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Laetare,
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 2. März 2008

Warum straft mich Gottt?

7 Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.
8 Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.
9 Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will.
10 Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.

Jesaja 54, 7-10

Liebe Gemeinde!

1.1 Das damalige Volk Israel beschäftigte sich in der Katastrophe der babylonischen Gefangenschaft mit der Frage, die alle Menschen bedrängt, wenn es dreckig geht? Warum straft mich Gott?

1.2 Ich habe diese Frage so häufig in der Seelsorge gehört, dass ich es gut verstehe, dass die Menschen schon immer so fragten. Mein Elend, die Not dieses Menschen - womit habe ich, womit hat er das verdient?

1.3 Nun muss man sagen, dass nicht jeder ein Hiob ist, der sich als Hiob fühlt oder ausgibt. Die Bibel ist voll von Worten unserer eigenen Dummheit, die sich selbst straft: Im Mund des Toren ist eine Rute für seinen eigenen Rücken (Sprüche 14,3). Und: Manch einem scheint sein Weg der rechte, aber am Ende sind es Wege des Todes (Sprüche 14,12). Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. (Prediger 10,8).

1.4 Manches Elend unseres Lebens ist hausgemacht. Und viele unserer Nöte kommen nicht vom Himmel, sondern aus dem eigenen Herzen. Wir sollten also dafür Gott nicht verantwortlich machen, sondern uns selbst. Deswegen ist es so wichtig, stets zu fragen: Herr, was sagst Du dazu? Was nicht vom Herrn kommt sollten wir lassen. Denn: Nicht jedes Übel ist ein Gericht des Herrn. Dem eigenen Übel entgehen wir wenn wir es lassen.

1.5 Aber es gibt Not, die ein Gericht des Herrn ist. Und ist das so, dann entgehen wir der Not auch nicht. Und in solchen Fällen ist es genau richtig zu fragen: Warum straft mich Gott? Womit habe ich das verdient?

In dieser Situation befand sich das Volk Israel. Und für diese Situation ist unser Wort des Bibel, das wir betrachten. Es gibt die Antwort auf die Frage, warum Gott auf dieser Erde Gericht zulässt.

1.6 Wir gehen damit im großen Themenkreis der Passionszeit einen Schritt voran. Auch Jesus musste sich der Frage stellen, warum sein Wirken, Heilen und Verkündigen der Liebe Gottes, in Leid und Sterben enden musste. Am Ende stand er als Hiob, noch mehr, als der Gekreuzigte da. Warum hast Du, Gott, Mich verlassen?

1.7 Die Frage ist so wichtig. Gehen wir der Antwort unseres Textes nach.


2.1 Die Worte unseres Bibeltextes werden dem zweiten Jesaja zugeschrieben. Er wirkte unter den Vertriebenen in Babylon. Vorausgegangen waren die Worte zur Umkehr an das Volk in Israel vom sogenannten ersten Jesaja. Vorausgegangen war das Gericht der Deportation des Volkes in die Gefangenschaft. Und ebenso vorausgegangen war das Leben in Babylon, dem heutigen Irak, in Sklaverei. Dann am Ende der vorausgesagten 70jährigen Verbannung meldet sich Gott erneut in diesen prophetischen Worten durch die Worte des zweiten Jesaja: Tröstet, tröstet Mein Volk, spricht Gott der Herr. - Was sollte trösten? - Bereitet dem Herrn den Weg. - Die Heimkehr des Restes wurde angesagt. Eine neue Zukunft tat sich auf.

2.2 Aber was hatte sich seit den Jahren der Verbannung geändert? Warum redete Gott jetzt tröstlich, wo ER zuvor richtete und die Verbannung des Volkes zuließ wie es der erste Jesaja ansagte?


3.1 Die Antwort liegt nicht bei Gott, sondern bei den Menschen. Die gegen Gott ungehorsamen Herzen - jetzt waren sie schlicht und einfach weg. Sie waren mit den Menschen gestorben. Und die wenigen Alten, die es noch gab, die als Kinder deportiert worden waren, lebten nicht mehr in Trotz, sondern in Sehnsucht. Ihr Herz war nicht verschlossen. Sie suchten Gottes Hilfe und lehnten sie nicht ab. - Als Kinder hatten wir gehört, dass es Ihn gab. Vielleicht erinnert ER sich an uns. - Ihr Herz war keine Bastion mehr gegen Gott. Als es soweit war, da war Gericht vorbei, das Ziel erreicht.

