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zum Erntedankfest,
17. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 30. September 2007

Schätze

19 Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, 20 sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.
21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
22 Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein. 23 Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!

Lukas 17, 5-6

Liebe Gemeinde!

1.1 Wenn irgendwo ein Schatz versteckt ist, dann elektrisiert das sofort viele Menschen. Weiß man von einem gesunkenen Schiff, auf dem ein Schatz liegen soll, dann wird eine Heerschar von Tauchern nicht müde, danach zu suchen. Gibt es einen Anhaltspunkt für einen vergrabenen Schatz, dann ranken sich darum Sagen und Mythen. Und unermüdlich brechen Leute auf zur Schatzsuche.

1.2 Denn einen Schatz will jeder haben.


2.1 Haben Sie einen Schatz?
Jetzt lachen Sie vielleicht. Wenn es für Sie zutrifft, dann schauen Sie auf einen lieben Menschen neben sich oder denken an den, bei dem Ihr Herz zu Hause ist. Warum tun wir das? Was oder wer ist ein Schatz?
Schätze machen uns reich. Was macht uns reich? Menschen tun das. Sie bringen Reichtum in unser Leben. Sie lassen uns strahlen vor Freude. Menschen können Schätze sein.

2.2 Sind Sie ein Schatz für jemanden?
Nach Schätzen sucht man. Sie versuchen wir zu finden. Wir bewahren und schützen sie. Ein Schatz darf nicht zerstört werden. Schätze werden sicher aufbewahrt. Gehen wir so miteinander um?

2.3 Jeder braucht in seinem Leben wenigsten einen Mensch als Schatz. Und genauso braucht es jeder, für einen anderen Schatz zu sein. Daraufhin sind wir geschaffen. Wir erkennen das schon daran: Fehlt uns ein Schatz, dann schaffen wir ihn uns in unserer Phantasie. Wenigstens denken, dass es jemanden gibt. Sonst sind wir wirklich arm.

2.4 Wie werden wir Schätze?
Schätze werden wir, indem wir unseren Wert nicht für uns selber bunkern, sondern einsetzen. Unser Wert wird anderen nützlich. Dazu ja sagen, das wollen. Wir verschenken uns. Wir sichern nicht nur unseren Wert. Wir schauen danach, wie wir andere reicher machen. So wird man ein Schatz. Das ist immer auch ein Opfer. Aber nur durch das Opfer bleibt Leben wertvoll, voller Schätze, auch wenn es noch so klein ist.

2.5 Sagen Sie doch heute zum Erntedankfest einmal Danke für Ihren Schatz. Zeigen Sie es, dass er Ihnen wertvoll ist. Sie wissen schon wie sie das können. Und werden Sie selbst einer. Selbst ein kurzer Moment ist mehr als gar nichts. Denken sie trotz aller misslungenen Erfahrungen: Einen Schatz will jeder haben.


3.1 Wir haben uns mit den bisherigen Überlegungen klar gemacht wie reich wir sind. Wir haben und sind viel mehr Schätze als wir wissen. Es lohnt sich, einen weiteren Blick darauf zu werfen. Was besitzen wir für Schätze. Für vieles können wir dankbar sein.

3.2 Schätze sind unsere finanziellen Güter. Vergessen Sie nie, wenn Sie Ihr Auskommen haben, dafür Gott Danke zu sagen. Auch wenn wir es uns hart erarbeitet haben. Hat Gott uns nicht dafür den Willen, die Kraft und alle Möglichkeiten geschenkt? Und wenn wir Glück gehabt haben, ist Gott nicht die Quelle des Glücks?

3.3 Wenn Sie Gott Danke sagen können über einem Gut und Ihr Herz bleibt rein, dann ist es Recht. Wenn Sie merken, das klemmt, da stimmt etwas nicht, das geht nicht richtig durch, der Dank ist nicht aufrichtig, dann ist etwas nicht in Ordnung. Dann sollten Sie schauen, was unrecht oder falsch ist und es korrigieren. Ihr Schatz wird sonst nicht zum Segen für Sie. Er macht nicht wirklich reich, sondern nur vermögend.
Wir werden gleich noch sehen, warum das nach Jesu Worten so wichtig ist.


4.1 Schätze sind unsere Wohnungen. Nicht nur durch die Einrichtung, die wir besitzen, werden sie schön. Eigentlich ist eine Wohnung erst durch den schön, der in ihr lebt. Die Atmosphäre macht es. Sie prägt den Stil. Manchmal geht man durch ein Zimmer, das wie mit Gold und Silber angefüllt ist, so prunkvoll. Aber es bleibt die Luft weg, weil ein giftiger Mensch dort wohnt. Das ist keine schöne Wohnung, sie ist nur wertvoll.

