Ich bog um die Ecke eines Berges - meine Leute hatte ich noch nicht gesehen - da stand ich plötzlich David und seinen Männern gegenüber. Ich wusste, dass das nur David sein konnte, so ein schöner Mann. Ich sprang sofort von meinem Esel und fiel vor ihm nieder. "Bitte, Herr, errege dich nicht über Nabal", rief ich: "Er ist wie sein Name. Er heißt Tor und er ist töricht. Die Schuld liegt bei mir, deiner Magd. Bitte, höre mich an. Ich habe deine Leute nicht gesehen, die auf unserem Hof waren. Glaube mir, Gott, unser aller Herr, hat dich davor bewahrt, Blutschuld auf dich zu laden und dir selbst zu helfen." Inzwischen waren auch die Knechte mit den Geschenken angekommen. Ich sagte weiter: "Nimm diese Geschenke von mir für deine Leute an. Vergib deiner Magd die Anmaßung. Gott, der Herr, wird dir, David, ein sicheres Haus bauen, denn du führst seine Kriege. Dein Leben lang soll nichts Böses an dir gefunden werden. Wenn ein Mensch sich erhebt und dir nach dem Leben trachtet, so wird Gott dich schützen. Das Leben deiner Feinde aber wird er nicht schonen. Wenn Gott, der Herr, dich dann zum Fürsten über Israel einsetzt, dann wird dein Herz frei sein vom Anstoß und Ärgernis, unschuldiges Blut vergossen zu haben. Und bitte, denke an mich, deine Magd, wenn du König über Israel bist."


David: Dem Herrn, dem Gott Israels, sei Dank, dass er dich in diesem Augenblick zu mir geschickt hat und gesegnet sei deine Klugheit und deine Umsicht, mit der du gehandelt hast. Du hast mich davor bewahrt, eigenhändig Rache zu nehmen und schwere Schuld auf mich zu laden. Ich schwöre beim Herrn, dem Gott Israels, der mich davor bewahrt hat, dir etwas zuleide zu tun: "Wenn du nicht schnell gekommen wärest, hätte keiner von Nabals Männern den nächsten Morgen erlebt.
Was du uns gebracht hast, nehme ich dankbar an. Nun ziehe mit Frieden und unbesorgt hinauf in dein Haus. Was du von mir erbeten hast, ist dir gewährt."


Abigail: Ich war sehr froh, dass ich das Unheil von unserem Gut abgewandt hatte und kehrte in mein Haus zurück. Aus dem Haus Nabals, meines Mannes drang Gegröle und Gesang. Er veranstaltete wohl wieder ein Trinkgelage und Festmahl mit seinen Kumpanen. Da zog ich es vor, ihm nichts von meiner Begegnung mit David zu erzählen bis zum nächsten Morgen. Als mein Mann wieder nüchtern war, sagte ich ihm alles von meiner Begegnung mit David und seinen Männern. Diese Nachricht traf ihn so, dass sein Herz versteinerte. Nach zehn Tagen war er tot.


David: Soeben erfuhr ich vom Tode Nabals. Dem Herrn sei Dank! Er hat mir Recht verschafft und Nabal für seine Unverschämtheit bestraft. Er hat mich davor bewahrt, unbedacht Schuld auf mich zu laden. Er hat Nabals böse Tat auf ihn selbst zurückfallen lassen.
Nun war Abigail frei. Ich persönlich hatte bestätigt gefunden, was man von ihr sagte. Sie war eine außergewöhnlich schöne Frau. Ich konnte durch ihr Verhalten in dieser schwierigen Situation selbst feststellen, dass sie klug, umsichtig und mutig war, alles Eigenschaften, auf die ich großen Wert bei einer Lebensgefährtin legte. Ich habe sie gebeten, meine Frau zu werden. Als Brautwerber sandte ich einige meiner Gefährten zu ihr.


