Deutschsprachiges Evangelisches Pfarramt an der Costa del Sol - online
Startseite

Grußwort

Gottesdienste

Predigten

Predigtplan

Gottesdienste
passiert...notiert...
und Fotos
Veranstaltungen
Wissenswertes
Kontakt und Anreise

 <>< Predigt zum Sonntag
Reminiscere,
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Pdf Datei

Gottesdienst am 17. Februar 2008

Vater Abraham

8 Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam,
wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
9 Aufgrund des Glaubens hielt er sich als Fremder im verheißenen Land wie in einem fremden Land auf und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in Zelten;
10 denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat.

Hebräer 11, 8-10

Liebe Gemeinde!

1.1 Gemeinsam etwas gut finden, das verbindet. Was, die Schokolade magst Du auch! Und: Ich finde Öko Gemüse auch viel leckerer. Und: Dass Du auch Rosa Ausländer liebst und auch Kevin Coster. Toll. Es tut gut gemeinsam etwas lecker zu finden. Es tut gut, gemeinsame Größen zu verehren.

1.2 Die Religionen haben auch Gemeinsames, dass sie verbindet. Er, um den es geht, wird in unserem Text genannt: Abraham. Juden, Moslems und Christen verehren ihn. Es stimmt wirklich: Das haben wir gemeinsam. In unserer Zeit, wo so viel die drei großen Religionen trennt, ist das auch wahr. Alle sagen: Er war ein großer Vater. Das verbindet, auch wenn wir es so noch nie gesehen haben.

1.3 Doch sind wir nicht mehr 6 oder 12 Jahre alt, wo Bewunderung reicht. Das Judentum ist 5 Tausend, das Christentum 2 Tausend und der Islam 1 ½ Tausend Jahre alt geworden. Wird man älter fragt man sich: Wer war der Vater denn für Dich? Und meist erlebte jeder der Geschwister seinen Vater anders. Als Erwachsener seinen Vater anschauen ist meist ganz anders als als Kind. Da gibt es Trennendes, was mich von meinen Geschwistern unterscheidet. Da gibt es Einmaliges, was die anderen gar nicht sehen.

1.4 So auch beim Glaubensvater Abraham. Die Vaterbeschreibung des Hebräerbriefes ist ganz einmalig für uns Christen. Und die Besonderheit wird besonders deutlich, wenn wir den Kontrast zur islamischen Auslegung uns ganz kurz deutlich machen.


2.1 Das höchste Fest des Isalm, das Opferfest - arabisch Id ul-Adha, türkisch Kurban - geht auf Abraham zurück. Es heißt, es wird dabei des Propheten Abraham gedacht, der die göttliche Probe bestand, bereit zu sein, seinen Sohn Ismael (die Juden und Christen sagen Isaak) Allah zu opfern. Als Allah sein Gottvertrauen sah, gebot er Einhalt. Abraham und Ismael opferten voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen einen Widder. Das fand im Felsendom von Jerusalem statt.

2.2 Der Glaubensinhalt, die frohe Botschaft, wird in Sure 22 Vers 37 festgehalten. Dort heißt es:
36. Und für den Opferbrauch Allahs haben Wir für euch die großen Kamele bestimmt. An ihnen habt ihr viel Gutes. So sprecht den Namen Allahs über sie aus, wenn sie gereiht dastehen. Und wenn ihre Seiten (auf dem Boden) liegen, so esset davon und speist den Genügsamen und den Bittenden. So haben Wir sie euch dienstbar gemacht, auf daß ihr dankbar sein möget.
37. Ihr Fleisch erreicht Allah nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht ist es, die Ihn erreicht. In der Weise hat Er sie euch dienstbar gemacht, auf daß ihr Allah für Seine Rechtleitung preiset. Und gib denen frohe Botschaft, die Gutes tun.
38. Wahrlich, Allah verteidigt jene, die gläubig sind. Gewiß, Allah liebt keinen Treulosen, Undankbaren.

2.3 Die frohe Botschaft: Opfer sind uns dienstbar. Sie leiten uns zur Ehrfurcht, die Allah erreicht. Solche verteidigt Allah. Abraham ist dafür Beispiel. Wir lassen das so stehen und schauen in den Hebräerbrief.


3.1 Der Glaubensvater Abraham. Auffällig zuerst der Zusammenhang. Hebräer 11 berichtet von der merkwürdigen Wolke der Zeugen.

