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 <>< Predigt zu Invocavit,
von Heike Peters, Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Heike Peters)

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Gottesdienst am 9. Februar 2008

Versuchung

Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.
Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand.
Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.
Irrt euch nicht, meine lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

Jakobus 1, 12 - 18

Liebe Gemeinde!

Alle, die Sie hier sitzen, haben sicher in Ihrem Leben viele Situationen erlebt, in denen Sie Ihre Erfahrungen nur als Anfechtungen deuten konnten.

Sie waren vielleicht im Krieg, weit weg von allen, die zu Ihnen gehörten, hilflos, kalt, unter Druck und Lebensgefahr, voller Angst. Oder im Beruf. Sie mussten tun, was Sie gar nicht wollten. Unterordnung. Da waren vielleicht noch alte Kindergebete von einem liebenden Gott. Aber wo war dieser damals bei Ihnen? Wem kann ich glauben? Anfechtung.

Sie Frauen: zerrieben zwischen Haushalt, Kindern, älterer Generation, nachfolgenden Generationen, Pflegeaufgaben, verlangte Hingabe. Oder: Beruf und alle anderen Lasten dazu und vielleicht Einsamkeit, ohne Mann oder ohne Kind. Aufgaben über Aufgaben und zwischendurch immer die bohrende Frage: zähle ich überhaupt? Wer bin ich? Wer bin ich für irgendjemanden? Wer bin ich für Gott? Anfechtung.

Schwere Krankheiten, zu frühe Verluste, Hilflosigkeit, Kummer, Schmerzen, Angst,jemanden zu verlieren, Scheu, sich an Gott zu wenden, erlittenes Unrecht. Anfechtung.


Anfechtung ist immer das Zerrissensein zwischen dem Vertrauen in Gott und auf SEINE Zusagen und den tatsächlichen Dingen, die in und um uns herum geschehen oder in uns Raum haben.

In unserem Text wird uns gesagt, dass der selig ist, der erduldet hat und sich bewährt hat in der Anfechtung.

Selig. Da denke ich an ein seliges Lächeln auf einem Gesicht. So lächeln wir, wenn keine Frage mehr offen ist. Seligkeit ist für uns fast wie Ewigkeit, wie: endlich die Erlösung für immer.


In unserem Text bekommt derjenige dann von Gott die Krone des Lebens. Er ist vollendet.

Kronen tragen nur Könige und die tragen sie nicht dafür, dass sie in der Hola fotografiert werden. Sondern die Krone macht allen deutlich, dass hier jemand ist, der für ein ganzes Volk, für viele Menschen bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

Die Lesungen, die für diesen Sonntag vorgegeben sind und die Sie gehört haben, helfen uns, uns dem schwierigen Thema der Versuchungen und des Umgangs Gottes mit uns zu nähern.

Der Psalm 91 ist voller Bilder des Nicht-geschützt-und-bedroht-Seins und des Schutzes. Eine große Spannung. Wie die der Anfechtung, der Versuchung.


Wir sind gejagt, krank, bedroht von Übel, Nacht, Grauen, Pest, Pfeilen, Krieg, Seuche, Not. Ich denke Sie alle können sich viel darunter vorstellen.


Und dagegengestellt werden wunderbare Bilder von Gott:


ER ist der Höchste, ist Hoffnung, Schutz, Burg, Zuversicht, Flügel, Wahrheit (Schild), Schirm(Schutz), Heil. ER macht satt und schickt Seine Engel, die uns über Löwen, Ottern, Drachen, Steine tragen. Bei IHM ist alles, was wir Menschen hier auf Erden brauchen.


Im Psalm 91 werden alle diese für uns lebensnotwendigen Verheißungen uns zugesprochen von dem Betenden, der sich zuerst unter Gottes Schirm gesetzt hat, von diesem Platz aus anfängt Gott zu loben und dann anderen die Versprechen von Gottes Liebe weiter gibt. Vielleicht müssen wir erst mal zu Gott hin gehen und uns unter SEINEN Schatten setzen, um eine andere Perspektive zu bekommen?


In der Versuchungsgeschichte von Jesus, wird gesagt, dass der Geist, also Gott selbst, Jesus in die Wüste geführt hat und dass Jesus dort vom Teufel versucht wurde.


Wie wir gehört haben, ging es dabei: um Brot, also ums Sattwerden, um Engel, die über jeden Stein tragen, also um Schutz und um Macht und den Preis, den wir dafür zahlen müssen. Alles drei sind Dinge, ohne die wir nicht leben können. Wir müssen essen, wir brauchen Schutz und wir brauchen Macht, um unseren Lebensraum zu verteidigen.


Jesus sagt dem Teufel, worauf ER sich verlässt: Gott macht satt, auch nur durch sein Wort. Das hat Jesus später sogar deutlich gezeigt, im Wunder der Speisung der 5000.


Gott hält Zusagen: unser Fuß wird auch ohne die Anspruchnahme eines Wunders nicht an einen Stein stoßen. So ist es schon im Psalm 91 versprochen. Mehr brauchen wir nicht, auch wenn der Teufel das Jesus einflüstern will.


Gott möchte angebetet werden. ER will auf dem für uns richtigen Platz stehen. ER ist der Höchste, der Erste. Da gibt es keine Diskussionen. Wenn wir mehr wollen, wenn wir die Macht über alles wollen, können wir sie haben. Aber sie hat einen Preis: die Anbetung des Teufels.


Erst als Jesus diesen 3 Versuchungen widerstanden hat, sich selbst um Sattwerden, Schutz und Macht zu kümmern, hat der Teufel ihn verlassen und Engel kamen, um IHM zu dienen. Jesus hat sich verlassen auf das, was er von Gott wusste. Jesus war in der Wüste, an einem Ort, an dem er nicht abgelenkt war, an dem er wusste, worauf es ankommt. Auf klare Entscheidungen.


In unserem Text von Jakobus steht, dass Gott sich nicht zum Bösen versuchen lässt. Dies finden wir in der Versuchungsgeschichte Jesu. Gott lässt aber zu, dass die Versuchung sich uns nähert.


Dann sollen wir daran fest halten, dass von Gott nur Gutes für uns kommt. Das können wir aus Psalm 91 wissen. Der Predigttext weist uns deutlich auf unsere Verantwortung hin: unsere Gier (Begierde) wird mit einem Ei verglichen, das auf den Samen, das Böse, wartet und mit ihm zur Sünde wird, die zum Tod führt. Ohne Samen aber kann ein Ei sich nicht entwickeln. Das ist unser Teil


Jesus hat es anders gemacht. ER widerstand der Versuchung in der Anfechtung. Folgen wir Seinem Weg. Ein Weg des Lebens.

Amen.



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Zuletzt geändert am 17.01.2008 von: (fp)