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Judica
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

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Pastor Friedhelm Peters
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Gottesdienst am 25. März 2007

Opfer

47 Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. 48 Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. 49 Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. 50 Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. 51 Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. 52 Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. 53 Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.

Johannes 11, 47-53

Liebe Gemeinde!

1.1 So stellt man sich schlechte Politik vor. Die eigene Macht zu erhalten ist jedes Mittel recht. Ein anderer muss dafür daran glauben. So sitzen einige und machen einen Plan, bei dem es Opfer gibt.
So steht es geschrieben. So war es. Und leider: So ist es bis heute. Am Ende gibt es eine Leiche. In unserer Geschichte war es Jesus. (53) Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.

1.2 Es war wohl der verhängnisvollste Irrtum der Geschichte zu glauben, damit sei das Problem aus der Welt. Zwar lief alles vordergründig glatt gemäß der bösen Absicht.
Doch sie hatten Gott in ihren Fingern, Jesus, Seinen Sohn. Und dadurch wurde alles anders.

1.3 Denn Gott hat Sein Opfer umfunktioniert. ER hat in die Tat des Hasses der Menschen Seine Liebe eingewoben. Aus der Todestat wurde durch Gott eine Rettungstat.
Gott hat das gemacht. Das hat das Opfer verwandelt. Durch das Böse hindurch ist Gutes entstanden. ER kommt zu Seinem Ziel der Erlösung, selbst durch das Böse hindurch.

1.4 Ich möchte heute mit Ihnen das Opfer Jesu angucken. Über dem, was wir dort sehen, fällt auch neues Licht auf die Opfer, die wir geben oder erleiden.


2.1 Ein Opfer ist ein Ausgleich für das Böse und Zerstörende. Einer zahlt, obwohl er nicht dran ist, für den anderen.
Eine Mutter zahlt für die Schulden ihres Sohnes, obwohl er der Schuldner ist.
Ein Retter der Seewacht opfert sein Leben für die Ertrinkenden in der Brandung.
Ein Maximilian Kolbe tritt für einen anderen nach vorne zum Tod im Hungerbunker des KZ.
Das sind Opfer. Leben für Leben. Aber nicht: Ich für mich. Sondern: Ich für dich.

2.2 Ein Stück tun wir das alle füreinander.
Keiner wäre groß geworden ohne die Hingabe seiner Eltern oder andere Menschen, die deren Stelle stellvertretend einnahmen.
Keiner lebte, wenn es nicht Rücksicht gäbe, die uns Lebensraum schenkt, dass wir nicht von allen Seiten erdrückt werden.
Unsere kleinen Opfer: Anteilnahme, Hingabe, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, Güte, Teilen, Verzicht, Verzeihen. Ehrenamtliche Mitarbeit, zurückstellen der eigenen Karriere - auch das gehört dazu. Ohne diese Opfer, die kleinen Opfer, gäbe es kein gelungenes Leben.


3.1 Doch irgendwann ist Schluss. Wir wollen auch etwas für uns. Haben, nicht teilhaben und opfern, ist der Geist in uns und unserer Gesellschaft. Wenn der bedroht wird ist es mit dem Opfern vorbei. Zuviel Opfer ist zuviel.

3.2 Die Folge von zuviel Opfer sind Ärger, Widerstand, Empörung.
Haben Sie das schon gehört: Eine Zumutung. Das soll ich mir gefallen lassen! Die Alltagsgespräche, ebenso der Tratsch und Klatsch untereinander sind voll von verletzten Empfindlichkeiten. Angeblich oder tatsächlich geht es immer um zuviel Opfer. Fordere von einem zuviel und du wirst sehen.


4.1 Wie kommt es eigentlich, dass das bei Jesus anders war. Warum hat ER nicht gesagt: Jetzt ist Schluss! Mir reicht es. Kein Opfer mehr.

4.2 ER hatte gesehen, dass es einen anderen Sinn im Opfer gibt. Wir hören es in Seiner Verkündigung. (Markus 8,35) Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten.
Jesus meint, wer sein Leben nicht hingibt, der gewinnt es gerade nicht. Denn einmal stirbt er so wie so. Dann jammert er nur, weil alles, was er hat, nicht rettet und eine Krankheit oder das Alter das Leben nimmt. Genommen wird es immer.
Haben im Sinne von Besitzen tun wir unser Leben nie. Wer übersieht, dass der Grundplan jeder Zelle unseres Körpers ein Opfer ist, der baut an einem schönen Irrtum. Denn jede Zelle schenkt sich für den Austausch und Erhalt der anderen. Jedes Leben ist auch Opfer.

4.3 Und Jesus meint, es sei viel besser, wir verstehen es gleich so. Und ER meint weiter, am Besten sei, wir opfern es nicht für irgendwas, sondern gleich an der richtigen Stelle: Für Gott. Und Er meint, am sinnvollsten sei es, das gleich im richtigen Geist zu tun: Nicht erzwungen oder verbittert, sondern freiwillig und in Liebe.


5.1 So hat Jesus es getan. Sein Leben war Opfer für Gott in Liebe.
Wir sehen es an der Versuchungsgeschichte. ER nahm nicht die Macht und Ehre aus der Hand des Bösen, damit ER das Opfer für Gott und den Weg der Liebe gehen konnte.
Wir sehen das in der Auseinandersetzung mit Seinen Feinden. Hätte Er auf sie reagiert, hätte ER Widerstand gegen Seinen Tod organisiert. Weil er aber Sein Leben für Gott opferte reagierte ER auf Gott. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund leg auf, Ich will's gern tragen.
Wir sehen das beim Abendmahl. Mein Leib, Mein Blut für euch gegeben. Und ER dankte Gott.
Das ist Opfer in Liebe. Wir empfangen diesen Geist Jesu mit jeder Oblate, mit jedem Schluck Wein.

5.2 So hat Jesus etwas Großes getan. ER hat das uns bedrohende Böse im Opfer umgewandelt in eine Liebestat. ER gab Sein Leben als ein lebendiges Opfer hin: Für Gott, in Liebe.
Das Böse wurde dadurch besiegt. Es starb in Jesu Opfertod. An Jesu Kreuz ist der Teufel gescheitert. Der Versuch, das Böse siegen zu lassen, wurde zum Sieg der Liebe. Jesu Opfer für Gott in Liebe entzog dem Bösen den Boden.


6.1 Wir selber erleben noch die Schmerzen der kleinen und erst recht der großen Opfer. Und geht es uns zu gut, so dass wir es vergessen könnten, holt uns das Leben sehr schnell wieder ein.

6.2 Doch wenn schon Opfer, dann in rechter Weise und für die rechte Stelle. Das hat uns Jesus gezeigt. In Liebe, für Gott.

6.3 Und an Jesu Kreuz und in Seiner Hingabe für uns finden wir die Kraft, Erlösung und den Neuanfang für jeden neuen Tag in unserem oft so alten Leben. Ihm nachzufolgen auch auf den Opferwegen unseres Lebens ist unser höchstes Ziel. Es geht nicht für uns selbst. Es geht auch nicht in Bitterkeit. Es geht nur aus Seiner Erlösung.
Das wollen wir aus Seiner Kraft für Gott in Liebe üben.


Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)