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3. Advent,
dritter Sonntag des Kirchenjahres
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 16. Dezember 2007

Sardes Sardes heute

1 An den Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: So spricht Er, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke. Dem Namen nach lebst du, aber du bist tot.
2 Werde wach und stärke, was noch übrig ist, was schon im Sterben lag. Ich habe gefunden, dass deine Taten in den Augen meines Gottes nicht vollwertig sind. 3 Denk also daran, wie du die Lehre empfangen und gehört hast. Halte daran fest, und kehr um! Wenn du aber nicht aufwachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst bestimmt nicht wissen, zu welcher Stunde ich komme. 4 Du hast aber einige Leute in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben; sie werden mit mir in weißen Gewändern gehen, denn sie sind es wert. 5 Wer siegt, wird ebenso mit weißen Gewändern bekleidet werden. Nie werde ich seinen Namen aus dem Buch des Lebens streichen, sondern ich werde mich vor meinem Vater und vor seinen Engeln zu ihm bekennen.
6 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

Offenbarung 3, 7-13

Liebe Gemeinde!

1.1 Der Reichtum des Lyderkönigs Krösus von Sardes ist bis ins heutige Jahrtausend sprichwörtlich. Der wahre Kern der Legende ist aber nur wenigen bekannt! Das Reich der Lyder war tatsächlich unglaublich wohlhabend, über einige Jahrhunderte hinweg waren sie die Großmacht Kleinasiens. Sardes hat der Welt die Erfindung des Münzgeldes vermacht. Sardes lag auch außerordentlich günstig am Endpunkt eines uralten Handelsweges, den König Gyges zur berühmten Königsstraße, von Ephesus über Sardes nach Osten führend, ausbaute. Er schloss Frieden mit anderen Königen und erreichte so einen Wohlstand für alle.

1.2 Was heute über die Lyder bekannt ist, stammt größtenteils von Herodot, dem griechisch-römischen Geschichtsschreiber. Er berichtete auch wie Gyges, erst ein Söldnertruppenführer, an die Macht kam. Der herrschende König Kondaules war von der Schönheit von dessen Frau so besessen, dass er seinen Günstling Gyges überredete, sie unbekleidet in ihrem Schlafzimmer zu beobachten. Die Königin bemerkte es. Sie erkannte, dass hinter dieser Tat der König stand. So befahl sie ihrem Mann Gyges, König Kondaules zu töten und seinen Platz einzunehmen, oder selbst zu sterben. Herodot berichtet über die seltsamen Gebräuche, die die Lyder von den Griechen trennten, zum Beispiel, dass Frauen sich ihre Ehemänner selbst aussuchen.

1.3 Der spätere König Krösus (560 - 546 v.Chr.) liebäugelte mit der Expansion seines Reiches nach Osten, da wo die Perser saßen. Er befragte das Orakel in Hinsicht auf seine Chancen, und dies erklärte, falls er die Perser angreife, würde ein großes Reich zerstört. Damit war dann aber wohl das lydische Reich gemeint - seine Truppen konnten den Persern unter ihrem König Cyrus nicht standhalten, zudem diese mit Kamelen anrückte, die die lydischen Pferde in Panik versetzten. Krösus wurde gefangen genommen. Nicht sichere Quellen berichten, dass Krösus von da an als Sklave des Perserkönigs Cyrus gehalten wurde.

1.4 Du hast den Namen, dass du lebst: Reichtum, moderne Werte, Expansionsträume. Alles da. - Und bist doch tot: Untergang in Sklaverei, Verfall aller Normen, Untergang der Herrschaft. Alles verloren. So verkündet es der Prophet Johannes im fünften Sendschreiben der Offenbarung oder göttlichen Feed-Back oder geistlichen Röntgenbild unseres Textes. So war es als es noch keiner wahr haben wollte. So kam es als es zu spät war. Die Warnung wurde nicht gehört: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Man hörte nicht.

1.5 Sie wissen, dass Ochs und Esel aus diesem Grund in der Weihnachtsgeschichte in den Stall von Bethlehem kamen. Sie stehen ja nicht im biblischen Text und sind doch immer da. Ein Prophetenwort sagt: Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht (Jesaja 1,3). Sie hören. Und wir? Worauf hören? Was soll uns der dritte Advent zeigen? Wieder werden drei geistliche Dinge genannt, die exakt den genannten Äußerlichkeiten der Sarder entsprechen.


2.1 Reichtum in der Prophetie, geistlicher Reichtum, was ist das?
Niemand kann zwei Herren dienen, sagt Jesus in der Bergpredigt. Weil unser Herz das Ebenbild Gottes in sich trägt und Gott Einer ist, können wir nicht zwei Götter in uns haben. Einer muss der Erste sein. In Wahrheitsfragen gibt es keine Demokratie. Ich kann wohl hin und her gerissen sein, aber am Ende steht immer einer in meinem Herzen vorne.

