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von Pfarrer Friedhelm Peters,
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Pastor Friedhelm Peters
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Gottesdienst am 29. April 2007

Es werde Licht

1,1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; 2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. 3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
4 Gott sah, dass das Licht gut war. …
26 Dann sprach Gott: Last uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. 27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. 28 Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. 29 Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. 30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.
31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. …
2,1 So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.
2 Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. 3 Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.
4a Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden.

Genesis 1,1-4a.26-31a.2,1-4a

Liebe Gemeinde!

1.1 Tohuwabohu ist das Wort, was den Zustand der Erde beschreibt, bevor der Herr etwas tut. Tohuwabohu heißt wüst und leer, durcheinander. Das ist der Urzustand vom Durcheinander.
Und dorthinein spricht der Herr Sein Wort: Es werde Licht. Und die Finsternis weicht. Das Chaos wird sichtbar. Es entsteht Klarheit. Neues kann anfangen. Finsternis hat nicht mehr die Oberhand.

1.2 Licht ist die erste Tat der Schöpfung Gottes. Es ist sehr gut, sagt ER selbst. Licht und Klarheit sind sehr gut. Mit ihnen fängt die Schöpfung an. Im Licht kann Neues entstehen.

1.3 An der Costa del Sol verstehen wir etwas davon. Nirgendwo ist die Sonnenlicht so intensiv wie hier bei uns. Es ist hell. Fast immer. Die Zahl der Sonnentage im Jahr liegt ganz oben. Höher ist es nur noch in der Wüste, wo alles verdorrt.

1.4 Maler aus aller Welt hat das angelockt, um hier zu schaffen. Bedrückte Menschen aus vielen Ländern reisen hier hin, um sich von dem intensiven Licht Entlastung zu holen. Touristen und Residenten kommen und kommen wieder, weil das Licht so gut tut. Das Glückshormon Serotonin wird durch das Licht freigesetzt.

1.5 Natürlich hat jeder sein eigenes Tohuwabohu, was er mitbringt. Dieser Urzustand eines Lebens und Herzens wird nicht durch Reisen in die Sonne aufgehoben. Wie viele Nöte sind oft hinter sonnengebräunter Haut verborgen. Ein helles Hemd macht noch kein weißes Herz. Und dünne Kleider entledigen uns nicht der Lasten unseres Lebens. Wir wissen das.

1.6 Und dennoch tut das Licht schon gut. Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, ein Hoffnungszeichen, ein Bonus für die Seele. Der Zauber eines Sonnenuntergangs verzaubert. Wir ahnen: Auch das gibt es, vielleicht auch bei mir. Ich erlebe es ja in der Natur. Vielleicht auch bei mir. So schön kann es sein. Und die Seele tankt auf. Sie nährt sich am Schönen, am Licht.

1.7 Das Licht macht deutlich und klar, was sein kann, was möglich ist. Es gibt außer dem Tohuwabohu noch ein anderes Leben.
Suchen nach diesem Licht nicht alle Menschen? Es steht am Anfang der Schöpfung. Es ist gut.


2.1 Wenn wir auf diese Weise unseren Text bedenken, dann haben wir schon ein paar Entscheidungen bei der Auslegung getroffen, die wir kurz aussprechen sollten. Ist der Schöpfungsbericht der Bibel als wissenschaftlicher Bericht zu der Frage gedacht, wie die Welt entstanden ist? Es gab Zeiten, da wurde man für eine falsche Antwort - falsch im Sinne der Meinung der Kirche - von der Inquisition verbrannt, wenigstens verbannt. Auch heute bemühen sich biblische Fundamentalisten, die Schöpfungstaten in naturwissenschaftliche Äquivalente zu übersetzen. Will der Text einen Beitrag zur Entstehung von Licht im physikalischen Sinne geben?

2.2 Nein. Wir haben es mit einem wissenschaftlichen Bericht in der Bibel zu tun, sogar mit einem modernen. Modern für das Jahr 600 vor Christus. Was damals in der Uni von Babylon unter den Gelehrten galt, das 7 Tage Schema, die Reihenfolge der Schöpfungswerke, das nimmt die Bibel auf. Sie verwendet den modernsten Schöpfungsbericht - aus der Zeit vor mehr als 2.500 Jahren.

2.3 Die Bibel wollte keine Konkurrenz zur Naturwissenschaft. Sie wollte sagen: Was ihr herausbekommt, das hat unser Gott geschaffen. Was ihr bestaunt, das kommt aus der Hand unseres Gottes. Worüber ihr redet, das ist durch das Wort unseres Gottes entstanden.
Der uns berufen hat, das ist auch der Schöpfer Himmels und der Erden. Wir kennen Sein Wort und Seine Gebote. Wir folgen Ihm. Wir wissen, wer das ist, der so schönes Sonnenlicht erschuf.

2.4 Dadurch entstand etwas Neues: Unsere Welt ist eine. Der Gott, dem wir glauben, hat auch das Licht erschaffen über dem Chaos. ER ist kein anderer als der, zu dem ich jeden Tag bete.
Ich danke Ihm für die Schönheit der Welt und bitte Ihn um Glauben, der mich trägt. Die Welt ist eine und unser Gott ist Einer, am Strand und am Altar.

