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zum 2. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Gottesdienst am 17. Juni 2007

Umsonst

1 Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide, und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung! 2 Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen. 3 Neigt euer Ohr mir zu, und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben. Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies.
4 Seht her: Ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht, zum Fürsten und Gebieter der Nationen. 5 Völker, die du nicht kennst, wirst du rufen; Völker, die dich nicht kennen, eilen zu dir, um des Herrn, deines Gottes, des Heiligen Israels willen, weil er dich herrlich gemacht hat.

Jesaja 55, 1-3b.3c-5

Liebe Gemeinde!

1.1 Sie kannten ihn, diesen "bunten Beter", den "dummen Heiligen", diesen "fremden Freund". Verrückte Sachen hatte er stets gesagt, auch wenn jeder sich hinterher daran erinnerte: Es hatte eigentlich gestimmt.

1.2 Vor der Verbannung hatte er gewarnt, vor einer Gefangenschaft des Volkes in Babylon. Sicher spinnt er, dachte man. Doch wer überlebte, der lebte heute in Babylon. Sicher war nur, dass die Heimat verloren war.

1.3 Als Straßenbauer war er aufgetreten und hatte gerufen: Bereitet dem Herrn den Weg. Und er hatte sich damit gegen den politischen Mainstrom gestellt, alles auf die Weltmacht Assur auszurichten. Dann war Assur gefallen. Der Herr hatte Israel dem selbst gewählten Schicksal überlassen. Es hatte einen Weg gegeben. Aber kein Weg des Herrn. Es war ein Weg in die Babylonische Gefangenschaft geworden.

1.4 Als Gottesknecht war er dahergezogen. Er sprach dabei von einem, der unsere Krankheit für uns trägt, alle Schmerzen auf sich lädt. Er steht sogar für unsere Sünde ein. Was das nun wieder sollte. Wie kann es einen solchen Gottesknecht denn geben. Doch dann stand er vor uns und sagte: Doch. ER kommt.

1.5 Er war ein Seher. Denn er sah Sachen, die kein anderer sonst wahrnahm. Das war so dicht. Und manchmal dachte man: Der redet so als ob er selber vor IHM stünde und Worte des Allmächtigen uns sagte.
Dann war er wieder ganz normal.
Es schien, als ob er Gott vor unseren festgefügten Glaubensmeinungen versteckte und IHN gerade damit zeigte.


2.1 Jetzt war er wieder da. Als Wasserverkäufer trat er auf. Und Brot bot er an. Wasserträger und Bäcker, das hatte er noch nie gebracht. Und was er sagte: Alles umsonst! Alles umsonst! Nehmt alle das Wasser. Auch wer kein Geld hat soll kommen und es nehmen. Kauft das Getreide, nehmt das Brot. Kauft - ohne Geld. Nehmt - ohne Bezahlung.

2.2 Alle lachten. Alles umsonst, spotteten sie.
Nichts kriegst du geschenkt. Für alles musst du den Rücken krumm machen. Das Leben in Babylon war teuer. Würde man überhaupt überleben.

2.3 Hört auf mich. Dann werdet ihr leben.

2.4 Leben? Was ist das? Die Heimat war verkauft. Das Davidreich war tot. Was gab es schon für eine Zukunft. Was redet der? Und wenn er alles umsonst verschenkt ist es erst recht bald aus mit ihm. Armer Tropf. Jetzt hat es ihn erwischt. Jetzt ist er irre.

2.5 Gott irrt nicht. Was ER zusagt, das hält ER gewiss. Verheißungen von IHM sind nie ungültig. Mehr noch. ER frischt sie auf. ER macht sie neu. Ein neuer Bund mit Gott wird alle Menschen in Sein Heil einschließen. Auch euch, die hier verbannt sind. Auch alle anderen, die je geboren werden.

2.6 Alle? Alle Menschen Teil Seines Bundes, Kinder des Höchsten?

2.7 Her zu Mir, spricht der Heilige Gott. Kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide, und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung!

2.8 Umsonst - Leben - für alle. Diese Worte klangen noch nach, bis sie im Straßenlärm des Alltags einer Großstadt untergingen. Der Seher war verschwunden. Die Worte schwebten nach in den Herzen dieser Menschen.