3.2 Wir sehen: Unsere Umkehr ist Voraussetzung für Gott und für Sein Tun. Tun wir sie nicht, dann handelt Gott, durch Sein Gericht, durch Konsequenzen, durch unseren Tod, bis unsere Herzen Ihm nicht mehr im Wege stehen. Und natürlich hat ER dabei den längeren Atem.
Die babylonische Gefangenschaft hätte es vielleicht gar nicht gegeben, wenn das Volk umgekehrt wäre. Das tat es aber nicht. Die Folge war Gericht bis diese Haltung gegen Gott verschwunden war und neue Sehnsucht keimte. Wenn wir nicht handeln, handelt ER. Und wenn es sein muss durch Sein Gericht. Das ist die ernste Botschaft von Gericht und Umkehr, die die Bibel kennt.

3.3 Seelsorgerlich ist das fast nie für andere zu vermitteln. Wer in der Not steckt, der braucht Trost und Hilfe. Das ist doch klar. Und wer kann schon für andere sagen, das ist ein Gericht von Gott. Da ist Vorsicht geboten. Die meisten Menschen fragen auch gar nicht danach.
Doch bin ich selbst vor Gott und ist mir klar, hier wird mein Weg vor Gott sehr dunkel. Steckt vielleicht in meiner Not auch eine Botschaft, ein Hinweis von Gott selbst? Ruft ER mich hier zurück? Wenn ich so frage und den Finger Gottes spüre, dann soll ich mit der Umkehr nicht lange zögern. Denn Gottes Hinweis ist ein Zeichen Seiner Gnade. Ist die zu Ende, dann folgt Sein Gericht. Und das so lange bis mein Herz umgekehrt durch die Not oder weg ist. Bei manchen geschieht sie nie.
Das kann eine erste Antwort dazu sein, warum Gott ein Gericht zulässt. Ob das zutrifft muss jeder für sich selbst herausfinden.


4.1 Eine zweite Antwort wird uns in unserem Text präsentiert. Dies wunderbare Wort des Trostes macht deutlich, was Gott bei allem will: ER will Erlösung. ER will Versöhnung. ER will die Gnade. ER ist kein Rache-Gott.

4.2 Wo könnten wir tiefer in Sein Herz schauen als hier in diesem Wort.
ICH will dich neu sammeln - Verlassen musste ICH dich, weil du nicht hörtest.
ICH erbarme Mich deiner - Meinen Zorn spürtest du, weil du in deinem Zorn bliebst.
ICH bin dein Erlöser - ICH verbarg Mich, weil du dich vor Mir verbargst.
ICH setze über dich den Regenbogen der Gnade wie über Noah der Bogen der Schöpfungserhaltung stand.
ICH lasse Berge einstürzen, aber Meine Gnade über dir steht fest.
ICH lasse vieles vergehen, aber der Bund Meines Friedens bleibt mit dir.

4.3 Wir sehen hier: Das Ziel Gottes bleibt Erlösung. Für Sein Volk und Seine Kinder hat ER nichts anderes im Sinn. Nur wer sich dem entzieht, dem entzieht ER sich, bis neue Sehnsucht keimt. Der einzige Sinn von Gottes Gericht ist Seine Erlösung. Das wird aus unserem Wort sehr deutlich.

4.4 Das ist die zweite Antwort, warum Gott denn Gerichte zulässt. Nur darum, dass Erlösung durchkommt, die ER schenken will. Zu dem Ziel will ER kommen, weil ER Liebe ist und bleibt.


5.1 Wenn wir in Not sind und die Hand Gottes darin spüren, dann können wir getrost auf Seine Absicht bauen: Erlösung.
Bleiben wir dem Ziele Gottes treu, dann bleibt ER es uns auch. Wir werden geprüft und dadurch stark. Den Sinn erkennen wir vielleicht erst später in der Ewigkeit. Wir glauben an keinen Rache-Gott und werden nicht zu einem.
Ist Umkehr nötig - zögern wir nicht lange und tun wir es. Wir sind dann da, wo ER uns haben will. Nur dann sollten wir fragen: Warum straft mich Gott? Sonst nicht. Es führt sonst nur zu Bitterkeit, nicht zur Erlösung.
Kehren wir um werden Gerichte Gottes noch zum Segen.

5.2 Sind wir der Dummheit aufgesessen und sind in Not, dann beten wir darum, dass Gott uns Weisheit gibt. ER tut nichts lieber als uns die zu schenken.

5.3 Und können wir gar nichts erkennen und sehen nur Leid, dann halten wir an Jesus fest, der diesen Weg vor uns gegangen ist und ihn jetzt mit uns geht. Bleibe bei uns, Herr.


Amen.



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Zuletzt geändert am 29.02.2008 von: (fp)