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Weihnachten 2007,
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Krippenspiel zur Predigt

Gottesdienst am 24. Dezember 2007

Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus.
Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2, 1-20

Liebe Gemeinde!

Alle: Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus.

1.1 Wer etwas gesehen hat, der breitet etwas aus. So ist das. Gesehen - erzählt. Wie viele hatten in der Weihnachtsgeschichte etwas gesehen.
Doch was hatten sie gesehen? Und was breiteten sie aus?

Alle Kinder:
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Alle: Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus.

1.2 Lange Listen und Steuerschulden. Das hatten die Finanzbeamten von Rom gesehen. Sie hatten in Palästina die Aufgabe, Steuerschulden einzutreiben. Da sieht man meist, was man nicht sehen soll.
1.3 Sekt und Kaviar sah wahrscheinlich der Kaiser Augustus. Und das schmeckte ihm auch schon nicht mehr. Was sollte er noch sehen? Feinde, die ihn nicht mochten? Menschen, die ihn hofierten. Wer so weit ist, der schließt am liebsten die Augen und sieht nichts mehr.
1.4 Quirinius hat eine Chance gesehen. Bringt er das durch mit den Steuereinnahmen, dann winkt ihm ein Platz in Rom im Senat. Das könnte was werden. Auf los. Macht voran. Es soll weitergehen - mit mir.
1.5 Und jedermann sah nur, dass alle unterwegs waren. Straßen und Hotels waren dicht. Es macht keine Freude in solchen Zeiten zu reisen.
1.6. Das alles sahen sie - den normalen Alltag: Listen. Leere. Macht. Masse.
Ist das das Evangelium? Lohnt sich das zu erzählen und auszubreiten? Als sie das alles gesehen hatten, sagten sie kein Wort mehr. So geht es den meisten Menschen.

2.1 Wie anders bei den übrigen Dreien: Dem Ehepaar Maria und Josef, den Engeln und den Hirten. Was hatten sie gesehen, was breiten sie aus?

Maria und Josef:
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Alle: Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus.

2.2 Maria und Josef sahen nur schwarz vor Augen: Unter solchen Umständen eine Geburt, das ist kein Pappenstil. Die Krippe ist auch kein Luxusbett. War es das? Nein.
2.3 Die Engel sollten himmlischen Lobgesang anstimmen mit Gloria. Was sahen sie? Sie schwebten über einer Wiese mit Hirten und Schäfchen. War es das? Nein.
2.4 Die Hirten waren zwar himmlisch motiviert, aber was sie sahen war nicht gerade neu: Ein Stall mit einer einquartierten Familie in keiner einladenden Situation. War es das? Nein.
Merkwürdig: Auch sie alle hätten Grund zu sagen: Als sie es aber gesehen hatten, sagten sie kein Wort mehr. So handelten sie nicht. Warum?

Hirten:
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

Alle: Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus.

Engel:
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Alle: Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus.

3.1 Das Evangelium sieht man nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen. Wo das Herz sieht findet das Auge Zeichen.
3.2 So war es bei Maria und Josef. Einen Sohn wirst du gebären, der Jesus, Gott hilft, heißen wird. Er wird die Welt erlösen. So die Worte des Engels zu Maria. Und sie sieht es in ihrem Herzen: Gott hilft als Erlöser. Ich will das glauben in diesem Stall, vor dieser Krippe, mit meinem Leben. Sie glaubt nicht, was sie sieht. Sie sieht, was sie glaubt. Und dann wird alles zum Zeichen: Gott wird Mensch wie wir. Natürlich kommt ER in Armut. ER kommt aus dem Himmel: Natürlich begleiten Ihn Engel. ER erlöst die Verlorenen. Natürlich kommen die Letzten, die Hirten, als Besucher. Maria sieht die Zeichen ihres Glaubens.
Sie hat etwas zu erzählen. Sie spricht von ihrem Glauben.
3.3 Nicht anders die Engel. Ewigkeit kennen sie. Aber diesen Plan Gottes: Sein Sohn als Mensch. Das konnte nicht im himmlischen Spiegelsaal stattfinden. Das musste auf dem Boden dieser Erde geschehen. Der größte Lobgesang aller Zeiten fand über Schäfchen statt. Für Engeln der rechte Duft der Wahrheit. Sie mussten nicht glauben, ihr Wesen ist Glaube. Sie sehen ständig, was im Herzen ist. Gott wohnt im Dunkel. ER bringt Friede in den Streit der Menschen. ER macht Seine Ehre groß in Menschen. Das sahen die Engel.
Sie sehen das Evangelium, Gottes Botschaft Seiner Hilfe. Und sie breiten es aus. Sie loben.
3.4 Und die Hirten nicht anders. Visionen auf dem Feld in der Nacht kommen schon mal vor. Vielleicht hat dich ein Schaf getreten. Vielleicht hast du geträumt. Nein. Sie glauben der Erscheinung. Kommt lasst uns gehen. Sie sehen mit dem Herzen und finden das Zeichen bestätigt. Der Stall ist es nicht, ein Kind an sich auch nicht. Sie sehen, worauf ihr Herz vertraut. Gott handelt. Sie auch. Sie gehen und finden.

Hirten:
Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

Alle: Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus.

4.1 Sie alle hatten etwas zu erzählen. Ihr Alltag wurde Festtag. Davon sagten sie weiter. Von ihrem Glauben, vom Lob Gottes, von dem was Gott tut.
4.2 Haben wir wie sie gesehen? Breiten wir das Wort der Erlösung aus: Durch unseren Glauben, unser Loben, unser Tun? Schauen wir mit dem Herzen hin. Dann können wir es auch. Es werden viele Augenblicke kommen, wo wir es können. Ausbreiten. Tun wir es.

Alle:
Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus,
das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.



Amen.



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Zuletzt geändert am 28.12.2007 von: (fp)