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Ostern 2007
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

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Pastor Friedhelm Peters
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Gottesdienst am 8. April 2007

Ostersonntag - Verwandlung

Steinkreuz im Naturpark Sierra del Pinar bei El Burgo, Ronda
Steinkreuz im Naturpark Sierra del Pinar bei El Burgo, Ronda

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. 12 Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. 13 Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. 14 Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. 15 Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. 16 Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. 17 Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 18 Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Johannes 20, 11-18


Schmeeterling auf Kruzifix

Liebe Gemeinde!

1.1 So kann es einem ergehen. Wir sind auf einer kleinen Wanderung unterwegs. Mitten im Wald steht ein verlassenes Steinkreuz, verwittert von Jahrzehnten. Der Blick wandert an diesem unerwarteten Zeichen des Glaubens mitten in der Einsamkeit nach oben. Die zwölf Apostel tragen an der Last des Kreuzes. Auf diesen Felsen will ICH Meine Kirche bauen, hatte der Herr gesagt. Dann geht der Blick weiter nach oben auf das ausgewaschene Gesicht des Gekreuzigten. Es trägt fast kindliche Züge. Als ob sein ganzes Leben von Kindheit an ein Opfer gewesen ist.

1.2 Und dann dieses Bild. Ein Schmetterling hat sich niedergelassen auf dem Gesicht unseres Herrn. Der bunte Falter ist das natürliche Bild für eine unglaubliche Verwandlung. Aus einer Raupe am Boden wird durch einen Kokon hindurch ein Schmetterling, der sich leicht in die Luft erhebt. Das ist Verwandlung.

1.3 Es war wie eine Osterpredigt mitten im Wald. Der alte, schwere Stein des toten Herrn kriegt eine neue Botschaft durch den Falter. Verwandelt ist der Tod in Leben. Verwandelt ist das Opfer in Sieg. Verwandelt ist der Gekreuzigte in den Auferstandenen. Verwandelt sind wir, Seine Jünger, zu Boten der Freude. Wir tragen nicht die Last eines toten Herrn auf unseren Schultern. Wir gehen hin in alle Welt mit der Freudenbotschaft: Der Herr ist auferstanden. Der Herr ist auferstanden. - ER ist wahrhaftig auferstanden. Ein kleines Zeichen kann alles wenden. Aus Karfreitag wird Ostern. Auferstehung ist die Verwandlung unseres Lebens.


2.1 Was ist Ihnen schon einmal zu einem besonderen Zeichen für die Auferstehung geworden?

2.2 Ist es der schwere Stein. Er lag vor dem Grab und als Sorgenstein auf den Herzen der Frauen. Und dann war er weggerollt. Er lag einfach wo anders. Er hat nicht mehr alles verschlossen. Er lag nicht mehr im Weg. Engelwerk im Alltag. Zeichen der Auferstehung mit neuen Möglichkeiten.

2.3 Oder ist es die Umkehr der Jünger. Eben waren sie noch alle weggelaufen. Jetzt sagten sie: Wir haben IHN gesehen und erkannt. Kommt, lasst uns nach Galiläa gehen wie ER es gesagt hat. Da hat mit der Auferstehung etwas angefangen in den Herzen der Jünger, was alles in neues Licht taucht. Wenn der Herr lebt: Was tue ich? Was möchte ER von mir? Wie folge ich IHM? Das sind Fragen, die jeder Christ bis heute stellt, sobald er es mit dem Auferstandenen selbst zu tun kriegt. Herr, Du lebst! Was möchtest Du, dass ich tun soll. Hier bin ich.
Die Begegnung mit dem Auferstandenen ist der Anfang des lebendigen Glaubens. Und Fortsetzung gibt es nur durch weitere Begegnungen mit IHM.

2.4 Was sind für Sie wichtige Zeichen der Auferstehung? Auch das gehört für mich dazu. Die Wunden, die nicht mehr weh tun. Was tragen wir für Wunden in unserem Leben. Unsichtbare Macken in der Seele, die schmerzen, unsere Beziehungen blockieren, unseren Charakter bremsen, uns nicht so lassen wie wir wollen. Aber auch äußere Handicaps gehören dazu: Die Zeichen der Krankheiten, mit denen wir leben. Wir verstecken sie. Wir versuchen sie zu kompensieren, sie auszuhalten, Linderung zu erlangen wie immer es möglich ist.
Auferstehung ist die große Hoffnung: Das ist einmal vorbei. Es gibt die Zeit, wo Wunden nicht mehr weh tun. Tränen sind abgewischt. Der Auferstehungsleib ist heil. Was jetzt ein Wunder ist wird dann normal. Die Wunden Jesu gab es noch. Doch waren sie jetzt Zeichen für den Sieg des Lebens über den Tod.

2.5 Vielleicht haben Sie noch andere Zeichen der Auferstehung, die für Sie wichtig sind. Wie gut. Was ist der Kern von allem? Was macht das Kreuz zu Ostern, das Grab offen, die Umkehr im Herzen, die Hoffnung auf den Auferstehungsleib?


3.1 In unserer Geschichte von Maria ist es im Bericht von Johannes etwas Einfaches festgehalten.

3.2 Es ist nicht das Interesse von Maria, ins Grab zu schauen, um zu gucken was los ist, obwohl Interesse bestimmt nötig war und ist.
Es sind selbst nicht die Engel, die sie entdeckt, und die sogar mit ihr reden. Übernatürliche Erfahrung macht noch keinen Auferstehungsglauben. Sonst wären alle Menschen mit esoterischen Erfahrungen automatisch lebendige Christen.
Es ist auch nicht ihre persönliche Ergriffenheit, die den Glauben macht. Ihre Tränen waren echt. Doch sie machten keinen Glauben.
Es war noch nicht einmal mehr eine versteckte Begegnung mit Jesus, den sie als Gärtner ansieht, was ihr hilft. Wie viele Menschen haben in Kirchen, vielleicht sogar zu Ostern, anonyme Begegnungen mit Gott, die gut tun. Doch zum lebendigen Glauben führen sie nicht.

3.3 Es ist und bleibt die persönliche Begegnung, die Maria zur klaren Erkenntnis kommen lässt: Es ist der Herr. ER ist auferstanden. Der Herr nennt ihren Namen: Maria. Darin erkennt sie IHN.

3.4 So ist das bis heute. Zeichen der Auferstehung werden uns dann zu stärkenden Wegweisern, wenn wir die Stimme des Herrn darin hören. ER ruft dich beim Namen.

3.5 Du, siehst du Mich. ICH bin der Auferstandene, Dein Leben. ICH bin bei Dir alle Tage bis an das Ende der Welt. Folgst du Mir, ist dein Weg jetzt Mein Weg und Meiner deiner. Es gibt ein neues Wir. Das Wir des Auferstandenen ist die erste neue Zelle neuen Lebens in uns.

3.6 In der Taufe nehme ich das an. In der Nachfolge setze ich das um. Im Glauben lasse ich mich neu darin aufbauen. Die Zeichen der Auferstehung helfen. Doch der Kern ist Sein Maria, Sein Du.


4.1 Wie schön, dass der Herr lebt und bis heute spricht.

4.2 Lauschen Sie, bis Sie Ihren Namen vom Auferstandenen hören. Beten Sie darum, ihn neu zu hören, wenn diese Erfahrung verloren gegangen ist. Freuen Sie sich, wenn es neu bestätigen können: ER lebt. Und ER kennt mich beim Namen. Dann ist Ostern, Auferstehungsfest.


Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)