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Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 18. November 2007

Buße

4 Du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr:
Wer hinfällt, steht der nicht wieder auf? Wer vom Weg abkommt, kehrt der nicht wieder zurück? 5 Warum wendet dieses Volk sich ab [Jerusalem] und beharrt auf der Abkehr? Warum hält es am Irrtum fest, weigert sich umzukehren? 6 Ich horche hin und höre: Schlechtes reden sie, keiner bereut sein böses Tun und sagt: Was habe ich getan? Jeder wendet sich ab und läuft weg, schnell wie ein Ross, das im Kampf dahinstürmt. 7 Selbst der Storch am Himmel kennt seine Zeiten; Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Frist ihrer Rückkehr ein; mein Volk aber kennt nicht die Rechtsordnung des Herrn.

Jeremia 8, 4-7

Liebe Gemeinde!

1.1 Es gibt wenig Menschen, die ihrem Schöpfer gegenüber nicht irgendwann dankbar sind. Mancher schämt sich, das vor anderen zu zeigen mit einem Gottesdienstbesuch oder Geld. Es ist ein bekanntes Phänomen dass viele in der Fremde zur Kirche gehen. Dort spenden sie sogar Geld. Hauptsache weit weg. Man liest dann die Schilder: Dank für die Rettung im Krieg. Dank für die Hilfe beim Krebs. Nebenbei. Meine Meinung ist, dass nicht die Scham, sondern Jesus uns den Ort zeigen sollte, wo wir unsere Dankbarkeit zeigen.

1.2 Doch zum Kern. Die Bibel erinnert uns an unsere Dankbarkeit: Opfere Gott Dank, sagt sie. Und: Vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat. Und: Sagt allezeit Dank. Der Dankbare wächst im Glauben.
Doch wie kann ich dankbarer werden? Natürlich, der Grund ist da. Doch das Leben ist hart. Unrecht trifft uns immer wieder. Und für vieles können wir nicht dankbar sein. Wie dankbarer werden?

1.3 Wir werden mit unserem Text an eine ganz andere Seite des Glaubens erinnert. Sie scheint dazu bei zu tragen, mit Gott zu wachsen und dankbarer werden zu können. Es ist die Frage nach der Reue und Buße. Was habe ich getan?
Für uns scheint diese Frage nach unten zu führen und bestimmt nicht in die Dankbarkeit. Für die Bibel aber ist es umgekehrt. Die Buße führt nach oben und setzt Segen frei. Genau daran erinnert der Prophet in unserem Wort. Er macht die Umkehrfrage zur Schicksalsfrage. Dies nicht nur für jeden einzelnen, sondern sogar für das gesamte damalige Volk Israel.
Wie sich später herausstellte hat er damit sogar Recht behalten. Jeremia hat die traurige Wahrheit fehlender Umkehr am eigenen Leib erfahren müssen: Untergang und Deportation folgte als Gericht.

1.4 Fragen wir deshalb: Buße als Schlüssel-Erfahrung im Glauben - warum ist das so?


2.1 Ich will heute nicht darüber sprechen, wo wir als Erwachsene Fehler machen. Wir machen sie. Es ist vielmehr interessant, dass wir uns so schwer tun, dies zuzugeben. Unsere Eitelkeit spielt uns immer wieder vor, selbst keine zu haben und sie nur bei anderen zu finden. Das macht es schwer miteinander. Auch ohne Gott: Wir lebten besser anders. Es stört unsere Beziehungen.

2.2 Ich will heute davon sprechen, nicht was uns, sondern was Gott an unseren Fehlern stört. ER könnte doch in Seiner Größe viel mehr als Fünf gerade sein lassen.


3.1 Nicht alles, was Menschen bei sich oder anderen falsch finden, ist schlecht. Erst wenn Gott es falsch findet wird aus einem Fehler eine Sünde. Vorher nicht. Das ist wichtig.
Eine Konsequenz: Wir sind nie selber Richter über andere. Wir haben auch nicht das letzte Wort über uns. Gott sei Dank ist und bleibt Gott Richter. ER ist es aber auch. Und das vergessen viele.

3.2 Die meisten Erwachsenen rechnen insgeheim damit, dass der Tod alles zudeckt. Er löscht meine Fehler, auch die vor Gott. Der Tod dein Freund und Helfer.
Für die Bibel ist klar, dass das nicht stimmt. Der Tod rettet wohl vor dem Urteil der Menschen, aber nicht vor dem Gottes.
Doch selbst die, die damit rechnen, nehmen Gottes Urteil oft in Kauf. Mal abwarten, denken sie. Der Tod erspart die Buße. So lebt man.

3.3 Dieser Fehler ist verhängnisvoll. Nicht deshalb weil Gott darüber sauer wäre. Das ist ER vielleicht auch. Vielmehr ist das Fatale, dass Seine Liebe und Barmherzigkeit bei uns nicht wirken kann. Sie aber sind die Quellen, die unseren Glauben wachsen lassen. Unser innerer Weg ist so blockiert. Wir stehen wie vor einen Stopp. Wie viele stecken hier fest. Warum ist das so?


4.1 Nichts ist so zart und doch so hart zugleich wie unser Geist, den wir nicht spüren. Er ist das Herz in uns, das Innerste, durch den wir in Kontakt mit Gott treten.