2.2 Reich in Gott bedeutet. ER ist in mir der Erste. Und ich stehe dazu. Es ist auch gar nicht schlimm, sich dafür zu entscheiden. Denn eines wird sich in meinem Herzen immer nach vorne schieben. Das können Trübsal oder Verzweiflung, Geiz oder Neid, Arbeit oder Unterhaltung, Partner oder Kinder sein, was auch immer. Am besten, ich wähle selbst. Wer sich für den Herrn entscheidet, dem fällt alles andere noch dazu. Sorge du dich um Mich, dann sorge Ich Mich um dich. So hören es Christen vom Herrn. Das ist reich in Gott.

2.3 Stärke, was davon noch übrig ist, das das Wort. Suche diese Spur des Glaubens in dir und belebe es neu mit einer inneren Zustimmung. Ja, Herr, das will ich. Stärke diesen Reichtum auch bei anderen, indem du dieses Vertrauen lebst und wenn angebracht auch bekennst. Ja, so lebe ich. Der Herr ist mein Schatz. Stärke. Schwäche nicht durch anklagende Reden, intrigante Bemerkungen, überflüssigen Klatsch. Stärke was noch übrig ist.


3.1 Werte in der Prophetie, geistliche Werte, was sind das?
Wer am Bekenntnis zu Jesus festhält, zu dem kommt ER auch. ICH bin bei Euch alle Tage stimmt. Aber wir erleben es nicht, wenn wir uns an anderen Werten orientieren als an IHM.

3.2 Für Christen ist es deshalb stets so, dass sie mindestens zu zweit kommen. Darin zeigt sich ihr Wert. Mein Herr geht mit. In ethische Fragen bewegt sie deshalb nicht so sehr ein Prinzip, sondern die Frage: Und Du Herr, was sagst Du? Das meiste in der Welt klärt sich von einem solchen Ansatz alleine. Und den Rest können wir getrost offen lassen, denn es gibt vom Herrn aus vielleicht auch noch keine Antwort. Mit dem Herrn würden wir nie einem anderen den Kopf einschlagen können, weil er anders denkt oder glaubt.

3.3 Das Festhalten an empfangener Lehre ist von daher stets ein Umkehren. Herr, wo bist Du hier, wo hier. Danke. Lass mich weiter den Weg mit Dir gehen.


4.1 Siegen in der Prophetie, geistliche Siege, was sind das?
Die genannten weißen Kleider der Sieger sind in der unsichtbaren Welt Zeichen für das reine Herz, das der Herr in uns macht. ICH vergebe dir, vergib du den anderen. Es ist die Vater Unser Bitte: Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Warum fangen Siege da an? Alle Welt sagt doch, wer vergibt geht unter.
Mit jeder Sünde, unserer eigenen oder uns zugefügten, wird unser Herz weniger Raum für den Herrn haben. ER wird immer kleiner, unser eigener Kampf immer größer. Das ist die falsche Richtung. Mit jeder Vergebung wird unser eigenes Herz um einen Widerhaken freier. Es kann uns nichts mehr, was uns vorher so viel Recht gab, was uns aber nichts brachte, es zu haben.

4.2 Für Christen ist dieses Ziel in der Taufe festgehalten. Einmal göttliches Weiß geschenkt, einmal gereinigt, einmal ein reines Herz vor Gott. Das kann immer wieder hergestellt werden. Vergebung liegt bereit.

4.3 Im Buch des Lebens stehen diese Gereinigten. Die Datei des ewigen Lebens wird nach diesem Kriterium geführt. Mehr ist nicht nötig. Diese Reinigung reicht. Gut zu wissen.
Aber die Aufgabe ist nicht gering. Vergebung kostet. Sie war teuer für den Herrn. Sie ist teuer für uns. Vergeben begleitet uns bis zum letzten Atemzug auf dieser Welt. Der Herr bekennt sich zu denen, die es tun.


5.1 Das harte Urteil in der Sardes Prophetie macht manchen vielleicht stutzig. Er denkt: Darf man jetzt schon so endgültig urteilen wie das hier geschieht? Ist das nicht Gottes Sache beim Jüngsten Gericht?

5.2 Das ist eine richtige Beobachtung. Sie weist uns auf eine Besonderheit des Wortes Gottes. Das Wort Gottes zeigt uns heute schon die Ergebnisse der Zukunft, auch die vom Jüngsten Gericht. Und warum?

5.3 Es ist wie bei einer Klassenarbeit, deren Aufgaben wir schon vorher einsehen können. Wer clever ist lernt. Er bereitet sich vor. Er entgeht einer schlechten Zensur. Den Konsequenzen im Jüngsten Gericht entgehen, das Leben ändern und siegen, das ist die Absicht des Wortes Gottes hinter aller Prophetie des Gerichts. Wäre es anders würden wir sie nicht erfahren. Wir erfahren sie aber. Da ist der Herr wie ein wunderbarer Lehrer, der uns vorher mitteilt, was wir später wissen sollen. Wer Ohren hat zu hören, der höre.



Amen.



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Zuletzt geändert am 11.08.2008 von: (fp)