3.2 Mit ihr begegnen wir Abraham nicht als einem toten Gedenkbild in der Reihe von Heiligenbildchen, sondern im lebendigen Kreis von Glaubenden, die gestorben sind und uns umgeben. Noch nicht im Auferstehungsleib, aber lebendig wie Jesus auferstanden ist, sind sie mit uns auf dem Weg. Es ist die unsichtbare Seite der Kirche, die die im Herrn entschlafen sind, die deren Stimme nach der Offenbarung unter dem Altar zu hören ist: Herr, wie lange noch - bis zur Auferstehung der Toten bei Deinem Wiederkommen. Da ist Abraham dabei.
Ich kann es auch noch anders sagen: Die Wolke der Zeugen sind unsere Helfer im Auftrag Gottes. Sie stehen hinter uns und geben in unser Herz die göttlichen Impulse: Los, los! Oder: Jetzt nicht. Lass das.

3.3 Wofür sind sie da? Sie möchten, dass wir alle den Weg zum Ziel finden. Das Ziel ist der Thron Gottes, an dem sie schon stehen. Jesus ist da. Der Geist Gottes ist da. Dahin sollen wir gelangen. Ins Ziel Seiner Herrlichkeit. Es ist die Mitte des himmlischen Jerusalems.

3.4 Abraham, er war nicht nur ein Glaubensbeispiel, er ist ein lebendiger Zeuge, ein geistlicher Kollege, einer mit einem Glaubensweg wie Sie und ich, der da ist und uns schiebt: Komm. Los. Mach. Er ist nur nicht mehr hier auf der sichtbaren Seite der Wirklichkeit, sondern auf der anderen Seite. Er gehört schon mit zu dem Teil der unsichtbaren Kirche derer, die jetzt beim Herrn sind in der Ewigkeit, die uns umgibt. Abraham, einer aus der Wolke der Zeugen.


4.1 Was tat er denn, wozu er uns ermutigt?

4.2 Das Erste: Er hielt eine Menge aus. (8) … wusste nicht, wo er hinkäme. (9) … ist Fremdling gewesen und wohnte in Zelten. (10) …wartete auf die Stadt, deren Baumeister Gott ist. Drei Beispiele seiner Biographie. Die Mängelliste ist länger.

4.3 Warum führt Gott oft so schwere Wege? Warum hatte er nicht Abraham eine Landkarte, einen Bungalow und eine ausreichende Rente zukommen lassen? Er lebte doch in Ehrfurcht vor Gott wie es Sure 22, 37 beispielhaft für ihn feststellt. Was kommt da noch hinzu?

4.4 Es sollte Glauben wachsen bei Abraham. Glaube, der alle schweren Wege aushält. Glaube, der nicht untergeht. Die Wage seines Lebens sollte sich nicht senken: Glaube - Mängel. Der Glaube bleibt. Er wiegt mehr.

4.5 Es geht um die Art von Glaube, die ganz Gott gehört im Leben und im Sterben, mit oder ohne Landkarte, mit Freunden oder als Fremdling, mit oder ohne Wohnsitz. Glaube, der neben der Ehrfurcht vor Gott auch Ihm gehorsam ist. Das geht über Sure 22, 37 weit hinaus.


5.1 Warum übt Gott diesen Gehorsam - Glauben bei Abraham und auch bei uns?

5.2 Der Grund ist klar. Gott löst uns von den Landkarten unseres Lebens, von unseren Häusern und Sicherheiten.
ER baut in uns, in unserem Geist, im Inneren, Seinen Weg zum Thron der Herrlichkeit, Seine goldene Stadt, Sein ewiges Zuhause. Das sehen wir noch nicht. Doch jeder Schritt, den wir gehorsam vor Gott tun, ist eine Mauer, eine Wand von dieser neuen Wohnung, die Jesus uns bereitet im Reich Seines Vaters. In Meines Vaters Reich sind viele Wohnungen, sagt ER. Sie werden hier in unserem Geist gebaut.
Gottes Stadt ist doch lebendig. ER baut sie jetzt schon, hier in allen Herzen, die dem Herrn gehören. Gehorsam im Glauben sind die Bausteine der Ewigkeit.

5.3 Komm, lass Dich aufbauen, schubst uns Abraham. Geh Du Deinen Gehorsamsweg vor Deinem Gott.


6.1 Es ist nie leicht, diesen Weg des Glaubens zu gehen. Viel einfacher ist es, auf die Dinge zu vertrauen, die uns gehören als auf das, was dem Herrn gehört. Doch leicht und schwer ist nie entscheidend dafür, ob etwas erfüllt ist oder leer. Was erfüllt ist schwer.

6.2 Viel wichtiger ist, ob es lebendig ist. Die Wolke der Zeugen ist es. Und mitten drin ist unser Herr, der sagt: Nicht stehenblieben in der Liebe. - So sagte ER schon Abraham. - Und ER legt dabei Seine Hand auf. Und später sagt ER: Hast Du Mich gespürt?
Soviel zu unserem Vater Abraham - als Christ.


Amen.



Zur Startseite      Zum Anfang dieser Seite

Zuletzt geändert am 15.02.2008 von: (fp)