4.2 Jede Sünde vor Gott bindet ihn, erschwert, belastet, verwundet und trennt ihn am Ende von Gott. Für das eigene innere Leben bedeutet dies: Sind wir von der Quelle abgetrennt, ist unser Geist leer und nur noch bedrückt, dann schaltet er irgendwann ab und schläft ein. Viele Menschen leben mit so einem schlafenden Geist.

4.3 Der Tod ändert gar nichts daran. Im Tod zerfällt die Bindungskraft der Seele - unser Denken, Fühlen, Wollen, Gestalten, die Körper und Geist zusammenhält. Der Leib stirbt. Der Geist tritt vor den Herrn. Ist er in Sünde, bleibt er in Sünde. Das Jenseits ändert nichts.

4.4 Das ist der Punkt, wo Gott nichts machen kann. Denn unser Geist wählt selbst, ist darin Ebenbild von Gott. Ein Geist in Sünde hat sich selbst abgeschrieben für alle Zeit, hier und in Ewigkeit. Die Bibel meint, das sei nach unserem Tod nicht mehr zu korrigieren. Keiner entgeht den Folgen seines in Sünde von Gott abgeschiedenen Lebens. Chancenlos. Wer sich hier meint der Demütigung durch Buße entziehen zu können, weil es kein Mensch bemerkt, der ist, der bleibt für immer gedemütigt.


5.1 Das will Gott nicht. ER will Erlösung. ER will die Umkehr, weil mit ihr Seine Liebe ankommt.

5.2 Wer in der Buße vor Gott Jesu Vergebung statt Seiner eigenen Ehre wählt, in dessen Geist wird zugedeckt, was von Gott trennt. Da kommt die große Decke Jesu drüber. Auf der steht: Durch Mein Opfer gesühnt. Das Blut Jesu deckt zu.

5.3 Wenn das der Herr in unserem Geist entdeckt, dann sieht ER dort das Werk Seiner Erlösung. ER sieht nichts Trennendes. Schon hier auf Erden kann die Quelle Seines Geistes in unserem Geist dann sprudeln. Sie wird uns erquicken. Wir sehen IHN. Wir sprechen IHN. Wir spüren Seine Führung. Wir sind IHM nah. Das alles merken wir in unserem Geist.

5.4 Wie wird das erst in Ewigkeit und in Vollendung sein.


6.1 Verstehen wir jetzt die Dringlichkeit von dem Prophetenwort? Wo landen wir, wenn wir zu unseren Fehlern vor Gott nur sagen: Was habe ich schon getan! Statt: Was habe ich getan? Ist Umkehr, Buße, nicht der viel bessere Weg?

6.2 Rennen wir nicht wie ein stürmisches Ross ins Unglück. Tun wir das, was nur wir selbst tun können: Umkehren zu Lebzeiten. Wann und wo, das ist egal. Hauptsache es geschieht.


Amen.



Beichtgebete EG (Bayern / Thüringen) 707

1. Barmherziger Gott, wir bekennen, dass wir in Sünde gefangen sind und uns nicht selbst befreien können. Wir haben gegen dich gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch das, was wir getan, und durch das, was wir unterlassen haben. Wir haben dich nicht von ganzem Herzen geliebt, wir haben unsern Nächsten nicht geliebt wie uns selbst. Um deines Sohnes Jesu Christi willen erbarme dich unser. Vergib uns, erneuere uns und leite uns, dass wir Freude haben an deinem Willen und auf deinen Wegen gehen zur Ehre deines heiligen Namens. Amen.

2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, die ich begangen in Gedanken, Worten und Werken, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesus Christus willen, du wollest mir armem sündhaftem Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen.

3. Herr, im Lichte deiner Wahrheit erkenne ich, dass ich gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken. Dich soll ich über alles lieben, mein Gott und Heiland; aber ich habe mich selber mehr geliebt als dich. Du hast mich in deinen Dienst gerufen, aber ich habe die Zeit vertan, die du mir anvertraut hast. Du hast mir meinen Nächsten gegeben, ihn zu lieben wie mich selbst; aber ich erkenne, wie sehr ich versagt habe in Selbstsucht und Trägheit des Herzens. Darum komme ich zu dir und bekenne meine Schuld. Richte mich, mein Gott, aber verwirf mich nicht. Ich weiß keine andere Zuflucht als dein unergründliches Erbarmen. Amen.

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.


Absolution EG (Bayern / Thüringen) 708

Vor dem heiligen Gott frage ich euch: Bekennst du, dass du gesündigt hast, und bereust deine Sünden, so antworte: Ja. -

Bittest du um die Vergebung deiner Sünden im Namen Jesu Christi, so antworte: Ja. -

Glaubst du auch, dass die Vergebung, die dir zugesprochen wird, Gottes Vergebung ist, so antworte: Ja. -

Wie ihr glaubt, so geschehe euch.
Was Gott euch in der Taufe gegeben hat, Vergebung der Sünden und Befreiung von der Macht des Bösen, das wird euch heute neu geschenkt. In der Vollmacht, die der Herr seiner Kirche gegeben hat, spreche ich euch los: Euch sind eure Sünden vergeben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.



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Zuletzt geändert am 16.11.2007 von: (fp)