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1. Advent,
erster Sonntag des Kirchenjahres
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 2. Dezember 2007

Wie entsteht Adventsfreude?

19 Wir haben also die Zuversicht, Brüder, durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten. 20 Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch. 21 Da wir einen Hohenpriester haben, der über das Haus Gottes gestellt ist, 22 lasst uns mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewissheit des Glaubens hintreten, das Herz durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

23 Lasst uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu. 24 Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen.
25 Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander, und das um so mehr, als ihr seht, dass der Tag naht.

Hebräer 10, 19-25

Liebe Gemeinde!

1.1 Ich erinnere mich, dass Jugendliche zum 1. Advent im Gottesdienst einmal folgende kleine Szene spielten. Da war ein Tor. Einer versuchte durchzukommen. Es ging nicht. Er war zu beladen mit Paketen. Dann sagte einer: Komme doch rein. Hier ist es schön. Doch der draußen sagte: Keine Zeit. Habe zu viel zu tun. Dann tauchte jemand auf, der sagte: Komm wir gehen zusammen hinein. Doch der andere sagte: Keine Lust. Noch nie war es für mich schön.

1.2 Manche erleben so Advent. Zu schwer. Zu wenig Zeit. Zu wenig Lust. Adventsfreude kommt so nicht. Wie soll sie auch kommen. Die Grundlagen müssen stimmen, die Informationen ins Herz kommen.

1.3 Machet die Tore weit. Damit ist nicht die Kaufhaustür gemeint, sondern die Tür des Herzens.
Dass der König der Ehren einziehe. Das ist nicht der Weihnachtsmann. Es ist der lebendige Herr.
Wer ist der König der Ehren? Es ist der, der uns Liebe schenkt und sie austeilen lässt.
Auf dieser Grundlage kann Adventsfreude wachsen.

1.4 Schauen wir uns den Predigttext unter dieser Frage an: Wie entsteht Adventsfreude?


2.1 Unser Text führt uns zurück in die Zeit der Anfänge des Christentums. Es gab Streit unter Christen. Der Herr war noch nicht wiedergekommen. Christen wurden verfolgt. Man hatte die erste Freude am neuen Glauben verloren. Es stimmte alles. Das überzeugt zwar. Aber wie wird das Herz froh? In einer solchen Situation schreibt der Hebräerbrief. Er nennt die Grundlagen. Geh zur Quelle. Du wirst erquickt. Was sagt er?

2.2 Festhalten ist das erste, worauf er hinweist. Festhalten am unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung. Was ist das?

2.3 Der Hebräerbrief drückt das in der Sprache jüdischer Tempelfrömmigkeit aus. Durch Besprengung mit Blut vom Opfertier gereinigt - durch das Opfer Jesu am Kreuz erlöst. Mit reinem Wasser im Wasserbad des Tempels gewaschen - mit dem Wasser der Taufe ein reines Herz vor Gott. Das sind die Grundlagen des Glaubens von uns Christen.

2.4 Daran festhalten: Du hast in mir ein reines Herz geschaffen, Herr. Du hast es getan durch die Hingabe deines Lebens für mich. Im Herzen festhalten. Damit durch die Straßen gehen. Damit die Tagesschau gucken. Damit einkaufen. Damit die anderen sehen. Damit sich selbst annehmen.


3.1 Aufeinander achten ist das zweite, worauf wir hingewiesen werden.
Dabei ist ja das große Problem, auf das Rechte zu achten. Wie viel hat die getan und wie viel ich? Wie viel Anerkennung hat der dafür bekommen und wie stehe ich da? Das sind die normalen Dinge, auf die jeder achtet. Auch eine Gemeinde ist davon erfüllt. Die Kirchen- und Dogmengeschichte ist ein Spiegel davon wie Menschen und Kirchenführer aufeinander achten.

3.2 Der Hebräerbrief meint das anders. Achtet aufeinander, uns - nicht den anderen - zur Liebe und zur guten Tat anzuspornen.
Die Gemeinde ist so etwas wie ein Spielfeld. Wie macht der andere es mit Jesus? Wie läuft es bei ihr? Und dann das Achten. Wie kann ich Jesu Liebe anderen weiterspielen? Welche gute Tat würde dazu helfen. Das wären Tore für den Himmel und die Ewigkeit, so einander zu begegnen. Achtet aufeinander.

3.3 In der Vorbereitung auf Weihnachten ließe sich da viel üben. Wo könnte Jesu Liebe noch hin leuchten? Was könnte ich dafür noch tun? Merken Sie, in welcher Weise wir dann aufeinander achten. Das tut gut.


4.1 Leere Gottesdienste sind ja im Moment nicht unser Problem. Doch das kann sich schnell ändern. Damals war es so, dass viele sagten, warum in die Kirche gehen.

4.2 Der Hebräerbrief gibt den Tipp wie Freude im Gottesdienst aufkommt. Ermuntert einander, sagt er. Die einen ermuntern mit Blicken, die anderen mit Sprechen, die dritten mit Kuchen, die vierten mit Kaffee, die nächsten mit Zuhören, die anderen mit Putzen, wieder andere mit Finanzen - und manche mit allem. Ermuntert einander.

4.3 Wo das klappt, da macht Gottesdienst Freude. Jeder kommt gerne wieder. Durch alles wird die Liebe Jesu weitergegeben und das Herz froh.


5.1 Advent ist Vorbereitung auf Weihnachten. Doch Christen bereiten sich nicht nur auf das vor, was war, sondern auch auf den, der kommt. ER kommt in Herrlichkeit. Das ist das nächste Ziel. Dafür bleiben wir fest beim Bekenntnis, achten in Liebe aufeinander, ermuntern einander in Gottesdiensten. Das erfreut.

5.2 Diese Freude hält bei allem, was wir an wunderbaren Dingen in dieser Adventszeit noch veranstalten.



Amen.



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Zuletzt geändert am 30.11.2007 von: (fp)