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Erntedankfest
16. Sonntag nach Trinitatis 2006
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 1. Oktober 2006
Erntedank

Das Gleichnis vom Sämann

1 Ein andermal lehrte er wieder am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. 2 Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen:

3 Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. 4 Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. 5 Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; 6 als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. 7 Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. 8 Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. 9 Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!


Markus 4, 1-9

Liebe Gemeinde!

1.1 Wenn Jesus das Gleichnis vom Sämann erzählte, dann wussten unter seinen Zuhörern nicht nur die Bescheid, die ein wenig Land bestellten. Jeder kann die Erfahrung von Sähen, Wachsen, Ernten im eigenen Leben wieder finden.

1.2 Nehmen Sie doch Ihre Lebenszeit als Ackerboden. Wie viele Jahre bereitet sich der Boden schon vor Ihnen aus. Wie lange wird er noch von uns beschritten werden? Das alte Kirchenlied sagt dazu: Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land. So ist unser Leben.
Was dürfen wir noch säen? Was haben Sie bereits geerntet? Und welche Früchte können wir noch erwarten?

1.3 Gehören Nachkommen zu diesen Früchten? Sind Vertrauen und Gemeinschaft dabei entstanden, für die Sie heute dankbar sind? Kennen Sie Menschen, die Sie lieben. Werden Sie von anderen geliebt?
Das sind Früchte.

1.4 Blicken Sie zurück auf beruflichen Erfolg? Ist dabei neben Auskommen sogar Vermögen entstanden, das Ihr Leben angenehm macht? Können Sie stolz sein auf Erreichtes? Können Sie sogar anderen etwas geben von Ihrem Überfluss?
Dann sind das Früchte.

1.5 Haben Sie Ihr Leben lang an sich gearbeitet? Begabungen, die Sie auszeichnen, nahmen Sie nicht als Schleuderware des Schöpfers. Aufgaben sind das für Sie. Sie nahmen sie im Leben an. So wuchs Verantwortung. Sie prüften sich selbst. Ist das mein Weg? Kann ich das tun? Will ich es so? Sie sprangen Ihrem Schöpfer nicht von seiner Töpferscheibe. ER formte sie. Deswegen sind Sie heute gestaltet. Gereiftes Wissen macht die Weisheit. Auch das ist Frucht.


2.1 Die Gegenwart von Gott in uns wächst ebenfalls. Sie kann sehr mickrig sein oder auch aufblühen. Es zählen dabei nicht die Jahre unseres Lebens. Es zählt, wie viel von Gottes neuem Leben durch Jesus in uns ist.

2.2 Die Taufe ist der Input in unseren Geist, dass Gott den Geist von Seinem neuen Leben in uns gibt. Du bist Mein Kind. Ich bin dein himmlischer Vater.

2.3 Dann geht es um das Wachsen dieses Glaubens. Lebe ich das auch? Weiß ich um meinen himmlischen Anteil? Freue ich mich darüber? Will ich Gott überhaupt als Wichtigsten in meinem Leben akzeptieren?

2.4 Sage ich Ihm das als Antwort, dann ist Glaube in mir gereift. Ja, Herr Jesus, ich gehöre Dir. Du hast mir vergeben, was mich von Dir trennt. Ich nehme Dein neues Leben für mich als Segen an. Ich folge Dir.

2.5 Wer das sagt, hat seinen Glauben fest gemacht an Jesus, der hat seine Taufe bestätigt, der ist konfirmiert, der hat sich bekehrt.
Das ist Frucht, Frucht des Glaubens.

2.6 Und eine direkte Folge dieser Glaubensfrucht ist das persönliche Gebet mit Freude. Es erquickt den Geist in Vertrauen und Liebe mit Gott zu sprechen und dann auch auf Ihn zu hören.


3.1 Wir alle haben zum Teil lange Lebenswege hinter uns. Wir wissen um die Stürze und auch die Abbrüche, die möglich sind. Wir haben sie erlebt.

3.2 Im Gleichnis des Sämanns wird das deutlich. Da gibt es mitten auf dem Acker einen Weg. Hart ist der Boden, fest getrampelt. Da gingen andere über mich hinweg. Wo dies geschieht, da wird das Herz ganz hart. Wie soll es anders überleben. Es schützte damals. Doch heute stört es. Es passt nicht mehr. Und doch ist es oft da und hindert mich am Wachsen.