Abigail: Ich sah die Knechte Davids zu mir nach Karmel kommen. Sie sagten mir, dass David mich zur Frau haben wollte. Ich fiel zur Erde und nahm den Heiratsantrag mit Freuden an. Sofort setzte ich mich auf einen Esel und folgte mit meinen fünf Mägden den Boten Davids. Er war ein Mann nach meinem Herzen, ein strahlender Held, kein Säufer wie Nabal. Ich wollte gern seine Frau sein und schenkte ihm später auch einen Sohn, der den Namen Kilab trug.


Was sagt uns diese Geschichte?


David wollte Rache - Abigail Gerechtigkeit. Sie hat die Gunst Jahwes, auch die Bestätigung der Geschichte auf ihrer Seite. Recht walten zu lassen, das musste das oberste Ziel der Könige sein. Gerechtigkeit ist das zentrale Attribut Gottes und Ziel für das Zusammenleben der Menschen. Rache schwor David. Er wollte alle männlichen Bewohner töten. Warum eigentlich? Wieso sollten sie für Nabals Verhalten sterben? Was sollte künftig mit den Frauen und Kindern geschehen? David will mit vierhundert bewaffneten rachsüchtigen Männern gegen das große Gut ziehen. Er ist der Stärkere. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte der Knecht nicht Abigail alarmieren müssen. Man darf Rachegefühle haben. Die Rache darf aber nicht selbst ausgeübt werden. Meistens hat man auch nicht die Macht, Rache auszuüben. Die Mächtigen dagegen, die Druckmittel, militärisch wie auch anders, besitzen, sie müssen für Gerechtigkeit sorgen. Die Gewaltspirale dreht sich heute immer weiter nach oben, wie man an den Kämpfen im nahen Osten sieht. Das bestätigt, was schon die biblischen Erzählungen sagen: Rache und Weisheit, Rache und Recht, Rache und Gerechtigkeit widersprechen sich.


Die Weisheit Abigails lässt sie die Gefahr erkennen. Sie handelt, sofort, ohne große Worte, wirkungsvoll. Diese Fähigkeit wäre heute dringend notwendig, wo Ursachen für Armut, Zerstörung, Gewalt und Not immer schwieriger zu durchschauen sind.
Der Mut Abigails zeigt sich darin, dass sie David und seinen vierhundert Leuten allein entgegentritt. Sie hätte dabei sterben können. Für Schwache einzutreten, erfordert auch heute Mut. Der Kampf um Gerechtigkeit ist auch heute nicht ungefährlich. Das mussten schon viele Männer und Frauen erfahren.


Abigails Glaube ist wichtig. Sie bezieht sich in ihrer Rede immer auf Jahwe, den Gott der Gerechtigkeit, den Schöpfer aller Dinge.
Abigails Prophetie verspricht David den Königsthron von Dauer. Sie kann nicht in die Zukunft sehen. Sie sieht aber die Zeichen der Zeit. Abigail hat keine sonstigen prophetischen Gaben. Es wird von ihr nur gesagt, dass sie gut und schön war. Sie sagt David das Ausbleiben von Blutvergießen zu - und erreicht es. So beten Menschen immer wieder um Versöhnung und das Ende von Gewalt.


Am Ende der Geschichte ist von einem Frieden die Rede, die alles zusammenfasst, was Menschen mit messianischem Frieden verbinden. David sagte zu Abigail: "Denke daran, ich habe auf deine Stimme gehört." Wenn David hier eine messianische Weissagung aussprach, so teilt Gott seinem Volk in einer hoffnungslosen Situation noch einmal mit, dass seine Nöte Gehör finden und seine Anliegen bei ihm angekommen sind. Gerade Davids Wort: "Gehe in Frieden hinauf in dein Haus", bergen für die Menschen heute viel Zukunftshoffnung und visionäre Kraft.


Wir schließen mit den Worten Shalom Ben Chorins:

Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt.
Ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt.

Dass das Leben nicht verging, soviel Blut auch schreit.
Achtet dieses nicht gering in der trüben Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütenzweig leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt.


Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)