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4. Advent,
vierter Sonntag des Kirchenjahres
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 23. Dezember 2007

Freudenboten

7 Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König. 8 Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurück-kehrt. 9 Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, er erlöst Jerusalem. 10 Der Herr macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.

Jesaja 52, 7-10

Liebe Gemeinde!

1.1 Freudenboten sind immer beliebt. Das spanische Fernsehen überträgt die Auslosung der großen Weihnachtslotterie. Dabei ist es eine besondere Ehre, die Losnummern anzusagen, die gewinnen. Und auch im deutschen Fernsehen schauen viele auf die Ausschüttung der verschiedenen Lotterien und Aktionen. Einer gewinnt. Was für ein Glück. Doch nicht nur der Empfänger ist ein Glückspils. Muss es nicht auch schön sein, als Bote einer Glücksbotschaft aufzutreten: Sie haben gewonnen. Und wenn das noch stimmt. Welches Glück.
Trotz Telefon und SMS, an Freudenboten hält man fest.

1.2 Auch in unserem Text wird von Freudenboten gesprochen. Sie versetzen uns in eine Zeit vor beinahe 2500 Jahren. Eine Freudenbotschaft musste da noch echt über die Berge getragen werden. Das war Knochenarbeit. Doch ihre Botschaft machte stark, Boten und Empfänger: Frieden. Der Krieg ist vorbei. Die Gefangenschaft zu Ende. Was es auch war. Es änderte das Leben. Damals. Heute.

1.3 Advent ist auch so eine Freudenbotschaft. Als Zeichen werden Geschenke gekauft, Karten verschickt, ein Fest vorbereitet, Familien eingeladen, Kerzen angezündet. Kaum etwas im Jahr kommt dem an Aufwand gleich.
Und wir sind auf dem richtigen Weg, wenn wir selbst zu Freudenboten werden. Ich hoffe, Ihnen ist das schon gelungen und gelingt das noch. Was wäre Weihnachten, wenn das nicht passierte.

1.4 Damit wir aber den eigentlichen Hintergrund nicht verlieren, erinnert uns unser Text an den Ursprung. Wo kommt die Freudenbotschaft her? Worin besteht sie? Was verkünden Freudenboten. Wir können aktuellen Glanz nur erhalten, wenn wir den Ursprung der Freude bewahren. Das schauen wir uns in unserem Text an.


2.1 Ein Sturzflug zurück in die Vergangenheit, 2500 Jahre über etwa 75 Großväter-Generationen. Wir landen in Bagdad. Keine Bomben, aber Krieg. Babylon hat gesiegt über Israel. Das Volk lebt deportiert im Zweistromland. Jerusalem war zerstört. Es war die hoffnungslose Zeit der babylonischen Gefangenschaft.

2.2 Da erhebt sich ein Prophet mit dem Namen des zweiten Jesaja. Er spricht vom Weg in der Wüste und von Freudenboten auf den Bergen. Wer ihm zuhört meint zu träumen. Wir werden sein wie die Träumenden verhieß ein Psalm. Hier geschah es. Der Traum sprach von einer neuen Zukunft für die, die Gott vertrauen. Er sprach von einer neuen Heimat für die, die in Babylons Gefangenschaft Buße tun. Er sprach von einer neuen Freude angesichts der bedrückenden Umstände.

2.3 Wo sollte das herkommen? Wie konnte Jesaja so reden? Was meinte er? Worauf gründete sich seine Freudenbotschaft an die Verlassenen? Und vor allem: Wer sind die Freudenboten?


3.1 Propheten sind Menschen ohne Terminkalender. Wenn sie eine Botschaft von Gott bekommen, dann sagt ER meist das Datum nicht dazu. Gott sagt in der Regel nicht: Morgen um 10.30h kommt dein Glückslos ins Haus. Habe Hoffnung. ER gibt vielmehr Sein Licht ins Herz. Das weckt Glauben. Der füllt den Geist, das Herz in uns. Es soll erfüllt werden, am besten ganz voll von Hoffnung. Das ist das Wichtigste von Gott für uns in diese Welt: Vertrauen, Liebe, Hoffnung. Mit diesem Vertrauen können wir dann unser Glück machen. Gott baut unseren Glauben in Seine Verheißung ein. Ohne unseren Glauben ginge es anders weiter. Das unterscheidet Prophetie von Wahrsagerei. Die braucht Kalender. Prophetie vertraut Gottes Zeit, glaubt.

3.2 Jesaja macht Lichter an. Es wird hell in den Köpfen. Was er den Menschen zeigt ist gewaltig:
Zion, das Herz von Jerusalem, taucht wieder auf. Wächter jubeln wieder in Zion. Die Trümmer Jerusalems jauchzen. Die ganze Welt ist wieder lebendig geworden, die jetzt noch so tot daliegt. Und dann: Der Herr tröstet Sein Volk. ER erlöst Jerusalem. Die Zukunft war wieder da mit einer Heimat.
Das war eine klare Ansage der Heimkehr und Ende der Gefangenschaft. Kein Datum. Nur Hoffnung. Der eigene Glaube war gefragt. Aber er hatte eine Perspektive nach vorne.

3.3 Wenig später wurde für einige Mutige diese Prophetie wahr. Zuerst ein kleiner Kreis, dann viele, dann ein Nachschub zogen Heim - es erfüllte sich das Gesehene. Die babylonische Gefangenschaft war vorbei.
Ein Freudenlicht brannte. Ein Freudenbote hatte gesprochen. Eine Freudenbotschaft wurde wahr.

3.4 Das war wie Advent: Freudenlichter eines Freudenboten, der Gott gehorsam war, veränderten die Welt.
Wenn wir diese Haltung mitnehmen geht es gut.


4.1 Es bleibt zum Schluss noch etwas offen. Jesaja sagte mehr als dann geschah. Zwei Lichter nannte er, auf die das Volk Gottes weiter wartet. Auch dafür gibt es keinen Termin: ER kehrt nach Zion zurück (8). - Die Juden warten auf die Erfüllung, sie warten auf Gott in Zion, auf den Messias. Wir Christen glauben: das hat sich Weihnachten erfüllt. Das Licht hat Jesus wahr gemacht mit Seinem Kommen.

4.2 Doch auch wir Christen warten auf ein zweites Licht, von dem Jesaja spricht. Alle Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes (10). Alle Welt? Nein, es sind nur Seine Kinder, nicht alle. Wir Christen warten auf das zweite Kommen des Messias. Wenn das geschieht, dann wird sich dieses Licht erfüllen als letzer Advent.



Amen.



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Zuletzt geändert am 28.12.2007 von: (fp)