2.5 Das war das große Neue in der damaligen Zeit. Die Welt war nicht zersplittert in eine fromme Welt des Glaubens und alltägliche Welt der Natur mit ihren Mächten. Hier sprach ein Gott durch alles, durch die Geschichte, durch die Schöpfung, durch Sein Wort. Und auch der Himmel war kein Göttermeer mehr. Ein Gott für jeden Stern mit seiner Wirkung. Nein. Hinter jedem Strauch und Kraut eine andere Gottheit. Nein. Ein Gott, der alles schuf und Seine Kinder leitet.

2.6 Und plötzlich war ihre Welt eine und der Himmel einer. Und sie hatte ein zuhause. Sie erlebten: Wer glaubt, der ist geborgen. Ein Gott, der die Hand hält über alles. Unser Gott ist Einer.


3.1 Vor diesem Hintergrund können wir das anfangs Gesagte noch besser verstehen.

3.2 Wer hier das Licht und die Sonne liebt, der bekommt nicht nur einen Lichtstrahl der Natur mit, sondern einen Lichtstrahl Gottes, der sagt: Es ist sehr gut.
Er kann deshalb nicht nur sagen: Wie schön. Sondern auch noch: Gott sei Dank. Ich lobe Dich, Herr. Der hat nicht nur in seiner Seele Freude, sondern in seinem Geist ein helles Leuchten: Du bist da, Herr. Ich lobe Dich.

3.3 Wer begreift, dass unser Herr alles geschaffen hat, der findet Ihn auch überall wieder.
Wer Ihn am Altar als Seinen Erlöser erfährt und darüber jubelt, der kann das auch, wenn er sich nach einer schönen Muschel bückt, sie aufhebt und bestaunt.
Wer Gott mit schönen Liedern lobt, der findet auch das Lob Gottes wieder im Sausen des Windes. Wer Ihm für die Führung im eigenen Leben dankt, der dankt Ihm auch für den Flug der Möwen.
Wer in Seinem Herzen hell geworden durch Seine Vergebung - Herr, Du starbst für mich - der lobt Ihn auch für das helle Licht der Sonne. So schön bist Du.
Und wer Ihm am Altar dient, der dient Ihm auch bei jedem Schritt in Seiner Natur. Herr, für Dich.

3.4 So weit ist unser Glaube. Er spannt sich vom Altar der Erlösung bis zu jedem Lichtstrahl der Sonne, der über dem Tohuwabohu unserer Dunkelheiten aufbricht. Warum? Es ist ein Gott, der uns überall begegnet. Sein Lob umspannt alles. Und wir können Ihn überall entdecken, wenn wir Ihn als unseren Erlöser angenommen haben. Herr Jesu, Gnadensonne. Jeder Lichtstrahl spricht.


4.1 Es ist nach allem nicht verwunderlich, dass auch wir als Menschen einen Platz in Gottes Schöpfung haben. Wir sind geschaffen, um dies Wunder zu erleben und zu bewahren.
Nach Gottes Bild sind wir gemacht, frei zu entscheiden, ob wir für Gott leben wollen oder nicht. Denn Gott ist frei. Sein Abbild in uns ist die Freiheit.

4.2 Erfüllen wir Seine Absicht und Sein Verlangen, dann werden wir Sein Licht annehmen als Hoffnung über allem Chaos. Als Christen sehen wir das Kreuz Jesu als Erfüllung dieses ersten Schöpfungstages: Es werde Licht. Licht über dem Dunkel aller Verlorenheit. Jesus, mein Licht.

4.3 Dann werden wir uns freuen über allem Schönen und nicht vergessen, Ihm zu danken und Ihn zu loben. Wo immer wir das Dunkel hinter uns lassen konnten werden wir nicht nur sagen: Glück gehabt. Sondern weiter: Glück gehabt durch Dich. Danke, Herr. Lob sei Dir.

4.4 Und wir werden mithelfen, Sein Licht anzuzünden, wo andere im Dunkel stecken. Und wir werden sagen: Pass mal auf. Da gibt es noch mehr. Schau mal. Siehst Du nicht den Lichtstrahl.
Wir werden nicht müde werden, das Wunder Seines ersten Schöpfungswortes zu bewahren: Es werde Licht. Klarheit und Hoffnung über allem Chaos schaffen. Und wir werden, wenn es dran ist, auf unseren Herrn und Sein Licht der Erlösung hinweisen.

4.5 Und wir werden dafür sorgen, dass unsere Schöpfung bewahrt und erhalten bleibt. Wir werden gegen Dunkelheiten der Zerstörung Partei ergreifen. Denn wir wissen: ER hat es gut gemeint.

4.6 Und bei allem wissen wir: Dafür hat uns Gott geschaffen, Teil Seines Lobes zu sein.




Amen.



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Zuletzt geändert am 27.04.2007 von: (fp)