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von Pfarrer Friedhelm Peters,
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Pastor Friedhelm Peters
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Gottesdienst am 13. Mai 2007

Vater Unser

5. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. 6 Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. 7 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. 9 So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel,
dein Name werde geheiligt,
10 dein Reich komme,
dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
11 Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
12 Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.

Matthäus 6, 5-6.7-13.(14-15)

Padre nuestro
que estás en el cielo,
santificado sea tu Nombre;
venga a nosotros tu reino;
hágase tu voluntad
en la tierra como en el cielo.
Danos hoy nuestro pan de cada día;
perdona nuestras ofensas,
como también nosotros perdonamos
a los que nos ofenden;
no nos dejes caer en la tentación,
y líbranos del mal.
Tuyo es el reino, tuyo es el poder
y la gloria siempre, Señor.
Amén.

Spanisches Vater Unser

Liebe Gemeinde!

1.1 Wir haben es hier mit dem bekanntesten Text der Bibel zu tun: Dem Vater Unser. Auf dieser Welt wird wohl fast jeder der über 2 Milliarden Christen, diese Worte kennen. Und Christen in den 2000 Jahren vor uns beteten mit diesen gleichen Worten. Es ist schon merkwürdig: Kein Text dieser Erde wurde so häufig gesprochen wie das Vater Unser. Wer es betet ist Teil der größten Weltgemeinschaft.

1.2 Es gibt kaum einen Anlass, wo dieses Gebet nicht Platz hat. Zu aller erst natürlich hier im Gottesdienst, in allen Gottesdiensten dieser Welt. Dann aber auch an so vielen anderen Orte.

1.3 Was gibt es noch Verbindendes bei öffentlichen Katastrophen und Terroranschlägen? Was zählt noch? Neben dem Entsetzen gibt es das Vater Unser, an das sich mancher dann erinnert.
Wenn neues Leben anfängt, eine Geburt gelungen ist und neues Glück geboren, dann wollen viele Eltern Danke sagen. Und oftmals fällt ihnen nichts anderes als Gebet ein als dieses Wort: Vater Unser im Himmel.
Wenn Menschen sich in okkulter Finsternis verstrickt haben und später von Panik gequält werden, weil der Boden unter den Füßen wankt und sie nicht mehr zu schlafen wagen, dann greifen sie zu der Grundmedizin des Glaubens und fangen an zu beten: Vater Unser.
Mancher hat von Kindheit an gelernt am Abend zu beten: Müde bin ich geh zur Ruh schließe beide Augen zu. Vater lass die Augen Dein über meinem Bette sein. Und dann kommt jeden Tag das Vater Unser hinzu. Es beschließt den Tag und öffnet den Geist für die Ruhe der Nacht.


2.1 Vielen Christen ist das nicht bewusst: Das Vater Unser stammt von Jesus. Es ist aufgezeichnet in der Bergpredigt. Sie ist eine Lektion für Jünger, die unter der Herrschaft Gottes leben möchten. Jesus spricht dabei auch über das Beten.

2.2 Seine erste Botschaft ist dabei: Beten ist keine Show. Es ist möglich, aus allem eine Pose zu machen, eine Vorstellung. Auch aus religiösen Dingen. Nein, sagt Jesus. Beten ist wie Glauben immer Herzenssache.
Denn der Glaube sitzt nicht in den Muskeln, sondern im Geist eines Menschen. Von dort wirkt er sich oft bis in die Muskeln aus, oder gebraucht Muskeln wie zum Knien. Wer betet kennt deswegen oft die Entspannung des autogenen Trainings. Aber autogenes Training führt nicht von selbst zum Beten. Beten bleibt eine Haltung des Geistes.

2.3 Jesu zweite Botschaft heißt: Beten ist kein Plappern. Gott braucht nicht viel Worte, wir vielleicht, ER nicht. ER fragt im Gebet nach unserem Vertrauen zu Ihm. Ein Seufzer kann genügen.
Nicht dass Jesus etwas gegen lautes Beten oder gemeinsames Beten hätte. Im Kämmerchen beten ist ohne weiteres laut oder mit mehreren als Gebetsgemeinschaft möglich.
Entscheidend ist: Ich bete nie für ein Publikum. Mein Gegenüber beim Gebet ist Gott. Wer für Menschen betet, betet nicht. Jesus nennt es plappern. Denn das angebliche Gebet ist leer vor Gott.

2.4 Herzenssache - kein Plappern. Und dann nennt ER konkret sechs Bitten mit einer Einleitung. Sie sind das Vater Unser. Es sind sechs Grundsätze, die unsern Glauben und unser Leben ausmachen. Mit ihnen kommen wir durch.


