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18. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 7. Oktober 2007

10 Gebote Zerschnittene Scheckkarte

Dann sprach Gott alle diese Worte:
(Präambel) 2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
(1. Tafel)
(1. Gebot) 3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. 4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. 5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; 6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.
(2. Gebot) 7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.
(3. Gebot) 8 Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! 9 Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. 10 Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. 11 Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.
(2. Tafel)
(4. Gebot) 12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
(5. Gebot) 13 Du sollst nicht morden.
(6. Gebot) 14 Du sollst nicht die Ehe brechen.

(7. Gebot) 15 Du sollst nicht stehlen.
(8. Gebot) 16 Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
17 Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen.
(9. Gebot) Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen,
(10. Gebot) nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.

Exodus 20, 1-17

Liebe Gemeinde!

1.1 Vielleicht erkennen Sie, was ich hier in der Hand habe. Es ist eine Scheckkarte, genauer gesagt, es war eine. Denn jetzt ist sie zerschnitten in viele Teile. Versuchen Sie mal damit Geld abzuheben. Unmöglich, das weiß jeder. Zerteilt ist sie ungültig. Wertlos. Ich bekomme mit ihr nichts mehr.

1.2 Zur Zeit des Moses gab es noch keine Scheckkarten. Hätte Gott Seine 10 Gebote heute mitgeteilt, hätte er sie bestimmt mit einer Scheckkarte überreicht. Denn die 10 Gebote sind ein riesiges Vermögen, ein Konto für ein gelungenes Leben. Damals verwendete man zur Aufzeichnung von Werten Steintafeln. Und so sind die 10 Gebote damals auch auf Steintafeln überreicht worden.

1.3 Ob Steintafel oder Scheckkarte, die Frage der Gültigkeit war schon immer ein Problem. Auch die erste Version der Steintafeln zerbrach, weil die Gebote von Anfang an gebrochen wurden. Ihre Gültigkeit war hin. Es war wie bei einer Scheckkarte: Ihr Wert war weg.

1.4 Leider ist das bis heute so geblieben. Fast alle Menschen dieser Erde wissen um den Wert von Regeln und Geboten. Und die 10 Gebote sind sogar als eine der Quellen in unsere modernen Menschenrechte eingeflossen. Doch vielen geht es mit den Geboten wie mit der zerschnittenen Scheckkarte. Die Gebote mögen gut sein. Doch leider sind sie in der Welt, in der wir leben, oft nicht mehr gültig. Wir fragen:

1.5 Sind unsere 10 Gebote ungültige Werte geworden, wie eine zerschnittene Scheckkarte?
Schauen wir uns an, wo die 10 Gebote hingehören und was sie regeln. Dann kennen wir gleichsam die Kontovollmacht und können über den Wert verfügen.


2.1 Wo kommen die 10 Gebote her? An welchem Platz sind sie entstanden? Die Bibel erzählt, sie sind ein Geschenk Gottes an Moses für Sein Volk. Die Sklaverei in Ägypten lag hinter ihnen. Der Durchzug durch das Rote Meer hatte die Feinde abgeschüttelt. Vor ihnen lag eine Zukunft, das gelobte Land Israel.

2.2 Bisher hatte es geheißen: Du sollst, du musst, du tust - sonst stirbst du. Wer nicht Pharao anbetet stirbt.
Wer nicht tut, was der Aufseher sagt, stirbt. Wer nicht so redet, denkt, lacht, lügt wie der Aufseher es will, der stirbt. Sklaverei hat eigene Gesetzte. Einer befiehlt, der Rest gehorcht. Das ist einziges Recht.
In dieser Welt der Sklaverei hatte das Volk Gottes Generationen gelebt und Sklavenrecht erlebt.

2.3 Jetzt waren sie frei. Was galten jetzt für Regeln? Die Aufseher waren weg, auch Pharao. Doch wer bestimmte jetzt? Wem galt jetzt die Anbetung? Wie geht das Leben?

2.4 Wir sind hier an der wichtigsten Frage überhaupt. Zeigen wir unseren Kindern, unseren Enkeln, wie das Leben geht? Nach welchen Regeln läuft es ab, wenn es nicht Sklaverei werden soll? Haben wir das im Herz?
Es ist die Kernfrage jeder Erziehung.

2.5 Die 10 Gebote sagen: So möchte Gott mit uns leben. So möchte ER, dass wir miteinander leben. So geht es gut. So gelingt Leben. ICH und du - so kann es gehen. Du und wir - so kann es klappen. Es sind Regeln für die beste Form der Freiheit, ohne erneut in Sklaverei zu verfallen.

