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 <>< Predigt zur
Jahreslosung 2008,
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 6. Januar 2008

Jahreslosung 2008

Jesus Christus spricht: ICH lebe und ihr sollt auch leben.

Johannes 14, 19

Liebe Gemeinde!

1.1 Früher gab es Poesiealben. In sie mussten Eltern, Onkel, Tanten Sprüche schreiben. Und dann waren auch die liebsten Freundinnen dran. Sie durften auch. Jungen nicht. Jungen wollten das auch nicht. Aber die Sprüche kannten und wollten Jungen auch. Kennen Sie noch welche? Merkwürdig. Sie sind mitgegangen. Sie sind noch immer da. Tauschen Sie mal Ihre Sprüche aus und wer sie sagte. Ein typischer für Jungen: Indianerherz kennt keinen Schmerz. Wenn das ein Mann zu uns Jungs sagte, dann floss keine Träne mehr.

1.2 Lebensschätze sind solche Worte. Warum? Sie haben eine Botschaft in sich, die im Herzen lebt. Ich muss nicht lange nach ihr suchen. Sie ist da, wenn ich sie brauche. Direkte Verknüpfung zum Lebensnerv. Wir werden dadurch gehalten und getragen.

1.3 Ein solches Wort ist unsere Jahreslosung 2008. Kurz und knapp gibt sie eine Botschaft Jesu in unser Herz.
ICH lebe, sagt Jesus. Du musst nicht lange denken. ICH bin nicht tot. ICH bin da. Du bist nicht allein.
Aber Herr, was wird mit mir? Du kannst vertrauen. Auch du sollst leben. Bin ICH da dann ist nie Ende. Manches hört auf. Das nimmt ein Ende. Doch du nicht. Du bist nicht am Ende, du bist bei Mir. Mit Mir geht es weiter. - Direkt ins Herz vom prallen oder leeren Alltag. Kein Umweg. Ein Lebensschatz ist so ein Wort.

1.4 Learning by heart heißt auf Englisch, etwas auswendig zu lernen. Das Bibelwort ist gut dafür. Lernen wir es auswendig. Legen wir es ins Herz, tragen es auswendig gelernt in uns. Haben wir es bereit und ziehen es hervor, wenn es eng wird: ICH lebe. Und ihr sollt auch leben. Sprechen wir es gemeinsam, jetzt.


2.1 Früher, als das Wort zum ersten Mal von Jesus gesagt worden ist, hat es Probleme gemacht. Keiner der Zuhörer unter den Jüngern war begeistert. Denn Jesus hatte ihnen mitgeteilt, dass er sterben würde, bewusst und freiwillig. - Wieso? Und dann? Das geht nicht. - Na ja, ginge es uns anders? Wenn jemand sterben muss ist das schlimm genug, davon zu wissen. Aber wenn er das noch in Frieden mitteilt, sprengt das alles.

2.2 Und in diese Erschütterung hinein sagt Jesus dann. Euer Herz erschrecke nicht. Und wenig später. ICH lebe und ihr sollt auch leben. - Das stellt wieder alles auf den Kopf. Sofort verstanden sie das überhaupt nicht. Erst viel später erkannten sie: Hier spricht Jesus von dem Ende, das kein Ende ist. ER spricht von der Auferstehung. ER wird sie erleben. Das stimmt. Zu Ostern wurde es wahr. Wir werden sie erleben. Das glauben wir. Wir rechnen mit ihr bei Seiner Wiederkunft oder nach unserem Sterben.

2.3 Auferstehungsleben ist also das Thema unserer Jahreslosung.
Jetzt sind wir beim Nachdenken ganz schön hart gelandet. Aus dem stärkenden Herzenswort ist ein handfestes Ewigkeitswort vom Auferstehungsleben geworden. Was machen wir damit?


3.1 Lassen Sie uns noch einmal auf drei kleine Besonderheiten schauen, die uns helfen können, dass dieses Wort uns trägt und wir auch klar erkennen, warum das so ist.

3.2 ICH lebe. Diese Formulierung erinnert an die ICH bin Worte Jesu, die Johannes uns überliefert. Warum schreibt er sie auf, wo kein anderer der Evangelisten davon spricht. Johannes gibt die Botschaft oft verschlüsselt weiter, durchs Herz hindurch. Im Herzen darf nur einer sagen: ICH bin … der Weg, die Wahrheit und das Leben. Der lebendige Gott selbst. Nur ER ist: ICH bin. So hatte ER sich bei Mose vorgestellt. So ist es. Alles andere Leben ist von Ihm. Es wird. Doch ER ist, der ER ist.
Hier spricht also der Herr in Seiner Eigenschaft als Gott. - Wenn wir doch nur ein Signal von Gott erfahren würden, suchen und seufzen manche Menschen. Hier ist es. ER selbst teilt sich dem mit, der es hören will. ICH lebe. - Herr, wie schön. Du bist kein totes Prinzip. Du bist keine unendlich ferne Kraft. Du bist lebendige Person dieser Welt geworden. Du hier. Du als Auferstandener gegenwärtig. Was für ein Geschenk. Du bist bei uns angekommen. - Es ist die Menschwerdung Gottes, Weihnachten, die hier spricht. Die Voraussetzung jeder Gnade Gottes für uns. Der lebendige Gott ist der Begleiter unserer Tage für dieses Jahr 2008.

3.3 Seine Art anwesend zu sein ist nicht mehr abhängig von Fehlern und Vergänglichkeit. Das ist wohl das nächste Wunder. Uns trennen Fehler und Vergehen. Uns trennen sie nicht von Gott wenn wir Ihm gehören.
In unserem Herzen gibt es einen Teil von Seinem Geist, den Seine Kinder in sich tragen. Dort lebt ER. Und ER bleibt dort. Denn mit dem Ende unseres Körpers bleibt Sein Geist in unserem Geist lebendig. Und unser Geist auch. Wie viel mehr, wenn unser Herz noch schlägt. Es ist die schönste Innigkeit auf dieser Erde. ER in uns.

3.4 Und Ihr sollt auch leben, sagt der Herr. Damals wussten die Jünger bestimmt nicht, was sie mit diesem Wort machen sollten. Würden sie auch in Gefahr sein, getötet zu werden, aber überleben und durchkommen?
Erst später nach Pfingsten erkannten sie, dass Jesus ihnen Sein Leben gab, Seinen Geist in ihren Geist.
Der lebt nun in uns. Der regiert uns. Der setzt die Daten unseres Lebens. Der führt uns. Der richtet uns auf. Der trägt uns durch. Der ist Freude. Der bleibt in uns bis wir das Auferstehungsleben tragen. Und dann noch weiter. ER ist also unser neues Leben in unserem Leben, wie es in der Bibel heißt.
Ihr sollt auch leben! Das ist ein Auftrag. Ihr sollt auch aus diesem Geist leben, aus Meinem Leben in euch. Bezieht euch darauf. Lasst Ihn die Mitte eures Lebens sein. Sucht nach Ihm. Vertraut Ihm. Er wird euch leiten. Ihr habt damit kein leichtes, aber sicher erfülltes Leben. Welcher Geist könnte euren Geist mehr Gutes tun als Meiner? Hört auf Ihn, lauscht Seiner Stimme. Sie wird euch sagen, was ihr sagen sollt. Ihr sollt so leben.


4.1 Ein Ewigkeitswort, das es in sich trägt. Es kann das Herz erfüllen. Und erfreuen. Nehmen wir es für 2008.


Amen.



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Zuletzt geändert am 04.01.2008 von: (fp)