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von Prädikantin Ute Veit,
El Morche, Costa del Sol

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Prädikantin Ute Veit)

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Gottesdienst am 3. Mai 2008

Flöte in Gottes Hand

Liebe Gemeinde!

Der heutige Predigttext steht im 8. Kapitel des Briefes, den der Apostel Paulus an die Römer geschrieben hat.

Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht, die hat er auch verherrlicht.

Römer 8, 26-30

Diese Flöte hier (zeigt eine Flöte) ist eigentlich nur ein Stück Holz mit Löchern, aber wenn wir mit unserem Atem hinein blasen, so können aus dem Innern der Flöte schöne Klänge an unsere Ohren dringen.

Wenn Paulus am Anfang unseres heutigen Predigttextes schreibt: Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf, so spricht er vom Atem, vom Geist Gottes, der uns das Leben geschenkt hat und uns Kraft gibt und uns stark macht.

Gott macht uns durch seinen Geist zu seinen Instrumenten. Wir sind nicht nur stumme Marionetten in Gottes Hand, sondern mit dem Atem, den er uns geschenkt hat, können wir auch mit ihm sprechen wie Kinder mit ihrem Vater.

Beten, das Sprechen mit Gott, hilft uns aus unserer Not, wenn wir schwach sind, wenn wir traurig sind.

Aber manchmal wissen wir gar nicht, was wir beten sollen oder wie wir richtig mit Gott sprechen können. Wir stehen hilflos da und können nur sagen: "Herr, hier bin ich, bitte komm!"


Als vor zwei Jahren unsere Tochter mit 25 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam, wusste ich nicht was ich beten sollte, wie ich mit Gott sprechen sollte. lch fragte nur immerzu: "Warum hast du das zugelassen? Warum musste uns das passieren?" Gott erschien mir ganz weit weg, und ich hörte auch keine Antwort. lch habe zwar jeden Tag mit Gott gesprochen, oft wie ein Kind, das wütend auf seinen Vater ist. lch habe in meiner Trauer nur mich selbst gesehen.

Nach einiger Zeit konnte ich mich wieder Dingen zuwenden, die außerhalb von mir waren. Ich konnte wieder hören, was hier im Gottesdienst gesprochen und gebetet wurde. Vor allem das Glaubensbekenntnis, das wir in jedem Gottesdienst sprechen, hat mir Trost gegeben: "lch glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Es war so, als ob nach langer, dunkler Zeit erste Sonnenstrahlen durch dicke, schwarze Wolken auf die Erde scheinen und wieder Wärme und Licht bringen.

Ich denke viele von uns haben in Krankheit, Kummer und Sorgen ähnliche Erfahrungen gemacht.

Wenn wir im Glaubensbekenntnis sprechen: "lch glaube an Jesus Christus, der in das Reich des Todes hinabgestiegen ist und am dritten Tage wieder von den Toten auferstanden ist", so erfüllt uns dieser Glaube mit Hoffnung und großer Freude. Auch Paulus schreibt hier im Römerbrief, wir sollen gleich sein dem Bild seines Sohnes, der der erste ist unter vielen Brüdern. Ja, und mit diesen Brüdern und Schwestern sind wir gemeint, die an Jesus Christus glauben und ihm vertrauen.


Unser Predigttext schließt mit den Worten: Jesus Christus hat uns gerecht gemacht.

Das heißt alle unsere Schuld wird uns weggenommen, und wir werden Anteil haben an Gottes Herrlichkeit. Am Ende des "Vaterunser" beten wir immer: "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit". - Finden Sie nicht auch, dass dieser letzte Satz des "Vaterunser" eine große Freude und Hoffnung ausdrückt, an der wir teilnehmen dürfen.

Wir freuen uns, dass wir durch Gottes Geist seine Instrumente sein dürfen. Eines Tageswerden wir frei im Wind Gottes stehen, erfüllt mit seinem Atem und werden erst noch einmal richtig anfangen zu leben.

Ich möchte ein Gebet sprechen:
Herr Jesus Christus, du hast uns zugesagt, du willst uns deinen Geist senden, dass wir lieben können, dass wir glauben können und Frieden finden.



Amen.



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Zuletzt geändert am 03.05.2008 von: (fp)