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Palmsonntag
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

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Pastor Friedhelm Peters
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Gottesdienst am 1. April 2007

Palmsonntag - Neues anziehen

Dies sagte Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.

2 Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3 Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. 4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. 5 Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.

6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. 7 Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

Johannes 17, 1.2-5.6-8

Liebe Gemeinde!

1.1 Es gibt ein spanisches Sprichwort für Domingo de Ramos, den Palmsonntag:
Quien no estrena algo el Domingo de Ramos no tiene ni pies ni manos - wer an Palmsonntag nichts Neues anzieht, der hat weder Füße noch Hände.

1.2 Wenn wir die Tatsache, dass wir etwas Neues zum ersten Mal anziehen, als Symbol für Erneuerung nehmen, können wir die Bedeutung dieser Redewendung verstehen.
Nichts Neues anziehen heißt dann: So bleiben wie man ist. Keine Erneuerung. Keine Umkehr.
Und wer so ist, der hat in Wahrheit keine Füße und Hände. Denn es geschieht nichts Neues mit ihm und durch ihn. Die Wege sind die alten, die Werke sind die alten. Füße und Hände sind wie nichts. Es ist als wären sie nicht da.

1.3 Quien no estrena algo el Domingo de Ramos - wer nichts Neues anzieht am Palmsonntag.
Darum geht es heute: Neues anziehen. Wir hätten sonst trotz Füßen und Händen keine Füße und Hände.


2.1 Um Neues ging es beim Palmsonntag von Anfang an. Wer konnte war dabei. Füße und Arme waren sehr beschäftigt. Man lief und winkte. Denn ein neuer Herrscher zog in Jerusalem ein, Jesus der Messias. Die Prachtstrasse nach Jerusalem war dicht wie bei uns die Küstenautobahn im Stau.

2.2 Man lief mit. Denn dabei sein hieß: Es ließ sich später erzählen, ich war dabei als der neue König in Jerusalem einzog. Und vor allem: Ich habe ihm von Anfang an zugejubelt. Vielleicht wirft ER auch einen Blick auf mich, an den ich Ihn später erinnern kann.
Palmzweige waren die Fahnen der damaligen Zeit, Textil war viel zu teuer. So wurde mit Palmwedeln gewunken. Füße und Hände im Einsatz.
Dass die Prachtkarossen ein Esel war wurde hingenommen. Die Ausstrahlung zählte. Die Geschichte zeigt, auch später wurden Präsidenten auf einem Panzer stehend gekürt. Jubel verkleidet fast alles. Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna.

2.3 Das war was Neues. Nicht nur für das Gespräch in der Nachbarschaft. Neu war auch die Hoffnung auf ein Leben ohne Besatzungsmacht und steuerliche Erpressung. Neue Hoffnung für das Leben morgen.
Neues anziehen. Füße und Hände im Einsatz. Das war Palmsonntag.


3.1 Wir könnten hier einen Strich machen und in unseren Überlegungen sagen: Das nehmen wir mit. So soll es bei uns auch sein.

3.2 Was gibt es nicht alles, was wir neu anpacken müssen. Und hier haben wir noch einmal den Impuls. Frühjahrsputz ist auf allen Ebenen angesagt. Nicht nur bei der Gartenpflege oder dem Reinemachen der Wohnung. Es gibt so manches was wir in diesem Frühjahr unseres Lebens noch klären sollten. Hier ist der Anlass. Zieh Neues an, sonst hast du keine Füße und keine Hände.


4.1 Das ist gut. Doch es ist nicht alles. Die Predigt ist noch nicht zu Ende. Denn die Geschichte ging so nicht aus wie sie sich zu Palmsonntag darstellte. Und das hat mit unserem Predigttext zu tun.

4.2 Jesus wusste, dass das Neue, das Hosianna der Menschen, nicht drei Tage halten würde. Er wusste es von der Masse. Wenig später riefen sie: Kreuzige Ihn. Und Er wusste es von Seinen Jüngern, denen Er Verrat und Verlassen voraussagte. Neue Stimmungen halten nicht drei Tage.

4.3 Für Neues ist mehr nötig. Eine neue Verwurzelung, ein neuer Grund und Boden, ein neues zu Hause, von dem Kraft kommt. Das alles gehört dazu.

4.4 Und mit unserem Predigttext bekommen wir zeitgleich zu den soeben geschilderten äußeren Geschehnissen von Palmsonntag einen Einblick in die Gedanken und das Herz Jesu. Wie eine Tagebuchaufzeichnung hat Johannes ein Gebet Jesu festgehalten, das letzte vor der Passion. Es ist berühmt geworden unter der Bezeichnung des hohepriesterlichen Gebets. Dort sehen wir, was Jesus für das Wichtige und Neue hält, was Er erreicht hat. Und nur damit kommen wir als Christen weiter. Worum geht es da?


5.1 Um Verherrlichung geht es auch dabei. Doch nicht um ein Hosianna - Lob von Menschen. Sondern um das, was Gott ehrt und vor Gott Ehre macht. Was war das im Fall Jesu?

5.2 Es sind merkwürdig schlichte Dinge:
Alles, was Ich habe, ist von Dir, himmlischer Vater. Es gibt einige, die haben das erkannt.
Die Worte, die Ich sage, sind von Dir, himmlischer Vater. Einige haben das angenommen.
Ich bin von Dir, himmlischer Vater. Einige glauben Meine Sendung.
Taten, Worte, Herkunft Jesu. In allem zeigt sich der lebendige Gott als himmlischer Vater Jesu. Einige glauben das. Das ist das Neue. Gott ist in Jesus.

5.3 Wir mögen denken, ist das nicht ein bisschen wenig. Doch für Jesus war es in der Darstellung des Johannes die zentrale Botschaft: Ich und der Vater sind eins. Jetzt in seinem Lebensgebet: einige haben das im Glauben angenommen.


6.1 Und das ist der Kern für alles Neue, was aus dem Glauben kommt.
In Jesus sagt Gott zu mir: ICH habe dich je und je geliebt und zu Mir gezogen aus lauter Gnade.
In Jesus sagt Gott zu mir: Folge Mir. Und dann kann ich innerlich aufstehen und Gott folgen.
In Jesus sagt Gott zu mir: Heute wirst du mit Mir im Paradiese sein. Wen Jesus mitnimmt, der ist bei Gott, im Paradies, selbst wenn er in kreuzüblen Umständen steckt. Das ist Trost.
In Jesus sagt Gott: Du bist Mein Kind. Und was Gott unser Schöpfer sagt, das gilt.
In Jesus haben wir gültige Worte Gottes über uns. Das ist das Neue.

6.2 Und aus dieser Quelle zu schöpfen macht den Geist frisch. Aus diesem Boden zu leben macht uns gewiss im Herzen. Aus dieser Kraft zu nehmen lässt uns im Frieden sein und Frieden schaffen. In diesem Glauben zu Hause sein ist jeden Tag, auch zu Palmsonntag, so neu, dass wir wieder Füße und Hände haben. Selbst dann, wenn wir vorher alt und lahm waren.

6.3 Also nehmen wir die Palmzweige äußerliche oder symbolisch und verherrlichen wir den Herrn. Aber bitte im rechten Geist, denn nur dann wird es wirklich neu:
Du, Jesus, bist das Wort des Vaters.
Und das glaube ich. Und darin werde ich Dir folgen.
Füße und Hände machst Du mir damit neu.
Danke, Du gültiges Wort Gottes.


Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)