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12. Sonntag nach Trinitatis 2006
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 3. September 2006
Heilung


1 Petrus und Johannes gingen um die neunte Stunde zum Gebet in den Tempel hinauf. 2 Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen, um Almosen betteln. 3 Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen. 4 Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: Sieh uns an! 5 Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen. 6 Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher! 7 Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; 8 er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. 9 Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben. 10 Sie erkannten ihn als den, der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels saß und bettelte. Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das, was mit ihm geschehen war.


Apostelgeschichte 3, 1-10

Liebe Gemeinde!

1.1 Es gibt nichts, was einem in der Kirche nicht passieren könnte.
Da wird es plötzlich Jugendlichen so schwarz beim Abendmahl vor den Augen, dass sie ohnmächtig umfallen. Und sie denken, jetzt sind sie tot.
Oder denken Sie nur an den Roman "Die Säulen der Kirche". Da bricht ein ganzes Gewölbe einer Kathedrale ein. Gott sei Dank ist das hier noch nicht passiert. Und in großen Kathedralen spannen sie jetzt Netze für herabfallende Steine. Oder jemand erzählt nach dem Gottesdienst, er habe über dem Altar ständig eine besondere Lichterscheinung wahrgenommen. Kein Wort von der Predigt habe er gehört. Doch im eigenen Herzen habe die Stimme des Herrn gesprochen und ihm seine Berufung mitgeteilt.
Es gibt nichts, was es nicht gibt in der Kirche. So lohnt es sich, neugierig zu sein, was sich auch hier erleben lässt.

1.2 Unser Text gibt dazu noch einen Beitrag. Es mag sein, dass der für uns wichtig ist. Es passiert nämlich Dreierlei.


2.1 Damit beginnt alles, dass zwei Menschen in die Kirche gingen. Petrus und Johannes gingen um die neunte Stunde in den Tempel um zu beten (1). So heißt es in unserem Wort.
Na und? So könnte man fragen. Wozu geht man denn sonst dahin.
Wofür gehe ich in die Kirche?

2.2 Da gibt es Unterstellungen vieler Menschen von außen. Sie wissen schon: Die Kleider seien es, die man zeigen wolle. Dieser Vorwurf trifft hier an der Küste schlecht. Wegen der Hitze hat man viel zu wenig an, um damit anzugeben.
Aber es gibt auch andere Motive, die mich bewegen: Ich suche Muße für mich. Ich unterbreche meine Langeweile um mich. Ich bin von einem alten Muss getrieben, das in mir steckt: Ohne Kirche kann es nicht gut gehen.
Das alles ist wirklich gut. Kirche soll helfen, dass Ihr Leben gelingt und Sie zu sich finden.

2.3 Doch der Kernpunkt ist noch etwas anderes. In der Kirche geht es ums Gebet. Hier soll jeder mit Gott reden können, der es möchte. Das ist die erste Aufgabe jeder Arbeit unserer Kirche.
Hier ist ein Ort, wo Herzensgespräche Raum haben: Aus mir zu Ihm. Und wenn ER es schenkt: Von Ihm in mein Herz. Die Kirche ist ein Ort des offenen Himmels. Sie wird durch Gebete zu einem solchen besonderen Platz. Und Gebete haben hier eine besondere Chance. Denn es geht um die Erfüllung des Gebets von Salomo, das er für den ersten Tempel erbat: Herr, lass Deinen Himmel offen sein über diesem Haus.

2.4 Jeder Fußballverein hat das Ziel, dass der Ball rollt. Wüstchen grillen kann man auch im Garten. Das Erste muss das Erste sein. In einem Sportverein der Sport. Und in der Kirche ist das Erste die Gegenwart des Herrn. Die Kirche ist zum Gebet da, zum lebendigen Gespräch mit Ihm, dem lebendigen Gott.

2.5 Jetzt steht in unserem Wort schlicht: Sie gingen. Sie wurden nicht geschleppt. Sie hatten Ihre Zeit, um dies zu tun.
Das ist die schönste Werbung einer Kirche. Menschen strahlen mit ihren Augen aus: Ich gehe da hin. Und sie gehen. Das ist meine Zeit für das Gespräch in der Gemeinde mit Gott.
Finden Sie Ihre Gebetszeit mit dem Herrn an jedem Tag und wöchentlich in der Gemeinde. Sie werden dadurch reich. Wer oft beim Herrn ist, bei dem ist der Herr oft. Und das steht Ihnen im Gesicht, das geht mit Ihnen mit.


