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2. Advent,
zweiter Sonntag des Kirchenjahres
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 9. Dezember 2007

Philadelphia

7 An den Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so dass niemand mehr schließen kann, der schließt, so dass niemand mehr öffnen kann :
8 Ich kenne deine Werke, und ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann. Du hast nur geringe Kraft, und dennoch hast du an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet.
9 Leute aus der Synagoge des Satans, die sich als Juden ausgeben, es aber nicht sind, sondern Lügner -
ich werde bewirken, dass sie kommen und sich dir zu Füßen werfen und erkennen, dass ich dir meine Liebe zugewandt habe. 10 Du hast dich an mein Gebot gehalten, standhaft zu bleiben; daher werde auch ich zu dir halten und dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über die ganze Erde kommen soll, um die Bewohner der Erde auf die Probe zu stellen. 11 Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit kein anderer deinen Kranz bekommt. 12 Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird immer darin bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und ich werde auf ihn auch meinen neuen Namen schreiben.
13 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

Offenbarung 3, 7-13

Liebe Gemeinde!

1.1 In unserem Predigttext haben wir es mit einer Vision zu tun. Eine Vision ist eine besondere Mitteilung. Es ist keine Auskunft über Gedanken oder Empfindungen. Vielmehr teilt eine Vision etwas über den geistigen Zustand einer Person oder Sache mit. Die unsichtbare Seite der Wirklichkeit, die Wirkung aus dem Hintergrund und Auswirkungen in die unsichtbare Welt, das macht eine Vision sichtbar. Sie ist ein Röntgenbild vom Jenseits. Christen achten sie als Anlass zur Umkehr, um später nicht dumm da zu stehen.

1.2 Wenn zum Beispiel mein Gesicht in einer Vision als ein Totenkopf erscheinen würde, dann würde dies nicht bedeuten, dass ich als Person bald sterbe. Es bedeutet vielmehr, ich bin schon gestorben. Mein Geist ist schon mausetot, obwohl ich noch körperlich lebe. Kehrte ich innerlich um, würde mein Inneres lebendig, könnte in einer Vision mein Kopf wieder lebendig werden, Wasser über ihn fließen, Licht von ihm ausstrahlen. Der Heiligenschein, den Maler zeichnen, sagt nichts anderes: Der Geist dieses Menschen strahlt.

1.3 Visionen brauchen Übersetzungen. Ihre Botschaft kann sich zum Beispiel auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beziehen. Wird nicht beachtet, dass der Hinweis eine Korrektur des Gewesenen bedeutet lebt jemand nur noch mit Ängsten vor der Zukunft. Wie viel Unheil haben Menschen mit Auslegung von Visionen nach ihren eigenen Bedürfnissen angerichtet. Sekten sind voll solcher Erfahrungen.

1.4 Visionen als göttliche Mitteilung deshalb abzulehnen ist aber genauso töricht. Jesus wäre als Baby gestorben, hätte Josef in der Weihnachtsgeschichte nicht auf die Mitteilung im Traum geachtet, nicht zurück nach Galiläa zu gehen, sondern nach Ägypten zu fliehen. Das rettete sie vor Herodes beim Kindermord.

1.5 Für Christen ist klar, Jesus ist der Schlüssel für Visionen. Was nicht von Ihm ist, trägt auch nicht Sein Heil in sich. Das sollten wir meiden. Und was von Ihm ist, das muss ER auch selbst als Schlüssel öffnen. Herr, wie meinst Du das? Diese Vision gehört Dir. Wenn es da schon klemmt, nimmt es nie einen guten Weg. Die Offenbarung sagt das so: Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung (Off 19, 10). Oder hier in unserem Text: So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat (Off 3,7), das heißt, den Eingang zum Reich Gottes. Jesus, der diese Schlüsselgewalt hat, hat sie auch über Visionen. Wenn ER sich in Visionen mitteilt, dann kann ER sie auch am besten übersetzen. Göttliches Urheberrecht.


2.1 In unserem Text haben wir eine Vision für den Engel einer Gemeinde. So wird in der Bibel der Gemeindeleiter genannt. Drei Sorten von Engel gibt es.

2.2 Es gibt Engel Gottes, das war der Weihnachtschor zu Bethlehem. Es gibt Engel Jesu, das sind die Berufenen für die Kirche. Es gibt Engel unter Menschen. Vielleicht sind wir das auch - jedenfalls hin und wieder.