3.3 Es gibt auch Felsen. Die sind sehr gut als Fundament. Doch wenn sie Wurzeln wehren, in die Tiefe einzudringen, dann stören sie.
Warum sind Männer oft so hart und undurchdringlich, wo sie zart sein müssten. Und warum sind Frauen oft abschätzend hart, wo nur ein bisschen Offenheit schon helfen würde.
Wir leben mit unseren Felsen in uns. Da wächst nichts in die Tiefe.

3.4 Erstickt wird vieles durch die Dornen. Sie stehen für die Sorgen und die Gier in unserem Leben. Sie überleben immer. Ich brauche gar nichts tun, schon sind sie da. Das Gute braucht die Pflege, das Böse wächst allein.
Deshalb sind auch viele Menschen gar nicht darauf aus, Gutes in ihrem Leben anzustreben oder zu erwarten. Sie haben sich den Dornen ganz verschrieben. So sind sie dann auch. Sie tun weh.

3.5 Das alles ist auf unserem Lebensacker möglich.


4.1 Auch unser Glaube erlebt Einbrüche und Abstürze.

4.2 Wir sind nicht frei von unseren harten Stellen. Das ist so, das ist so. Das traten andere in uns fest. Und heute wächst darauf nichts Eigenes. Der Satan kommt und nimmt den Samen weg, sagt Gottes Wort. Die eingetretenen Wege unseres Lebens sind dafür hoch gefährdet. Wächst Gottes Wahrheit in mir? Oder sind es nur festgetretene Wahrheiten der Menschen: So geht es lang.

4.3 Es gibt nur einen Felsen, der ein Segen ist für Christen. Das ist der Herr Jesus und Seine Erlösung auf Golgatha. Der aber steht unserem Wachsen im Glauben nicht im Weg.
Unser Herz, oft hart wie Stein, verhindert das Eindringen der Liebe Gottes, die Berührung durch Ihn, die innere Freude. Viel von Gott haben wir dann nicht in uns, wenn viel von unserem harten Herzen bleibt.

4.4 Und die Dornen im Glauben. Es gibt so vieles, was weh tut, wenn man anfängt zu glauben. Wie gehen wir mit Gottes Schöpfung um? Eine Dorne. Wie halten wir Frieden? Eine Dorne. In welchem Zustand befindet sich die Christenheit? Eine Dorne. Leben wir, was der Herr uns sagt? Eine Dorne.
Von Anfang an sind sie dabei. Bei Adam und Eva. Und auch bei Jesu Kreuzigung auf Seinem Kopf. Maria durch ein Dornwald ging, sagt das Lied prophetisch zum Weg der Kirche.
An solchen Stellen freue ich mich auf den Himmel.


5.1 Das Schöne an diesem Gleichnis ist das Ergebnis. Säen macht Sinn. Frucht entsteht. Frucht im Leben. Frucht im Glauben, trotz aller Hindernisse.
Das Ziel des Herrn setzt sich durch. Am Ende kann das Wunder der Frucht stehen und nicht der Lebensacker als Wüste. Das macht Sein Segen. Segen der Schöpfung, Segen der Erlösung als neuer Schöpfung.

5.2 Sie finden vor dem Altar hier ein Gefäß mit Korn. Die Körner stehen für die Aussaat unseres Lebens. Sie haben schon gesät in Ihrem Leben, sie werden es auch weiter tun.
Dass daraus Frucht wurde oder wird, das liegt an Seinem Segen.

5.3 Wer dafür Danke sagen will, der lege dieses Korn zum Zeichen dafür auf den Altar. Der Herr wird es erkennen und annehmen.
Wer für die neue Aussaat seines Lebens den Herrn um Segen bitten will, der lege ebenfalls ein neues Korn auf den Altar. Der Herr wird es ansehen. Wir dürfen ihn dafür um Segen bitten.

5.4 Wir tun das, weil wir wissen: Wir pflügen und wir streuen. Doch Wachstum und Gedeihen, steht in des Himmels Hand.
Für diese Hand des Himmels danken wir. Um diese Hand bitten wir für die Zukunft.



Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)