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zu Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 3. Juni 2007, Trinitatis

Segen

22 Der Herr sprach zu Mose: 23 Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:

24 Der Herr segne dich und behüte dich.
25 Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
26 Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.

27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen.

4. Mose 6, 22-27

Liebe Gemeinde!

1.1 Jeder Mensch möchte ein gesegnetes Leben haben. Ich denke, darin stimmen wir alle überein.

1.2 Doch wie werde ich ein gesegneter Mensch? Und das ist nicht die einzige Frage.
Wie wirkt sich das bei mir aus? Muss ich auch etwas daran befürchten, wenn mich der Segen trifft?
Und: Wer teilt Segen aus?
Und: Was ist Segen eigentlich?
Das alles sind verständliche Fragen.

1.3 Es ist gut, dass Segen schon wirkt bevor wir etwas von ihm verstehen. So etwas gibt es oft. Ein Kind isst schließlich auch bevor es weiß, was Nahrung ist. So kommen viele Menschen ohne Wissen aber voller Sehnsucht nach Segen in eine Kirche. Könnte ich vielleicht gesegnet werden, fragen sie sich. Und sie erfahren Segen aufgrund der Sehnsucht ihres Herzens.

1.4 Doch es ist kein Fehler, über Segen mehr zu wissen. Unser heutiges Bibelwort gibt uns Auskunft. Und wir wollen dem nachgehen.


2.1 Segen, was ist das?

2.2 Segnen bittet Gottes Kraft herab.
Kein Mensch kann Segen geben, nur Gott selbst. Denn es ist Seine Kraft. ER verfügt darüber. Wenn Gott es schenkt, dass aufgrund unserer Bitte Seine Kraft fließt, dann wird diese Person, diese Zeit, dieser Ort gesegnet. Manche Christen sagen zu diesem Strom der Geisteskraft Gottes auch Salbung. Denn es tut wohl und wirkt wie eine heilende Salbe.

2.3 Das Bild des Segnens ist der Trichter. Die liturgische Form im Gottesdienst nimmt dieses Bild durch die erhobenen Hände am Altar auf. Es sagt: Nach oben offen. Ach Herr, gib Deine Kraft hinein. Nach unten zusammengeführt konzentriert: Lass den Strom Deiner Kraft jetzt auf diese Menschen kommen. Wenn ER es tut fließt Seine Kraft von oben zu uns herab. Und wir sind gesegnet.


3.1 Wo kommt Segen vor?

3.2 Ich hatte in meiner früheren Gemeinde einen Pastor als einen Vorgänger, der sagte immer: Segen ist, wenn alles normal läuft. Ich denke, er hatte Recht.

3.3 Segen ist, wenn wir aufstehen können und unsere Knochen sich bewegen lassen. Segen ist, wenn wir uns verstehen. Segen ist, wenn unser Herz Liebe kennt. Segen ist, wenn wir auf Gott vertrauen können. Segen ist, wenn wir ins Auto steigen und kommen an. Segen ist diesen Tag zu erleben. Segen ist, zu essen zu haben und Auskommen für Morgen. Segen ist, wenn Leben gelingt. Normalität kann Segen sein.

3.4 Doch es gibt auch Segen für Besonderes. Bei allen Übergängen des Lebens brauchen wir besonders Gottes Kraft als Schutz und Hilfe.

3.5 Gelingt eine Geburt, dann ist das für das Kind, für Mutter und Vater ein Segen. Bei der Konfirmation wird der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenleben unter Gottes Segen gestellt. Eine Partnerschaft von Mann und Frau wird in der Trauung gesegnet. Bei dem Jubiläum einer Eheschließung wird beim Dank und bei der Bitte um Erhalt um Gottes Segen gebeten. Beim Sterben und dem Übergang zur ewigen Welt bitten wir in der Trauerfeier um Gottes Segen für den Weg durchs Todestal.

3.6 Doch es gibt auch innere Übergänge, bei denen Christen stets um Gottes Segen bitten.
Das Nachtgebet zum Einschlafen sagt: Herr, jetzt lasse ich los. Stelle Du Deine Engel um mich, dass ich in Ruhe schlafe und erquickt erwache. Segen für den Übergang vom Wachen zum Schlafen.
Der Schulanfängergottesdienst schließt bei uns die Kindersegnung ein: Herr, jetzt verlasse ich den Schutzraum meiner Familie und trete ein in die Lernwelt meiner Klasse. Ich brauche Deine Führung, Deine Leitung, Deinen Schutz, Deine Hilfe. Du segnest mich dafür.
Viele Christen haben es gelernt, das Essen zu segnen: Segne Vater diese Speise. Es ist der wichtige Übergang von hungrig zu satt. Manche haben dazu gelernt, auch die Medikamente, die Autofahrt, das Geschenk für einen lieben Menschen, die Wohnung, in der ich lebe, die monatliche Rente oder das Geld, was da ist, zu segnen:
Segne Vater diese Tablette zur Genesung, dieses Geschenk zur Freude, diese Wohnung als unsere Heimat, dieses Geld zum Nutzen und Erhalt unseres Lebens.