3.1 Gott hat Seine Botschaft immer unter dem Lärm unsrer Welt versteckt.

3.2 Jesus trat auf und verkündete die Herrschaft Gottes, das Geschenk unbedingter Liebe und Gnade Gottes für jeden Menschen, der umkehrt zu einem Leben unter Gottes Hand.
Doch ER war ein einfacher Wanderprediger, dessen Wunder verschwiegen werden sollten. ER hatte keinen Sitz im Parlament von Jerusalem geschweige am Hof des Herodes oder gar im Senat von Rom. ER war Engeln bekannt, doch den Menschen verborgen.
Nur wer im Glauben sah, sah IHN.

3.3 Die Taufe ist ein Sakrament, das diese Erde mit dem Himmel verbindet. Durch sie werden wir zu Kindern Gottes, weil Gott unseren Geist mit Seinem Geist verbindet und erfüllt. Nehme ich das für mich an, dann bin ich darin gewiss ein Kind des Herrn.
Doch äußerlich ist Taufe nur eine Zeremonie. Wasser und Wort. Verborgen hat Gott Seine Gegenwart unter den Elementen unseres Lebens. Der Himmel jubelt über jeden Menschen, der Gottes Kind wird.
Doch dieses sieht nur, wer im Glauben sieht, ein Seher ist.

3.4 Nicht anders ist es mit manchem Christen, der sich armselig vorkommt. Was ist mein Glaube. Mir geht es schlecht. Und ich vermag in der Gemeinde fast nichts. Wer bin ich schon.
Doch schon im nächsten Konflikt spricht Ihr Herz zuerst mit Gott. DU bist doch da. Hilf mir doch jetzt. Ich brauche Dich. Verborgen unter irdischem Ballast steigt ein Gebet zum Himmel auf. Und ER ist da. Der Himmel öffnet sich, wenn wir Gott suchen. Und keiner um uns sieht es, außer denen, die auch sehen können, was im Glauben zählt. Verborgen unter menschlichen Konflikten lebt Gottes Gegenwart durch uns.

3.5 So ist Gott in bunten Betern, dummen Heiligen und armseligen Glaubenden gegenwärtig. Wir haben eine Chance.


4.1 Es bleibt noch von der wunderbaren Botschaft des Sehers Jesaja der Hinweis, dass bei Gott alles umsonst ist. Sein Segen ist umsonst. Wenn Kosten anfallen dann nur, um auf dieser Erde Seine Kirche zu erhalten.

4.2 Umsonst ist das Wasser. Das Bild für Leben und Erquickung.
Es stimmt. Wenn wir uns mit unserem Geist von Seinem Geist berühren lassen, wenn Sein neues Leben in unser altes Leben einfließt, dann werden wir erquickt. Es ist wie eine wunderbare Erfrischung. Kinder Gottes haben daran Anteil.

4.3 Umsonst ist das Brot. Das Bild für Versorgung und Gemeinschaft.
Das ist Mein Leib für euch gegeben. Wir werden beim Herrn versorgt mit der Vergebung und Gnade. Wir stehen damit in der Gemeinschaft der Christen, die sagen: Ich auch. Ich lebe auch von der Gnade meines Herrn. Zwei Christen, ein Herr. Das ist zu spüren. Das ist Gemeinschaft der Heiligen.

4.4 Gott schenkt das alles in einem neuen Bund mit uns Menschen, verborgen, umsonst.


5.1 Wenn Sie jetzt denken: Sollte ich so ein "bunter Beter" wie der Seher damals werden, der auf Gottes neuen Bund setzt? Ich, mit meiner Geschichte und meinem Lebensweg? Dann sollten Sie bedenken: Wir alle haben einen Vorwand zu sagen: Ich doch nicht. Bestimmt hatte ihn Jesaja damals auch.

5.2 Und Sie könnten sich sagen: Es kann doch nicht umsonst gewesen sein, dass gerade ich diese Botschaft im Lärm meines Lebens vernommen habe.

5.3 Es war nicht umsonst. Nur die Botschaft, sie ist umsonst.

Amen.





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Zuletzt geändert am 31.08.2007 von: (fp)