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Karfreitag,
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 21. März 2008

Der Gottesknecht

1 Wer hat unserer Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn - wem wurde er offenbar? 2 Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. 3 Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. 4 Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. 5 Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. 7 Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf. 8 Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen. 9 Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war. 10 Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen. 11 Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. 12 Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.

Jesaja 53, 1-12
La Pasión
La Pasión, Rando, Malaga Spanien, 2004-2007

Liebe Gemeinde!

1.1 La Pasión - unter dieser Bezeichnung sind dieses Bild und die folgenden zurzeit im Bischofspalast von Malaga ausgestellt. Über 100 Werke beschreiben auf eindrückliche Weise das Leiden Christi. Der in Malaga ansässige Künstler Rando ist der einzige in Spanien lebende Maler religiöser Kunst.

1.2 Sein expressionistischer Stil vermag schon mit der Linienführung das Herz aufzurütteln. Versuchen Sie es einmal selbst. Folgen Sie mit ihren Augen von irgendeiner Stelle aus den schwarzen Linien der Gestalten. Sie werden wie von selbst nach innen geleitet in ein großes bedrängendes Szenario, das alle möglichen eigenen Vorstellungen auslöst. Was sehen Sie? Was wird bei Ihnen angerührt?
Das Äußere führt zum Inneren. Die Passion des Einen führt zur Passion des Betrachters.

1.3 Damit sind wir beim Thema dieses Tages. Warum nur schauen Christen immer wieder und besonders am Karfreitag auf die Passion Jesu? Gibt es nicht bei jedem Leiden stets ein heilsames Vergessen? Warum hat dies in der Christenheit nicht stattgefunden? Warum ist gerade der Leidende zur Mitte unseres Glaubens geworden? Wir wollen uns dieser Frage anhand des Bibeltextes vom Gottesknecht und der nachfolgenden Christusbilder nähern.


2.1 Der leidende Gottesknecht ist die merkwürdigste Gestalt prophetischer Literatur. Einer wird dort beschrieben, der Schuld, Krankheit und Gottesferne freiwillig auf sich nimmt. Verachtet und verhöhnt von den Menschen stirbt er wie ein Lamm, das seinen Mund nicht auftut. Doch Gott bekennt sich zu ihm und erhöht ihn. ER macht ihn zu einem Großen, dem viele folgen.

2.2 Folgt man dem Passionsbericht des Matthäus, dann finden sich alle 58 Merkmale des Gottesknechtes im Leiden Jesu wieder. ER ist der Mann. Was vom Gottesknecht beschrieben wurde erlebte Jesus. Und warum? Was war sein Geheimnis? Warum diese bewusste Passion, die unvergessen bleiben soll? Schauen wir dazu noch einmal auf drei Bilder des Gekreuzigten, wie sie uns Rando vor Augen stellt.

Der Gekreuzigte - rot
Gekreuzigter
- Rot -
Der Gekreuzigte - grün
Gekreuzigter
- Grün -
Der Gekreuzigte - violett
Gekreuzigter
- Violett -

3.1 O Haupt voll Blut und Wunden - dreimal wird hier das Angesicht des Gekreuzigten gezeigt. Die Farbgestaltung der drei Bilder fällt auf: Rot - Grün - Violett. Und in allen gibt es Weiß. Die Farben des Regenbogens. Was für eine Botschaft. Wieder erzählt das Äußere etwas Inneres.

3.2 Das Rot gibt uns die Botschaft Seines Opfers. ER wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt (5).
ER für uns. Das ist die Botschaft Seines stellvertretenden Opfers. ER rot, wir weiß. Darin liegt das Geheimnis unserer Erlösung vor Gott von allem Bösen. Wir danken Dir, Herr Jesu Christ, dass Du für uns gestorben bist. Das ist die Antwort des lebendigen Glaubens. Sein Rot ist unser Leben. Christen leben von Jesu Opfer, jeden Tag. Meine Sünde, Herr, ist an Deinem Kreuz gelöscht. Jesus unser Erlöser.

3.3 Das Grün erzählt von der Offenbarung geistlichen Lebens. In Numeri 17 murren die Israeliten gegen den Priester Aaron. Mose fordert von allen Stämmen einen Stab, den er auf die Bundeslade legt. Wessen Stab grünt, der soll den wahre Priester Gottes stellen. Der Stab Aarons grünt. ER ist der Hohepriester des Volkes. Durch ihn kommt Leben aus Gott. Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen (10). Jesus unser wahrer Priester. Alle Dienste der Kirche weisen auf Ihn als Quelle.

3.4 Das Violett überwiegt in dem dritten Christusbild. Violett weist auf die himmlische Gesinnung.
Für den Herrn als Gottessohn ist das Seine Herrschaft: Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er die Beute (12). Das Opfer macht Jesus zum Sieger über Sünde und Tod. Wir beten den Gekreuzigten an, weil Seine Liebe jeden Abgrund überwunden hat. Jesus unser Herr.
Für uns als Christen weist das Violett auf die Buße und Umkehr. Das ist unsere himmlische Gesinnung. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg (6). Davon abzulassen, dem Herrn über uns Recht geben, unsern Geist von Seinem Geist her prägen lassen, Seine Erlösung annehmen, Ihm folgen, das ist Umkehr. Das ist Violett. Sein Bild ansehen soll uns an diese Umkehr erinnern. Kehrt um und glaubt an das Evangelium (Markus 1, 15), ist Seine Botschaft. Ohne Umkehr sehen wir IHN nicht.

3.5 Die Farben erzählen die Botschaft des Gekreuzigten, die den Gottesknecht ausmachen. ER ist unser Sühnopfer - Rot. ER ist unser wahrer Priester des Lebens - Grün. ER ist unser Herr, zu dem wir umkehren - Violett.


4.1 Es ist gut, wenn Bilder uns das Evangelium erklären. Dann wird das Wissen neu und frisch.

4.2 Lebendig wird es, wenn der Herr selbst zu uns redet, wenn wir darauf in unserem Herzen Antwort geben. Danke, Herr, das tatest Du für mich. Und weil ER lebt geschieht das immer wieder neu, bis heute, vielleicht ja auch bei uns.


Amen.



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Zuletzt geändert am 18.03.2008 von: (fp)