3.7 Segen macht Leben stark. Er lässt Gottes Kraft hinein.
Im Segen schließt sich ein Kreis. Was von Gott im Grund kommt wird Ihm freiwillig hingehalten, Ihm zurückgegeben. So fließt Seine Gegenwart durch uns. Das macht Leben lebendig, zu einem Kanal Seiner Präsenz. Von Ihm, zu Ihm. Segen macht es gut.


4.1 Was macht nun der Segen bei uns Gutes?

4.2 Der priesterliche Segen des Aaron unseres Bibelwortes gibt darauf diese Antwort: Der Segen legt den Namen Gottes auf mich. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen (27) heißt es dort.
Im Bild gesprochen bedeutet das: Hand drauf. Das ist Meiner! spricht Gott der Herr. Es steht Mein Name darauf. Schöner können wir nicht gesagt bekommen, dass wir Sein Eigentum sind.

4.3 Doch es wird noch schöner ausgedrückt. Auf dreifache Weise zeigt sich das.

4.4 ER behütet dich.
Was stürmt alles auf uns ein. Was bedroht jeden Moment unser Leben. ER behütet dich.
Hier wird der Segen der Geburt angesprochen. Kein Leben kann vom Tag der Geburt an gelingen, das nicht behütet wird und Schutz erfährt.
Wir sind behütet. Im Psalm heißt es: Siehe, ICH habe Meinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. ER sagt: ICH freue mich, dass du da bist. Deshalb behüte ICH dich.

4.5 ER lässt Sein Angesicht leuchten.
Wenn die Augen strahlen, weil jemand Sie erblickt, dann ist das immer Zeichen besonderer Zuneigung. Gottes Augen leuchten über Dich. Hier wird der Segen der Wiedergeburt angesprochen. Der Herr sagt: ICH freue mich, dass du Mein bist. So bestätigt ER die Taufe und unsere Umkehr zu Ihm.

4.6 ER gibt dir Frieden, Heil, Schalom.
Hier wird der Segen der Erfüllung angesprochen, von dem wir Pfingsten sprachen. Gottes Frieden, höher als unsere Vernunft, kommt in unseren Geist. Das erfüllt unser Leben von innen her. Das schließt uns an die Quelle des Lebens an. Das verbindet uns mit dem, was der Herr bei Seiner Wiederkunft vollenden wird.
Der Friede ist oft als erstes bei einer Segnung zu spüren. Er breitet sich in uns aus wie ein Wärmestrom. Gott sagt damit: ICH freue mich, dass ICH in dir bin. ICH gebe dir deshalb Frieden.

4.7 Der priesterliche Segen teilt Gottes Freude mit. ER: Dass du da bist. Dass du Mein bist. Dass ICH in dir bin. Das sagt der Herr. Das wird erfahren.


5.1 Zum Schluss: Wer darf segnen?

5.2 Jeder darf Gottes Kraft erbitten und weitergeben. Jeder für den Bereich seiner Verantwortung.
Aaron war für den priesterlichen Dienst verantwortlich. So segnete er die Gemeinschaft der Israeliten. Der Pastor ist für die Gemeinde verantwortlich. So spricht er den aaronitischen Segen.
Sie sind für Ihre Familie verantwortlich. So dürfen Sie Ihre Familie segnen.
Ein Lehrer ist für seine Klasse verantwortlich. So darf er die Schüler seines Unterrichts segnen.
Sie spielen auf dem Golfplatz mit ihrem Freundeskreis. Sie dürfen Ihre Mitspieler segnen.
Das muss man nicht mit liturgischen Formen machen. Das tut man mit dem Herzen.
Jeder für seinen Teil. Wofür sie gerade stehen, dafür bitten Sie den Segen, dass der Herr es richtet.

5.3 Der Segen ist umsonst. Der Herr schenkt ihn. Sollten wir ihn nicht erbitten und nehmen.

Amen.





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Zuletzt geändert am 31.05.2007 von: (fp)