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Exaudi
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

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Pastor Friedhelm Peters
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Gottesdienst am 20. Mai 2007

zu Himmelfahrt, in Spanien kein Feiertag

20 Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
21 Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
23 ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
24 Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.
Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
26 Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Johannes 17, 20-26

Liebe Gemeinde!

1.1 Vielleicht kennen Sie die Geschichte von dem etwas verrückten Alten. Der spielte gerne in der Lotterie. Und wöchentlich machte er seinen Einsatz. Nun hatte er die Angewohnheit, seine Losnummern recht säuberlich an die Wand zu kleben. Er tapezierte damit sein Zimmer.
Als er starb, fanden seine Angehörigen diese wunderbare Zettelwand. Einige der Lose waren sogar rot eingekreist. Einer fand das seltsam und überprüfte die Nummer. Es waren Gewinne, sogar ein großer Hauptgewinn. Doch nirgendwo fand man Geld. Und die Nachforschungen bestätigten, der Alte hatte das Geld nie abgeholt.
Es hatte ihm gereicht, die Nummern mit den Gewinnen an die Wand zu hängen.

1.2 Vielen Menschen geht es so im Glauben. Wie wissen um den großen Gewinn. Sie rechnen, an ihm Teil zu haben. Sie hängen religiöse Dinge höchster Brisanz wie das Kreuz Jesu an die Wände. Doch - wie tragisch. Es scheint oft, als hätten sie den Schatz ihres Gewinnes nie abgeholt. Es ist kaum zu glauben, aber wahr. Sie leben weiter in Armut in ihrem Geist und Glauben.


2.1 Himmelfahrt ist ein Hauptgewinn des Himmels. In dem Fest, das die Kirche feiert und wir heute bedenken, steckt ein großes geistliches Vermögen.

2.2 Denn durch die Himmelfahrt Jesu haben wir einen Fürsprecher bei Gott. ER tritt dort für uns ein. Durch Jesu Himmelfahrt und Seine Präsenz beim Vater, werden uns umgekehrt die Schätze des Himmels zugänglich. Von dort teilt ER sie aus, schüttet ER sie aus. ER gibt sie uns. Beziehungen machen das Leben oft leichter. Durch Himmelfahrt haben wir Beziehungen zu Gott.


3.1 In unserem Text, dem hohepriesterlichen Gebet, haben wir es mit dem Vermächtnis Jesu vor Seinem Tod zu tun. Jesus spricht es in Form von Bitten an Seinen Vater aus. Es sind Bitten für Christen, Seine Kinder. Ihre Erfüllung will Jesus nach Seiner Himmelfahrt als erhörte Gebete, als geistliche Schätze, als Gewinn des Glaubens an uns austeilen.

3.2 Jesus erbittet etwas für uns, ausdrücklich für uns (20), die nach Ihm leben. Und wir? Empfangen wir? Dekorieren wir unser Leben mit dem Glaubensgewinn oder leben wir Jesu Wort im Glauben?

3.3 Schauen wir uns die Schätze des Glaubens an. Hier sind es drei Schätze, die Jesus von Seinem Vater im Himmel für uns erbittet. Drei Schätze, die uns durch Jesu Präsenz beim Vater im Himmel zugänglich werden. Drei Schätze des Glaubens. Es ist die dreifache Einheit.


4.1 Der erste Schatz: Die Einheit in der Gemeinschaft.
Ich bitte Dich, … dass sie alle eins seien (21), so betet Jesus, so will ER es Himmelfahrt austeilen.

4.2 Jesus wusste, was ER bittet. ER kannte den Streit unter den Jüngern, wer der Größte ist. ER bittet aber auch für uns. ER wusste um die Glaubenskämpfe der Christenheit, um die Grabenkämpfe von Christen untereinander in einer Gemeinde. Einheit unter Christen austeilen?

4.3 Ich denke, wir tun gut daran zu erkennen, dass Zerwürfnisse nicht nur ihren Grund in Unfähigkeit und Hass haben. Natürlich tragen die auch Schuld. Und sie gilt es zu beenden. Es ist aber auch wahr, dass jeder Mensch, selbst bei gleichem Bekenntnis, anders glaubt. Junge glauben anders als Alte, Männer anders als Frauen, Südländer anders als Nordeuropäer.
Wie können diese Unterschiede zur Einheit werden?

4.4 Es gibt nur einen Weg in der Kirche, der gelingt. Im Beispiel lässt es sich erkennen.
Jeder von uns besteigt den Berg des Glaubens von einer anderen Stelle aus. Deswegen sieht jeder auch von Jesus auf der Spitze etwas anderes, ein anderes Profil. Wer darüber streitet, hat immer Recht und verliert immer die Einheit. Doch je näher wir dem Gipfel kommen, je mehr nähern sich unsere Erkenntnisse an. Die Lösung heißt: Nicht auf den Weg, sondern auf das Ziel schauen. Das macht eins. Nicht auf die Wege der Kirchen schauen, sondern auf den Herrn der Kirche, das führt zusammen. Nur in Jesus sind wir eins.