3.1 Das Zweite: Um zu beten waren die einen da, um zu betteln der andere.
Das war in Ordnung. Es ist nötig zu wissen, dass die Sozialhilfe der damaligen Zeit an der Tempeltür stattfand. Das Tor zum Herrn war auch die Zahlstelle für die Hilfsbedürftigen. Hilfe an der Kirchtür, an der Schwelle, begleitet auch unseren Weg.
Armenspeisung ist bis heute Sache vieler Auslandsgemeinden, wo die Not vom örtlichen Sozialamt nicht mehr bewältigt wird. Oder: Mich erreichen Bittbriefe um Geld aus ganz Spanien von Menschen, die in Not sind.

3.2 Was möglich ist, das sollen wir als Christen tun. Denn ein offener Himmel bleibt nicht ohne ein offenes Herz. Dabei geht es meist nicht um die Münze im Hut. Es sind ganz andere Sachen.
Wer braucht Ihren Anruf, damit die Einsamkeit unterbrochen wird. Überwinde ich die Scheu und melde mich. Das ist Hilfe an der Schwelle.
Wo müsste ich einen Gruß hinschicken, weil es mir lange auf dem Herzen ist, mich wieder einmal zu melden. Wann tue ich es? Hilfe an der Schwelle.
Wem müsste ich etwas abgeben und damit ein Zeichen der Hilfe bringen? Ich denke schon lange daran. Hilfe an der Schwelle.

3.3 Ich beobachte, dass Gott einem jeden andere Schwellen Seiner einen Kirche auf den Weg legt. Bevor wir achtlos drüber steigen: Achtung, was möchte der Herr von mir als Schwellenhilfe.


4.1 Was wir bisher an unserem Text erkannten ist wichtig. Doch damit stünde unsere Geschichte bestimmt nicht in der Bibel. Noch etwas ist passiert. Und das ist wieder typisch für den Herrn. ER sprengt jeden Rahmen. Es ist das, was Seine Kirche wachsen lässt. Was ist das? Sehen wir.

4.2 Sieh uns an! (4) Sagt Petrus. Und danach: Im Namen Jesu steh auf! (6) Und um das wahr zu machen: Er reichte ihm die Hand (7).
Das scheint wie eine Wunderheilung wie am Wallfahrtsort. Doch die ist es nicht. Die Wunderheilung ist hier nur die Folge. Was sie bewirkt ist eigentlich das Wunder. Was ist das?


4.3 Petrus und Johannes spüren Gottes Geist. Sie kennen Ihn. Es ist ein klares Reden in, mit und unter allen Stimmen im eigenen Herzen.
Und ER redet. Was ER sagt wird uns hier nicht gesagt. Doch am Ende wissen beide: Jetzt ist der Augenblick, Heilung direkt zuzusprechen. Im Namen Jesu, steh auf! Gegenwart Gottes als neuer Schöpfung, als Heilung.
Zuvor noch eine Klärungsfrage: Ist er bereit? Sieh uns an. Er erwartet etwas, wenn auch anderes.

4.4 Dann wirkt der Herr selbst. Es kommt von IHM, es ist Sein Tun. Durch Hände der Apostel fließt nur Sein Segen. ER selbst greift ein. Menschenhand wird Gotteshand. Menschennot verschwindet durch Gottes Heil. Das ist ein Wunder. Wie schön, wo dies geschieht. Es geschieht manchmal bis heute.

4.5 Ganz konsequent entsteht das Lob des Herrn. Zunächst bei dem Betroffenen, der geheilt ist. Es heißt: Er lobte Gott (8). Bestimmt auch bei den Segensträgern Petrus und Johannes. Und dann bei vielen, vielen anderen. Da findet einer Heilung und darüber Gottes Heil. Lob entsteht.

4.6 Gebet, offener Himmel, Reden des Herrn, Heilung und Lob gehören zueinander. Wenn der Herr es schenkt geschieht dies alles in einer Reihe. Wir sollten darum bitten und es erwarten.


5.1 An jeder Stelle ist es möglich, einzusteigen in diesen Weg der Erfahrung mit Gott.
Vielleicht ist für Sie Lob dran. Loben Sie Gott. Es gibt in Ihrem Leben dafür Grund genug.
Vielleicht ist Hören auf Sein Wort dran, das aktuelle Hören, es ist so wichtig.
Vielleicht ist das Gebet das Wichtigste, was Sie für sich neu zu entdecken haben.
In allem können wir durch Ihn gesegnet sein.



Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)