2.6 Damals hat Gott die 10 Gebote einen Bund genannt und ein Fest gefeiert. Heute würde man sagen, ER hat ein Lebenskonto gestiftet. Das kann man feiern.


3.1 Christen erkennen das noch auf eine tiefere Weise. Sie wissen, dass Gott den Bund der 10 Gebote für alle Menschen erweitert hat. In der Taufe werden wir Kinder Gottes und Teil Seines Volkes. Wir können im Herzen wissen: Ich bin erlöst durch Jesus. Das ist wie der Durchzug durch das Rote Meer. Ich gehöre nicht mehr der Sklaverei des Bösen. Jetzt gelten neue Regeln, die Zusammenfassung der 10 Gebote, die Gottesliebe und die Nächstenliebe.

3.2 Christen wird das mit der Taufe ins Stammbuch geschrieben. Es ist die beste Form der Freiheit für ein Leben, das gelingt, sagt die Bibel. Mit jedem Gebot ehre ich Gott. Mit jedem Gebot hole ich ein Stück Himmel auf die Erde. Mit jedem Gebot lebe ich gültiges Leben vor der unsichtbaren Welt. Für Ihn. Für mich und uns alle. Tust du das, wirst du leben, sagt Gott.

3.3 Da also gehören die 10 Gebote hin. Sie sind Hinweisschilder Gottes für ein Leben, das gelingt. Am besten sage ich: Herr, das mache ich für Dich. Das ist wie die Kontovollmacht. Das gibt den Wert frei.


4.1 Was regeln die 10 Gebote?

4.2 Damals überreichte Gott zwei Steintafeln. Man sagt, die erste Tafel enthielt die drei ersten Gebote. Drei ist die Zahl der Heiligkeit. Sie regeln alles Göttliche.
Die Steintafel zwei umfasste die restlichen sieben Gebote. Es ist die Zahl der Vollkommenheit. So regeln diese sieben Gebote, wie es gut, vollkommen, miteinander geht. Sie regeln alles Menschliche.

4.3 Habe neben Gott nichts anderes, was dein Herz anbetet: 1. Gebot mit dem Gottesbezug.
Handele nicht mit okkulten Mächten: 2. Gebot gegen den Missbrauch unsichtbarer Mächte.
Deine Zeit gehört Mir. Feiertage sind heilig: 3. Gebot von erfüllter Zeit. So kann Leben mit Gott aussehen, wenn wir Ihn lieben.


4.4 Von der zweiten Tafel, den restlichen sieben Geboten, kümmern sich die ersten drei um die Primärbeziehungen unseres Lebens. Was ist mit uns im engsten Kreis, in der Familie?
Wo komme ich her? Wer sind meine Eltern? Achte deine, ihre Geschichte: 4. Gebot der Elternehrung.
Wer bin ich? Wer ist der andere? Achte ihn: 5. Gebot mit dem Lebensschutz, nicht zu morden.
Wer ist mein Partner? Wie kann ich ihm gerecht werden? Sei treu: 6. Gebot als Schutz der Partnerschaft.


4.5 Die letzten vier Gebote regeln Sekundärbeziehungen. Was mache ich mit anderen?
Nimmt meine Hand anderem Eigentum weg? Achte Eigentum: 7. Gebot, nicht zu stehlen.
Verdreht meine Zunge die Wahrheit zum Schaden des Nächsten? 8. Gebot, nicht zu lügen.
Ist mein Herz eifersüchtig auf den Nächsten? 9. Gebot, nicht den Partner des anderen zu begehren.
Ist mein Herz habgierig auf den Besitz des Nächsten? 10. Gebot, nicht den Besitz des anderen zu begehren.

4.6 ER - ich - wir. Beziehungen nach oben, nach innen, nach außen, werden hier geregelt. So kann es gehen.


5.1 Dass die Karte zerschnitten ist und damit nicht mehr gültig, was der Beginn unserer Überlegung. Natürlich wissen wir, dass wir und viele andere auch so leben und handeln. Dann zählen Gebote nicht.

5.2 Doch wir sind jetzt vielleicht doch ein bisschen schlauer. Wenn Gott uns sagt, so kann es gehen, dann ist das ja etwas. Und wenn ER uns segnet, wenn wir Seine Wege gehen und Gebote halten, dann gibt es ja nichts Größeres. Wer wollte nicht am Ende sagen können: Schön.

5.3 Das wäre doch eine schöne Lebensbotschaft für unsere Nachkommen: Die haben für den Herrn gelebt und sich auch daran gehalten.
Das möchten die 10 Gebote weitergeben.



Amen.





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Zuletzt geändert am 05.10.2007 von: (fp)