4.5 Das bittet Jesus, das möchte ER geben: Eins sein in IHM in der Gemeinschaft. Schatz eins.


5.1 Der zweite Schatz: Die Einheit im Ort. Ich bitte Dich, … dass sie dort sind, wo Ich bin.

5.2 Wir denken dabei natürlich sofort an unsere Gemeinde, an unsere Clique. Hier kann aber keiner von denen sitzen. Die gehören nicht zu uns. Das ist unser Gottesdienst.
So etwas gibt es natürlich nur bei anderen.

5.3 Was meint Jesus mit der Einheit im Ort? Welcher Ort ist gemeint?
ER spricht vom Thron Gottes, wo ER eins mit dem Vater ist.
Das ist Himmelfahrt konkret geworden. Die Anwesenheit Jesu auf Erden hat geendet. Sein Auferstehungsleib, den ER 40 Tage gezeigt hat, ist zum Vater im Himmel getreten. Von dort aus sendet ER Seine Geschenke, zu Pfingsten und bis heute Seinen Geist.

5.4 Können wir denn dort sein, wo Jesus jetzt ist? Gibt es Einheit an diesem Ort?
Ja, sagt Jesus. Ihr habt Meinen Geist in euch. Ihr seid im Geist deshalb eingeladen, vor dem Thron des Vaters zu treten, wo Ich jetzt bin. Einmal werdet ihr dort auch so sein wie Ich jetzt. Doch jetzt seid ihr im Geist dazu in der Lage. Euer Wandel ist im Himmel. Versetzt ins Reich der Himmel. Wenn Ich erhöht werde von der Erde, so will Ich sie alle zu Mir ziehen.

5.5 Ihr könnt vom Thron Gottes her leben.
Güte, Barmherzigkeit, Vergebung, Gerechtigkeit, Liebe, Frieden - das alles könnt ihr dort abholen. Ich schütte es aus. Seid eins mit mir am Ort des Thrones Gottes. Das ist Schatz zwei.


6.1 Schatz drei: Einheit in der Liebe.

6.2 Keiner mag jeden. Sympathie ist eine menschliche Gabe. Sie gibt es nur, weil es Antipathien gibt. Doch Jesus bittet nicht um Sympathie. ER will Liebe austeilen.

6.3 … dass die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist (26).
Liebe ist was zwischen Jesus und Seinem Vater ist. Und was ist das?
Jede Beziehung bleibt ein Geheimnis, erst Recht die zwischen Jesus und dem Vater.
Doch etwas davon ist klar. Es ist: In dir ist Gott. Jesus sagt: Der Vater ist in mir. Ich bin im Vater.

6.4 Liebe Gottes ist dies wunderbare Geschenk: Gott nimmt in Jesus und durch Ihn in uns Wohnung. Da hat ER viel von sich aufgegeben und viel in uns hineingelegt. Was für eine Würde. Was für ein Wert. Du darfst für dich Danke sagen, denn Gott ist in dir. ER hat dich von der Sünde, der Trennung von Ihm, erlöst. Du gehörst Ihm. Du bist ein Teil Seiner Liebe. Das ist Schatz drei.

6.5 Eins mit Jesus in dieser Liebe sein, das erbittet Jesus für uns, das teilt ER aus. Da soll ich jeden Tag wieder neu mit anfangen: Herr, ich bin ein Kind Deiner Liebe. Eins sein damit, keine Abweichung. Dann wird der Tag anders.

6.6 Und so werden auch unsere Beziehungen untereinander neu: Meine Eltern, meine Kinder sind Teil von Jesu Liebe. Meine Nachbarn sind Teil von Gottes Liebe. Meine Mitchristen sind Teil Seiner Liebe. Mit welchem Respekt können wir einander begegnen.


7.1 Einheit in der Gemeinschaft, Einheit im Ort, Einheit in der Liebe. Alles drei sind Geschenke des Glaubens, die von dem erhöhten Jesus, vom Thron Gottes, von Jesus nach Seiner Himmelfahrt ausgehen. Wunderbare Geschenke. Sie zeigen uns den Weg der Einheit: Auf Jesus schauen. Den Ort der Einheit: Am Thron Gottes sein. Das Geheimnis eines Lebens in Einheit: Gott in dir. Du bist Teil Seiner Liebe.

7.2 Jetzt liegt es an uns, ob wir den Gewinn an der Wand lassen oder reich werden im Herzen.



Amen.



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Zuletzt geändert am 23.05.2007 von: (fp)