3.1 Die Einleitung: Vater Unser. Nicht: Mein Vater. Das ist ER auch. Aber hier: Vater Unser. Unser gemeinsamer Gott. Bei all unseren Bitten sollen wir nie aus den Augen verlieren, dass mein Gott auch der des anderen ist. Ich kann nie gegen einen anderen beten. Wir haben Gott nur gemeinsam als Vater, nie allein. Wir alle sind die eine Familie Gottes. Nie sollte es nach dieser Einleitung Geschwisterzank unter Christen geben. Vater Unser.

3.2 Jesus nennt Gott Abba, Vater. Das heißt eigentlich Papa. Es ist die intimste Bezeichnung für den, von dem ich stamme. Dieses Wort ist für Christen Ausdruck der festen Beziehung ihrer Gotteskindschaft. Gott ist für mich Vater geworden durch die Taufe und meine Einwilligung. Vater Unser Beten ist Erinnerung und Erneuerung meiner Taufe. Ja, ich gehöre zur Familie Gottes.


4.1 Drei Bitten richten sich dann auf Anliegen Gottes, drei auf Anliegen von uns.

4.2 Geheiligt werde Dein Name.
Das ist das zweite Gebot des Dekalogs. Der Name Gottes. ER werde geheiligt bei mir. Warum?
Mit dem Namen unterschreibe ich und mache einen Ausweis gültig. Eine unterschriebene Zahlung gilt. Gott hat mein Leben mit Seinem Namen unterschrieben. Ab jetzt geht es um Seine Ehre, nicht um meine. Sein Name werde durch meinen Namen groß. Das ist der Sinn lebendiger Nachfolge.

4.3 Dein Reich komme.
Das dritte Gebot vom Sabbat, der Ruhe Gottes. Darauf soll es hinauslaufen, dass wir in Gottes Frieden, in Seine Ruhe einziehen. Unsere Hoffnung ist, einmal beim Herrn zu sein. Wir sollen Seine Zukunft nicht bei unserer Zukunftsplanung vergessen.

4.4 Wie im Himmel so auf Erden.
In der Regel denken wir: wie auf Erden so im Himmel. Das ist Bekehrung im Glauben, die Maßstäbe des Himmels für die Erde zu glauben. Starke Liebe, himmlische Vergebung, göttliche Verheißungen,- wie im Himmel, so auf Erden. In dieser Reihenfolge liegt die Kraft. Wir schließen an Gott an.


5.1 Unser täglich Brot gib uns heute. Hier geht es um unseren Körper.
Das ist das Manna in der Wüste gewesen. Heute: für einen Tag war das Manna gut. Es ist ein Gebet gegen das Sorgen um die Versorgung für uns, die wir genug haben. Und es ist die Anteilnahme an denen, denen das tägliche Brot fehlt. Wo kann ich helfen und dankbar sein.

5.2 Und vergib uns unsere Schuld. Hier geht es um unsere Seele.
Die Seele verdirbt in Schuld. Oberflächlichkeit und Zerstreuung können das nicht verhindern.
Ein reines Herz ist der schönste Schmuck eines Lebens. Nie können wir das haben ohne Vergebung. Vergebung empfangen klappt nur für den, der auch Vergebung gewährt. Sonst trägt sie keine Frucht und verschwindet wieder. Das Gebet sagt: Jesus, Du meine Vergebung.

5.3 Und führe uns nicht in Versuchung. Hier geht es um unseren Geist.
Der Böse kann Besitz von uns bekommen. Das ist die Hölle.
Jesus ist in Gethsemane und am Kreuz dem Bösen überlassen worden. Das geschah für uns. Das Gebet sagt: Führ uns nicht dorthin, in die Versuchung der Gottesferne. Sieh auf das Opfer Deines Sohnes. ER war dort. Lass Seine Gnade zählen und nicht unser oft so verdorbenes Herz. Trag uns nicht dahin, wo Jesus an unserer Stelle war. Erlöse uns von diesem Bösen, was wir verdient hätten.
Es ist die Bitte um Erlösung unseres Lebens vom Verderben.


6.1 Beten ist kein Plappern. Es ist Herzenssache.
Gottes Name werde groß. Gottes Zukunft komme. Gottes Maßstab zähle.
Unser Brot gib uns. Unsere Schuld vergib uns. Unser Böses löse von uns.
Das ist das Vater Unser Jesu.

6.2 Der Lobpreis ist hinzugekommen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Es ist klar warum. So entsteht Lobpreis.
Wo Gottes Name groß wird und Seine Zukunft kommt und zählt, was ER meint.
Und unser Leben gelingt, frei wird von Sorge, Schuld und Bösem.
Da ist Gottes Lob. So ist es Recht, mit Lobpreis Amen zu sagen.


Amen.



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Zuletzt geändert am 11.05.2007 von: (fp)