2.3 Zwei Dinge tun Engel, mindestens. Sie empfangen und bringen eine Botschaft, auch kritische. Engel schützen damit. Viele sind keine Engel, weil sie mit ihren Botschaften nicht schützen, sondern spalten und unter Vorwand der Warnung nur ihre Interessen pflegen. Man erkennt sie daran, dass keine Liebe von ihnen ausgeht, sondern nur Rechthaben. Im Tiefsten sind sie nicht demütig unter den Fehlern der anderen.


3.1 Jetzt können wir uns die Vision selbst anschauen. Sie ist sehr schön. Jesus teilt dem Gemeindeleiter etwas über Seine Kinder mit. Wenn ER das über uns sagen würde, dann stünden wir gut vor Gott. Dann wäre Advent wirklich Freude über den kommenden Herrn. Dann wäre Weihnachten erfüllt. Dann hätte Gott nichts an uns zu kritisieren. Philadelphia ist von den sieben Sendschreiben, den sieben Gemeinde-Feed-Backs, neben Smyrna die einzige, die der Herr nicht warnt. Was machen die Christen in Philadelphia richtig? In der Vision wird Dreierlei genannt.

3.2 Erstaunlich, dass es damit beginnt: Du hast nur geringe Kraft (8). Wir hätten doch angenommen, dass Kraft haben im Glauben viel wichtiger ist. Aber es ist so wie bei dem Witz vom Elefant und der Maus.
Ein Elefant und eine Maus waren miteinander befreundet. Sie gingen zusammen spazieren. Die Maus saß dabei hinter dem Ohr des Elefanten. Der stürmte durch den Urwald, räumte Bäume weg und schlug mit seinem Auftreten Tiere in die Flucht. Als sie eine Pause machten sagte die Maus ganz beeindruckt: Bo, sind wir stark. So ist es mit der kleinen Kraft bei Christen. Was sind wir stark, wenn wir vom Herrn getragen werden.

3.3 Dann findet der Herr gut: Du hast an Meinem Wort festgehalten (8). Warum halten Christen an Gottes Wort fest und lieben es? Warum? Durch das Wort Gottes fließt Gottes Geist in unseren Geist. Wir tanken in uns Seine Gegenwart. Lebendige Worte von Ihm füllen dann unser Herz. Ohne Festhalten am Wort keine Gegenwart von Ihm in uns.
Ist Ihr Herz von Worten des Herrn erfüllt? Ist das wie ein Feuer in Ihnen? Leuchtet Sein Wort durch Sie wie ein Adventslicht?

3.4 Das Dritte: Du hast Meinen Namen nicht verleugnet (8). Der Name Jesus bedeutet Hilfe. Die Philadelphia Christen haben ihre Hilfe beim Herrn gesucht: Bei Seiner Vergebung am Kreuz. Bei seiner Auferstehung als Hoffnung, bei Seiner Mitteilung des Heiligen Geistes als Liebe. Im Leben mit Ihm, der gesagt hat: ICH bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.
Man kann die Hilfe auch woanders suchen. Man kann den Namen Jesu auch verleugnen, dass ER nicht die Mitte meines Herzens ist. Man kann. - Du hast es nicht getan. Du hast die Hilfe beim Herrn gesucht, an Meinem Wort festgehalten, in kleiner Kraft.


4.1 Das lobt der Herr? - Ja. - Das reicht? - Ja. - Die Christen von Philadelphia sind die vom Herrn gelobten.

4.2 Was Er ihnen alles verheißt: Die starken Feinde werden einst vor ihnen niederliegen. In der Versuchung werden sie vor dem Bösen bewahrt. Als solche Sieger werden Sie eine wichtige Funktion im himmlischen Reich Gottes einnehmen. Sie werden Namensträger werden, für Gott, für die neue Welt Gottes, für den wiederkommenden Jesus. Was für ein Reichtum.


5.1 Fassen wir zusammen. Eine Vision mit glücklichem Inhalt wird uns erläutert. Warum? Damit wir auch glücklichen Advent erleben, den Herrn recht empfangen.

5.2 Es ist nicht viel, was die Christen von Philadelphia auszeichnete. Oder doch? Es sind zumindest schlichte Dinge: Trotz keiner Kraft - wie tröstlich - am Wort des Herrn festhalten - wie stark - und den Namen des Herrn, Seine Hilfe, damit nicht verleugnen - wie überzeugend.
Wer das lebt, bei dem steht der Name des Herrn drauf. Ein gesegneter Advent.



Amen.



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Zuletzt geändert am 07.12.2007 von: (fp)