4.2 Haben Sie für den Schatz Ihrer Wohnung schon gedankt? Die Dinge werden anders, die wir dem Herrn übergeben. Und wir werden anders, wenn wir unseren Wohnraum dem Herrn im Herzen schenken. Herr, Dir gehört mein zu Hause, auch wenn es eine Mietwohnung ist. Ich danke Dir, dass ich so schön wohnen darf. Ich danke Dir für den Blick, die Ruhe, das Licht.

4.3 Sie werden freier, Ihre Tür zu öffnen oder zu verschließen. Sie wissen sich behütet, denn Sie wohnen beim Herrn. Ihre Wohnung ist ein Ort des Segens. Sie werden Teil des größten Immobilienunternehmens dieser Welt, dem Gott, der alles schuf und besitzt. Diese scheinbare Kleinigkeit ist sehr wichtig wie Jesus meint.


5.1 Schätze sind auch unsere Nahrungsmittel. Das erste Menschrecht auf dieser Erde ist satt zu sein und keinen Durst zu leiden. Wie ungleich ist das auf der Welt verteilt.

5.2 Ist uns bewusst, in welchem Reichtum wir leben, genug Essen zu haben und noch wählen zu können? Schenken wir anderen die Tischgemeinschaft so wie wir es gleich nach dem Gottesdienst tun und wie wir es bei jedem Abendmahl rund um den Altartisch praktizieren? Danken wir für den Segen ausreichender Nahrung, indem wir Gott dafür die Ehre geben. Sprechen wir noch unser Tischgebet als Zeichen dieser Dankbarkeit leise im Herzen oder laut, wo wir bestimmen können?

5.3 Das Essen wird zur Speise des Körpers und der Seele, wo über der Nahrung gebetet wird. Das Herz wird frei von Furcht und Gier, wo wir noch Danke sagen.

5.4 Niemals hat Jesus Hungrige nach Hause geschickt. Brotvermehrung und Krankenheilung waren für Ihn gleich wichtige Zeichen des Reiches Gottes.


6.1 Schätze über Schätze, die unser Leben reich machen: Menschen, Finanzen, Wohnen, Nahrung.

6.2 Nun ist nicht alles Gold, was glänzt. Das meint, es gibt auch viele falsche Schätze. Wir opfern Zeit, Kraft und oft auch Leben. Am Ende hält nicht, was wir dachten. Der angeblich so wichtige Schatz war Rost.

6.3 Damit Schätze nicht verderben gibt Jesus einen Rat. Ein Schatz verdirbt am Ende immer, wenn er ganz unser Herz erfüllt, wenn er uns alles wird. Dann überfällt der Rost das Gold. Dann wird das Herz vom Geist des Schatzes regiert und nicht vom Geist des Himmels.

6.4 Wir wissen, was dabei rauskommt, wenn der Geist des Schatzes herrscht: der Geist der Ichsucht, der Geist des Geldes, der Geist prächtigen Wohnens, der Geist von Fressen und Saufen. Wenn Menschen davon bestimmt werden ist es nicht mehr schön, mit ihnen zu leben. Man will stets mehr und bleibt doch leer. Wer kennt das nicht.

6.5 Lass dein Herz nicht von deinen irdischen Schätzen erfüllt sein, sondern von deinem Herrn. Dann sammelst du über allen irdischen Schätzen himmlische Schätze. Das meint Jesus.
Du tust das immer dann, wenn du über jedem Schatz dein Herz Gott danken lässt, Ihm die Ehre gibst, ihm den Schatz übergibst und zur eigenen Verantwortung wieder übernimmst. So bleibt dein Herz ein Durchlass für den Segen Gottes, eine Sammelstelle himmlischer Güter. Jesus sagt darüber: So ein himmlischer Schatz verderbt nie. Im Klartext: Ein Dank zu Gott und zu einem Menschen ist unzerstörbar. Was für ein Gewinn.


7.1 Am Erntedankfest werden wir daran erinnert, die Ernten, die Schätze unseres Lebens zu betrachten und dafür Gott Danke zu sagen. Erst so wird für uns und auch für andere alles zum Himmelsschatz, der nicht verdirbt.

7.2 Und unser Herz bleibt frei. Es bleibt nicht leer. Sein Segen bleibt in uns.



Amen.





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Zuletzt geändert am 27.09.2007 von: (fp)